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Wie heißt die Verpflichtung, dass Kinder in die Schule müssen?:

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Zusammenfassung

Autor: Ponyhof
« am: 20 August 2022, 19:36:22 »

Ich weiß nicht, ob diese Geschichte hierher passt, aber ich weiß auch nicht WOHIN sie passt. Und da es hier ja vielleicht auch einfach um das Leben geht, was ich nicht beendet HABE, dachte ich ich schreibs hier Mal auf...

Jedenfalls.

Ein Bekannter unternimmt gerade größere Anstrengungen mich ins Bett zu bekommen. Keine Ahnung was den plötzlich gebissen hat. Midlife-Crisis vielleicht.

Ich muss dazu sagen, dass ich verheiratet bin. Er verheiratet ist. Wir unsere Partner untereinander gut kennen, also klassischer Fall von "echte Scheißidee".
Scheint ihm egal oder wie auch immer, jedenfalls baggert er echt vom allerfeinsten.
Soweit so schlecht.

Mein (durch komplexe Traumatisierungen total vermurkstes) Unterbewusstsein brüllt, dass bestimmt alles gut wird, wenn sich nur mehr Männer der Welt in mich verlieben würden, weil die dann schonmal nicht mehr der Meinung wären, dass ich besser tot wäre und dass besagter Kumpel mich bestimmt... Wenn ich bloß...

Schöner Mist.

Jaaaaaaaaaa, ich weiß. Wenn ich mit dem Kerl ins Bett GINGE, gäbe mir das auch keine Daseinsberechtigung. Sondern ich würde meinen Mann hintergehen und mich deshalb noch schlechter fühlen. Und "nur" weil irgendein Hans oder Franz der Meinung ist, ich sei keine Verschwendung von Atemluft, heilen auch nicht plötzlich die Traumata in meinem Unterbewusstsein.
Insbesondere nicht, wenn ich stattdessen eine riesige Dummheit machte nach der ich mich noch schlechter fühlte.

Ich tu es ja auch nicht!!!! (Hab ihn gestern rausgeworfen, als er zu aufdringlich wurde und meinem Mann gesagt, dass er mich VERDAMMT NOCHMAL in nächster Zeit nicht mit diesem Kumpel alleine lassen soll. Schlechte Idee. Punkt. Ihr braucht mir also keine Moralpredigt halten. ICH WEISS. Ich mach's nicht. Ehrlich.)

Alles gut.

Aber ein Teil meines Unterbewusstseins ist 2 Jahre alt und fragt, was ich tun muss, damit "man" zu der Überzeugung gelangt, dass ich nicht besser tot wäre?
Dann könnte ich das doch einfach TUN und alles wäre gut?
Und wenn jemand diesen Trigger erwischt... Den "Wenn Du XYZ tust, DANN erwirbst Du dadurch das Recht zu existieren" Trigger. Dannn würde sich besagter zweijähriger Teil von mir dem Menschen am liebsten heulend an den Hals werfen und "einfach" alles tun, was er will. Ganz egal was.

Ich meine: Was würde ich schließlich NICHT tun, wenn es um meine Daseinsberechtigung geht? Und danach dann alles gut wird? Was würde ich dafür NICHT aufs Spiel setzen?

Unser Freundeskreis ist heute Abend zum Weinfest. Ich bin zu Hause geblieben. Bloß kein Alkohol heute, ich brauche auf absolut jeden Fall einen kühlen Kopf. - Schlimm genug, dass eine zweijährige Saboteurin in meinem Unterbewusstsein den Aufstand probt.

Alles kein Ponyhof...
Autor: Ponyhof
« am: 06 August 2022, 10:57:49 »

*nicht mehr fertig bringe

musste es oben heißen. Autokorrektur 🙄
Autor: Ponyhof
« am: 06 August 2022, 10:00:38 »

Nur Ruhe ...

Wenn ich mich überanstrenge, kommt ein Punkt, an dem ich noch mehr fertig bringe irgendjemandem irgendetwas abzuschlagen. Kann nicht. Und das nicht nur wenn der jenige bittet und bettelt, sondern einfach so und quasi sofort. "Trinkst Du noch ein Glas mit? "Musst Du wirklich schon gehen?" "Macht Dir XYZ etwas aus?" - #zack hänge ich am Fliegenfänger. "Klar, mach ich"

Es ist nicht viel passiert, gestern. Ich hatte ein Glas Weißwein mehr als ich wollte, war ne Stunde später zu Hause als geplant. War bisschen nervig mit dem Nachtbus statt letzter Straßenbahn aber alles kein Problem.
Aber die Tatsache selbst macht mir Sorgen. Ich meine: es könnte schließlich auch Mal jemand was vorschlagen, was w-i-r-k-l-i-c-h nicht gut für mich ist (ist mir früher auch schon passiert). Aber wenn ich nicht mehr vor die Tür gehe, wenn ich überanstrengt bin, dann gehe ich halt phasenweise überhaupt nicht mehr unter Leute. Auch schlecht.
Ich habe den Eindruck, es gibt keine Lösung.
Ich "müsste" das können.
Kann ich aber nicht.
Alles kein Ponyhof...
Autor: Ponyhof
« am: 03 August 2022, 11:49:57 »

Liebe @Ina

vielen Dank, ich hatte schon begonnen zu glauben ich würde chinesisch schreiben. Aber wenn bei Dir ankommt, was ich meine kann's ja sooo kryptisch nicht gewesen sein.  😃

Lieber @Mitleser

Danke für Deinen interessanten Beitrag. 😃 Ich bin weitestgehend Deiner Meinung, nur in einem Punkt würde ich widersprechen:
Ich finde schon, dass es um "glauben" geht.
Weil.
Was tatsächlich unabänderliche Tatsache ist und was nicht, darüber kann man sich mit Sicherheit streiten und sich mit noch größerer Sicherheit IRREN.
Es war zum Beispiel jahrhundertelang so, dass man zu WISSEN glaubte, es sei Teil der natürlichen Ordnung der Dinge, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

Viele vermeintliche "Tatsachen" waren so lange die alleinseligmachende Weisheit, bis jemand kam und einen Gegenbeweis brachte.
Die Erde war eine Scheibe. Punkt. *Oh* plötzlich war Magellan einmal rum.
Der Mensch konnte nicht fliegen. Punkt. *Oh* bis Lilienthal genug Störche gesehen hatte.
Ein Atom war nicht teilbar, der Mensch konnte nicht auf dem Mond spazieren gehen, die Grünen würden niemals für Verlängerung der Kohle und AKWs stimmen (kleiner Scherz).

Ich will sagen:

ICH GLAUBE dass diese Reihenfolge unabänderlich ist.  Aber ich glaube AUCH, dass der Mensch fehlbar ist und dass es MÖGLICH ist, dass die Menschen in ein paar hundert Jahren (wenn's sie dann noch gibt) anders denken als wir heute. Was WÄRE zum Beispiel, wenn (hypothetisch) der Beweis für Wiedergeburt erbracht würde? Dann wäre plötzlich die Oma bei ihrer zweiten Geburt jünger als die Tochter. Oder wenn...
Erscheint MIR absurd, aber dass die Menschen "absurd" zu Galileo Galilei oder Dr. Semmelweis (das war der mit der Hygiene in der Medizin) gesagt haben, ist eben AUCH Tatsache.

Du sagst, die Welt habe diese natürliche Ordnung @Mitleser. ICH glaube das auch. Aber ich halte für DENKBAR dass wir uns irren. Ist schon anderen vor uns passiert...

Autor: Mitleser
« am: 02 August 2022, 16:27:14 »

Ergänzend nochmal zur Sachlichkeit die ich innerhalb der Betrachtung eines Systems fordere.

Und für das EMPFINDEN der Sterblichkeit?

Ob im Jahr 1901 die Leute nicht geschrien und getobt und mit Gott gehadert haben, wenn ein Kind starb? Während sie beim Tod der 98 jährigen Urgroßmutter ehr geseufzt und "Sie so ist das eben" gesagt haben?
Es fällt mir schwer das zu glauben.
"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben" hat meine Großmutter gesagt, als meine Mutter starb.
Und die war zwar nicht Jahrgang 1901 aber nicht viel später.
Meine Oma hatte viele viele solcher Geschichten. Und immer war der viel zu frühe Tod einer Person die größte Tragödie.

Ich kann mir das nämlich absolut nicht vorstellen, dass man NICHT dieses "XYZ war noch nicht an der Reihe" Gefühl hat, wenn ein Kind stirbt, während die Urgroßmutter dement im Heim vor sich hin siecht.


Das kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Natürlich können allerlei Umstände dazu führen, dass jemand bereits in jungen Jahren stirbt. Das kommt sogar recht häufig vor. Krankheiten, Verkehrsunfälle, Suizid... Es gibt allerlei Gründe dafür. Aber es fühlt sich nicht „richtig“ an, weil es in der heutigen Zeit doch eher „normal“ ist, dass zuerst die alten Menschen gehen. Was Statistiken besagen oder wie es vor über 100 Jahren war, spielt dabei für mich keine Rolle. Es ist tatsächlich einfach mein Empfinden und auch das, was ich in meinem Umfeld am häufigsten mitbekommen habe.


"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben" hat meine Großmutter gesagt, als meine Mutter starb.

Für mich hat es sich sogar „nicht richtig“ angefühlt, dass meine Mutter im jungen Alter von 66 Jahren an Krebs verstorben ist. Es erschien und erscheint mir „zu früh“, auch wenn es ein natürlicher Tod war. Ich war zu dem Zeitpunkt 33 – und für mein Empfinden (!) ist dies zu früh, um keine Mutter mehr zu haben.


Hier sind Beispiele wo wir innerhalb der systemischen Betrachtung natürlich das "Gefühl" als Kompass sehr richtig nutzen können. Alle genannten Beispiele zeigen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Reaktionen der "Beteiligten" innerhalb eines Systems, auf Veränderungen der Reihenfolge. So habe ich das selbst auch schon gesagt und gefühlt und weiss aus regem Austausch innerhalb der Systemik das dies genau die tragenden Gefühle und Gedanken sind die uns begegnen.

Es braucht innerhalb der Systemik jedoch, und dort besonders auf der Metaebene, Sachlichkeit. Hier empfand ich beides als gegeben. Eine gefühlsmässige Akzeptanz der Gegebenheiten. Sachlichkeit und Gefühl nebeneinander.

"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben"

In diesem Satz wird die Ordnung als gegeben akzeptiert und gleichzeitig der Trauer, durch die entstandene Unordnung, Ausdruck gegeben.

Chapeau