Autor: nubis
« am: 05 April 2023, 09:52:22 »
Hallo Ponyhof,
ich muss zugeben, dass ich nicht ganz verstehe, was du meinst, wenn du sagst: du möchtest über deine Suizidgedanken reden?
Ich habe Suizidgedanken, so lange ich zurück denken kann.
Aus unterschiedlichen Gründen, immer mal wieder.
Darüber habe ich nie gesprochen, hätte es aber auch nicht gewollt.
In der akuten Phase nach dem Tod meines Mannes, bin ich über das 'dran denken' oder 'sich wünschen' hinaus gewesen und bin zur Planung übergegangen - und habe mir Hilfe gesucht und diese bekommen.
Ich selbst konnte meiner Therapeutin sagen, dass ich Suizidgedaken hatte.
Wir haben über die Gründe gesprochen und - logisch - was ich tun kann um dagegen anzugehen, vor Allem, wenn der Impuls stärker wird und die Möglichkeit einer Kurzschlusshandlung besteht.
Meine Mutter hat geahnt, bzw vielleicht sogar gewusst, wie nah ich dran war, aber mit ihr habe ich nie offen darüber sprechen können.
Über das Thema allgemein aber schon - das haben wir früher schon ausgiebig, da mein Bruder Suizid beging und es kam auch zu der Zeit zur Sprache, als ich akut gefährdet war.
Mit meiner besten Freundin konnte ich darüber reden - allerdings erst nach der akuten Phase, was aber nicht an ihr lag, sondern daran, dass ich vorher gar nicht auf die Idee gekommen bin, es ihr zu erzählen.
Mein Lebensgefährte wusste es nicht nur, er hat mir auch da raus geholfen: wir haben uns hier im Nur-Ruhe-Chat kennen gelernt.
Und hier in Forum und Chat konnte ich mit vielen Leuten reden.
Mit einigen haben sich bis heute andauernde Freundschaften entwickelt, inklusive persönlichem Kennenlernen.
Manche sind zwar virtuell geblieben, aber nicht weniger innig.
Deshalb kann ich mir immer irgendwie nicht vorstellen, dass es so schwer sein soll, jemanden zu finden, mit dem man sprechen kann?
Kann doch nicht sein,dass nur ich so ein Glück hatte, Menschen zu treffen, die Verständnis haben und zuhören können, ohne einen gleich einweisen zu wollen?