Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Gästebereich (Schreiben ist ohne Registrierung möglich) => Gästebereich => Thema gestartet von: Dummkopf am 13 Mai 2013, 20:18:38

Titel: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 13 Mai 2013, 20:18:38
Hallo,

seit Jahren (von mir selbst etwas unbemerkt) bin ich offenbar schwer depressiv. Dabei handelt es sich nicht um eine vorübergehende Verstimmung, sondern es gibt meines Erachtens eine hirnorganische Ursache aufgrund erhöhter Intelligenz und Sensibilität (psychoaffektiv), was ich an folgendem festmache:

Einen massiven Einbruch gab es vor mehreren Jahren, als ich nach einer beruflichen Belastung nächtelang nicht mehr schlafen konnte. Nach einigen Monaten verließ mich deswegen meine damalige Freundin, was dann zu einem regelrechten Zusammenbruch führte. Ich war in psychologischer Behandlung, die aber wenig gebracht hat. Auf meine Fragen wurde gar nicht geantwortet. Seit diesem Zeitpunkt hatte ich wiederholt (ungewollt) Suizidgedanken.

Vor einem halben Jahr habe ich mich von einer Freundin getrennt, die ich sehr geliebt habe. Sie hat ständig Anspielungen wegen "psychischer Erkrankung" gemacht und wurde auch zunehmend herablassend mir gegenüber. Trotzdem tat mir die Trennung fürchterlich leid, weil ich weiß, dass  auch sie sehr sensibel war und es für sie sehr schlimm gewesen sein muss.

In der Folge hatte ich massive (krankhafte) Selbstmordgedanken, wobei es mir aber nicht allein um diese Freundin ging, sondern um meine Gesamtsituation und mein bisheriges Leben. Zeitweilig war mein Zustand so schlecht, dass man mir angeraten hatte, in eine geschlossene Einrichtung oder Kur zu gehen. Das habe ich wohlweislich sein lassen.

Die Trennung ist zwar mittlerweile "verarbeitet" (wenn man so möchte) und ich habe auch keine "krankhaft bedingten" Suizidgedanken mehr. Allein der Umstand aber, dass ich wiederholt dermaßen in den Seilen hängen kann, wenn es zu einer beruflichen Belastung oder Trennung kommt (und mittlerweile auch ständig falsch reagiere), nimmt mir sämtlichen Optimismus, ein normales Leben überhaupt jemals noch führen zu können:

Ich fühle mich mittlerweile einfach nur noch schwach, angreifbar und bin völlig mutlos. Ich bin im Nachhinein auch ganz klar der Ansicht, dass dies einer der Auslöser für die Beziehungsprobleme und die (ungewollte) Trennung war und habe deswegen große moralische Bedenken bzw. hasse mich selbst dafür sowie für Dinge, die ich teilweise vor Jahrzehnten getan oder unterlassen habe.

Außerdem ist mein Hirn regelrecht zu "Muss" geworden und ich kann mich kaum auf irgendetwas konzentrieren. Arbeit ist seit Monaten nahezu ausgefallen. Rückblickend habe ich den Eindruck, das war schon immer so (Konzentration).

Meine Freunde verstehen auch nicht so recht, warum es mir ständig schlecht geht. Sie merken es natürlich und geben die üblichen Tipps. Für sie ist einiges sehr einfach. Ich traue mich schon deswegen kaum noch aus dem Haus, weil ich nicht auf die Fragen (was machst du, wie gehts dir, das leben ist schön, das leben geht weiter) antworten kann /will. Insbesondere, weil nicht selten irgendwelche Frauen schauen, wenn ich das Haus verlasse. Es finden mich ja viele Leute oft sehr nett. Ich dagegen bin wie gelähmt.

Mittlerweile geht es mir besser und ich unternehme auch Einiges. Ich erwäge jedoch ernsthaft, mir das Leben zu nehmen:

Ich habe einfach keine Lust, als Psychopath zu leben oder ständig alles zu verlieren, weil ich deswegen zu schwach bin und dann auch noch zu leiden, wie ein Hund. Ich kann meinen Beitrag weder beruflich noch privat leisten und es macht mir nur Weniges wirklich Freude (derzeit eigentlich nichts, obwohl man mir die besten Dinge bietet).

Ich pfeife auf mein "tolles Gefühlsleben" als Depressiver, denn es fehlt einfach die Lebensqualität: Man kann am Leben ja überhaupt nicht richtig teilnehmen, ohne Freunde, geregelte Arbeit oder Faru/Freundin. Außerdem kann so ein Schub regelrechte körperliche Schmerzen verursachen.

Nun habe ich folgende Fragen:

- Kann man diese überzogene Sensibilität in irgendeiner Weise verringern und falls ja, wie? 

- Was bringt ein EKT bzw. was hat es Euch gebracht? Wie oft muss man es anwenden? Hilft es dann auch noch bei einem akuten Schub?

- Hilft Lithium wirklich gegen (krankhafte) Selbstmordgedanken? Wie lange muss man es einnehmen, bevor die Wirkung einsetzt?

- gibt es sonstige Methoden oder Medikamte, die Nerven so zu beeinflussen (abzustumpfen oder/und stärken), dass man den ganzen "Dreck"  nicht mehr so spürt bzw. in einem normalen Maß, so wie bei anderen Leuten? - Ich meine jetzt nicht Alkohol etc. (alles schon probiert)


Mein Kopf ist mein schlimmster Feind. Ich will die Scheiße loswerden! Mit diesem Dreck macht das Leben einfach keinen Sinn. Man bringt sich ja ständig nur um alles.

Bitte keine Hinweise auf Gesprächstherapien oder Anregungen nach dem Motto, es gibt immer einen Weg. Ich hab die Schnauze schlicht gesagt, einfach voll.

Kann ich abstumpfen, bekomme ich sicherklich auch mal mein Weichei-Verhalten in den Griff und fange endlich an, normal zu leben.

 
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: stern am 13 Mai 2013, 20:24:33
auch wenn du es ungern liest

du brauchst auf jeden Fall fachärztliche Hilfe! und zwar ganz dringend!

außerdem hoffe ich,das du hier viele Erfahrungen der anderen user erzählt bekommst, zu Lithium und anderen Medikamenten gibt es hier schon Beiträge,auch zu vielen deiner anderen Fragen....

vlt meldest du dich einfach an,dann kannst du überall reinlesen

wir haben außerdem auch einen chat,falls du Lust zum schreiben hast
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Nicki am 13 Mai 2013, 22:11:40
Als jemand, der selber sehr sensibel ist glaube ich, das man nicht "abstumpfen"  kann. Aber man kann seine Sichtweise auf die eigene Lebenssituation ändern.
Hat mich sehr viel weiter gebracht!
Auch wenn du es nicht hören willst, es war eine Verhaltenstherapie.
Das du glaubst, mit chemischen oder physikalischen Methoden alle Probleme beseitigen zu können zeigt, das du noch nicht begriffen hast, das du Verantwortung für dein eigenes Wohlergehen übernehmen mußt. Du würdest es gerne vom"außen" erledigt wissen.
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 14 Mai 2013, 09:03:40
Tatsächlich hängt einiges an den äußeren Umständen. Diese sind ironischerweise wohl auch gerade deswegen zerbrochen, weil ich versucht habe, bestimmte Verhaltensweisen zu ändern bzw. diese auch geändert habe (Stichwort "Verhaltenstherapie").

Es geht um den offensichtlichen Hirnschaden. Den kann man wohl nur bedingt mit Verhaltenstherapie / Meditation beeinflussen.

Ich brauche massive Methoden, um meine Hochsensibilität und Depressivität in den Griff zu bekommen. Ich will ein normales Leben in meinem Sinne und das scheint mit diesen Eigenschaften gerade ausgeschlossen zu sein.
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: monidepri am 15 Mai 2013, 01:58:15
Hallo Du,

was Du in Deinem Beitrag hier geschrieben hast kommt mir sehr bekannt vor. Alles was Du schreibst kann ich aus meiner eigenen Erfahrung nachvollziehen.

Sich nichts anderes zu wünschen als ein normales Leben zu führen und es aus den Gründen, die du nennst, nicht führen zu können...das kenne ich zu gut.

Gerade in den letzten Wochen habe ich aber ein paar neue Erkenntnisse dazugewonnen. Ich schreibe über diese nachfolgend bewußt in der Ich-Form...wenn sie Dir hilfreich erscheinen kannst Du sie gerne für Dich prüfen ... schließlich ist das eine Antwort zu Deinem Thema....

Also...

Ich denke heute nicht mehr daß ich ein Weichei bin. Aber ich gebe zu daß ich eines war. Ich versuche gerade meiner Sensibilität Rechnung zu tragen indem ich sehr vorsichtig im Kontakt mit Menschen bin. Das hat mich eine Zeit sehr einsam gemacht. Und das werde ich wohl auch noch eine Zeit bleiben. Aber das Lesen und Schreiben hier im Forum hilft mir sehr damit zurechtzukommen und mich nicht einsam zu fühlen. Seither kann ich sehen, was ich an Respektlosigkeit und Aggressionen von Mitmenschen ..sei es aus der eigenen Famie oder dem sogenannten Freundeskreis...hingenommen habe ohne nachzudenken und ohne mich zu wehren. Icj bin gerade dabei das zu lernen...was wahrscheinlich jedes Kind kann...was ich aber..und viele andere auch...leider gezwungenermaßen im Laufe meines Lebens wahrscheinlich in jungen Jahren verlernen mußte, nämlich sich zu wehren.

Meine Intelligenz nutze ich im Moment dazu die Absichten anderer Menschen zu erkennen. Leider haben sich meine Freunde fast alle als falsche Freunde herauskristallisiert. Die Folge waren Kontaktabbrüche oder Streitigkeiten...was meine Freunde von mir nicht gewohnt waren. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen mich elegant aus der Affäre zu ziehen und nicht immer unbedingt ehrlich meine Meinung zu sagen wenn ich sehe, daß eine Person gar kein Interesse an einer aufrechten Freundschaft oder Beziehung hat.


Ja...erst heute habe ich mich gefühlt wie ein Idiot...und habe mir gedacht...ich will ja nur ein normales Leben...wieso fällt mir das so schwer und andere Menschen müssen gar nicht drüber nachdenken...ich fühlte mich plötzlich sooo klein.

Aber ich bin glücklich auf diesem Weg in ein normales Leben...  und es gibt viele Menschen mit einem normalen Leben ohne daß sie sich so anstrengen mußten wie ich...dafür sind sie aber vielleicht auch nie so glücklich darüber wie ich.

Ich wäre nicht so glücklich über ein normales leben wenn ich nicht auch die Hölle kennen würde.

Ich wünsche Dir alles alles Gute dafür, daß Du erreichst was Du willst...nämlich ein normales Leben...

Und ein herzliches Willkommen im Forum !

Wie auch immer Dein Weg ins normale Leben aussieht...es würde mich freuen von Dir hier im Forum darüber zu lesen....   und es gibt hier so viele Beiträge mit verschiedenen Möglichkeiten.

Ich bin heute froh um meine Sensibilität und meine Intelligenz...allerdings bin ich noch mehr froh darüber, daß ich lerne damit umzugehen.

Die Methode abstumpfen mit Alkohol habe ich auch probiert... auf Dauer sehr ungesund ...

Mir wurde auch mal von einem befreundeten Psychiater ...privat sozusagen... ein Selbstverteidigungskurs empfohlen oder Kampfsport...um robuster zu werden. Ich hatte allerdings nie Zeit dafür...

Der Weg in ein lebenswertes normales Leben ist möglich. Auch wenn andere einen schon "abgestempelt" haben und man es sich selber nicht mehr zutraut... es ist möglich :-) 

Liebe Grüße und ein Lächeln sendet Dir Moni

Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 15 Mai 2013, 16:07:03
Hallo Moni,

Vielen Dank für die netten Worte!

Leider ist es als Mann etwas schwierig, wenn zu einem normalen Leben auch eine Frau gehören soll: Die mögen zwar sensible Männer, erwarten aber letztlich dann doch (unterbewußt?) einen Mann aus Stahl oder glauben machen zu können, was sie wollen. Dummerweise bin ich auch immer recht großzügig gewesen. Das endete dann stets in der Katastrophe.

Das ist natürlich jetzt etwas undifferenziert, enspricht aber ein wenig meiner heutigen Erfahrung - und dem was mir Männlein und Weiblein dazu gesagt haben. Dass es den Mädels danach auch immer schlecht ging, habe ich zwar irgendwann verstanden, es ändert aber daran wenig: Einserseits ließ sich das durch dieses Wissen nicht verhindern, denn dann macht man sich ja offenbar erst recht zum Deppen, zum anderen leidet man auch noch für andere mit, die es eigentlich gar nicht (mehr) wert sein sollten.

Dummerweise hatte ich zu einigen guten Freunden den Kontakt abgebrochen. Andere sind zum Teil schadenfroh, wenn etwas schiefgeht. Andere sind scheinbar mißgünstig, wenn mal ausnahmsweise etwas funktioniert. Das kann ich irgendwie nicht mehr haben. Mit tröstenden Worten kann ich mich zur Zeit auch nicht so anfreunden. Also steht man letztlich allein. Nur ich? ist mir auf die Dauer auch irgendwie zuwenig.

Auch bei meiner Arbeit geht es wohl immer nur darum, wer das größere Arschloch ist. Zeitweilig konnte ich der Arbeit etwas abgewinnen, indem ich mich meinem Idealismus freien Lauf gelassen habe. Mit dem Erfolg, dass die Kasse leer ist und man sich auch noch zum Idioten macht. Und letztlich dreht es sich bei allem doch immer wieder um das scheiß Geld: Entweder zuviel oder zuwenig davon, das Geld das man hat oder das, das man nicht hat, etc.

Egal in welchem Bereich: Nur die "Stärksten" überleben. So sieht es wohl aus. Und dummerweise macht mich diese scheiß Sensibilität schwach und die scheiß Intelligenz lässt mich auch noch (ansatzweise) verstehen, warum das so ist.

Es ist zwar nicht so, dass ich nicht auch schon "ausgeteilt" hätte (bewußt oder unbewußt) und in bestimmter Art und Weise ist das nun auf mich zurückgefallen. Das war sicherlich der Dummheit und /oder psychologischen Defekten geschuldet, die ich erst jetzt bzw. spät erkannt habe. Für einiges kann ich mich auch noch Jahrzehnte später schämen.

Der Versuch, ein normales Leben überhaupt aufzubauen - und zwar auf eine "richtige" oder "ehrliche" Art und Weise - ist jedoch gründlich schiefgegangen.

Vertrauen? was ist das. Scheiße, ich kann nicht mal mir selbst vertrauen. Oder nur meinem "Instinkt". Und der sagt mit immer nur, dass etwas schiefläuft, aber adäquat reagieren oder es verhindern kann ich nicht.

Wie soll dass noch Jahrzehnte lang so weitergehn? Niemand kann im luftleeren Raum existieren. Und mit meiner Stimmung ziehe ich auch niemanden an, der mit mir Spaß haben könnte. Besonders gut verstellen konnte ich mich noch nie: Dank dieser scheiß Sensibilität.

Tatsächlich bekomme ich von verschiedenen Seiten auch Einiges an Unterstützung, nur nicht von dort, wo ich es mir gewünscht hätte: Meiner Verflossenen, die leider seit 3 Jahren eine Lebenskrise hat, die ich zeitweise begleiten durfte, mich dafür offenbar noch zum Affen gemacht habe mit dem Ergebnis, dass beide im Arsch sind und keiner etwas davon hat. Außer den (insgeheim) lachenden Dritten natürlich. Und letztlich trifft es mich ja immer mit!

Es tut gut, sich hier "auszuschreiben". Es hilft für den Moment.

Ich weiß auch, dass es Leute ohne Arme und Beine gibt, viele Menschen hungern, etc. und dass das Leben nicht gerecht ist. Aber diese eigene Unfähigkeit, aus dem Glück, das man hat, etwas machen zu können, kotzt mich einfach nur an.

Das liegt im Wesentlichen auch an meiner Charakter- und Persönlichkeitsstruktur, dessen bin ich mir sehr wohl bewußt. Wie gesagt, ich mag mich selbst nicht.

Danke für die lieben Grüße!


Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Epines am 15 Mai 2013, 17:22:34
Hallo Du :-)

Es stimmt, Hochsensibilität kann ein Fluch sein, weil man damit nicht so einfach in den Tag leben kann, wie jemand der diese Gabe nicht hat. Man spürt auch die feinsten Nuancen seines Gegenübers und lässt sich oft sofort mit herunter ziehen. Daher geplapperte Worte können stundenlang zum Denken und Grübeln anregen und alles wird manchmal hinterfragt, alles hat Bedeutung, alles hat Sinn...

*Die mögen zwar sensible Männer, erwarten aber letztlich dann doch (unterbewußt?) einen Mann aus Stahl*

Persönlich halte ich den Mythos, dass Frauen sensible Männer zwar mögen, aber im Bett einen Macho wollen für eine Meme, aber vielleicht bin ich da eine Ausnahme. Ich möchte nur sensible Männer und kann mit einem Mann aus Stahl überhaupt nichts anfangen. So jemand schreckt mich eher ab. Im Grunde hat man doch nur mit sensiblen Männern wirklich gute Gespräche und wesentlich sinnlicher sind sie auch.
 
*...oder glauben machen zu können, was sie wollen. Dummerweise bin ich auch immer recht großzügig gewesen. Das endete dann stets in der Katastrophe.*

Was genau meinst du damit?

*Der Versuch, ein normales Leben überhaupt aufzubauen - und zwar auf eine "richtige" oder "ehrliche" Art und Weise - ist jedoch gründlich schiefgegangen.*

Vielleicht war die Frau einfach nicht die Richtige. Was spricht denn dagegen sich erneut mit einer anderen Frau etwas aufzubauen? Ich denke, es ist in der heutigen Zeit tatsächlich nicht einfach eine Person zu finden mit der man harmoniert. Lebensabschnitt-Beziehungen werden immer häufiger. "Bis der Tod euch scheidet" hat irgendwie  ausgedient.
Was ist denn eine normale ehrliche Beziehung für dich? Was suchst du genau?

Ich lebe derzeit auch alleine. Vor einiger Zeit habe ich herausgefunden, dass mein Glück im Grunde nicht von einem Partner abhängt, sondern von mir selbst und im Moment geht es mir vielleicht genau darum so gut wie nie zuvor. Deshalb suche ich auch nicht krampfhaft nach jemanden, es soll sich ergeben, oder eben nicht. Vielleicht gehöre ich genau zu jenen Personen die glauben machen zu können was sie wollen und dies ist für einen Partner wirklich nicht einfach ;-). Darum ja auch meine Frage was du damit genau meinst.

Ganz sicher ist, dass ich keine Partnerschaft mehr brauche, die schon in den ersten Monaten Stress verursacht und mich einengt, dann bleibe ich lieber alleine. Wenigstens das habe ich daraus gelernt.

Du hast in vielem Recht was du schreibst, ich sehe es auch so, dass es in vielerlei Punkten nur noch ums Geld geht, um Haben und Sein. Nur wer etwas ist und hat, genießt in der Gesellschaft Ansehen. Im Grunde möchte ich gar nicht ein Teil einer solchen Gesellschaft sein, doch was bleibt mir anderes übrig?

**Vertrauen? was ist das. Scheiße, ich kann nicht mal mir selbst vertrauen. Oder nur meinem "Instinkt". Und der sagt mit immer nur, dass etwas schiefläuft, aber adäquat reagieren oder es verhindern kann ich nicht.**

Das mit dem Vertrauen ist so eine Sache, man kann es wohl nur lernen, wenn man erneut riskiert verletzt zu werden. Man muss den Mut aufbringen auf Menschen zuzugehen und ihnen erstmals nichts Böses zutrauen. Jeder sollte anfangs einen Bonus haben, wer ihn verspielt hat verloren, aber grundsätzlich treffe ich wesentlich mehr Menschen denen ich wirklich vertrauen kann, als solche von denen ich verarscht werde.

Wer schon ein paar Mal Pech hatte, sollte seine Partnerwahl ganz gezielt unter die Lupe nehmen, denn meist wählt man einen Partner nach bestimmten Kriterien aus.

Als hochsensible Persönlichkeit sind dies bei mir meist Menschen gewesen, denen es selber auch nicht besonders gut geht. Durch gemeinsam erlebte traurige Kindheitszustände verspürte ich jeweils eine "Seelenverwandtschaft", die durch die Empathie meines weinenden inneres Kindes, dass das andere verletzte Kind sofort erkannte, ausgelöst wurde. Genau diese Beziehungen, die in den ersten Wochen unglaublich intensiv und schön waren, wurden danach eher die Hölle als der Himmel auf Erden, denn unsere Verletzungen schaukelten uns auf und nieder und ließen uns meist beide ganz tief fallen, bis der jeweils stärkere aus Selbstschutz die Notbremse zog. Danach ging es mir wie dir, man leidet wegen der verlorenen Liebe und man leidet, weil es dem anderen auch schlecht geht, kann es aber nicht ändern.
Manchmal liebt man und wird geliebt, kann aber aus genannten Gründen nicht zusammen sein, dass ist wirklich traurig und schmerzt sehr heftig.

Vielleicht wäre ein Transaktions-Analysekurs etwas für dich. In dem du lernst wie du auf Menschen zugehst und wie du auf sie wirkst. Mir hat dies damals sehr geholfen, denn wenn man sein eigenes Verhalten analysiert und erkennt, wirkt sich dies auch auf das Umfeld aus.

Deine Sensibilität zu verfluchen bringt überhaupt nichts, denn dies ist ein Teil deines Charakters. Im Gegenteil solltest du versuchen diese Gabe so zu nutzen, dass sie dir Freude macht und du einen Gewinn aus ihr ziehst und sei es nur für dich alleine.

Ich bin mir bewusst, dass dir meine Worte nicht wirklich weiter helfen, aber fühle dich hier verstanden. Das Leben ist nicht fair :-(

Alles Liebe
Epines



Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 15 Mai 2013, 20:04:22
Hallo Epines:

Ich hatte früher nicht unbedingt Problem damit, alleine zu sein. Mittlerweile war es mir aber durchaus wichtig, jemanden zu haben, der nicht nur ein "Lebensabschnittspartner" ist. Genau darauf läuft es aber tatsächlich hinaus.

"verspürte ich jeweils eine "Seelenverwandtschaft", (...) Genau diese Beziehungen, die in den ersten Wochen unglaublich intensiv und schön waren, wurden danach eher die Hölle als der Himmel auf Erden, denn unsere Verletzungen schaukelten uns auf und nieder und ließen uns meist beide ganz tief fallen, bis der jeweils stärkere aus Selbstschutz die Notbremse zog."

Das kommt mir bekannt vor. Allerdings war es mein Wunsch, mich einmal richtig zu verlieben. Ich bin davon ausgegangen, dass man es mit "Liebe" irgendwie schaffen sollte. Ist natürlich nur so ein Wort.

Irgendwann hat man sich auch sehr verletzt, ohne es so richtig zu merken bzw. angemessen zu reagieren. Dazwischen war allerdings im Wesentlichen eine sehr schöne Zeit. Gefallen ist man eher aufgrund widriger Umstände und des Umfeldes. Möglicherweise auch aufgrund der Harmoniesucht. "Liebe" muss leider auch im Alltag bestehen.

Ich hatte den Eindruck, dass ich wegen meiner Schwäche die "Notbremse" gezogen habe (und das ist auch so). Mein Gegenüber hatte noch gesagt, sie lasse sich eben ungern ausbremsen. Ähnliches hat man mir früher mal nachgesagt.

Im Nachhinein bekomme ich natürlich zu hören "von einem Extrem ins Andere". Im Nachhinein sieht immer alles etwas anders aus. Perfekt gibt es natürlich auch nicht, obwohl das offenbar teilweise von meiner Person so erwartet worden war.

Meine Verflossene wollte mich offenbar etwas "antreiben". Sie war auch verhältnismäßig jünger und kam in eine Art Sinnkrise. Wir haben uns jetzt zweimal getrennt. Auslöser war jeweils die gegenseitige Verlustangst: Hätte sie mich nicht zuerst (aus unbegründeter Eifersucht) verlassen, wäre ich nicht später aus unbegründeter Eifersucht gegangen. Völlig irre. Soviel zum Thema Verletzungen. Dabei hatte ich meine Eifersucht meines Erachtens längst im Griff.

Was sollte die Alternative sein? Gleichgültigkeit? Ich habe schon die fragwürdigsten Angebote gemacht bekommen, als ich vor Jahren mal auf der Suche war. Zum Teil einfach widerlich, wenn auch ehrlich. Ich hatte die Suche dann auch aufgegeben.

 "Sehr gut" klappt es privat leider nur bei all den Männern, die sich klar für das Geschäft entschieden haben oder sonstige fragwürdige Kompromisse eingegangen sind. Scheinbar zumindest. Das klingt natürlich zynisch. Früher habe ich mir darüber ein Urteil erlaubt, heute könnte ich neidisch sein. Nicht auf deren Leben, aber auf deren "Härte", wenn man so will. Oder nenne man es Disziplin.

Ich habe keine Lust mehr auf sensibel, ich wäre lieber glücklich bzw. einigermaßen zufrieden. Natürlich gibt es kein "immerwährendes" Glück. Aber diese ständige Scheiße, die man mit sich zieht und dann auch noch weitergibt, macht mich fertig. Und dass sie dann auch noch auf einen selbst zurückfällt.

Was spricht gegen eine neue Frau? Teilweise einfach der Umstand, dass ich an nichts mehr so recht glauben kann, vor allem nicht an mich selbst. Die Erfahrung, dass alles immer nur kaputt geht, selbst wenn man sich bemüht. Oder perverser Weise: gerade deswegen, weil man sich bemüht. Gelingt natürlich nicht immer. Ich bin manchmal auch recht grob.

Dieser Sommer wird noch einigen Arztbesuchen dienen. Ich hoffe, die können mich irgendwie umprogrammieren. Das wird in jedem Fall bitter nötig sein. Mich kotzt meine Sensibilität einfach nur an. Bislang hat sie lediglich dafür gesorgt, dass ich mir und anderen Schaden zufüge. Vor allem denjenigen, die es in meinen Augen wert waren oder die es hätten wert sein sollen. Aus Feigheit und Schwäche.

Was die Frauen angeht, so war es (zuletzt auf jeden Fall) stets meine "Weichheit" und Aufrichtigkeit. Es wurde von den ehrlichen Frauen ein "starker" Mann eingefordert, der ich nunmal nicht bin. Das ist aber genau das Bild, das ich äußerlich vermittele.

Jetzt könnte man sagen, die letzte war nicht "die Richtige". Früher hätte ich das auch über die Frau gesagt. Auch hätte ich geschimpft. Mittlerweile habe ich eher den Eindruck, dass eben ich nicht ganz richtig bin. Und bestimmte Fakten bestätigen diese Annahme.

Lieber würde ich richtig funktionieren können und dann auch Freude am Leben haben, statt ständig nur weiter kaputt zu gehen.

Ich danke Dir für Deine Anteilnahme. Zumindest bekommt man hier nicht den Mist zu hören, den ich von meinem Umfeld (teilweise) zu hören bekommen habe. Das ist schon einiges wert.

Liebe Grüße
Dummkopf







 







Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: stern am 15 Mai 2013, 20:43:03
Lieber "Dummkopf"

wenn ich das Alles so lese,eines bist du mit Sicherheit nicht!

ein Dummkopf....


magst du nicht DIR zu liebe den Nick ändern?

ich finde,so einen Nick Namen hast du nicht verdient
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 16 Mai 2013, 11:41:01
Hallo Sternchen,

danke für das Kompliment ;-)
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Epines am 16 Mai 2013, 12:22:46
Hallo Du :-)

*Es mit Liebe schaffen...* Ja, daran hatte ich auch einmal geglaubt, aber durch meine Belastungen habe ich mir immerzu Menschen ausgesucht, die wie ich wohl Liebe nicht fühlen konnten. Klingt nun seltsam, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals wirklich Liebe, als das was sie allgemein beschrieben wird, fühlen konnte.

Eigentlich habe ich mich in Beziehungen fallen lassen um nicht alleine zu sein. Wenn mir jemand sagte, dass er mich liebt, konnte ich es nicht glauben, denn ich dachte immer wie kann man so jemanden wie mich überhaupt lieben. Wie du auch, mochte ich mich selbst nämlich gar nicht, hielt im Grunde nichts von mir. Jedes Kompliment war für mich Heuchelei. Ich war misstrauisch ohne Ende, erwartete auch immerzu das man mich verlässt, aufgrund meines chaotischen Verhaltens und somit konnte ich mich lange Zeit nicht wirklich entwickeln, verharrte in alten anerzogenen Lebensweisen, also angepasst, dienend, aufopfernd, brav, schweigsam, duldsam, demütig usw..

Heute denke ich, dass auch der beste Partner es nicht schaffen kann unsere Belastungen zum Verschwinden zu bringen. Es liegt an uns selbst Veränderungen einzuleiten, damit eine wirklich gute Beziehung entstehen kann.

**rgendwann hat man sich auch sehr verletzt, ohne es so richtig zu merken **
Stimmt, und diese summieren sich manchmal bis es einfach nicht mehr auszuhalten ist. Da ist absolute Offenheit das Einzige was uns davor bewahren kann. Beide Partner müssen über entstandene Verletzungen sprechen und sie nicht herunter schlucken und man muss lernen sich der Kritik zu stellen, darüber nachzudenken und sie nicht ständig als bösartig auffassen.

**Was sollte die Alternative sein? Gleichgültigkeit?**

Nein natürlich nicht, aber manchmal sind Menschen die dieses extreme auf und ab haben, tatsächlich eine Zumutung für einen Partner. In meinem Fall habe ich beschlossen nicht wieder mit jemandem zusammen zu ziehen. So hat jeder seine Wohnung und man kann sich treffen so oft man möchte, ist aber den Stimmungsschwankungen und depressiven Phasen nicht ohne Unterbruch ausgesetzt. Manchmal möchte ich einfach niemanden in meinem Bett, möchte keine Nähe und wenn man zusammen lebt, geht dies nicht ohne den anderen zu verletzen.

**Jetzt könnte man sagen, die letzte war nicht "die Richtige". Früher hätte ich das auch über die Frau gesagt. Auch hätte ich geschimpft. Mittlerweile habe ich eher den Eindruck, dass eben ich nicht ganz richtig bin. Und bestimmte Fakten bestätigen diese Annahme.**

Du bist ja knallhart ehrlich zu dir selbst, meiner Meinung die allerbeste Voraussetzung etwas zu verändern, denn nur wer weiss wie er tickt, hat es in der Hand.

Auch ich habe nach aussen immer eine Stärke signalisiert die nicht vorhanden war. Ich schien belastbar, war es aber nicht, also nicht endlos. Darum denke ich ist es wichtig von Anfang an auch auszusprechen was und wie man fühlt. Ich finde auch deine Offenheit hier gut!

Sich zum Deppen machen...
Na ja, wem ist dies nicht auch schon passiert? Hinterher ist man ja immer so viel schlauer.

Alles Liebe
Epines

Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 16 Mai 2013, 17:28:03
Hi,

Na ja: Ich bin nun mal ein Kerl. Mißtrauisch oder vorsichtig ist man erst mal ein bisschen. Wenn ich mal sowas wie Vertrauen hatte, wurde es auch stets enttäuscht. "Liebe" hat wohl was mit Gefühl zu tun. Etwas fühlen konnte ich schon.

"Da ist absolute Offenheit das Einzige was uns davor bewahren kann. Beide Partner müssen über entstandene Verletzungen sprechen und sie nicht herunter schlucken und man muss lernen sich der Kritik zu stellen, darüber nachzudenken und sie nicht ständig als bösartig auffassen."

Da könnte ich was dazu sagen, nach dem Motto: Wie man es macht, man macht es verkehrt.
Wenn ich der Kritik nachgekommen bin, war es nicht genug. Dann habe ich auch nicht jede Kritik verstanden. Was mich betraf, so waren es natürlich nur Lappalien (War stellenweise auch so).  Und manches war schon auch bösartig. Bleibt ja nicht aus. Einiges muss man wohl auch mal wegstecken können.

Und das mit der Offenheit hat auch nur eine zeitlang funktioniert. Bis die lieben Freundinnen auf der Bildfläche erschienen sind. Was war ich so blöd. Gegen deren bösartigen Einfluss kann man sich als Mann nicht wehren. Ich hab die Ratten noch vor Augen. Bei der ersten Trennung war es nur eine, vor der zweiten dann gleich zwei. Was soll man da noch machen? Widerlich. Dummerweise hab ich mich dann widerlich verpisst.

Übrigens nicht unbekannt: In einem anderen Fall hat ein Set "Freundinnen" die Frau erstmal beim "Absprung" begleitet und anschließend hat eine der Damen sich an mich rangeworfen. Ekelhaft.

Einen Kumpel von mir haben die "Freundinnen" die Ehe gekostet. Ergebnis: Mann kaputt, Frau kaputt, Kind kaputt. Vorher gabs dort Probleme, hinterher nur noch eine einzige Katasthrophe. Von den "Freundinnen" ist keine mehr da.

Leider sind die Mädels, die ich mag, zwar nicht dumm, dafür aber doppelt so naiv: Im jetzigen Drama hatte eine der "Freundinnen" irgendwann mal nur mit dem Handtuch bekleidet vergeblich an meiner Schlafzimmertür geklopft. Wenn man das als Frau mitbekommt, dann freundet man sich doch mit sowas nicht erneut an??

"denn nur wer weiss wie er tickt, hat es in der Hand."

Leider habe ich gar nichts in der Hand. Noch nicht einmal mich selbst. Das ist genau Teil des Problems. Hätte ich mich selbst mal besser im Griff gehabt. Dann hätte ich auch die Saubande von Freundinnen überstanden oder es wäre mir halt eben einfach egal.

Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: piccolina am 16 Mai 2013, 18:58:31
Ich lese schon eine ganze Weile mit.Das mit Beziehungen ist so eine Sache,wenn man nicht vernünftig spricht.Am Ende ist man selber immer der Dumme...meine letzte Beziehung hat mich auch psychisch und finanziell ruiniert,weil ich dachte man(n) meint es ernst mit mir.Ich glaube man sollte in erster Linie auf sich selbst achten und schlechte Menschen,wie du sie mit Freundinnen beschreibst,gibt es überall...am Ende müssen wir die zu sensibel sind doch alles ausbaden...
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: monidepri am 17 Mai 2013, 01:47:28
Hallo Du... 

Ich habe deine Antwort und auch die weiteren Beiträge gelesen... es macht mich etwas sprachlos... deshalb erstmal nur ein liebes "Hallo" zurück weil ich Dich wissen lassen will daß ich Dich gelesen habe.

Ich denke schon eine Weile was ich schreiben könnte weil mir wieder so viel was du schreibst aus eigener Erfahrung bekannt ist. Nur was Männer und Frauen betrifft genau umgekehrt...

Bei mir war es so...daß ich nachdem ich das erste Mal hier geschrieben habe dann erstmal eine Zeit hatte in der mich meine freunde nicht mehr so sehr interessiert haben und ich habe mich besser auf mich konzentrieren können... Ich bin dadurch ruhiger geworden. Ich wünsche Dir das auch und freue mich auf weiteren Kontakt hier oder an anderer Stelle im Forum und wünsche Dir eine gute Zeit hier im Forum beim lesen und Schreiben.


Ganz herzliche Grüße...Moni 






Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Epines am 17 Mai 2013, 10:22:37
Hallo Du :-)

**Wenn ich der Kritik nachgekommen bin, war es nicht genug. Dann habe ich auch nicht jede Kritik verstanden. Was mich betraf, so waren es natürlich nur Lappalien.**

Meist sind die Lappalien die Spitze des Eisbergs, wenn man sich innerhalb einer Partnerschaft nicht mehr wirklich wohl fühlt. Irgendwie regt einem dann jede Kleinigkeit auf und der andere kann im Grunde, wie du richtig erkannt hast, machen was er will und nichts ist mehr richtig, denn ganz tief im Inneren brodeln die entstandenen Verletzungen, die manchmal auch durch klärende Worte nicht mehr verheilen. Man harrt nur noch aus und eines Tages ist es einfach zu viel und man geht...

Worte können sehr verletzen, vor allem wenn man wütend ist und sich angegriffen fühlt. Hinterher tut es einem dann Leid, aber wirklich ungeschehen machen kann man verbale Gewalt nicht mehr. Das Gegenüber wird misstrauisch bleiben. Hinzu kommt, dass sowohl in unserer Sprache als auch in unserer inneren Haltung zumeist die Überzeugung lebt, der andere sei für unsere Gefühle verantwortlich. 

Nun komme ich du den "lieben Freundinnen".

Du schreibst, dass du eher auf den naiven Frauentyp stehst. Was bedeutet, dass sich dieser Typ wohl von andern Personen in ihrem Umfeld, aber auch von dir, in ihren Entscheidungen  beeinflussen lässt.
Nun ich habe mit diesem Typ keinerlei Erfahrungen und möchte auch nicht behaupten, dass es ihn nicht gibt, aber grundsätzlich hört man sich doch allerlei Ratschläge an, aber entscheidet schlussendlich selber, ob man sich nun trennt oder nicht.
Im Grunde spielt es doch keine Rolle ob die Freundinnen ihr geraten haben dich zu verlassen, denn sie war unzufrieden und hätte es wohl eines Tages auch so getan. Es bringt also gar nichts auf die "Saubande von Freundinnen" sauer zu sein, denn es hat an euch zwei gelegen und nicht an denen.

Im Grunde ist die Schuldfrage eh irrelevant, wir sollten uns doch eher fragen: " Wie geht es dir, wie geht es mir und was bringt uns/mich nun weiter".

Das eine davon halbnackt an deine Tür geklopft hat, ist seltsam und du hast Recht, so benehmen sich Freunde eigentlich nicht. Vielleicht wollte sie nur testen ob du fremdgehst, aber dies sind alles Spekulationen meinerseits und müssen nicht stimmen.

Wenn du also auf diesen naiven, labilen Typ Frau stehst, würde ich mich zuerst einmal fragen warum dies so ist. Lassen sich solche Frauen eher nach deinen Vorstellungen biegen, da sie noch unreif und kindlich sind? Was ist der Grund?

Also ich war mit 21 vermutlich  noch formbar und mein Mann hatte mich wohl auch deswegen bewusst gewählt. Er wollte aus mir die Frau seiner Träume machen, die er sich erwünscht hatte und dazu verwendete er gekonnt Manipulation, emotionale Erpressungen usw. Er wollte mich verändern und hat es teilweise auch geschafft, ich lebte quasi nur noch für ihn, bis ich eines Tages nach einem besonders dramatischen Streit aufwachte und es mir nicht mehr gefallen ließ. Ich wehrte und weigerte mich danach so zu sein wie er mich wollte und dann hat er mich einfach so verlassen.
Er hat also bewusst nach so jemandem gesucht, den er verändern konnte, für den er ein und alles war. Er wollte keine starke Frau, sondern eine die zu ihm aufsah und ihn vergötterte, das hat seinem verletzten Ego gut getan. Dass dies keine gute Voraussetzung für eine Beziehung ist, sollte eigentlich jedem klar sein.

Zur Eifersucht kann ich dir ein gutes Buch empfehlen: "Psychologie der Eifersucht, Ursachen, Formen und Wege aus der Eifersuchtsfalle" http://www.amazon.de/Psychologie-Eifersucht-Ursachen-Formen-Eifersuchtsfalle/dp/3873876329
Zu wissen und zu verstehen warum man überhaupt eifersüchtig ist, kann den Weg ebnen um heraus zu finden.

Ich selber bin nicht eifersüchtig, habe dieses Buch jedoch einmal gelesen um zu verstehen, wie man tickt und was in jemandem abgeht der diese Gefühle hegt. Es war so spannend, dass ich es in einer Nacht durchgelesen habe :-).

Ach warum muss Liebe immer so schmerzen?

Wünsche dir einen schönen Tag :-)
Epines



Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Dummkopf am 17 Mai 2013, 14:52:46
Hallo,

wie gesagt, mir ist schon klar, dass ich an der Sache nicht unschuldig bin und mich stellenweise sehr dumm verhalten habe. Ich kann auch in niemanden hineinschauen, aber im Nachhinein wird einem ja einiges klar. Allerdings hätte ich auf das "Nachhinein" auch gut verzichten können.

Das mit dem "kindlich naiv" würde ich so nicht sagen. Es war der Typ "starke Frau" der mich angezogen hat. Wie üblich, hat sich die Frau den Mann ausgesucht. Allerdings gab es natürlich einige kindliche Vorstellungen. Ich hatte eher die Vorstellung von einer Art Zusammenarbeit. Ob das so gelungen ist, ist natürlich die andere Frage. Das ist es letztlich natürlich nicht.

Im Prinzip hat jeder ein bisschen zu dem anderen aufgesehen. Irgendwann ist dann Scheiße passiert und es haben sich schlechte Verhaltensmuster eingeschlichen. Während ich mich mit so einigem zufrieden gebe, war das auf der "Gegenseite" nicht der Fall. Sicherlich wäre das vermutlich nicht mehr lange gut gegangen. Ist es ja auch nicht.

Die Freundin hat wohl (mit) für einen Anfall von kindischem Benehmen gesorgt. Wie gesagt, die Dame war irgendwie in einer Krise. Sie war für mich irgendwann nicht mehr ansprechbar. Allerdings lag das auch an anderen Umständen. Im Prinzip wäre alles nicht so wild gewesen, hätten sich nicht bestimmte Dinge eingeschlichen.

Es sind sicherlich Dinge, die viele auf die eine oder andere Art schon so erlebt haben.

Woran ich leide, ist vor allem der Umstand, dass ich mich in der ganzen Angelegenheit als Schwächling gezeigt habe, indem ich sozusagen an meinen eigenen Ansprüchen an mich selbst gescheitert bin. Zuletzt war ich, wenn man so will der Täter. Eher bin ich also labil. Obwohl ich jetzt von einigen zu hören bekomme, dass diese Frau eine Therapie bräuchte.

Das genau das kotzt mich ja gerade an mir selbst so an. Es geht irgendwie um das "Gleichgewicht". Das habe ich nie hinbekommen. Das ist mir auch erst jetzt so richtig klar geworden. Aus dem Grund bin ich auch von mir selbst so angekotzt. Früher war ich teilweise einfach sauer auf die Frau. Ich habe gar nicht richtig verstanden, wann, wie oder wo ich ausgeteilt habe.

Den Damen, mit denen ich zu tun hatte, ging es meist ähnlich. Die sind ja meist auch nicht dumm. Sie mögen zwar die Sensibilität, leider schleicht sich dann irgendwann Verachtung für die Schwäche ein. Auch wenn sie selbst eigentlich sensibel sind. Umgekehrt wird manchmal ein Schuh draus.

"dazu verwendete er gekonnt Manipulation, emotionale Erpressungen usw."

Das kommt einem manchmal so vor, manchmal macht man es auch unbewußt. Mir ist schon Berechnung vorgeworfen worden, weil ich mal gesagt habe, dies und das habe ich gekauft, weil ich davon ausging, es gefällt dir. Mir ist (vermutlich) emotionale Erpressung unterstellt worden, weil ich iregendetwas umschrieben habe, um nicht zu direkt zu werden. Dabei habe ich einfach versucht "verbale Gewalt" zu unterlassen. "Manipulation" kommt sicher vor. Die Dame hat wohl eher versucht, mich ein wenig geradezubiegen. Ich habe zuletzt auch Dummheiten gemacht, die sicher irgendwie manipulativ waren.

Eine andere Frau hat mit gesagt, ich wäre zu sanft gewesen, um diese Frau bloß nicht zu verletzen. Ich selbst weiß, dass von meiner Seite Dinge passiert sind (teils unbewußt), die verletzend waren. Im Nachhinein besehen hab ich Dinge zu hören bekommen, die prinzipiell nur geringschätzig waren. Wie auch immer - das bleibt eben nicht aus.

Letztlich muss ich leider jedem Recht geben.

Ich weiß, dass es Frauen gibt, denen es ähnlich geht. Ich habe das zwar irgendwann verstanden. Geholfen hat es aber letztlich nichts. Und schließlich geht es bei der Sache auch um mich. Das Schlimme ist, dass ich mittlerweile einfach der Ansicht bin, ich kann mich auf nichts mehr einlassen. normales Leben adieu.

Das Leben geht zwar äußerlich weiter, auch die Arbeit läuft irgendwie weiter. Irgendwie tue ich auch so, als ob ich weiterlebe. Ich "fühle" mich heute noch nicht einmal schlecht.

Vor allem aber habe ich spätestens jetzt gemerkt, dass ich eine Art Psychopath bin. Das macht mich wenig liebenswert, am allerwenigsten für mich selbst. Wie soll man das ändern? Geht wohl nur mit massiven Methoden. Und dann? Dann bräuchte man auch noch sowas wie Glück.

Selbsterkenntnis der erste Weg zur Besserung? Hab ich auch mal gedacht. Selbsterkenntnis ist in dem Fall nur Scheiße. Die Summe meiner Eigenschaften spricht gegen eine echte Chance im Leben. Und man kann versuchen "etwas" zu ändern (Einstellung, Verhalten etc.), aber sich selbst ändern kann man ja nicht.

Es ist sehr schön, dass ihr mir helft, die Dinge teilweise richtig zu sehen, was die Beziehung angeht. An vielem ist da sicherlich auch was dran. An Einigem nicht.

Es geht auch nicht darum, dass andere "schlecht" sind. Ich bin nur einfach irgendwie nicht "gut genug". Wenig belastbar irgendwie. Und das Leben bereitet auf die Art wenig Freude. Und man weiß auch noch, warum das so ist. Weil einem tausend Gedanken durch den Kopf gehen, die einen letztlich nur handlungsunfähig machen, wenn es darauf ankäme.





 

 
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Deja am 17 Mai 2013, 17:49:17
Hey

dein Nick wird dem, was du reflektierst und analysierst nicht gerecht, das mußte ich loswerden. Ich denke aber, du hast Gründe, warum du ihn dir gewählt hast und diese Gründe legst du hier sehr formvollendet dar.
Mangelnde Selbstkritik kann man dir mit Sicherheit nicht vorwerfen.

Ich muß gestehen, das Lesen deiner Beiträge hat mich an jemanden erinnert, mit dem ich im totalen Streit auseinander gegangen bin. Was du hier skizzierst, trifft das was ich mit einem Menschen erlebt habe zu fast 100% und vlt interessiert es dich, wie ich die Dinge aus meinem heutigen Blickwinkel über anderthalb Jahre später betrachte.

Es ging ebenfalls um Manipulation, es ging um Halbwahrheiten, Halbgeständnisse, versteckte und offene Aggressionen
aber auch viel Gefühl, wenn es um Zuwendung etc ging.

Folgendes ist passiert. Ich als Frau habe emotional mein Bestes gegeben und sämtliche Energieen investiert, die ich hatte.
Das war für mich kein Problem, ich hab das gern gemacht, sehr gern sogar.

Mein Gegenüber hat es honoriert mit materiellen Dingen- Geschenken.

Iwann entwickelte sich ein totales Ungleichgewicht, alles geriet aus der Balance und ich hatte die Last auf meinen Schultern.
Hier hakt das ein, was du über dich selber denkst. Du bezeichnest dich als Schwächling, sogar als Psychopath.
Ich hab manchmal wochenlang diese Selbstabwertungen der Person zu hören bekommen, Psychopath war auch einer
seiner Lieblingsausdrücke für sich. Schwächling, Versager- das volle Programm.

Das Problem, was sich letztendlich daraus ergab, war, daß ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, warum dieser Mensch sich so selbstverletzend verhält. Für mich war er so wie er war genau richtig, selbst mit all diesen Dingen die
Menschen eben so machen. Ja, manchmal manipulieren sie einen, ja manchmal wollen sie einen emotional erpressen
und ja manchmal ist es umgekehrt, und sie fühlen sich manipuliert oder erpreßt.
Ich empfand nur eins, wenn die Person so von sich sprach, es tat mir im Herzen weh.

Im Gegenzug mache ich aber mit mir genau dasselbe. Ich metzele mich gedanklich selber nieder, halte mich für das
allerletzte Stück Dreck auf dieser Erde und empfinde mich für nicht als gut genug. Ich weiß, daß mein Gegenüber das für
mich genauso wenig nachvollziehen konnte, wie ich bei ihm.
Trotzdem haben wir beide uns selbst nicht anders sehen können.

Das geschieht in uns und mit uns, ob wir das wollen oder nicht spielt für Körper oder Seele niemals eine Rolle.
Jeder reagiert so, wie er nunmal reagiert, weil es ihm zu dieser Zeit und in diesem Moment einfach nicht anders möglich
ist. Jeder von uns hat seine Denkmuster- und Strukturen, die gilt es zu erkennen und im günstigsten aller Fälle
kann man es schaffen, sie aufzulösen. Das erfordert Schwerstarbeit aber vor dieser Arbeit steht das, was immer voraus
gehen muß, weil sonst die Arbeit an sich gar nicht möglich ist.

Ich bin schon lange lange allein und mein Therapeut hat mir neulich eine sehr wichtige Frage gestellt. Ich hab gejammert und genörgelt, daß ich es eben nie schaffen werde, mich auf jemanden wirklich einzulassen und alt und vereinsamt iwann das Zeitliche segne.
Inwieweit war und bin ich bis heute in der Lage, eine Beziehung einzugehen?
Und ehrlichen Herzens mußte ich ihm antworten, gar nicht.
Bevor man nicht endgültig mit sich im Reinen ist, wird man an jeder noch so tollen Beziehung zwangsläufig scheitern.

Deine Denkweise birgt ein grundsätzliches Problem in sich. Du bist zwar sehr reflektiert und weißt, wo die Knackpunkte
sind aber du ziehst daraus einzig und allein den Schluß, daß du keine Chance hast im Leben, niemals eine haben wirst
und überhaupt nicht gut genug, wenig belastbar und am Ende sogar noch ein Täter bist.
Und ich sage dir, auch solche Phasen muß man durchstehen, denn Gedanken die einen so quälen wollen gedacht und
gelebt werden, nicht umsonst keimen sie in dieser quälenden Art und Weise immer wieder auf.
Man kann sich nicht anders machen als man in dem Augenblick ist aber man kann das ändern.

Hier wäre deine Chance, hinzuschauen. Du schreibst, sich selbst ändern kann man ja nicht und jeder, der Therapie
erfahrung hat, wird dir entgegnen, Stop! Du kannst nur dich selbst ändern, niemals einen anderen und niemand anders
kann dich ändern, das kannst nur du allein. 

Du hast nur eine reelle Chance, wenn du bei dir selber ansetzt. Das kann ganz einfach sein, nur für uns Sensibelchen
ist es umso komplizierter. Man darf den Kontakt zum Gegenüber nicht verlieren. Reden, nachhaken, Mißverständnisse
schnell ausräumen, Absprachen treffen, Kompromisse schließen. Es geht nicht darum, sich zu unterwerfen oder seinen
Gefühlen- positiven als auch negativen- nichtmal freien Lauf lassen zu können.
Es geht nur darum, zu wissen, daß wir Menschen sind. Unperfekt, mit schwachen Seiten, mit Macken und Fehlern aber auch mit den guten Charakterzügen, die jeden von uns ausmachen.
Dann kann man sich als auch andere aushalten.

lg






Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Epines am 17 Mai 2013, 20:36:18
Hallo Du :-)

**Vor allem aber habe ich spätestens jetzt gemerkt, dass ich eine Art Psychopath bin. Das macht mich wenig liebenswert, am allerwenigsten für mich selbst. Wie soll man das ändern? Geht wohl nur mit massiven Methoden. Und dann? Dann bräuchte man auch noch sowas wie Glück.**

Als Tochter eines waschechten Psychopathen kann ich dir versichern, dass diese ganz bestimmt nicht hochsensibel sind. Zudem denken Psychopathen nur an sich selbst, lieben sich also über alle Massen und bewundern sich und ihre Taten. Leider kennen sie keine Angst und sehen ihre Handlungen stets als richtig an, denn sie haben keinerlei Gewissen und Selbstkritik geht schon gar nicht. Du kannst dich also beruhigen du bist davon meilenweit entfernt :-).

Du hast nirgendwo geschrieben wie lange ihr zusammen wart, oder habe ich dies überlesen?

Was tatsächlich jede Beziehung zerstört und ein Grund wäre alleine zu bleiben ist krankhafte Eifersucht. Da stirbt jede Liebe. Du sagtest, dass du es im Griff hast, hatte es deine Partnerin auch im Griff? Ich kann mir gut vorstellen wie die Fetzen fliegen, wenn beide Parteien eifersüchtig sind...
Eifersucht erachte ich persönlich als den absoluten Beziehungskiller, weil man  durch die ständigen Beschuldigungen und die in Besitznahme und Einengung in seinen Freiheitsrechten eingeschränkt und zum Lügen manipuliert wird. Wer also  massiv eifersüchtig ist, sollte tatsächlich alleine bleiben, denn dadurch erspart man sich und anderen viel Leid und Schmerz und am Ende passiert genau das wovor man am Meisten Angst hat, man wird tatsächlich verlassen.

Vielleicht würde dir eine Verhaltenstherapie  etwas bringen, denn du hast ja selbst erkannt, dass deine Verhaltensweisen oft falsch waren und du Kritik teilweise nicht verstanden, oder bagatellisiert  hast.

Sieh es mal so, vermutlich habt ihr einfach nicht zusammen gepasst und dennoch beide lange gehofft, dass sich der jeweils andere ändert, aber da kann man lange warten und schlussendlich hat man sich ja in die Person verliebt, weil sie so speziell war, wenn dies dann plötzlich nicht mehr passt, liegen schon tiefere Gründe vor.
Erst nach  der ersten Verliebtheit, also dann wenn der Alltag einkehrt zeigt sich, ob sich eine Liebe auch bewährt.

Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass dir der Sommer ganz viele neue Erkenntnissen und Einsichten bringt und du wieder lachen kannst.

Alles Liebe
Epines
Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: monidepri am 18 Mai 2013, 22:17:49
Hallo Du,

als ich hier das erste mal geschrieben habe hatte ich auch massive Selbstmordgedanken. Ich sage mir seit dem immer wieder, daß ich bereit bin von allem anderen loszulassen...nur nicht vom eigenen Leben. Ich bin bereit alles über Bord zu werfen...sogar meine bisherigen Überzeugungen und meine bisherige Einstellung... aber ich werfe NICHT mein Leben über Bord.

Es braucht Mut, denn wenn ich weiter leben will dann muß ich was ändern und es kommt was neues auf mich zu. Mir hat jemand hier im Forum gesagt, daß es eine Entscheidung ist. Willst du leben oder willst du sterben ?

Ich habe mich entschieden zu leben. Und immer wenn diese Selbstmordgedanken kommen dann erinnere ich mich an diese bewußte Entscheidung und sehe das negative Denken als Rückfall. Mir hilft dann dieses Forum sehr auf meinem Weg zu bleiben. Im notfall würde ich mich auch an meinen Arzt wenden. Nach und nach finde ich lösungen...die ich vorher nicht für möglich gehalten habe. ..und ich bin bereit dafür kompromisse einzugehen zu denen ich vorher nicht bereit war. ..auch wenn es zwischendurch immer wieder sehr schwer wird...aber dann wird es auch wieder leichter.

Ich glaube daß es Dir im Moment echt mies geht und Du was verändern willst. Ich erlebe meine Veränderungen als sehr aufregend und spannend... und hätte ich mir das Leben genommen dann hätte ich was verpaßt.

Ich wünsche Dir alles Gute...das wie es Dir im Moment geht in Worte zu fassen ist wahrscheinlich fast nicht möglich...aber sei Dir gewiß das wahrscheinlich jeder hier im Forum das kennt was Du gerade erlebst...hab keine Angst... 


Gruß Moni


Titel: Re: massive Selbstmordgedanken
Beitrag von: Zweifel am 15 Juni 2015, 12:33:42
Wie geht es dir heute?  Hat irgendetwas helfen können?