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Allgemeines Nur-Ruhe Forum => Nur-Ruhe - Einfach nur Ruhe! => Thema gestartet von: Minuie am 16 Januar 2013, 11:32:00

Titel: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 16 Januar 2013, 11:32:00
Hallo Ihr
ich weis es gibt soviele denen es geht wie mir. Und ich weis es gibt soviele Menschen denen es schlechter geht als mir.
Aber muss ich deswegen Glücklich sein?
Auch wenn es mir anscheinend gut geht (ich weis zu schätzen was ich habe) dennoch möchte ich nicht Leben.
Ich finde das Leben zu unfair, zu schwer...

Doch ich habe anscheinend die Verplichtung mein Leben zu lieben. So viele Menschen müssen sterben, Menschen mit Familie, Menschen die ihr Leben lieben. Und ich muss leben? Ich will das doch gar nicht.
Immer nur kämpfen um nicht zurückzubleiben, damit es mir nicht noch schlechter geht...

Ich habe eine Familie die anscheinend für mich da ist aber verstehen können sie mich nicht.
Aber es ist nunmal so. Wer diesen Emotionalen Abgrund nicht kennt, kann es nicht verstehn.

Ich habe Freunde verloren denen ich anvertraut habe das ich depressiv bin.
Nur weil die es nicht verstehen können....
Ich habe einen Freund der seit gut einem Jahr versucht mich aus dem Abgrund zu ziehen, und er macht große Fortschritte damit.
Aber auch er kann nicht verstehen warum ich das Leben, die Welt und diese Last nicht mehr aushalte.
Immerhin scheint er zu verstehen das es nicht an ihm liegt.
Und ich bin sehr froh ihn zu haben, denn als es mir schlechter ging als jetzt, hatte ich niemanden.
Ich sehe die Fortschritte, das ich wieder öfter glücklich bin, aber...

Dennoch, es gibt soviele Tage, an denen ich mir wieder denke, warum habe ich es damals nicht getan...
Ich komme mir oft so undankbar vor, vorallem wenn dann die Kommentare kommen: sei doch froh um das was du hast, du hast es doch so gut, denk mal an die afrikanischen Kinder....

Wielange muss ich das noch durchhalten???
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 16 Januar 2013, 14:09:02
Irgendwie hast du ja schon recht aber bei mir ist das ein bisschen anders.

Ich sehe das alles sehr klar. Mir ist es klar warum die Menschen das nicht verstehen können.
Mir ist klar das mir diese Menschen gestohlen bleiben können, doch was machst du wenn du so einsam bist das es dir das Herz zerreist?
Mir fehlen Freunde, mir fehlt die Ablenkung vom Leben. Ich weis nicht wie so etwas Menschen durchstehen die es nicht so gut haben wie ich. Ich habe einen Freund (der zu mir steht, kann man auch schon als Luxus sehen), seit ich ihn habe gehe ich auch nicht mehr zur Psychologin, die kann mir nicht helfen. Die Medis haben mir auch nichts gebracht was ich jetzt nicht habe, außerdem hass ich die Tabletten fresserei. Und ich hatte keine leichten Tabletten, trotzdem bringt mir die Liebe meines Freundes mehr.

Du siehst ich bin nicht ganz unerfahren.

Mein Problem ist, ich hab den Willen nicht. Das heißt nicht das ich nicht kämpfe. Das tu ich, für meinen Freund, für meine Familie, für meine beste Freundin, ja sogar für meine Tiere die mir mehr Wert sind als so mancher Mensch.

Aber ich verstehe nicht warum ich kämpfen muss. Ich will es nicht. Die Welt hat mir nichts zu bieten.
Ich fühle mich so verbraucht...
Ich sehne mich danach frei zu sein und hoffe irgendein Schicksalsschlag tut mir irgendwann den Gefallen.
Bis dahin kämpfe ich. Aber ich fühle mich so verbraucht, also wäre ich 1000 Jahre alt...
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 16 Januar 2013, 15:09:58
Ja das weis ich doch alles.
Aber geh lass dich behandeln, geh in nen verein und du findest freunde also bitte....

Ich habe mich angemeldet um mich auszutauschen und nicht um gesagt zu bekommen das ich etwas tun soll wo mir nichts gebracht hat.

Ich versteh dich ja warum du das so schreibst, du weist ja nicht was ich schon alles probiert habe.
Aber ich finde es etwas leichtsinnig es so einfach gesagt hinzuschreiben. Vorallem da du Senior Member bist.
Da sollte man sich doch etwas vorsichtiger fortbewegen in so einem forum.
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Freudestrahlend am 16 Januar 2013, 15:40:28
Liebe Minuie,
danke für deine Beiträge. Sie sprechen mir sehr aus der Seele. Ich verstehe dich vollkommen. Vor allem, dass dir Menschen auf den Nerv gehen, die kluge Ratschläge haben. Wer kann eigentlich den Wert unseres Lebens bemessen? Wer kann beurteilen, ob es sich LOHNT, um dieses Leben zu kämpfen? Kann das ein anderer Mensch tun oder können es nur wir selber? Der Wert, den ich meinem Leben beimesse, hat nichts mit materiellem Wohlstand zu tun oder mit dem Eindruck, ich hätte im Vergleich zu anderen Glück gehabt. Wenn die emotionale Resonanz nicht da ist, wenn ich die Lust am Leben nicht spüre, dann ist das alles herzlich egal. Fürn Arsch, sozusagen.

Letzt habe ich auch wieder einer "Freundin" erzählt, dass ich so verzweifelt bin, weil ich mein Leben nicht fühlen kann. Da antwortete sie: "Du hast doch in den letzten Tagen soviel unternommen und das hört sich doch alles ganz positiv an." In diesem Augenblick habe ich mich wieder zutiefst einsam gefühlt...Ja, natürlich hört sich das alles positiv an. Besonders in den Ohren einer Berufsoptimistin wie ihr. Aber sie kann es einfach nicht begreifen, dass es sich für mich nicht so ANFÜHLT. Letztendlich hat sie mir Undankbarkeit unterstellt und ich habe den Kontakt extrem reduziert, weil ich mir das nicht antun will. Und habe gleichzeitig Angst, dass ich meine Sozialkontakte noch mehr reduziere...

Du siehst, du bist nicht allein mit diesen Gefühlen. Ich habe keine Ratschläge für dich, (Ich schlage sowieso ungern jemanden.) sondern wollte dir nur sagen: Ich höre dich.

Freude
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Epines am 17 Januar 2013, 12:13:54
Hallo Minuie

Was du schreibst klingt sehr traurig und verzweifelt.

Da es mir lange Zeit ähnlich erging, kann ich gut nach vollziehen was du meinst. Auch ich habe immer wieder hören müssen wie gut es mir doch eigentlich geht und wie unzufrieden ich doch mit dem Leben sei, ich soll doch dankbarer sein. Dies hat mich bewogen jahrelang zu schweigen und niemandem mehr zu zeigen wie es wirklich in mir aussah. Ich habe immerzu den Spaßvogel gespielt und Masken getragen und das war auf Dauer ganz schön anstrengend, denn wenn sich die Haustüre hinter mir geschlossen hat, bin ich meist zusammen gebrochen.

Aber weder in materieller Sicherheit zu leben, noch eine tolle unterstützende Familie, oder einen Partner zu haben der es gut meint, kann wirklich etwas verändern. Trotzdem ist es eine Bereicherung, wenn man Menschen um sich hat die einen verstehen, die im dauerhaften und ehrlichen Dialog mit uns sind, die uns nicht ständig abwerten, die unser Bemühen um Veränderung anerkennen, die uns manchmal schubsen damit das Bett nicht zur Heimat wird und die uns aber auch offen sagen was an unserem Verhalten nicht richtig ist.
Die Veränderung findet zuallererst in unserem Kopf statt, aber das muss ich dir sicher nicht erzählen.
Es sind also weniger die äußeren Einflüsse, sondern die Inneren die etwas in Bewegung bringen.

Manche Menschen schaffen dies einfach nicht, dass müssen wir alle realistisch sehen.

Meine Freundin Karen hatte bei vier verschiedenen Stellen Therapie, nahm Medikamente, hat sich gezwungen in einen Verein zu gehen und da auch aktiv mitgearbeitet. Sie hat sich ihren Ängsten gestellt, gekämpft wie verrückt und alles versucht um auszubrechen. Ihre Therapien haben sich eher als schädlich erwiesen, denn an ihrem eigentlichen Problem, dem Kindheitstrauma wollte keiner rühren und so hat sie irgendwann resigniert.
Erst im Nachhinein habe ich erkannt, dass sie nie für sich selbst gekämpft hatte, sondern nur für uns, mich und ihre Schwester. Sie hat gekämpft um uns nicht weh tun zu müssen. Wie sehr muss sie uns geliebt haben um so lange zu leiden und durch zu halten. Dieser Gedanke tut so unendlich weh.

Keiner der nicht betroffen ist kann die innere Zerrissenheit eines Menschen erahnen, der keine Kraft mehr zum Leben hat. Ich habe es bei meiner Freundin hautnah miterlebt und es hat mich für immer verändert.

**Lohnt es sich zu leben?**

Was für eine Frage.
Darüber musste ich nun lange nachdenken. Vermutlich kann man sie erst befriedigend am Ende des Lebens beantworten. Hat es sich gelohnt weiter zu leben?
In meinem Falle kann ich dies heute schon mit JA beantworten.

Ich habe einige Versuche mein damals  "armseliges" Leben zu beenden hinter mir. Als ich jedoch durch einen Gewaltakt tatsächlich an der Schwelle des Todes stand und wie durch ein Wunder überlebte, habe ich zu meinem eigenen Erstaunen erkannt, dass ich im Grunde gar nicht wirklich sterben will, sondern einfach nicht mehr so weiter leben wie bisher. Seit damals sage ich mir, dass ich nicht ohne Grund überlebt habe und dass ich wohl irgendwann in meinem Leben etwas erfüllen muss, was mir bis dato noch verborgen ist.

Diese Erkenntnis hat mein ganzes Sein, das ich immerzu in Frage stellte verändert. Ich gab mir selber eine Chance und habe konsequent Schritt für Schritt mein Leben verändert. Natürlich hatte ich auch danach immer wieder Rückfälle, aber ich habe nicht aufgegeben und ich tat dies nicht mehr für andere, sondern ausschließlich für mich selbst.

Heute geht es mir gut, trotzdem überfällt mich von Zeit zu Zeit ein Anflug von Todessehnsucht. Ich habe gelernt, dass diese wohl ein Teil von mir ist der immer da sein wird. Vor allem wenn geliebte Menschen sterben, zieht mich dies wieder voll hinein. Aber mein Entschluss zu leben, bis ich an Altersschwäche vom Stuhl kippe ist unumstößlich.

Du schreibst, dass dein Freund versucht dich aus dem Abgrund zu ziehen und das er damit grosse Fortschritte macht. Du hast nicht erwähnt was diese Fortschritte genau sind, aber aus diesem Satz lese ich eine Hoffnung. Ich lese daraus, dass du dabei bist. 

Der Weg zu einem besseren Wohlbefinden ist steinig und lang, ich selbst habe dazu sieben Jahre gebraucht. Man braucht also viel Geduld (ein Wort das ich hassen gelernt hatte) und Durchhaltevermögen, beides wünsche ich dir von Herzen!

Alles Liebe
Epines

Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 17 Januar 2013, 14:45:19
Liebe Freudestrahlend,
ja genau, es hört sich alles toll an, dass wir versuchen alles auf die Reihe zu kriegen.
Aber unsere Gefühle sind anders. Auch in anscheinend positiven Momenten fühle ich mich manchmal so niedergeschlagen. Auch an guten Tagen denke ich manchmal noch an Suizid.
Das liegt aber nicht an uns. Das liegt an der Depression. Diese Gedanken, sie sind immer da.
Und wenn man uns dann Undankbarkeit unterstellt wundern sich diese Leute dass es uns noch schlechter geht? Mir zumindest darf nicht mal meine beste Freundin so kommen, denn ich weiß wie sehr mich das verletzen würde und wie einsam ich dann wäre.
Ich kann dich verstehen, dass du Angst hast das sich deine Sozialkontakte noch mehr reduzieren, denn genau das ist bei mir passiert. Oft denke ich mir dass es eh zu anstrengend ist Freunde zu haben, denn dann muss man die Kontakte auch pflegen. Aber warum bin ich dann so einsam?
Deshalb bin ich hier. Also wenn du dich einsam fühlst, dann schreib mir, denn ich bin auch einsam und mit meinen Gefühlen scheinbar allein.

Hallo Epines,
ich danke dir für deine Geschichte. Es ist gut mal von erster Hand zu hören dass man das überstehen kann.  Aber auch ich kämpfe nicht für mich…
Und ja es kostet sehr viel Kraft. Erst gestern habe ich mich wieder gefragt: Was bringt es mir, wenn ich für die anderen durchhalten muss? Damit sie nicht verletzt sind. Damit sie nicht leiden weil ich gehen wollte.
Ja man sagt es liegt in unserer Hand ob wir unser Leben mögen oder nicht. Wenn du nicht zufrieden bist, ändere dein Leben. Aber ich sitze fest, wie soll ich es dann ändern?
Wie Wohlstandspudel oben geschrieben hat, es ist meine Psyche die meine Welt so schlecht erscheinen lässt.
Aber warum sieht selbst mein achso „starker“ Freund, der immer versucht das positive am Leben zu sehen, und mir immer wieder sagt wie gut ich es habe (und ich stimme zu, es ist ja so),  wie grausam, wie schlecht und wie anstrengend diese Welt ist.
Wäre ich „gesund“, dann wäre die Welt trotzdem so schlecht wie sie nunmal ist.
Also warum soll ich kämpfen?
In ein paar Jahren sieht es noch schlimmer aus! Altersvorsorge gibt’s eh bald nicht mehr, also warum lange leben wollen? Das Klima, Geld, Wirtschaft alles bricht zusammen.
Ich sehe keine gute Zukunft. Also warum soll ich kämpfen?
Für das Private Glück? Mein Freund hat von Anfang an es schwer gehabt mit mir, bzw mit meiner Depression, seit einem Jahr hält er durch und mir geht es besser.
Dennoch bleibt die Angst, das ich ihn damit kaputt mache.
Ja er sagt das geht gar nicht, aber er hat doch keine Ahnung.
Was wenn er es irgendwann nicht mehr aushält?
Da hilft kein Vertrauen, denn er kann es ja selbst nicht wissen ob er in 10 oder 20 Jahren es nicht mehr aushält…

Ich kämpfe, ich stehe jeden Tag auf. Aber es ist soo schwer, das ich mich jeden Abend freue schlafen zu können.
Mein Motto: Wenn du eine Stunde glücklich sein willst…………. dann schlafe!
Das Problem dabei ist nur, morgen ist ein neuer Tag. Ein neuer Kampf.

Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Epines am 17 Januar 2013, 17:47:46
Hallo liebe Minuie

Es ist leider nicht nur unsere Psyche die die Welt so schlecht erscheinen lässt, es läuft tatsächlich einiges schief, nur wir können es leider nicht ändern. Aber wir müssen da auch nicht immer mitmachen.

Viele Zukunftsprognosen die den Menschen Angst machten sind überhaupt nicht eingetroffen. Menschen irren sich, die Wissenschaft die ja aus Menschen besteht, irrt sich ebenfalls oft. Von Wissenschaftsbetrug ganz zu schweigen. Ein bekanntes Beispiel ist das Baumsterben, wie dramatisch wurde dies 1984 geschildert man sah schon alle Wälder sterben und viele Menschen wurden in Angst und Schrecken versetzt. Nichts davon ist eingetroffen.

Man darf sich deswegen nicht verrückt machen lassen und sollte im Kleinen tun was man für richtig hält. Ich selbst versuche keine wirklich schlechten Nachrichten mehr an mich heran zu lassen, na ja manchmal wird man doch eingeholt. Aber ohne tägliche Tagesschau und Zeitungen in denen kaum Erfreuliches steht, geht es mir sehr viel besser. Ich darf mich nicht mehr für alles was in der Welt so schreckliches passiert verantwortlich fühlen. Das hatte mich auch jahrelang total fertig gemacht.

Die Angst deinen Freund, der dir offensichtlich Halt gibt und dir einige glückliche Momente beschert zu verlieren, kann ich gut verstehen, deshalb ist es wichtig, dass er genau über deine Krankheit Bescheid weiss.

Wie man einem Partner am Besten erklären kann wie es einem geht, ohne dass er sich auch schlecht fühlt, hat "Ruach" eine Userin hier einmal so wunderbar beeindruckend erklärt. Dies möchte ich dir als Tipp schicken: "Wie kann das Umfeld helfen?"

http://www.nur-ruhe.de/smf/index.php?topic=6676.msg224858#msg224858

Alles Liebe und viel Kraft
Epines
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: missing am 19 Januar 2013, 23:26:24
Hallo Minuie,

vieles kam mir beim lesen allzu vertraut vor. Du hast mich sogar kurz zum lachen gebracht mit deinem Motto: "Wenn du eine Stunde glücklich sein willst... dann schlafe!" Das mach ich erfolgreich genauso: nach der Arbeit zuhause endlich ein/zwei Stunden schlafen ist eine Kampfpause, ein kurzer Waffenstillstand mit der Welt und sich selbst ...:-0

Es fällt mir schwer, die Gedanken zu sortieren, also hak ich einfach punktweise nach, ok?


Du schreibst: "Aber auch ich kämpfe nicht für mich…"

Warum nicht? Sind dir die Ursachen und Gründe dafür bewusst?
Wenn du nicht für dich kämpfst, bist du es dir selber scheinbar nicht wert - warum??
Siehst du keine Optionen mehr für dein Leben bzw. deine Zukunft? Fehlt es dir an realistisch erscheinenden Zielen und Visionen? - Oder hat es etwas mit Selbstwertgefühl und empfundenem "Wert" zu tun? - Oder bist du schlicht müde, verbraucht und zermahlen und spürst im Moment einfach keine Kraft, um für dich zu kämpfen? (Hmm, dann müsstest du dich allerdings fragen, welchen Sinn es macht, um *anderer* Menschen willen weiterzukämpfen - und warum du diese Kraft nicht für DICH einsetzt...!)


Dann schreibst du: "Wenn du nicht zufrieden bist, ändere dein Leben. Aber ich sitze fest, wie soll ich es dann ändern?"

Falls es nicht zu persönlich ist: warum sitzt du fest? Wie meinst du das? Hindern dich scheinbar unlösbare äußere Umstände an Veränderungen - oder meinst du eher deine Verfassung, Energie, Lebensempfindung ...?


Und du schreibst: "Mir fehlen Freunde, mir fehlt die Ablenkung vom Leben."

Geht mir genauso! Im Laufe der Jahre sind meine Sozialkontakte gegen Null gefahren, und eine der Begleiterscheinungen ist halt, dass *alles* mit einem enormen Gewicht auf einem lastet. Einfach nur deshalb, weil nichts Relativierendes im Leben stattfindet. Jeder Brief, jeder Konflikt, jede Grübelei wird bleischwer und bleibt an einem kleben. Das wäre anders, wenn positive Unternehmungen und insbesondere schützende Freundschaften Gegenimpulse schenken würden ...


Weiter: "Die Welt hat mir nichts zu bieten."

Provozierende Schlussfolgerung: du selbst musst sie für dich ändern! Deine kleine Welt so gestalten, dass sie dir etwas bietet.  Natürlich ist diese Welt schlecht, und das werden wir auch nicht wirklich ändern. Halt, doch: im Kleinen haben wir ganz sicher Einfluss, und genau DA sollten wir unsere Verantwortung und vielleicht sogar auch unseren Wert(!) suchen ...! Außerdem: dir steht genauso ein Stück vom Kuchen zu, wie jedem anderen auch, Minuie - nimm es dir!! Und wenn dir die Welt SO nichts bietet, forme sie um, deine kleine eigene Welt! Wer soll dich hindern, wem bist du Rechenschaft schuldig?!


Ich weiß, dass das alles leicht gesagt ist (...und nein: ich krieg es meist selber nicht auf mein Leben angewendet). Ich hab auch ein gut versorgtes Leben, bin für heutige Begriffe job- und finanzmäßig eher auf der sicheren Seite, aber mir fehlt das Wesentliche: Begleitung bzw. Rückhalt - und Visionen oder zumindest Zukunftsaussichten, die alles wert wären...;0 (Von daher kenne ich diese "Undankbarkeitszweifel" auch; aber eine kranke Seele orientiert sich nicht an Kontostand oder vollem Kühlschrank ...)

Würde mich freuen, weiter von dir zu hören!

Gruß, missing
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: grau am 20 Januar 2013, 12:29:45
hallo missing,

wow du schreibst dies so klar und ja, auch irgendwie aufbauend. denn du hast recht damit, was du schreibst. ich kenne diesen "zustand" nur zu genau, bin so vertraut damit und dennoch macht es mich fertig, weil ich mich nicht in der lage fühle auch nur "kleinigkeiten" zu ändern.
so, dass mein leben wieder ein klein wenig lebenswerter wird.

du schreibst : "aber eine kranke Seele orientiert sich nicht an Kontostand oder vollem Kühlschrank ...)" du hast so recht damit. aber ich bekomme dies, obwohl ich es weiß, nicht akzeptiert. also die meiste zeit. und genau die frage, mir geht es doch gut warum geht es mir schlecht, bzw warum wird es nicht endlich wieder besser lässt mich zu dem gesamten gedankenchaos weiter nach unten rutschen. ich habe diesen kreislauf so satt.

@ minuie, gib nicht auf. ich tue es auch nicht. lass uns weiter darum kämpfen, dass unser leben wieder lebenswerter wird. auch wenn die kraft manchmal gänzlich fehlt und einmal mehr geduld gefragt ist. und zwar für dich selbst ....

und missing, danke dir nochmal für deine worte.

viele grüße
grau
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Deja am 20 Januar 2013, 15:16:58
Minuie

es gibt für nichts im Leben eine Garantie außer dafür, daß niemand dir das Kämpfen abnehmen kann-...

es geht nich darum zu wissen, wieviel Altersvorsorge wir bekommen, wie die Wirtschaft morgen aussieht, was mit unserem Geld passiert....es geht einzig und allein darum, heute für uns so zu sorgen, daß es uns gut geht...nicht mehr, nicht weniger....

Ich hab mich lange, sehr lange, gefragt, wozu das alles, es hat keinen Wert, es lohnt sich nicht, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, laßt mich in Ruhe, ich will sterben, ich will mich auslöschen, ich will nichts mehr mit Menschen zu tun haben, ich will einfach verschwinden ohne großes Getöse.....

Heute weiß ich, wozu das alles gut war.

kg Deja
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Adrenalinpur am 20 Januar 2013, 20:29:34
Hallo Deja,

es gibt immer etwas faszinierendes im Leben, und es hat meist eben nichts mit Konsum zu tun. Eine Landschaft beobachten, einen Sonnenuntergang, das Singen der Vögel, Spuren im Schnee anschauen, eiskalte Luft einatmen, mit einer chilligen Musik träumen, die Natur schenkt und Menschen sovieles und es gibt auch Menschen die manchmal etwas schenken, ein Lächeln ein Gespräch.

Letztens sah ich Gewühle der U-Bahn eine Frau - es war unschön da aber ich sah ihr in die Augen, ihre Augen waren trotz dem Stress wunderschön

Kämpfen ist eine gute Sache- wenns nicht gegen Windmühlen ist
Minuie die Natur liebt dich, geb bitte nicht auf
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 21 Januar 2013, 10:18:00
Ja natürlich. Ich versuche all diese Tipps zu befolgen. Und es klingt ja alles auch super, aber das mit der Umsetzung ist so eine Sache.
Es is gut von verschiedenen Menschen zu hören, das ich nicht allein bin mit dieser Verzweiflung.
Ich wüsste nicht wie ich meine Welt formen soll, denn mir kommt es vor das ich die einzige bin die meine Welt nicht formen kann.
Andererseits, wenn ich mir meine Welt so ansehe, habe ich schon einiges geschafft und sie beeinflusst.
Es ist nicht alles schlecht, daher weis ich, ich bin auf dem Weg der Besserung.

Gestern habe ich eine Altlast minimieren fast sogar auflösen können.
Außerdem habe ich am Freitag einen Schicksalswink erhalten, eine Idee in welche Richtung mein Leben nun weitergehen könnte.
Ich genieße jede Sekunde dieser Motivation, denn ich weiß, in unbestimmte Zeit kommt wieder ein Tief.

Doch bis dahin nutze ich diese neue Energie, und versuche meine Welt etwas umzuformen....

Ich bin schon froh das ich das Forum entdeckt habe, denn beim nächsten Tief, bin ich nicht allein.

Dafür bedanke ich mich!!!
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: grau am 21 Januar 2013, 10:28:17
uih das freut mich aber für dich.

ich würde mich freuen auch von dir zu lesen, wenn es dir gut geht ;-)

auf dass die energie lange anhält ....

viele grüße
grau
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: missing am 26 Januar 2013, 00:58:57
Hallo Minuie,

es klingt gut, was du da berichtest! Ich freu mich richtig mit :)

Wenn sich bei lang mitgeschleppten Problematiken eine Lösung aufzeigt (du nennst es "Altlasten minimieren/auflösen"), hat dieses Befreiende einen enorm vitalisierenden Effekt - weil es uns ganz konkret zeigt: kein Knoten ist zu verworren, als dass sich nicht doch noch die Fäden aufdröseln ließen.

Besonders klasse finde ich deinen Satz
   "Außerdem habe ich am Freitag einen Schicksalswink erhalten, eine Idee in welche Richtung mein Leben nun weitergehen könnte."
So was ist Gold wert! Genieße diese Motivation, und nutze sie vor allem auch! *daumendrück*

Mir persönlich geht es auch in schlechten Phasen immer *dann* noch irgendwie gut, solange ich einen Traum, eine Illusion, ein Begehren oder irgend etwas in der Art im Kopf oder im Herzen habe. Dann fühlt man zumindest noch, dass es da etwas geben *könnte*, was sich anzustreben lohnt, bzw. für das es sich zu warten oder zu leiden lohnt. Man kann sich in diese Idee hineinsteigern und ungewohnte Energie entwickeln - oder sich zumindest in Träumen verlieren und auch mal fallen lassen. Aber zumindest spürt man sich selbst, und zudem sieht man etwas am Horizont. Was will man mehr ...? ;->

Lass diesen Schicksalswink auf dich wirken und jonglier mit dieser neuen Lebensidee herum! Selbst falls der Weg im worst case nicht gehbar sein wird: das Gedankenspiel hinterlässt vermutlich immer positive Spuren.


Ach so, zum Thema "Tipps befolgen oder umsetzen": das geht wohl ganz selten, wenn überhaupt ... Ich denke, man kann in solchen Foren wirklich nur Gedanken teilen und Anregungen aus eigenem Empfinden heraus geben: vielleicht fällt beim Angesprochenen (oder einem von zig Lesern) etwas auf fruchtbaren Boden, weil er ähnlich empfindet - vielleicht auch nicht. Ist wie im real life: es kommt auf einen Versuch an ;-)


@ grau:
du schreibst: "die frage, mir geht es doch gut warum geht es mir schlecht, bzw warum wird es nicht endlich wieder besser lässt mich zu dem gesamten gedankenchaos weiter nach unten rutschen."

Es ist m.E. enorm wichtig, an einem bestimmten Punkt für sich zu erkennen und anzuerkennen "Ich bin krank! Ich bin längerfristig depressiv, und da ist eine Krankheit im Spiel, die mein Fühlen und Denken beeinflusst!"

Das klingt jetzt vielleicht nach Freibrief und Ausrede und "es sich einfach machen". Nein: es hilft, sich nicht für alles die Schuld zu geben, und sich dadurch noch zusätzlich selber runterzuziehen! Schlimm genug, dass Lebensfreude selten und kostbar geworden ist: zudem macht man sich noch selber fertig, weil man Erwartungen nicht genügt, weil man nicht funktioniert wie üblich, weil man anders empfindet ... - und all das letztere muss nicht sein, wenn man ein mal verinnerlicht hat, dass man zumindest *dafür* nicht die volle Verantwortung tragen muss!


@ Adrenalinpur:
Ich kann die Augen in der U-Bahn förmlich sehen - und dahinter die Windmühlen ...:-0  Dieses Lebensgefühl ist schon mein ureigenes: "...eigentlich wunderschön, aber..." - Komisch: trotz aller Leere und allem Schmerz hat auch diese Kombination etwas, was einen offensichtlich vorantreibt und über Wasser hält :-0

Liebe Grüße,
missing
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 06 Februar 2013, 10:44:39
Und dennoch.... ist wieder ein Tag an dem ich keine Lust habe zu hoffen das es besser wird, keine Lust zu kämpfen, ich möchte mich in mein weiches Bett legen und einschlafen. Und am Besten nicht mehr aufwachen...
Es gibt diese Tage, manchmal sind es nur Stunden oder Minuten, aber dieses Gefühl begleitet mich schon so lange...
So oft denke ich mir "Warum habe ich all das nicht beendet als ich die Chance dazu hatte???"
Oder das ich schlecht für meine Umwelt, meinen Freund ja sogar für meine Familie bin.
Ich zieh doch alle nur runter...

Mein Bruder fragt immer so liebevoll wie es dem Kopf geht, wenn wir uns sehen oder hören. Was soll ich denn sagen? Er weiß natürlich das das keine einfache Sache ist die man mal so aus der Welt schaffen kann....
Ach tausend Gedanken in meinem Kopf, ich hab n Klos im Hals und bin am flennen. Warum? Es gibt im grunde keinen Grund.
Ich hab nur nen schlechten Tag....

Es geht alles vorbei oder? Warum kann dann mein Leben nicht einfach mal vorbei gehn...

Es sind immer dieselben Gedanken... Fragen die ich nicht beantworten kann...
Aber am meisten ärgere ich mich über eine Tatsache: Ich wollte dieses Leben nicht!!!! Ich will nicht Leben, mich hat niemand gefragt, aber ich habe die Plicht mindestens 80 Jahre hier zu sein und zu kämpfen. Das ist unfair....

Wie oft habe ich schon gehört "lass dir porfessionell helfen, mach eine Therapie" wart ihr schon mal bei nem Therapeut oder ner Psychologin? Die können mir nicht helfen, alles was die mir sagen weis ich selbst. Und auch hier im Forum ...
Ratschläge, Tipps, all das bringt nichts, denn ich hab all das schon mal gehört. Wir können uns nur austauschen und uns erzählen wie es uns geht und sagen wir sind für einnander da.
Aber im Grunde sind wir dennoch allein. Ich fühle mich so allein mit meinen Problemen. Das schlimmste ist, zu wissen, das ich mich selbst in diese Lage gebracht habt, bzw das ich eigentlich nur mit mir selbst unzufrieden bin und ich selbst in der Lage wäre es zu ändern.

Ja an guten Tagen sollte ich vll mal schreiben... seltsamerweise kann ich meine guten Tage lange nicht so beschreiben wie meine schlechten Tage...
Diese dunkle Wolke schwebt schon mein halbes Leben über meinem Kopf, ich will sie gar nicht loswerden. Ich will das alles nur beenden.

Aber ich kann es nicht, und ich werde nicht. An dieser Schwelle stand ich bereits, aber ich wünschte ich könnte zurück....

Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: AlterEgo am 06 Februar 2013, 12:41:08
Ich gebe dir in vielen Dingen Recht. Und bezogen auf mich sehe ich es auch so: niemand kann mir helfen und ich kann niemandem helfen. Ich stehe den meisten Dingen im Leben kritisch gegenüber, so auch Therapie und auch diesem Forum. Das ist eben so. Auch ich finde das in der Regel nicht besonders lustig.

Auch meine fast drei Jahre Therapie haben mir nicht wirklich geholfen.

ABER:
Ich konnte einen Mehrwert für mich aus der Tatsache ziehen, dass ich im Notfall jemand habe, dem ich sagen kann, dass es mir nicht gut geht. Und ich habe mich sehr bemüht, positive Aspekte an der Therapie zu entdecken und habe sie auch gefunden. Auch wenn diese kleinen Dinge das große "Nicht-helfen" nicht aufwiegen sind sie nicht nichts und für mich wertvoll.

In diesem Forum ist es genauso, im Großen und Ganzen hilft es mir nicht und es gibt auch schädliche Seiten und Momente.

ABER:
Es gibt für mich gerade in der Spiele-Ecke oft Augenblicke, wo ich schmunzeln muss, so dass ich auf positive Art vom Leben abgelenkt bin. Es gibt Momente, wo ich von Menschen positiv berührt bin. Ich habe in meinem Tagebuch die Möglichkeit zu schreiben "es geht mir schlecht", was mich evtl. davon abhält "in echt" jemanden anzuschnauzen. Mir hilft es, ab und zu zu schreiben, was mir Freude gemacht hat, es wird für mich dadurch präsenter. So kann ich, wenn ich sorgfältig wähle, wie ich es nutze, etwas Gutes aus dem Forum ziehen.


So geht es mir mit allen Dingen im Leben. Nichts hilft. Ich wäre gerne genauso tot wie meine Hoffnung, aber die kleinen Momente, die Augenblicke, die etwas wert sind, die sind nicht nichts. Und jeder Weg, möglichst viele dieser Momente zu finden, scheint mir persönlich richtig.


Ich wünsche dir Sorglosigkeit, Kraft und Freude, liebe Minuie!
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Brianne am 09 Februar 2013, 02:33:35
Ich verseh Dich gut ....
Ich kämpfe auch Tag um Tag und ich steh nicht jeden Tag auf.
Ich brauche viel viel Ruhe und Schlaf.
Mittlerweile gönne ich mir meine Auszeiten ..ohne schlechtem Gewissen.
Den Rest der Zeit kann ich dann Familie und Co geben was sie braucht.
Der Kampf hört nicht auf aber die Zeit ist auch Zeit in der Sich Leben lohnt....

Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 25 März 2013, 13:37:00
Hallo und danke,

ich habe lange nicht geschrieben...
Ich habe im Grunde auch nicht den Drang mit jemandem zu reden. Wenn dann möchte ich allein sein und weinen.
Aber ich bin hier, denn ich weis es ist besser wie nichts. Und auf Psychater und Therapie setzte ich grade nicht viel.
Vielleicht bin ich auch nicht soweit.
Ich will nicht hören, bitte such dir Hilfe... Denn deshalb bin ich hier, auch wenn es nur ein Forum ist.

"Die Zeit ist auch Zeit in der sich das Leben lohnt"
hmm... ich weis nicht...
ja natürlich gibt es gute Dinge, gute Tage...
Aber prozentual ausgedrückt wäre das gar nichts....
Ich sehe (leider) all die schlechten Dinge auf der Welt...
Selbst Freund, den man eigentlich als äußerst lebenfroh bezeichnen würde, ist an manchen Tagen richtig niedergeschlagen, allein wegen der Tatsache das Kinder in Afrika hungern müssen. Dennoch kommt er damit irgendwie klar und kann die guten Dinge sehen.
Ich nicht...

Ich habe ein Tagebuch begonnen, auch wenn ich nicht so mitteilungsfreudig bin (in diesen Dingen bin ich eher verschlossen)
Ich hoffe das hilft mir etwas weiter.

Aber ich glaube nicht das es je aufhören wird, denn wie soll ich den Blick für die Realität verlieren?
Die Realität ist, dass die Welt ein grausamer Ort ist, mit den Menschen darauf...

Ich sage mir selbst immer wieder, es lohnt sich die paar guten zu finden.
Dennoch... soll das mein Lebenssinn sein?
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: stumm am 26 März 2013, 06:26:03
  ich wünsche dir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst,
  den Mut, Dinge zu ändern, die du ändern kann,
  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

schlechte dinge lassen sich auf dieser welt schnell finden
aber die guten nicht aus den augen zu verlieren ist schon etwas schwerer
nicht den blick zur realität verlieren, sondern die ganze realität sehen, nicht nur ein stück
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Fee am 26 März 2013, 21:50:52
Liebe Minuie,

seit 8-9 Wochen oder so, lese ich hier im Thread mit.

*Ich lese wie schwer Dir alles fällt, während mir das Lesen zu schwer fällt.
*Ich lese, dass Du am lliebsten im Bett bleiben würdest, während ich im Bett 
  liege und am liebsten niemehr aufstehen würde.
*Ich lese, dass Dir Freundschaften zu pflegen, eine Last ist, während mein Handy
  ausgestellt ist, damit ja niemand mich erreichen kann, der etwas schweres (also
  alles) von mir möchte.
*Ich lese wie sehr Dich "Afrika" traurig macht, während mich gerade zerfleischt,
  dass eine junge Frau heute bei Ebay-Kleinanzeigen gefragt hat, ob ihr jemand für
  3 Tage etwas zu trinken borgen kann.


... u.v.m. .


Und die ganzen Wochen, möchte ich Dir i.was trostspendendes schreiben, aber ich weiss nichts und alles könnte falsch sein und ehrlich gesagt, ist mir auch das Darübernachdenken zu schwer gewesen. Mir reichte es schon, wenn ich zum Pinkeln aufstehen muss.

... und nun freue ich mich darüber, dass ich Dir heute wenigstens erstmal schreiben kann:


"Ich weiss genau, wie sehr Du Dich quälst (natürlich nicht 1:1), auch ich mich immerwieder, schwer wie`n Eisenblock, durch die Gegend schleppen muss. Aber heute konnte ich Dir das hier schreiben und das freut mich !"


Und Dich ja vllt. auch ein wenig    ;o)


... und wenn nicht auch nicht schlimm für mich.


L.G. Fee
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 27 März 2013, 10:06:44
Liebe Fee,

ich freue mich sogar sehr für dich das du es geschafft hast!!!
Ich weis es kann ein Kraftakt sein, auch nur einen Funken gutes zu suchen.

Ich kann mich zur Zeit auch nicht über gewisse Dinge freuen und jede Kleinigkeit fällt mir schwer.
Jetzt wo es wieder geschneit hat, kann ich nicht mal joggen gehen.
Darauf bin ich sehr stolz ich war in den letzten zwei Wochen ein paar mal laufen und es hat mir sehr gut getan.
Aber jetzt wo der Schnee wieder liegt will ich nicht mal einkaufen gehen...

Gerade gestern habe ich wieder festgestellt wie schwer es für andere ist, zu verstehen wie es uns geht.
Warum es uns so geht. Und wie sollen wir es erklären wenn wir es doch selbst nicht wissen.
Ich bin eine von den glücklichen die 2 Menschen an ihrer Seite hat die versuchen so gut wie möglich damit umzugehen und mir beizustehen.
Und doch fühle ich mich manchmal so allein.

Auch wenn wir uns hier nicht helfen können, finde ich es immernoch besser sich gegenseitig Mut zuzusprechen als allein und still auf der Couch (oder im Bett) zu liegen.

Und so möchte ich dir Mut zu sprechen! Du hast mir gestern geschrieben, was eindeutig ein Fortschritt, etwas Gutes für dich ist.
Zieh soviel Kraft wie nur möglich daraus!
Ich wünsche dir alles Gute!

Liebe Grüße Minuie
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Minuie am 18 Juli 2013, 19:26:18
Ich glaube ich bin nicht mehr arbeitsfähig....
Aber wenn ich jetzt zum Arzt gehe und mir eine Auszeit nehme....
Ich würde mir meine ganze Zukunft verbauen.... Ich muss jetzt Vollgas geben, und ich kämpfe und kämpfe und kämpfe... Und breche zwischenzeitlich kurz zusammen....

Seit ca. 2 Monatem hab ich wieder einen Job. Und ich bin ja auch froh darum.
Die Arbeit an sich tut mir eher gut.
Aber meine Vorgesetzten... sind schwierig im Umgang.
Und ich tue mir auch bei den Kollegen insgeheim schwer.
Für sie nicht mal ansatzweise zu erkennen, fühle ich mich sehr oft unwohl im Umgang mit den verschiedenen Kollegen. Und wenn es nur eine ansich normale Reaktion in eine Gespräch ist, wo ich mir hinterher denke... Das war nicht so gut da hättedt du anders reagieren sollen....

Ich reiße mich zusammen und kämpfe!
Aber ich bin es soo leid....
Titel: Müssen wir erst abstürzen um klarer zu sehen?
Beitrag von: Minuie am 09 Februar 2015, 21:22:18
Einige von euch kennen das sicher, es passt wohl auf einige Szenarien, in meinem Fall das sich zu sehr in die Arbeit steigern, bis man nicht mehr kann.
Als ich noch nicht ganz so kaputt war sagte man zu mir: Du musst auf dich schauen. Achte nicht zu sehr darauf was andere denken könnten. Achte darauf wie es Dir geht. Oder ähnliches.
Doch ich dachte: Das geht schon. So schlimm ist es gar nicht. Ich halte durch, bin ja eine Kämpferin und will mir nicht eingestehen das ich mal wieder verlieren könnte.
Doch ich merke genau wie es mir immer schlechter geht, und will dennoch nicht aufgeben. Fühle mich eh wie gefangen und wüsste nicht wie ich etwas ändern könnte, oder schaffe es nicht umzusetzen, egal wie ich mir den Kopf zerbreche. Also mache ich einfach weiter, Tag für Tag. Bis ich auf kurz oder lang wieder am selben Punkt stehe und nie komme ich wirklich zur Ruhe.

Ich kenne das alles schon, diesen Teufelskreis in dem man denkt es geht eh nicht anders, auch wenn man es vieleicht schon besser weiß.
Wie konnte ich nur wieder in der selben Situation landen?
Ich möchte das schaffen was von mir erwartet wird, was ich von mir selbst erwarte. Ich will einfach nicht aufgeben.
Muss ich wieder erst abstürzen bevor ich es schaffe etwas zu ändern? Ich weiß nichtmal woher dieser seltsame Kampfgeist kommt. Wohl aus Pflichtbewusstsein.


Gleichzeitig merke ich wie ich kämpfe, denn noch gehe ich jeden Tag zur Arbeit und boxe mich durch jede neue Herausforderung und merke sogar wenn ich etwas richtig gemacht habe und kann mich kurz freuen.
Das reicht gerade um es durch den Tag zu schaffen.

M. geht es sehr ähnlich wie mir. Er kann nicht einsehen das man auf sich achten muss. Sein Denken an andere in allen Ehren, aber er muss vorallem auf sich selbst schauen, gesundheitlich.
Ich habe Angst ihn mit weiter runter zu ziehen vor lauter das ich vielleicht zu sehr versuche ihm verständlich zu machen auf welchem schmalen Grad er sich befindet.

Ich kann nicht helfen und stürze selbst weiter ab.

Daher die Frage:
Müssen wir zuerst abstürzen um mehr auf uns zu achten?
Titel: Re: Das Leben ist zu schwer....
Beitrag von: Adrenalinpur am 24 Februar 2015, 01:15:18
schenke euch allen einen Stern am Himmel den Mond, eine weisse Blume und einen Schlafgedanken bye bye