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Allgemeines Nur-Ruhe Forum => Nur-Ruhe - Einfach nur Ruhe! => Thema gestartet von: Bigwoman am 07 April 2019, 14:56:35

Titel: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 07 April 2019, 14:56:35
Ich bin neu und hoffe, hier richtig. Das Leben hat mich schon immer stark gebeutelt. Es ist soviel passiert und ich frage mich immer, wie ich es geschafft habe, ohne aufzugeben. Es kommt seit Wochen wieder eines zum Anderen. Hartz4 und finde keine Arbeit von der ich leben kann und nun kam es heute zum Bruch mit meinem "Kind" 18.. Er hat früh angefangen zu kiffen und neuerdings verbraucht er recht viel Geld. Belügt mich und wohl auch seine Freundin. Ich spreche ihn immer an, wenn ich merke er lügt und ich würde ja nur was unterstellen. Fakt ist aber, dass ich bisher recht hatte, zumindest meistens.

Es ist jetzt eskaliert und zwar fehlt was aus meinem Hausrat und ich glaube, dass er es veräußert hat. Da ist er ausgerastet und hat ein paar Sachen gepackt und ist gegangen, erstmal zur Freundin. Das schlimme, er wirft mir vor, dass ich ihm vorwerfe geklaut zu haben und das ist das Letzte und  wie man das seinem Kind zutrauen kann. Aufgrund der vielen Lügen, und die sind mittlerweile wirklich so gut, dass ich ihm leider nicht mehr glaube. Es bricht mir aber das Herz, dass es so endet und ich wohl auch beklaut werde. Ich glaube er hat noch ein anderes Problem außer kiffen, bot Hilfe an, wenn er will. Er kam heute mal kurz rein, hat ein paar Sachen geholt und war eiskalt und er wird jetzt wohl ganz ausziehen. Was passiert jetzt frug ich? Er: Werde ich sehen. Die Mutter der Freundin wird ihm wohl helfen. Ich denke, er sucht jetzt ein Zimmer. Ich fühle mich jetzt schlecht aber bin mir sicher, dass die Dinge veräußert wurden. Ich glaube er nimmt noch was anderes, ich weiß es nicht. Ich bin leer, liebe mein Kind und ich zerbreche jetzt an der Situation.

Und, wenn er jetzt wirklich auszieht, bin ich obdachlos in naher Zukunft, das kommt noch dazu. Er wird sein Bafög jetzt auf sein Konto gehen lassen, so wie das Kindergeld und aufgrund der hohen Miete hier, reicht das Hartz4 gerade für die Miete. Ich suche schon lange eine neue Bleibe und auch einen Job, keine Ahnung aber nichts klappt und der Bruch mit dem Kind schmerzt mehr als alles andere. Bis ca. 15 hatten wir ein gutes Verhältnis, aber seit dem Kiffen geht es stetig bergab. Ich fühle mich schlecht, aber habe auch keine Lust mehr mich belügen zu lassen, für doof verkauft zu werden etc. Er lügt schon recht dreist, aber ich liebe Ihn nun mal, aber ich glaube das war es jetzt und er wird nicht mehr wiederkommen. Sorry, viel wirres Zeug, bin gerade down und ich schaffe mein Leben scheinbar schon länger nicht mehr, obwohl ich immer wieder aufstehe. Ich mag einfach nicht mehr. Ich kämpfe immer, war immer für andere da, und ich blieb immer auf der Strecke und jetzt habe ich noch soviel falsch gemacht und mein Kind verloren!
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 07 April 2019, 16:06:11
Doch, ich kann die Miete dann nicht mehr zahlen. Ich darf einen bestimmten Betrag für die Miete ausgeben und dann noch 424 Regelsatz, wovon noch Strom etc. alles abgeht. Mir stünde mit Miete 935,- zu, die Miete ist aber schon 907,- warm. Da bleibt nichts übrig...Aber momentan ist mir das egal, ich will nicht so einen Bruch mit meinem Sohn. Ja, du hast recht, ihm ging es immer viel zu gut, wurde verwöhnt. Das ist meine Schuld. Ich will nicht glauben, dass er was verscherbelt hat. Mir viele nur noch ein, er hat es verliehen irgendwann.

Aber diese Lügerei stimmt, geht nicht und ja, ich habe viel falsch gemacht, ihn vielleicht zuviel kontrolliert etc. Aber seit dem Kiffen ist unsere Beziehung nicht mehr so gut. Manchmal erzählt er mir noch was, oder auch hin und wieder, wenn es ein Problemchen gibt, seine Freundin ausgenommen, aber diese Gelüge und für Dumm verkaufen macht mich auch kaputt, weil es mir extrem weh tut. Vielleicht bin ich es aber selbst schuld...
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 07 April 2019, 16:49:37
Jobcenter hilft nicht mit Wohnungen und hier ist die Not groß in meinem Ort. Ich glaube nicht, dass es sich dieses mal einrenken wird, hatten wir schon öfters, aber nun reagiert er nicht mal auf Nachrichten und ich bin sicher, er wird auch nicht mehr nach Hause kommen bis er was gefunden hat. Momentan ist er wohl bei der Freundin, aber ich denke das wird ihn auf Dauer nerven. Hier nerve ich aber...

Zum fehlenden Gegenstand, er ist und bleibt weg. Ich will es nicht glauben, dass er den verscherbelt hat, aber finde ihn nirgends. Mit dem für Dumm verkaufen, dass sage ich ihm dann schon, denn ich merke es, aber es passt ihm natürlich nicht, wenn ich das anmerke und sage. Ich mache mir aber auch Sorgen, weil ich einfach denke, dass irgendwas noch ist, aber ich weiß noch nicht was und kann nur erahnen bei dem Geld, was er so auf den Kopf haut.

Er wird auch nicht mehr mit mir reden, für ihn bin ich jetzt gestorben..Ja, ich muss an mich denken, aber momentan habe ich vom Leben so die Nase voll, weil es zieht sich durch Jahre hinweg. Dann ist meine Mutter noch vor 2 Wochen gestorben, ich kriege das alles nicht unter einen Hut.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 07 April 2019, 18:00:37
Danke. Über seine Freundin erreiche ich nichts. Die sagt mir überhaupt nichts und hält zu Ihrem Freund, was ja auch ok ist. Aber das ist schon länger so. Ich denke, wenn Sie mal merkt, dass er zu ihr auch nicht immer ehrlich ist, dann bricht für sie auch eine Welt zusammen.

Ich glaube es ist dieses mal wirklich vorbei, ich habe meinen Sohn verloren, sowohl räumlich als auch menschlich.

Wenn ich wüsste, ob ich ihm Unrecht tue..Aber wie gesagt, was fehlt finde ich nicht und es gibt nur einen einzigen Ort wo es immer war. Ich will mir nicht vorstellen, dass er so dreist ist, gestern die Show, dass was ich ihm antue ihn zu verdächtigen und wups, weg war er, dass er wirklich was  veräußert hat, sieht aber leider so aus. Ich mag nicht mal fragen, ob er vielleicht was verliehen hat. Aber so oder so, es ist vorbei!
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Ina am 07 April 2019, 19:19:19
 
Herzlich willkommen im Forum, Bigwoman!

Die Situation ist gerade sicher sehr schwer für Dich. Ich finde es nur verständlich, dass Dich das alles belastet und es Dir schlecht geht.

Wenn Dein Sohn regelmäßig kifft und, wie Du vermutest, auch noch andere Drogen konsumiert, viel Geld ausgibt und Dich offenbar beklaut, denke ich sofort an den Begriff Beschaffungskriminalität. Das bedeutet unter anderem, dass Süchtige Diebstähle begehen und die Gegenstände anschließend verkaufen, um Geld für neue Rauschmittel zu bekommen. Hast Du schon mal Kontakt zu einer Drogenberatungsstelle aufgenommen? Soweit ich weiß, können sich dort auch Angehörige von Betroffenen Rat holen. Ansonsten gibt es auch noch andere Hilfsangebote und Selbsthilfegruppen für Angehörige.

Es ist oft sehr schwer und hart für die Familienmitglieder und Freunde eines Suchtkranken, wenn sie bemerken, dass sich sein Verhalten immer mehr ändert, er unruhig ist, lügt und aggressiv oder anderweitig extrem reagiert. Es tut einfach weh, das mit ansehen zu müssen und offenbar nichts tun zu können – da fühlt man sich völlig hilflos. Auch für den Süchtigen selbst ist es in der Regel schwer und mit vielen unguten Gefühlen verbunden. So haben Süchtige z.B. häufig ein sehr schlechtes Gewissen und schlimme Schuldgefühle, weil ihnen zum Teil durchaus bewusst ist, was sie ihren Mitmenschen antun, also dass sie ihnen weh tun und Probleme und Kummer bereiten, wenn sie sie belügen und sich ihnen gegenüber falsch und unfair verhalten. Das Schlimme daran ist, dass sie trotzdem nicht anders können, weil sich in ihren Köpfen fast alles nur um die entsprechende(n) Droge(n) dreht und sie immer dafür sorgen "müssen", an neue zu kommen, um ihre Sucht zu befriedigen. Jemand, der aktiv in der Sucht steckt, gibt das in den meisten Fällen nicht zu. Bei vielen fehlt diese Einsicht allerdings auch und es wird ihnen erst bewusst, wenn sie "clean" sind und wieder ein geregeltes Leben führen.

Ich glaube übrigens nicht, dass das nun "das Ende" zwischen Dir und Deinem Sohn ist. Ich schätze, dass die Sucht das größte Problem Deines Sohnes ist, aus welchem die meisten anderen Probleme resultieren (sein Verhalten, Persönlichkeitsveränderungen, Streit, Lügen, Finanzielles usw.) und möchte Dir deshalb ans Herz legen, Dir diesbezüglich Informationen von Menschen einzuholen, die sich damit auskennen (also z.B. bei einer Drogenberatungsstelle o.ä.). Dort bekommst Du auch kurzfristig einen Termin und die Gespräche sind kostenlos.

Die derzeitige Situation ist ganz schlimm für Dich, weil es so akut und permanent präsent für Dich ist. Verständlich! Aber bitte gib nicht auf und verliere vor allem nicht die Hoffnung. Es gibt Lösungen und Wege. In einem solchen Fall ist es schwierig, alleine damit fertigzuwerden. Nimm die Hilfe und Unterstützung von Dritten in Anspruch, die Du brauchst!

Viel Kraft, viel Glück und alles Gute für Dich und Deinen Sohn!

Liebe Grüße
Ina
 
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 07 April 2019, 19:41:20
Liebe Ina,
danke für deinen Beitrag. Ich weiß nicht wie oft er kifft und wie viel, aber er hat sich verändert, wirkt depressiv und träge oft. Aber er geht auch noch aus oder zu Freunden und am Wochenende natürlich auch. Macht einen Minijob und ist da sehr zuverlässig. Wofür er das Geld ausgibt weiß ich natürlich nicht genau, aber ständig ist er blank.

Ob er noch was anderes konsumiert weiß ich nicht sicher, aber da er auch abgenommen hat, kam mir das in den Sinn, hat wenig Hunger. Oder er kommt nicht von der Xbox los und essen ist zweitranig geworden, wobei ich finde, für einen jungen Erwachsenen isst er wenig. Er schlingt und nimmt sich keine Zeit, aber wie gesagt, er ist dünner geworden, er ist eh schon so schmal. Darauf angesprochen reagiert er genervt. Das kann auch vom Kiffen kommen, habe ich mal gelesen! Ich mache mir riesige Sorgen, kann nichts tun und ich glaube schon, dass es zumindest so endet, dass er jetzt weg bleibt und nicht erst noch hieher zieht. Ich war damals, als er anfing zu kiffen bei einer Beratung. Leider ist der jenige, der extremst kifft fußläufig 3 Minuten von hier weg. Ich würde gerne helfen, wenn er ein Problem hat.

Ich glaube er verzeiht mir auch nicht, dass ich ihn verdächtigt habe was veräußert zu haben. Ich habe jetzt mal gefragt, ob er es mal verliehen hat kann ja auch schon länger her sein, aber er antwortet nicht und heute war er so eiskalt, als er mal kurz war, das kenne ich so nicht. Wie gesagt, ich ahne halt vieles nur, außer das mit dem Kiffen, aber wie viel es wirklich ist, kann ich natürlich nicht sagen. Aber er wirkt sehr oft träge, müde, immer zu wenig Schlaf und wirkt depressiv. Das kann natürlich vom Kiffen kommen, oder woher auch immer.

Ich weiß, ich kann nicht helfen und hoffe, irgendwann macht es Klick. Der andere Kumpel kifft wohl extrem viel. Ich fühle mich leer und kaputt und ich würde mir ein ehrliches Gespräch wünschen, aber dazu wird es nicht kommen und so quäle ich mich mit dem Gedanken, was wirklich passiert ist mit dem fehlenden Gegenstand. Es geht mir nicht um den Gegenstand, sondern um den Umstand. Ich will meinen Sohn auf keinen Fall zu unrecht verdächtigen,  und jetzt bin ich schon wieder soweit, dass ich ihm glaube, aber wo ist dann dieser Gegenstand? Das ist das Problem. Ich will ihm glauben und er hat im Grunde ein gutes Herz, aber ich denke wirklich er hat sich verändert. Ich kann nicht schlafen, essen, nichts! Komme auf keinen grünen Zweig.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Ina am 07 April 2019, 20:27:57
 
Liebe Bigwoman,

danke für Deine ausführliche Antwort!

Es kann sein, dass die Symptome, die Du an Deinem Sohn beobachtet hast, vom Kiffen kommen. Sicher ist es aber nicht, da THC nicht auf jeden Menschen gleich wirkt. Bei einigen führt es zur Gewichtsabnahme, bei anderen verursacht es eher Heißhunger. Depressive Verstimmungen können durchaus auftreten, insbesondere in den Zeiten, in welchen nichts konsumiert wird. Auf jeden Fall entspannt es und macht müde.

Ich weiß natürlich nicht, wie viel und wie oft Dein Sohn kifft (Du ja auch nicht), aber Deinen Schilderungen zufolge scheint es nicht wenig zu sein. Oder sind Dir noch andere Gründe bekannt, die dazu geführt haben könnten, dass er sich so stark verändert? Die Auswirkungen von regelmäßigem Cannabis-Konsum sind jedenfalls nicht zu unterschätzen. Und Du selbst wirst gegen seine Sucht vermutlich wenig tun können. Da muss es, genau wie Du sagst, "Klick" machen – bei IHM.

Ich glaube, ich an Deiner Stelle würde ihn jetzt erstmal nicht mehr auf die Sache mit dem fehlenden Gegenstand ansprechen, sondern ihn ein, zwei Tage in Ruhe lassen, damit er sich wieder beruhigt. Und dann würde ich ihn entweder anrufen oder anschreiben, um ihm genau das zu sagen, was Du uns hier geschrieben hast: Dass Du Dich um ihn sorgst, weil Du das Gefühl hast, dass es ihm immer schlechter geht, er Probleme hat und Hilfe braucht, und dass es Dich traurig macht, dass Du kaum noch an ihn herankommst, weil er es immer weniger zulässt. Ich würde ihm außerdem sagen, dass Du ihn lieb hast und er Dir wichtig ist, ganz egal, welche Sorgen er hat – und dass er immer daran denken soll, dass ihm die Option offensteht, sich an Dich zu wenden.

Alles, wodurch er sich eher be- oder gedrängt fühlt, führt letztlich eher zum Rückzug, denke ich. Gib ihm ein bisschen Zeit zum Nachdenken und "Runterkommen". Vielleicht kommt er dann von allein auf Dich zu – und wenn nicht, kannst Du ihn ja immer noch selber kontaktieren.
 
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 07 April 2019, 20:33:53
Hallo!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass du wahrscheinlich bezüglich besagten Gegenstands Recht hast. Mein Sohn nimmt zwar keine Drogen, dafür ist er aber Computerspielsüchtig und gibt Unsummen für irgendwelche Games aus. Da griff er dann auch des Öfteren in meinen Geldbeutel.

So hart es ist, vielleicht ist es sogar ganz gut, wenn er mal die Bequemlichkeit des Hotel Mama vermissen muss. Mach ihm klar, dass du für ihn da bist, aber genauso klar, dass du sein Verhalten nicht mehr tolerieren wirst.

Es ist wichtig, dass du jetzt erst einmal auf dich schaust. Natürlich ist dir in der Situation nicht nach Essen zumute, aber du brauchst die Energie um durchzuhalten. Ich weiß, dass das unglaublich schwer ist, aber versuche die Zeit in der dein Sohn nicht da ist zu nutzen dich zu erholen und vielleicht auch mal auf deine eigenen Probleme zu schauen.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles erdenklich Gute!

Fool
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 08 April 2019, 09:32:16
Ina Diva, er reagiert auf nichts mehr. Das gab es noch nie, er ist seit Samstag weg und ich habe sicher auch Fehler gemacht, er meinte Samstag, da hat er nur einmal reagiert, dass ich ihm ständig was unterstelle und verdächtige. Ich denke aber, ich habe da so gut wie immer recht gehabt. Und mit dem fehlenden Gegenstand, bin ich mir auch fast sicher, er ist dafür verantwortlich, aber auf der anderen Seite denke ich mir, was wenn nicht und ich ihm immer und immer wieder deswegen Unrecht tue? Aber wo soll er sein? Hier ist er definitiv nicht.

Es ist vorbei zwischen uns. Letzte Woche waren wir für einen kurzen Momentan so eng wie nie, als meine Mutter starb und jetzt komplett entzweit und ich weiß, er zieht es durch dieses Mal. Vielleicht auch, weil ich so oft Recht hatte mit meinen Vermutungen und er das nicht mehr ertragen kann. Ich weiß nur, es für mich das Schlimmste, dass wir entzweit sind. Das er ausziehen wollte hat er öfters angemerkt, weil es hier halt oft gekracht hat. Aber nicht so....Ehrlich, dass schaffe ich nicht auch noch, meinen Sohn verloren zu haben.

Schlimm fände ich, wenn er den Gegenstand wirklich hat und mich woanders, seine Freundin war dabei, als der Verdacht aufkam, mich als Irre hinstellt, wie sie ihr eigenes Kind verdächtigen kann. Er hat noch nie Geld gemopst, aber wie gesagt, dieser Gegenstand fehlt.  Er war nicht viel wert, aber er müsste ja hier sein, ist er aber nicht. Wer sollte ihn sonst genommen haben? Auf die Idee, dass er es mal verliehen hat, hat er auch nicht reagiert. Vielleicht hat er es ja nur verliehen? Für ihn ist der Bruch richtig, er hat oft gesagt, er hält es nicht aus, aber immer dann, wenn wir Krach hatten. Mich hat auch kaputt gemacht, dass er dauernd belügt und für doof hält, da habe ich ihm aber den Wind aus den Segeln genommen, denn ich habe so einen sechsten Sinn. Er wollte mir weiß machen, dass die nicht gekifft haben auf dem Balkon, klar, lag doch noch der Stummel da wo das grüne Zeug rausguckte. Ich habe ihm verboten seinen Mist hier zu rauchen und erschrocken war ich, dass es erst Mittag war.

Ich denke auf jeden Fall, ist das Kiffen daran Schuld, dass wir so ein Verhältnis haben. Ich habe seither damit ein Problem, was ich oft kund getan habe, aber auch versucht mit ihm zu reden normal darüber. Er hat jung angefangen und ich frage mich, was habe ich falsch gemacht. Das es mal probiert wird, ok, aber das er da kleben bleibt...Auf jeden Fall war das immer ein Streitpunkt, alleine weil ich eine feine Nase habe und es rieche, wenn er heimkommt. Ich sehe ja, wie er sich verändert hat seitdem. Er wirkt träge, sehr depressiv und er versteht nicht, dass ich mir Sorgen mache. Egal, ob 18, 30 oder 40. Er ist mein Kind, was ich abgöttisch liebe. Er hat ein gutes Herz, kann es aber manchmal nicht so zeigen. Er ist aber auch oft sehr egoistisch, fordert..Er weiß um meine Lage und weiß, dass ich alles alleine regel, versuche für ihn so gut es geht zu handeln, dass er unter Hartz4 nicht leiden muss. Er darf Freunde mitbringen, ich bin sehr tolerant (vielleicht war das mein Fehler) und helfe, wenn ich kann. Vielleicht habe ich mich zuviel eingemischt, ich weiß es nicht. Fakt ist, ich habe ihm schon geschrieben, wenn er Probleme hat mit Geldnot, Drogen etc. ich bin für ihn da, lasse ihn nicht hängen und liebe Ihn und das sage ich auch so mal und das weiß er auch. Das er jetzt so eiskalt ist, kein Wort mit mir spricht und einfach jetzt ins offenen Messer rennen lässt tut obendrauf noch mehr weh.

Er wird jetzt das Bafög für sich einfordern, dann kann ich meine Kosten nicht mehr decken und dann ist mein Ende in Sicht. Fände es fair, wenn er wenigstens sagt, was er jetzt vorhat, aber es ist kein Rankommen. Er reagiert auf nichts..Ich kann nicht an mich denken, ich muss das klären, sonst gehe ich kaputt. Habe neuerdings oft Gedanken, warum ich eigentlich noch hier bin und da ich jetzt meinen Sohn verloren habe, hat es erst recht keinen Sinn mehr. Ich habe soviel Leid im Leben erfahren, und bin immer wieder hoch, aber jetzt ist mein Leben bald zu Ende.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 08 April 2019, 10:53:10
hardworkingfool, Sohn hat jetzt zwar mal geantwortet, nachdem ich schrieb, dass ich es wohl nicht geschafft habe ihn glücklich zu machen, aber er antwortet nur, dass er mit meiner Art nicht klarkommt. Das gleiche hatte ein Freund vom Ihm gesagt, der ist auch raus von daheim, weil er mit Mutter nicht klar kam. Ich denke aber, die kommen nicht damit klar, weil wir Mütter uns Sorgen machen, wegen dem Lebenswandel und das wollen die nicht hören. Angeblich ist er mir dankbar für alles was ich getan habe, aber meine Art, damit kommt er nicht klar. Klar, vorgestern hatten wir das Thema kiffen wieder, weil die auf meinem Balkon gekifft haben, als ich nicht da war. Ich habe das strikt untersagt, dann eben der Vorwurf mit dem fehlenden Gegenstand. Genau diese Worte, dankbar, aber komme mit der Art nicht klar, hat der Freund wohl auch meinem so erzählt. Ich denke, da sind die Eltern dahintergekommen, dass er auch kifft, bisher wussten seine Eltern das nicht.

Ich weiß, dass ich manchmal falsch reagiert habe, aber ich will mein Kind zurück er wird aber nicht mehr kommen. Ich weiß jetzt auch gerade nicht, was ich dem Jobcenter melden soll, weil Kind nicht auf die Frage reagiert. Ich denke er scheut meine Antwort, denn er weiß, dass ich auf der Straße lande, wenn er jetzt geht. Geplant war später so in ca. einem Jahr, da hatte ich Hoffnung noch einen Job oder doch eine Bleibe zu finden. Nun sieht es düster aus. Bin Mitte 50, x Bewerbungen weiter, nichts.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 08 April 2019, 11:36:28
Nun, das ist doch schon mal was, dass er sich wieder gemeldet hat. Damit dürfte deine größte Sorge, dass du ihn komplett verloren hast, doch zumindest relativiert worden sein.
Ich würde dir raten erstmal abzuwarten. Es liegt wahrscheinlich in der Natur der Sache, dass Kinder irgendwann ein Problem mit ihren Müttern bekommen. Ich denke das liegt weniger an deiner Art oder deinem Verhalten sondern ist einfach ein Teil des natürlichen Abnabelungsprozesses.
Leichter wird es dadurch natürlich nicht, aber vielleicht tröstet es dich, dass du mit solchen Problemen sicherlich nicht alleine bist.

Alles Gute!
Fool
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 08 April 2019, 19:20:49
Er war vorhin mal kurz hier.. Beinahe so, als sei nichts gewesen. Ist aber wieder bei Freundin und pennt da. Ich glaube er muss ihr wohl noch verklickern, dass er wieder hier pennt meist. Hoffe, ich..Diese Last die mir von den Schultern gefallen ist, unfassbar. Da sieht man mal, wie sehr man lieben kann. Ich weiß immer noch nichts über den Verbleib des Gegenstandes und es kann rein theoretisch nur er gewesen sein, hier wohnt sonst keiner, oder er hat es mal vor Ewigheiten verliehen und vergessen. Aber dies hat er nicht bestätigt. Vielleicht hatte er auch ein schlechtes Gewissen, weil er gemerkt hat wie ich leide und wenn er wirklich den Gegenstand veräußert hat, dann hoffe ich, dass er irgendwann mal beichtet, woran ich aber nicht glaube. Ich würde dann aber auch erwarten, dass er seiner Freundin reinen Wein einschenkt, die denkt ja sonst, immer noch, ich verdächtige das arme Kind. Ich glaube aber nicht an eine Beichte, sollte es was zu beichten geben!

Er wird aber zum Sommersemester ausziehen und ich muss gucken, dass ich irgendwie einen Job bekomme, wovon ich leben kann und zur Not noch einen Nebenjob. Egal, Hauptsache nicht obdachlos oder Brennpunkt, aber es gibt echt nicht. 2 Wohnungen für den erlaubten Preis, bzw. es sind so 30 qm. Meine Möbel kann ich dann alle entsorgen, alles zuviel und zu groß. Ich verkaufe jetzt schon immer Kram, denn 90 qm kann ich nicht mitschleppen. Am liebsten würde ich aber ein Jahr rumreisen und mich mal treiben lassen, an mich denken. Selbt ein halbes Jahr wäre schon toll, aber kein Geld mehr. Alles Gesparte dank H4 weg. Uns ging es mal gut finanziell umso schlimmer war der Fall.

Ich hoffe, dass endlich nach Jahren mal ein Licht am Ende des Tunnels kommt. Aber Hauptsache ich habe mein Kind erstmal wieder. Wenn er ausgezogen ist, wird er sich eh kaum an Mama erinnern, geschweige denn mich besuchen.

Danke für eure Augen und Hilfe. Mir geht es besser jetzt, aber gut immer noch nicht, Angst um mein Kind bleibt..
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 08 April 2019, 20:27:24
Hallo!

Es freut mich sehr, dass dein Sohn wieder da ist, aber du musst die Sache auch realistisch sehen. Irgendwann in naher Zukunft wird er ausziehen. Ich glaube zwar nicht, dass er sich dann absolut von dir lösen wird, aber euer Verhältnis wird ein anderes werden. Vielleicht sogar ein besseres.

Wichtig ist, dass du jetzt deine Zukunft planst. Der Gedanke in der Weltgeschichte herumzureisen ist natürlich verlockend, bringt dich aber nicht wirklich weiter.

Was die Sache mit dem verschwundenen Dings anbelangt, so schwer es auch fällt, zieh einen Schlussstrich drunter. Vielleicht rückt er ja doch irgendwann mit der Wahrheit raus - oder das Teil taucht irgendwo wieder auf. Egal, die Sache ist es nicht wert, dass ihr deswegen sämtliche Familienbande losknüpft - auch wenn ich annehme, dass es sich um etwas mit einem sehr hohen emotionalen Wert handelt.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute für euch beide!

Fool
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 09 April 2019, 09:01:29
hardworking fool, lieben Dank für die guten Wünsche. Ich sehe wie andere Kinder ihre Eltern unterstützen, sei es nur mental, da ist meiner weit von entfernt. Ich bin es vermutlich selbst Schuld, immer verwöhnt worden und das rächt sich nun. Ich denke nicht, dass wir nach seinem Auszug keine Kontakt mehr haben werden, aber ich bin mir sicher, dass er nicht wie viele andere mich regelmäßig sehen wird oder will, geschweige denn mal zum Essen etc.

Wie gesagt, ich bin es selbst Schuld, wollte ich es besser machen, als ich meine Kindheit erlebt habe. Ich hatte nie das Gefühl geliebt zu werden und so war es wohl auch. Daher wurde er verwöhnt und jetzt weiß ich, dass ich eher Schaden damit angerichtet habe, denn er wird sicher deswegen viel Gegenwind im Leben ernten, dass mir jetzt schon leid tut. Ich will nur sein Bestes und das er glücklich wird im Leben, was ich selten war. Immer Niederlagen, Schicksalsschläge und immer wieder aufgestanden. Ich wünsche mir nur, er wird glücklich, löst sich von dem Kifferkram etc. Er ist vom Handy abhängig, und nein, es ist schlimmer als bei allen Hardcore-Handynutzern. Er hat es, außer wenn er schläft immer in der Hand und tippt und guckt Videos, wirklich den ganzen Tag. In der Stadt, auf das Handy starrend, beim Radfahren Handynutzung (bekam schon mal ein Bußgeld deswegen), er legt es wirklich keine Sekunde aus der Hand, und das meine ich so. Beim Essen, auf dem Klo, überall! Das macht auch depressiv habe ich gelesen, er kriegt nichts mehr mit von der Welt...Er kann auch nicht mal einen Abend daheim bleiben, er hat immer Angst was zu verpassen. Hat mal keiner Zeit/Lust, hat er schlechte Laune. Er soll sein Leben ja genießen, aber bei ihm hat alles einen Suchtcharakter. Ich weiß, ich weiß, ich kann nichts ausrichten und manchmal denke ich, ich bin es Schuld, weil ich ihm zuviel abgenommen habe etc. Ich wünsche mir, er wird einfach nur glücklich und gesund. Wie jede Mutter, liebe ich mein Kind aus tiefstem Herzen. Er hat mich auch schon oft schwer verletzt, aber das ändert nichts an meiner Liebe.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 09 April 2019, 10:11:35
Ach du! Am liebsten würde ich dich jetzt mal ganz feste drücken!
Wir Mütter wollen doch alle, dass es unseren Kindern gut geht und da passiert es dann halt auch mal, dass wir die Kleinen viel zu sehr verwöhnen aber deswegen brauchen wir uns nicht schuldig zu fühlen.
(Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. In der Beziehung sind wir uns, glaube ich, ziemlich ähnlich.)
Im Englischen gibt es einen schönen Spruch: You can take a horse to water, but you can't make it drink. Wir können unseren Kindern auch nur die bestmögliche Hilfe / Erziehung / Liebe geben, aber wir können sie nicht dazu bringen den Weg einzuschlagen den wir für den besten halten. Ihr Leben müssen sie selbst in den Griff bekommen.
Das mit der Handysucht ist wirklich ein Problem. Mein Sohn ist da ganz genau so. Halte ich persönlich fast noch für gefährlicher als Cannabis (Stichwort: Straßenverkehr). Aber auch da müssen wir irgendwann einsehen, dass wir nichts tun können.


Irgendwann werden die Kerlchen schon noch vernünftig werden. Daran glaube ich ganz fest. Täte ich es nicht würde ich verrückt werden!


LG Fool
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 09 April 2019, 11:02:59
Ich nenne dich jetzt auch mal fool, ist kürzer. Hoffe, ist ok..
Ich glaube irgendwie auch an mein "Kind", aber leider ist der schlechte Umgang nur 3 Minuten zu Fuß entfernt und da  rennt er jeden Tag hin. Er hatte bei seiner Freundin übernachtet, und er ging hier vorhin lang (wohl zum Freund, der Hardcore kifft) und ich frug per Whatsapp und wieder gelogen nö, war er nicht.

Ja, auch das bin ich vermutlich Schuld, dass er lügt, weil er weiß, dass ich das nicht gut finde, wenn er ständig dahin rennt, weil ich weiß, was da läuft. Ich hoffe nur, dass er nicht noch was anderes nimmt, das muss ich weiter beobachten, klar, ändern könnte ich es nicht. Früher hat Sohn gelegentlich gekifft, aber als Mittags der Joint auf dem Balkon lag (ja, der Freund war wohl auch hier, aber der wird niemals alleine gekifft haben hier) war mir klar, dass es wohl mehr sein muss, auch das er abgenommen hat. Bei Langzeitkiffern schlägt das wohl ins oft Gegenteil um, was bei ihm ja scheinbar zutrifft. Er wird auf jeden Fall im Sommer ausziehen, ich kann nur beten, dass ich endlich Arbeit finde, mache mir aber jetzt schon Sorgen, wie dünn er erst dann wird, wenn er hier nicht mehr wohnt. Mütter eben! Man, er ist so ein toller Kerl, leider durch mich sehr verwöhnt worden. Immer alles bekommen, weite Reisen und nun Hartz4. Aber gekifft, hat er schon vor Hartz4. Der männliche Part, sein Vater, hat sich seit der Pubertät eigentlich nicht mehr wirklich gekümmert, allenfalls finanziell. Damit hat er sein Gewissen beruhigt, aber wo Sohn ihn brauchte, also Pubertät besonders, glänzte dieser durch Abwesenheit. Ihn juckt es scheinbar nicht was mit dem Jungen ist, und dieser buhlt um die Gunst des Vaters, da würde er sich niemals so respektlos verhalten, wie mir gegenüber. Meiner Liebe ist er sich ja 1000% sicher. Das tut mir auch weh, aber ich kann es nicht ändern. Es ist viel schief gelaufen. Vater war Workaholic, deshalb habe ich mich irgendwann getrennt, da war der Junge 6. Er kam jedes Wochenende und wir unternahmen immer alles zusammen was, das änderte sich aber ca. mit 14 Jahren, da wurde es seltener und nun vielleicht 2-3 mal im Jahr. Wir hatten alles, ein Haus, Geld etc. und der Absturz ist natürlich fatal, was auch an dem Jungen nicht vorbeigeht. Ich denke, vielleicht ist das ein Grund mit dem Kiffen, Vater macht sich rar, rückt ab und zu mal Kohle raus. Oder der Umgang, der ist hier ja einfach. Tür raus, zum Kifferfreund, der immer was hat.

Ich glaube und hoffe, dass mein Sohn die Kurve kriegt und den Mist sein lässt. Er hatte es mal kurz drangegeben, was man auch gemerkt hat, aggressiv etc. Entzugserscheinungen halt. Hat aber leider nicht lange vorgehalten. Man denkt jetzt, wir wären eine total kaputte Familie, nein. Ich habe ihm sowas auch nie vorgelebt. Ich rauche nicht, trinke nicht und hier wird regelmäßige gekocht etc. Hier ist es ordentlich etc. Viele machen sich ja oft ein falsches Bild von Harzt4, welches auf uns überhaupt nicht zutrifft, aber es belastet und ich versuche alles, damit Sohn so wenig darunter leidet. Leider muss er von seinem Verdienst was abgeben, da JC ja anrechnet und mir abzieht. Tut mir auch in der Seele weh..
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 09 April 2019, 18:42:31
also, er kam gerade wieder heim und wird auf jeden Fall ausziehen zum Studienbeginn, auch wenn ich bis dahin weder Wohnung noch Job gefunden habe, was hieße Obdachlosigkeit. Er sagte irgendwann mal, dass er ein halbes Semester erstmal guckt, ob ihm das Studium gefällt und dann auszieht. Will er aber partout nicht mehr, wegen unseren Differenzen. Finanziell sollte es für ihn gut passen, da lernt er endlich, dass Geld nicht auf den Kopf zu hauen, oder muss hungern. Wenn aber noch Kiffen im Spiel ist, wird es eng. Er ist jetzt so besessen vom Auszug, und er zieht das durch wie er sagt. Ich meinte nur, ist ok wenn er ausziehen mag, aber ich würde ungerne unter der Brücke schlafen. Er hat keine Ahnung, wie schnell man obdachlos wird, wenn man 2 mal seine Miete nicht zahlt. Er fragt sich jetzt schon wie er seine Studiengebühr bezahlen soll. Jeden Monat was wegtun war meine Antwort. Er will ausziehen, also muss er sehen, wie er die Kohle für Kaution etc. zusammen bekommt. Er meinte mal, Papa zahlt dann. Ich sagte nö, du willst ausziehen, sagst mir jeden Tag du willst keine Rechenschaft mehr ablegen und nicht mehr abhängig sein. Er denkt, ihm geht es finanziell besser, wenn er auszieht. Mal sehen, wie schnell diese Erkenntnis sich wandelt. Ich finde es ja gut, wenn er auf der einen Seite ausziehen will, aber der Grund wieso tut mir halt weh. Und man macht sich halt Sorgen, wenn den Lebenswandel betrachtet und Unileben ist ja noch mehr Lotterleben. Ich kann nur beten, dass ich einen Job finde, wovon ich alleine leben kann. Ich würde ihm gerne auch ein wenig mitgeben, sprich was man so braucht im neuen Hausstand, momentan aber nicht drinnen. Es muss ein Wunder passieren!
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 09 April 2019, 20:41:23
Ich bin zwar gerade Selbstunterhalter, aber jetzt fällt mein Ex mir auch noch in den Rücken, Sohn sagt da nicht die Wahrheit, dass er vielleicht auch Schuld hat an der Situation und lügt und das man ihm da nicht mehr glaubt ist wohl klar. Ex will immer im guten Licht dastehen anstatt erstmal die andere Seite zu hören, so hat Sohn Rückenwind und Vater bietet mal wieder Geld an für Kaution etc. Die nimmt er gerne, obwohl er immer schreit, er will unabhängig sein und nicht abhängig. Ich habe Ex schon 1000 mal gesagt, wir helfen dem Jungen nicht, wenn er immer wieder Geld bekommt, er lernt sonst nie selbstständig zu sein.

Und da die nicht leise telefonieren, macht Sohn nur gute Miene zum bösen Spiel und ist nächste Woche weg...Ich fühle mich total hintergangen und ich habe meinen Sohn verloren, eindeutig. Und er Vater, der sich nicht kümmert, der nichts falsch machen konnte, weil nie präsent ist, ist der Superman. Ja, ich verfalle gerade in Selbstmitleid, es tut alles so weh. Ich habe ihn verloren, Fakt und Vater ist leider nicht neutral und kennt nur seine Geschichte.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 15 April 2019, 15:30:06
es scheint doch ein großer Bruch zwischen uns zu sein, er hat nur gute Miene zum bösen Spiel gemacht und jetzt sind Ferien, ist er zu seiner Freundin samt Sack und Pack...bzw. ich habe ihn noch gefahren. Er sagte nur Tschüss, keine Umarmung und er weiß nicht genau wann er wieder kommt. Habe ihm dann geschrieben, ich habe ihn lieb, kam nichts.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 18 April 2019, 13:07:13
Ich glaube nicht, dass es sich beruhigt. Ich habe ihm letztens gesagt, wäre das Kiffen nicht, wären keine Lügen entstanden und auch nicht meine Moralpredigten oder die Fragen, ob er wieder gekifft hat. Das hat alles kaputt gemacht. Er belügt mich (er meinte, das sei einfacher, wegen Vortrag), seine Freundin, seinen Vater) und der Vater redet nicht mit mir, reagiert nicht und war schon immer so Feige, seinem Sohn auch mal die Meinung zu sagen, stattdessen ist er ein Mensch, der jedem nach dem Mund redet. Er beruhigt seine mangelnden Vaterqualtitäten mit Geld, und auch er weiß, dass ich dann schneller auf der Straße lande als geplant.

Ich habe jetzt wieder rausgehört, dass Sohn ist erster Linie wegen dem Geld auszieht und nicht wegen unserer Streits. Was er alles aufgezählt hat, was er kaufen will - E-Auto etc. aber überall heißt es wegen mir würde er ausziehen. Irgendwie will ich das nicht auf mir sitzen lassen und es verletzt mich sehr, dass mein Sohn auf meine Kappe hin so tut, als sei ich Schuld, dass er so schnell ausziehen muss. Ich habe so die Nase voll, der Ex (eigentlich haben wir ein gutes Verhältnis) will mal wieder der Superdad sein und reagiert nicht, ich habe es satt mich belügen zu lassen. Es tut weh und ich kann mich nicht mal wehren. Fakt ist, mein Sohn sagte die Tage, dass er am Wochenende dann ja immer nach Hause käme, er würde sein Bett hierlassen. Also kann ich ja nicht der Hauptgrund sein, weswegen er auszieht, sicher auch ein Teil, weil die selbstständig sein wollen und sich an keine Regeln halten wollen bzw. keine VOrträge, wenn ich merke er hat wieder gelogen. Ich bin echt an einem Punkt, einfach abzuhauen, alles zu verkaufen was geht und einfach weg. Vielleicht merkt er dann, was ich geleistet habe. Mir reicht es einfach, ich bin kaputt, ganz unten und habe auch keine Kraft mehr, aber das sieht keiner und wie gesagt der Ex ist in der Hinsicht unbrauchbar, der will nur gut dastehen und das nutzt Sohn auch aus. Geld will er nehmen für Kaution, hauptsache schnell weg und Ex lässt nicht mit sich reden. Er weiß genau, dass es dem Jungen eher schadet, wenn er immer noch Zuschuss bekommt. Er muss lernen mit Geld umzugehen, sonst hat er es schwer im Leben, und das will ich nicht. Ich hatte vorgeschlagen, Geld zu sparen, wenn er gutes für Ihn tun will, für das Bafög, Sohn muss ja dann 10.000,- zurückzahlen. Demnächst muss ein neuer Bafögantrag gestellt werden, mein Sohn wird mir aber das Geld wohl nicht auszahlen. Geld ist für ihn Alles, ja, meine Schuld auch mit...Er hat sich sicher auch schon um ein Zimmer im Wohnheim bemüht, damit er keine Zeit verliert, er sagt zwar nein, aber er lügt ständig und er weiß, was ich sagen würde, wenn dem so wäre. Ich habe mittlerweile schon fast Panikattacken, Alpträume und wache merhrfach die Nacht mit Herzrasen auf, weil ich Panik habe, auf der Straße zu landen. Jede verfluchte Nacht und nur weil mein Sohn so geldgierig ist. Ich kann ihn wirklich verstehen, dass, wenn er alles abgezogen bekommt, aber diesen Luxus den er ständig haben will und ihm es sogar egal ist, wenn Mutter auf der Straße landet tut mehr als weh. Mein Erziehungsfehler und der vom Ex... Aber ich bin jetzt die Böse, der Ex, der konnte ja nicht viel falsch machen, war ja nie da..Ich weiß nicht, wie es weitergeht....
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 19 April 2019, 14:58:21
und wieder hat es gekracht. Kommt nur heim, wenn es nützlich ist hier zu pennen, wenn er mit seinen Kumpels hier was macht und zu Fuß nach Hause kann. Mit mir will er nichts machen, sitze hier Ostern alleine, er ist ekelhaft und herablassend und macht mich nieder. Da habe ich ihm auch gesagt, am besten geht er wieder samt Tasche. Ich muss mir das auch nicht gefallen lassen. Er verletzt mich immer und immer wieder. Ich meinte nur wäre das mit dem Kiffen nie angefangen, gäbe es keine Lügen und Misstrauen. Er meinte nur, das sei krankhaft, weil ich mir Sorgen mache etc. Morgen ist er angebliche bei seiner Freundin, wo er die ganze Woche schon war, und pennt dann wieder dort. Der sucht sich gerade aus, wo es ihm passt. Ich meinte dann auch nur, überall erzählt er er zieht wegen mir aus, dabei ist es das Geld, dass gab er auch zu, dann soll er es aber draußen auch wahrheitsgemäß sagen und nicht, ich bin die schlechte Mutter, deshalb zieht er so schnell wie möglich aus. Er meinte diese Woche auch, seine Sachen (Bett, Möble lässt er hier, denn am Wochenende käme er heim, kein Bock auf Wohnheim). Wie es ihm eben passt. Meinte vorhin, ne, er will ausziehen, dann ganz oder garnicht. Nur zu seinen Gunsten dann handeln und was glaubt er? Ich soll ja auf 30 qm ziehen, ist Ghetto, ist ihm egal, aber dann bei Mama pennen? Ne, ohne mich. Ich liebe ihn, aber mir reicht sein Verhalten, dann lande ich auf der Straße, aber ich lasse mich nicht mehr kaputt machen. Ich habe ihm vorhin gesagt, ich kann nachts kaum schlafen, Panik wegen der Wohnung, die Sorgen und die Lügen haben meine Seele kaputt gemacht. Der wird er nur herablassend, lacht mich aus und stänkert. Ich will das alles nicht mehr.......Es macht mich kaputt bzw. ich bin es mittlerweile.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 19 April 2019, 20:39:40
ich hätte ihn schon längst an die frische Luft gesetzt, dann wird er erst merken, was Mama alles ertragen hat. Er hält zu Vater und ich kriege nur Vorhaltungen. Wer saß am Bett hat Tränen getrocknet, wer war Mamataxi, wer hat einfach alles gemacht und getan? ICH!!!!!!!!!! Jetzt ist er wieder weg, ich habe vorhin geheult. Er unternimmt nichts mit mir mehr, und im Notfall muss immer jemand dabei sein. Der nächste Krach bahnt sich schon an. Wollte nach Holland einen Tag, nachdem ich geheult habe hat er sich breitschlagen lassen mitzukommen. Am Abend kam dann, ob er jemanden mitnehmen darf (seinen Kifferfreund, seine Freundin wollte nicht, weil die lernt). Ich so, wäre vielleicht ganz gut, wenn wir mal alleine fahren, da können wir mal in Ruhe reden. Da war wieder gemotzte und er hat glaube ich direkt seine Freundin gefragt ob sie nicht doch mit will, weil er im Grund gar nicht mit mir fahren will. Es ist hier sehr explosiv und ich würde gerne woanders so einiges klarstellen. Ich schreibe tonnenweise Bewerbungen, nur Absagen oder keine Meldung. Er erzählt aber wohl, davon nichts. Die Leute stacheln ihn dann noch an, er sagt nur nicht die Wahrheit. Auch mit Wohnungssuche und Hartz4, es ist sooooooo schwer. Selbst wenn man das nicht erwähnt, kommt keine Antwort von den Vermietern, weil denen die Bude eingerannt wird. Ich kann nichts dafür, dass es nicht aufwärts geht, ich tue wirklich viel dafür. Er ist dann trotzdem weg und ich gehe ganz unter. Das ist nicht mein Sohn, der so geldgierig ist und seine eigene Mutter dabei verkauft oder sie täglich spüren lässt, das ich scheinbar Schuld an allem bin.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 19 April 2019, 21:22:34
Hallo!
Es tut mir leid, aber wenn ich deine Worte lese werde ich unglaublich wütend! So wie sich mir deine Situation darstellt hast du wirklich alles menschenmögliche für deinen Sohn getan. Warum lässt du dich dann also dermaßen fertig machen?!
Es klingt zwar extrem hart, aber jetzt ist es endlich an der Zeit, dass du mal an dich denkst. Dein Sohn meint, dass er seine Mama nicht mehr braucht? Sei's drum! Er wird schon noch merken was du für ihn getan hast.
So wie ich das sehe unterminierst du mit deinem Verhalten deine Selbstachtung. Wieso entschuldigst und rechtfertigst du dich andauernd? Warum machst du dich selbst ständig nieder?
Es ist doch völlig egal was dein Sohn über dich erzählt. Wichtig ist allein wie du dich selbst siehst. Ich will dir auch gerne mitteilen was ich aus deinen Worten herauslese:
Du bist eine Frau die unter wirklich schwierigen Umständen versucht hat ihrem Sohn das bestmögliche Leben zu bieten - auch unter Verzicht auf die eigene Bequemlichkeit. Du hast deine eigenen Bedürfnisse wahrscheinlich immer hintenangestellt, hast dich als billige Putzfrau missbrauchen lassen. Kein Wunder, dass dein Sohn keinen Respekt vor dir hat. Respektierst du dich selbst? Nimmst du deine eigenen Bedürfnisse für wichtig? Achtest du auf dich selbst? Ich glaube nicht.
Ich glaube aber, dass sich das Verhältnis zu deinem Sohn verbessern wird wenn du dich selbst wichtiger nimmst. Lass es nicht länger zu, dass er dich als Fußabstreifer behandelt. Nimm dich selbst wichtig!
Vor dir liegt ganz sicher kein leichter Weg, aber er ist es wert gegangen zu werden.

Alles Gute!
Fool
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 19 April 2019, 21:28:51
hardworkingfool. Ich glaube du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, dass war immer so, auch in meiner Ehe, aufgeopfert und am Ende des Tages war ich der Idiot...Ja, er scheint sehr respektlos. Letztens bin ich mal ausgerastet, dass kennt er so nicht. Ich habe ihn angeschrien er soll gehen. Ist er aber nicht, er wüsste nicht wohin.

Ich hätte abgeschlossen von innen, aber konnte trotzdem rein. Er weiß ja auch, wenn er jetzt schon geht, sitze ich noch eher auf der Straße. Habe gerade ALLE Bewerbungen ausgedruckt, sowie die Wohnungsbemühungen, darf er sich gerne ansehen und der Ex auch, da Sohn ja so erzählt, als ob ich nichts oder zu wenig unternehme. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen. Ich wundere mich wirklich, was ich schon alles ertragen habe, ohne aus den Latschen zu kippen. Ich bin wirklich sehr stark, aber jetzt bin ich am Limit und wenn ich mal jammere, dann zu Recht. Ich wünschte, ich würde mal aus den Latschen kippen, dann brauch er aber nicht zu besuch kommen. Aber leisten kann ich mir das nicht mal, mir rennt ja die Zeit davon mit Wohnung und Jobsuche. Ich muss dringend jetzt  was finden.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 19 April 2019, 22:14:18
Hi!

Was mir gerade so eingefallen ist: Hast du eine offizielle Diagnose Depression? Wenn nicht, versuche unbedingt eine zu bekommen. Jemand der sich wie du in einem solchen psychischen Ausnahmezustand befindet sollte die Diagnose ohne Probleme bekommen.
Sobald du sie hast beantrage unbedingt sofort einen Behindertenausweis.
Wenn bei dir ein Grad der Behinderung festgestellt wurde, dann solltest du dich unbedingt darum kümmern, dass dir ein persönliches Budget eingeräumt wird. Das sind Geldzahlungen die dafür vorgesehen sind Behinderten oder von Behinderung betroffenen die Teilhabe am normen Leben zu erleichtern. Unter anderem könntest du die wahrscheinlich dafür nutzen dich intensiv beraten zu lassen in Puncto Wohnung, Unterhalt etc. pp.

Lass dich nicht unterkriegen!

Liebe Grüße

Fool
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 19 April 2019, 22:22:17
ich danke dir sehr, für deine Hilfe. Hier habe ich niemanden. Sogenannte Freundin fragt meinen Sohn nur mal wie es mir geht (der sagt eh immer gut) und ansonsten kriege ich nirgends Hilfe. Ich lebe echt jetzt total isoliert. Wird das Geld nicht wieder vom Hartz4 abgezogen?
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: hardworking fool am 20 April 2019, 00:18:47
Soweit ich weiß nicht. Hat ja einen ganz anderen Verwendungszweck.
Wie das genau funktioniert weiß ich leider auch nicht. Ich muss allerdings jetzt mal einen Antrag besorgen - für meinen Sohn.
Beim Sozialamt oder Versorgungsamt müsste man dir weiter helfen können.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 20 April 2019, 10:23:22
Hardworkingfool, danke nochmals. Ich gehe echt seelisch daran kaputt an der Situation mit meinem Sohn, weil ich ihn liebe. Wir haben uns komplett verloren, er hasst mich vielleicht nicht, aber lässt mich ständig spüren, die Situation mit dem Geld, dass ich mir Sorgen mache, was dazu sage (verkneife mir mittlerweile schon vieles). Ich kann nicht glauben, dass unser gutes Verhältnis bis vor ca. 2-3 Jahren jetzt so zerrüttet. Wäre er nicht so geldgierig, hätte mich auch mal mental unterstützt (die Freundin seiner Mutter ist krank und die kümmert sich) und wäre dieses Kiffthema nie aufgetreten, wäre unsere Beziehung immer noch so.

Einzig als meine Mutter vor gut 4 Wochen starb, da hat er mir mal gegenüber Gefühl gezeigt, mich in Arm genommen, als ich geweint habe, sonst kommt sowas nie. Mal ein Küsschen für Mama, nie. Er mag mich, aber er liebt mich nicht, das spürt man. Auch Muttertag, für Papa kauft er was,  für mich gibt er nichts aus, oder ungerne, hat lieber sein Geld für sich. Nicht das es mir um ein Geschenk geht, aber das sagt mir ja, Papa muss man um die Liebe buhlen, bei mir nicht. Bei mir kann er unverschämt sein, frech, dreist, er weiß, ich liebe Ihn. Ich habe auch viel falsch gemacht, ich wollte es nur besser machen, als ich es in der Kindheit hatte, scheine aber auch genau das Gegenteil erreicht zu haben. Ich zerbreche daran, mein Kind verloren zu haben.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 20 April 2019, 18:44:55
wohlstandstrudel, ich bin mir da nicht sicher. Aber,  ich merke jeden Tag seine Kälte...Er reagiert nicht, wenn ich anschreibe (wegen wichtiger Dinge, ansonsten lasse ich ihn in Frieden, was scheinbar nicht reicht). Ich kenne ihn zu gut, es ist dieses mal anders wie sonst...
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Wolke am 22 April 2019, 23:52:30
Guten Abend,

ich frage mich die ganze Zeit was Du von Deinem Sohn erwartest Bigwoman?

Ich nehme mal an Dankbarkeit, so wie Du es hier beschrieben hast.
Aber für was?
Und wo soll er anfangen wo aufhören?
Überspitzt mal ausgedrückt nun, soll er beginnen als Du mit seinem Vater geschlafen hast? Nächtelang an seinem Bett verbracht hast wenn er krank war, stundenlanges Warten, Zubringen beim Kinderarzt, für die mehrmals  Tag gewechselten Windeln, das Du ihn von A nach B gebracht hast....?!
 Soll er sein Leben lang zu Kreuze kriechen, bei jemanden von dem er sich nicht verstanden fühlt?
Glaubst Du ernsthaft das dieser Dank von Herzen kommt, sondern nur getan wird, weil es die Mutter so erwartet, ansonsten gibt es "Stress"?
Das würde mir noch mehr weh tun.

Ehrlich gesagt finde ich, sollte es umgedreht sein, dass wir uns Eltern bei Ihnen bedanken, für all die gekritzelten Bilder die sie voller Stolz und entgegengestreckten, die kl Hände die sich in unsere geschmiegt haben, das drauf zu rennen wenn wir sie von der Kita abgeholt haben, für die unzähligen sanften Lächeln die uns anstrahlten....und und und .

Ehrlich gesagt, reagiert Dein Sohn, für mich, sehr nachvollziehbar.
Ich hätte ebenfalls keine Lust. denn egal was er sagt, eh als Lügner hingestellt wird.

Egal ob er nun die Wahrheit sagt. Er merkt das er nicht wahrgenommen wird.
Davon abgesehen mal jetzt, man sollte seinem Kind, wenn er etwas er erzählt, oder eine Frage beantwortet, immer davon ausgehen das er die Wahrheit sagt, und nicht von vornherein ausgehen dass er lügt.

Sicherlich hat er das (gelogen) auch getan, aber darüber kann man dann mit ihm sprechen. Ernsthaft und in Ruhe.
Aber man sollte dem Kind jedesmal wenn er etwas berichtet, beantwortet, von der Wahrheit ausgehen und ihm jedesmal offen, unbefangen, vorbehaltlos begegnen.

Ich finde es auch von ihm nachvollziehbar, wenn er sich in ein Umfeld begibt wo er verstanden wird, und so angenommen wie er ist.

Sicherlich ist da iwo auf dem Weg zwischen Euch offensichtlich etwas schief gelaufen.
Gib ihm Zeit, eine Pause zw Euch bedeutet nicht das Ende.

Manchmal muss man sich etwas entfernen um dann wieder zueinander finden zu können.

Und wenn er diese Pause braucht, ist das, meiner Meinung nach, zu akzeptieren. So schwer es auch fallen mag

Deine Meinung über Deinen Ex, und die Probleme jetzt aktuell, das er seinen Sohn wohl etwas unter die Arme greift, sollten eine Sache zw. Dir und Deinem Mann bleiben. Das ist Eure Baustelle, und nicht die Eures Sohnes.

Ich will damit nicht sagen, dass Du ihn nicht liebst, denn das tust Du  sehr.

Aber gib ihm auch die Zeit sich entfalten zu können. Seine eigenen Erfahrungen mit dem Leben machen zu können.
Wenn so ein kl Bäumlein, immer im Schatten des gr Baumes verharren muss, bleibt er immer so klein, so sehr er sich auch anstrengt, kämpft an das Sonnenlicht zu gelangen. Mach ihm Platz Bigwoman.

Kümmer Dich um Deine Realitäten, Wohnungssuche etc. Wenn Dir dafür die Kraft fehlt, hol Dir Unterstützung von Therapeuten, Sozialarbeitern und und und   . Das ist keine Schande. Leb DEIN Leben!!

Du drehst Dich etwas im Kreis :(.


Ich möchte das Du Dir vorstellst mal Eure Rollen zu tauschen. Wie ginge es Dir an seiner Stelle?
Mit einer Mutter wo man sich nur rechtfertigen muss und einem nicht glaubt. Fast tägl es zu größeren oder kleineren Reibereien kommt?

Ich wünsche Dir alles Gute, Kraft und vor allem Ruhe.

Wolke
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 24 April 2019, 20:42:50
Wolke, ich glaube das siehst du falsch. Ich möchte keine Dankbarkeit, es war meine Pflicht, habe es so gerne gemacht, darum geht es hier nicht. Das ich das vielleicht schrieb war darauf bezogen, dass ich das alles alleine erledigt habe, der Vater sich immer schön raushielt, daher konnte er nichts falsch machen und ich natürlich schon. Das hat nichts mit Dankbarkeit zu tun, sondern eher damit, dass es manchmal nicht fair ist.

Ja, auch ich habe Fehler gemacht, aber das rechtfertigt nicht, wie mein Sohn sich verhält. Und wenn man gesagt bekommt Lügen ist halt einfacher als einen Vortrag zu erhalten, dann ist das frech. Angelogen zu werden, mir direkt in die Augen schauen, ohne mit der Wimper zu zucken, ist auch frech. Wie gesagt, das Ganze hat mit dem Kiffen angefangen, Lügen und Misstrauen.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Wolke am 27 April 2019, 16:17:04
Hallo Bigwoman,

ob ich es nun falsch sehe oder nicht, sei mal dahin gestellt, Es ist mein Empfinden wenn ich Dich lese.

Auch wenn Du das alles alleine getan hast, Respekt, aber auch da bist Du nicht alleine.
Auch gibt es Familien wo Elternteile Schichten gehen, schlafen müssen, und sich auch nicht um die Kinder kümmern können. Da ist praktisch auch ein Elternteil allein erziehend und es verlangt alles ab.

Und dieser Elternteil fühlt dann praktisch das "Arschloch", fühlt sich allein und im Stich gelassen weil alles an ihm/ihr kleben bleibt. Auch die ganzen Auseinandersetzungen mit den Kindern, die es nun mal in jeder Familie gibt.

Ja das Leben ist manchmal so ganz und gar nicht fair.

Ich frage mich, wo ist Deine Initiative für Dein Kind, Warum suchst DU Dir nicht eine Beratungsstelle, eine Selbsthilfegruppe für Eltern abhängiger Kinder.

Wie stehst Du zum Thema Drogen, wie hast Du mit Deinem Kind darüber gesprochen, offen und ehrlich, oder eher einseitig wie das alles scheiße ist. Ich denke, genau da liegt auch bei manchen Teenies die Herausforderung es doch zu versuchen, weil es jaaaaaa so schlimm ist nach der Meinung der Mutter. Auch um ein Zeichen der Rebellion zu setzen, zeigen. Aber das musst Du selbst für Dich entscheiden ob es zutrifft.

Ja, ich bin auch manchmal frech :-D.

Weil ich eben auch in diesem Fall, ich mich in die Situation deines Kindes hineinversetzt habe. Und ich denke, er befindet sich manchmal in einer absoluten Notlage und greift eben, zu einer Notlüge.

Ich frage mich auch, wie soll sich denn Dein Kind, Deiner Meinung nach (gegenüber Dir) verhalten, wie hat er sich denn zu verhalten? Ich nehme mal an, er sagt freundlich Guten Tag wenn er einen Raum betritt, sagt Bitte und Danke und hat Respekt vor anderen Menschen. Also alles richtig gemacht.

Ich glaube nicht, dass Eure Probleme genau an dem Punkt, seines kiffens, angefangen haben.
Das Misstrauen und Lügen ist ein Symptom davon, aber nicht die Ursache, ich denke auch nicht das kiffen.


Wolke
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 27 April 2019, 17:37:17
wolke, was meinst du ist der Grund, wenn es nicht das Kiffen ist. Ja, woanders weiß er sich zu benehmen. Hier ist er respektlos, ja wohl Erziehungsfehler, verwöhnt, von vorne bis hinten. Gerade auch so unverschämt, als ich im Bücherregal gewuselt habe, kam so schnippisch, ich dachte du willst Bewerbungen schreiben? Muss ich mir vom Sohn sagen lassen, was ich zu tun habe und ja, ich habe 3 tage lang von morgens bis am Abend damit zu gebracht Bewerbungen zu schreiben und mehr. Das man auch mal ein paar Stunden Pausen braucht, juckt ihn nicht und der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Er will halt raus, damit er die Kohle alleine für sich hat, da ist ihm das Befinden anderer egal. Selbst seine Freundin sagte ihm bereits, er sei egoistisch und würde nur an sich denken.

Wie er sich verhalten soll? Normal, pubertäres Gezicke ist in Ordnung, aber er ist unverschämt, fordernd und frech und manchmal tief verletzend. Sorry, aber da hört der Spaß dann doch auf. Ja, ich habe mehrfach mit Ihm über  Drogen, kiffen etc. gesprochen. Und ja, ich war schon alleine bei einer Beratung, aber was sollen die groß sagen? Wirkliche Hilfe war das auch nicht. Und ein Freund, der auch kifft, und wir das Thema hatten hat zu mir sogar gesagt, er findet es gut, dass man mit mir da so drüber reden kann. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Ein Vater der arbeitet in Schicht, der kann ja nun mal nicht anders, aber ein Vater, der kein großes Interesse hat, außer seine Schuldgefühle mit Geld auszugleichen, ist für mich ein Vater, aber kein Guter.

Alles was ich getan habe, habe ich gerne gemacht, aber ich muss mich jetzt nicht wie eine Fußmatte behandeln lassen, nur weil er sein Geld vom Jobcenter abgezogen bekommt und mir die Schuld gibt. Vielleicht kann man auch als Kind einfach mal Danke Mama sagen, es fehlt ihm an nichts, er hatte keine großen Einschränkungen. Er fordert höchsten und das ist es....Ja, ich weiß, er ist verwöhnt worden und auch jetzt geht es ihm gut. Er ist mit nichts zufrieden, er will immer mehr. Er hat den Führerschein, er will mit meinem Auto fahren, alleine lasse ich ihn nicht, da er nicht mit versichert ist als Fahranfänger, zudem sehr teuer. Kann ich mir nicht leisten und würde ich auch nicht zahlen, selbst wenn ich das Geld hätte. Letztens meinte ich, ich fahre hin und du zurück. Wie ein 3-jähriger geschmollt, dann fahre ich gar nicht. Ich meinte nur, er kann froh sein, dass ich ihn fahren lassen, normalerweise dürfe er gar nicht und er soll sich doch einfach mal zufrieden geben, mit dem was er hat. Er will nur Markenklamotten etc. Wie er das zahlen will, wenn er ausgezogen ist, ist mir ein Rätsel, aber nicht mein Problem. Hauptsache er verhungert nicht.

Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Angie am 27 April 2019, 17:56:05
Hallo Bigwoman

"Bigwoman"? Könnte man auch als Übermutter definieren. Nein, ich will dich nicht angreifen, ich war so eine BIGWOMAN.
Wenn ich deine Zeilen lese, kommt es mir vor, als wäre ich das. Ich hab ein sehr gestörtes Verhältnis zu meiner Tochter gehabt. Je mehr ich versucht habe einen Zugang zu ihr zu finden, um so mehr wandte sie sich von mir ab. Ich kenne also deine Gefühle.

Das hat mich so fertig gemacht, das ich zur Psychologin gegangen bin. Das erste was sie mir sagte: Lassen Sie ihre Tochter einfach in Ruhe! Das wollte ich einfach nicht hören. Ich hab geheult und gleichzeitig zugehört was sie mir alles sagte. Kurz, ich will nicht die ganze Geschichte aufschreiben, aber ich rief sie nicht mehr an, ich schrieb keine Briefe mehr, ich ließ sie links liegen. Das hat mir glaube ich, mehr weh getan als ihr!  Ein Satz will ich dir trotzdem mit auf den Weg geben, den die Psychologen mir damals sagte:

Hören Sie auf sich Gedanken zu machen und warten SIe die Zeit ab, egal wie lange es dauert. Denn nicht Sie haben sich von ihr entfernt, sondern ihre Tochter von ihnen. Wenn es also in Ordnung kommen soll, kann es nur von ihrer Tochter kommen. Sie wird den ersten Schritt tun. Tut sie es nicht, können Sie auch nichts tun, dann müssen Sie das akzeptieren. Ich habe vier Jahre gewartet. Dann kam sie auf mich zu, wollte sich entschuldigen. Ich nahm sie in den Arm und sagte, vergiß die Vergangenheit, wir finden einen neuen, einen guten Weg für uns neu anzufangen.

Ansonsten kann ich mich nur den Worten Wolkes anschließen.
Viel Kraft für die Zukunft wünscht dir
Angie
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 27 April 2019, 18:13:55
Angie, Danke auch dir. Bigwoman bezieht sich eher auf mein Gewicht..;-). Ich versuche so wenig wie möglich auf seine Angriffe zu reagieren momentan, er macht es einem aber auch nicht einfach. Man traut sich bald nichts mehr zu sagen und man muss sich auch nicht alles gefallen lassen. Ich freue mich, dass deine Tochter zu dir gefunden hat. Mein Sohn ist so garstig, weil er eben nur an Kohle denkt und das lässt er an mir aus. Ich kann nichts dafür, dass es momentan so ist, wie es ist.

Er weiß nicht nicht zu schätzen, wie gut er es hatte und wenn ich vergleiche mit den Beziehungen  seiner Freunde zu deren Eltern, ist er noch gut dran. Aber in dem Alter wollen die das nicht sehen...
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Angie am 27 April 2019, 18:17:52
Ich habe nicht die Zeit alles zu lesen, deshalb mal die Frage wie alt ist dein Sohn?
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 27 April 2019, 18:54:44
19, Angie
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Angie am 27 April 2019, 19:30:17
Dan wird es Zeit loszulassen und ihn seine Selbständigkeit finden lassen. Dabei macht er Fehler, aber die muss er machen, damit er seine eigenen Erfahrungen macht. Wenn er noch zur Schule geht, dann ist es natürlich für dich sehr schwierig, aber trotzdem. lass ihn gehen. Sag ihm das du jeder Zeit für ihn da sein wirst wenn er mit dir reden will, aber halte ihn nicht fest. Je mehr du dich darüber aufregst, um so schlimmer wird es.
Bei meinem Sohn hatte ich folgendes Problem: Der Sausack ließ überall wo  er war seine Klamotten fallen. Ich hatte ihm einen Wäschekorb ins Zimmer gestellt. Monatelang hab ich seinen Dreck weggeräumt, obwohl ich mit Engelszungen auf ihn eingeredet habe. Dann beschloss ich nichts mehr in seinem Zimmer anzufassen. (Er war 17 und grad in die Lehre  gegangen) Ich entschuldigte sein Verhalten immer wieder, bis ich einfach die Schnauze voll hatte. Es war schwer, nicht hinter ihm herzuräumen. Das Problem löste sich nach Monaten von selbst. Wieso? Einer seiner Fußballkumpel sagte zu ihm: "was bist du den für ne Sau. Meine Mutter hätte mir die Ohren lang gezogen!" Tja, die Beleidigung eines Freundes brachte die Wende. Ich hätte wohl noch Monate warten können.
Des nur ein Beispiel wie man sich verrückt macht, obwohl das nicht nötig gewesen wäre.
Was glaubst du wie er schauen würde, wenn du ihm plötzlich keine Vorschriften mehr machst, ihn gewähren lässt. Gefallen lassen musst du dir natürlich nichts. Und wenn er frech wird, kann man immer sagen: " Wenn du bereit bist auf Augenhöhe mit mir zu reden, kannst du gerne kommen. Aber nicht so und nicht in diesem Ton!"
Auch die Erfahrungen mit Freundinen müssen die Jungs eben machen. Glaube mir, die Zeit biegt doch meistens alles wieder hin.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Ina am 30 April 2019, 17:07:17
 
Er weiß nicht nicht zu schätzen, wie gut er es hatte und wenn ich vergleiche mit den Beziehungen  seiner Freunde zu deren Eltern, ist er noch gut dran. Aber in dem Alter wollen die das nicht sehen...

Liebe Bigwoman,

genauso ist es: In dem Alter will man sowas nicht sehen bzw. setzt man sich gedanklich gar nicht so intensiv damit auseinander. Anderes ist einem da einfach wichtiger – man hat tausend andere Dinge, Wünsche und Bedürfnisse im Sinn. Es ist ein Teil des Abnabelungsprozesses. Für die Eltern, insbesondere die Mutter, ist diese Zeit meist sehr schwer, aber sie gehört zum Erwachsenwerden dazu und ist ganz wichtig! Ohne die Ablösung von den Eltern kann ein "Kind" nicht lernen, selbstständig zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen. Und ganz sicher gehört dazu auch, dass das "Kind" Fehler macht und die ein oder andere Dummheit begeht. Das lässt sich wahrscheinlich kaum vermeiden, jedoch lernt man ja aus ebendiesen Dingen am meisten – und wie sollte man sonst eigenständig werden? Ich denke, dass das auch wichtige Schritte in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung sind, die jeder Mensch machen MUSS.

So schwer es auch ist, all die Veränderungen im Denken Deines Sohnes zu beobachten, sein Handeln mitzuerleben, welches dem von Dir gewünschten widerspricht, sein trotziges und vermutlich auch mal ungerechtes Verhalten abzukriegen, wirst Du es wohl oder übel aushalten müssen. Diese Phase geht auch wieder vorbei, wenn er sich selbst gefunden hat.

Ich glaube, Du musst Dich von dem Wunsch lösen, dass er den Weg geht, auf dem Du ihn gerne sehen würdest. Anders wird es nicht funktionieren und dass Du so darunter leidest, wird sich sonst auch nicht ändern können. Lass ihn seine Erfahrungen machen, auch wenn er dabei immer mal wieder auf die Nase fällt! Es hat alles seinen Sinn!

Dankbarkeit hin oder her – damit hat es wenig zu tun, glaube ich. Auch die Frage, wer an was "Schuld" hat, ist hier fehl am Platz. Er wird nicht vergessen, was Du alles für ihn getan hast, dass Du ihn großgezogen hast und für ihn da warst, so gut es Dir möglich war. Dass Du diesen Eindruck momentan trotzdem hast, kann ich nachempfinden. Aber wie gesagt, kannst Du Dir sicher sein, dass es ein notwendiger Prozess im Rahmen des Erwachsenwerdens ist und ihm auf lange Sicht zur Eigenständigkeit verhelfen wird. Es gibt keinen Grund, deswegen Deine Fähigkeiten als Mutter infrage zu stellen oder zu glauben, dass Du "versagt" hast!

Alles Liebe
Ina
 
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 02 Mai 2019, 12:19:47
Ina, danke für deinen Beitrag..Pubertät und Abnabelung ist das Eine, aber das Verhalten geht oft unter die Gürtellinie, ich bin überall die schlechte Mutter und deshalb will er hier raus, so die offizielle Version woanders. Hier aber geht es nur ums Geld. Der Vater lässt sich neuerdings verleugnen. Sohn hat sich das fein ausgedacht. Am Wochende möchte er natürlich hier wohnen und in den Semsterferiene etc. auch. Entweder will ich ausziehen, weil es hier so doof ist, oder eben nicht. Ganz oder gar nicht. Sicher kann er mal an den Feiertagen hier schlafen, aber wenn er ausziehen will wegen mir, dann bitte ganz. Also ist es ja nur wegen dem Geld. Das gäbe ja auch Probleme mit dem Jobcenter und außerdem, wer finanziert es, wenn er hier 2 Monate wohnt während der Semesterferien? Ich kann das nicht stemmen..Das wird noch ein riesen Krach geben...
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Wolke am 06 Mai 2019, 20:37:09
Guten Abend Bigwoman,

manches stößt mir echt sauer auf, es macht mich auch teilweise sprachlos.


Wie er sich verhalten soll? Normal, pubertäres Gezicke ist in Ordnung, aber er ist unverschämt, fordernd und frech und manchmal tief verletzend. Sorry, aber da hört der Spaß dann doch auf.

Da habe ich gedacht, aber genau SO verhalten sich doch pubertierende Kinder, es ist Normal, also verhält er sich doch normal O.O.
WO ist das Problem?
Auch Eltern können an der Pubertät ihrer Kinder wachsen.

Und ja, wenn man sein Kind von vorne bis hinten verwöhnt, ihm alles ermöglicht, ist man dann mit nichts mehr zu Frieden. Es geht auch den erwachsenen so. Wie soll er es auch anders kennen, es wurde ihm so anerzogen. Sicherlich verwöhnt jede Mutter/Vater sein Kind, aber man sollte wissen, was geht und was nicht, und nicht nur jetzt, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Ob Dein Ex-Mann ein guter Vater ist oder nicht, mag ich nicht zu beurteilen, aber ich kenne auch das, dass man glaubt mit Geld etwas wieder auszubügeln und entscheidet nicht ausschließlich ob man ein guter oder schlechter Vater ist.

Und ehrlich gesagt, mit 19 Jahren, müsste man es wissen, wie der Hase im Leben lang läuft, aber kommt nat auch immer darauf an, wie man es den Kindern beibringt.

Ich kenne so ein Verhalten von meinen zwei Kindern in keinster Weise. Meine gr geht zb, seit sie 15 Jahre ist arbeiten. Sie kauft sich das, was sie sich gönnen möchte, wie zb jetzt Konzertkarten im Dezember zu Xavier Naidoo. Sie weiß, wie viel man dafür in der Restaurantküche schwitzen musste und das es nicht selbstverständlich ist.
Ich finde, nur durch Erfahrung lernen sie, wenn man sie nat auch lässt.

Ich wünsche Dir vom ganzen Herzen das ihr da einen gemeinsamen Weg findet, auch wenn er mal etwas auseinander geht und eine kl Pause zw Euch entsteht. Wie schon fast alle hier geschrieben haben, wirst Du Zeit und Geduld aufbringen, Dich etwas als Mutter zurück nehmen, eigene Befindlichkeiten, oder mal etwas runterschlucken müssen und nicht alles auf die Goldwaage legen was es so zw Euch an Kommunikation gibt


Wolke
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Wolke am 06 Mai 2019, 20:50:27
Noch was vergessen -.-


Jeder Mensch hat das Recht auf seine Gefühle, und die darf und soll Dein Kind, und auch Du zum Ausdruck bringen dürfen.

Egal wie sehr es einem zusetzt erst einmal.

Aber danach, wenn man zu-, nicht nur hingehört hat, darüber wieder sprechen.


Das war´s jetzt :)

Wolke
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 10 Mai 2019, 20:31:28
Wolke, du schreibst zuerst, so verhalten sich pubertäre Kinder, aber du kennst es in keinster Weise von deinen. Das Verhalten manchmal geht über das pubertäre Verhalten hinaus, da gibt es auch nichts schön zu reden. Er belügt einen ständig, er sagt es sei einfacher. Er lügt mit wem er weg geht, denn mittlerweile sind es so gut wie nur noch die Freunde, die auch irgendwas konsumieren. Ich mache mir Sorgen und gehe kaputt daran....Wie gesagt, Pubertät ok, aber das geht darüber deutlich hinaus.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Mickie am 10 Mai 2019, 22:10:19
Huhu Bigwoman,

ich finds ja spannend was dein Sohn alles so treibt, aber besser würde ich finden, wenn du bei dir bleibst und schreiben was es mit dir macht. Ich finde nämlich du suchst Hilfe für dich hier, also schau was du für dich an der Situation positiv verändern kannst.

Nur mal so als Idee

LG Mickie
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 12 Mai 2019, 11:15:14
heute ist Muttertag und ich hatte  verlauten lassen, dass wir schwimmen und dann mit seiner Freundin essen gehen. Ok, er hätte keine Lust, aber ja. So, gester Nacht hat er vermutlich wie immer, wenn er auf was keine Lust hat einen Streit vom Zaun gebrochen, und gemeint, er hätte jetzt keine Lust mehr auf Schwimmen. Es war pure Absicht, und so berechnend. Jetzt sitze ich hier, heule und er gibt mir, wie immer die Schuld, damit er fein raus ist. Nachher ist er dann weg, weil er in Urlaub fährt. Ich halte das alles nicht mehr aus. Das Kiffen hat ihn so verändert und ich kann das nicht mehr..Die Verletzung dauernd. Rauswerfen geht nicht, dann sitze ich auf der Straße, dass ist das Problem und das weiß er und kann sich ja benehmen wie er will..
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: -Sachmet- am 14 Mai 2019, 07:01:15
Dass "Muttertag als eingeforderte Pflichtübung" in die Hose geht, hätt ich prophezeien können.. Sorry für die für dich unbequemen Worte, ich lese das jetzt auch bereits eine Weile mit, und es wird mit jedem Beitrag schlimmer. Butter bei die Fische, du bist finanziell abhängig von deinem Sohn momentan, wie du schreibst. Ist nicht gut. Steck die Mühe, die du in die Opferrolle als alles erduldende , alles erleidende Mami investierst in Suche nach anderen Möglichkeiten. Für dich. Ich weiss nicht, wie lange du schon in dem Rad steckst, dass dir ja andere eigentlich so viel schulden, du ja immer das Beste gibst, es dir aber niemand dankt. Find evtl raus, wie du da reingekommen bist und verlass das Rad. Such Arbeit, Wohnung, Unterstützung vom Amt, von Vereinen, die sich um solche Schwierigkeiten kümmern entc, denn auf der jetzigen Schiene fährt dein Zug keinen Meter mehr.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: limited edition am 16 Mai 2019, 02:36:44
Hallo Bigwoman!

Mein Rat wäre, das Problem mal beim Sozialamt anzusprechen, oder zunächst eine Sozialberatung aufzusuchen.
Denn: wenn Dein Sohn einmal ausgezogen sein wird, mußt du ja irgendwo bleiben, und du wirst nicht die erste sein, bei der sich mit dem erwachsenwerden eines Kindes etwas ändert.

Alles Gute,

limited edition

P.S.: Ich schaue hier nur hin und wieder herein, also könnte es sein, dass ich nicht antworten kann.
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 17 Mai 2019, 18:26:14
Sachmet, wenn du alles gelesen hättest, wüsstest du dass ich Wohnungen suche (seit 2 Jahren) und auch Arbeit...Und beim Amt bin ich längst....Es ist immer einfach zu schreiben mach dies und das. Ehrlich? Mir kann man nicht vorwerfen, ich kümmere mich nicht, damit ich nicht auf der Straße lande, im Gegenteil. Soziale Netzwerke, Jobbörsen und tonnenweise Bewerbungen und mit der Wohnungssuche, wer vom Amt lebt weiß wie schwer es ist eine angemessene Wohnung zu finden, es gibt fast nichts zu den Vorgaben. Und dazu muss man noch einiges beachten..Hoffe, ihr kommt niemals in die Lage, dass geht so schnell...
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Ina am 17 Mai 2019, 18:44:44
 
wer vom Amt lebt weiß wie schwer es ist eine angemessene Wohnung zu finden, es gibt fast nichts zu den Vorgaben. Und dazu muss man noch einiges beachten..

Es ist in der Tat nicht gerade einfach, eine Wohnung zu finden, für die das Amt die Miete übernimmt. Als ich damals nach einer neuen Wohnung gesucht habe, hatte ich das Glück, am Stadtrand etwas relativ Günstiges gefunden zu haben. Etwas außerhalb der Stadt sind die Wohnungen meist günstiger. Ich würde Dir außerdem empfehlen, nach privaten Vermietern zu suchen, weil dann keine Provision anfällt. Das war für mich sehr vorteilhaft und hat mir die Suche nach einer geeigneten Wohnung erleichtert.

Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg, dass Du bald etwas Passendes findet, liebe Bigwoman!

Viel Kraft und alles Gute!
Ina
 
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 17 Mai 2019, 20:45:06
Ina, woanders am Rande gibt es genau so wenig Wohnungen mittlerweile, es ist so extrem schlimm geworden und woanders am Rande haben die andere Vorgaben. Es ist zum verzweifeln....
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 17 Mai 2019, 20:48:48
Zu früh abgedrückt. Provision muss man heute nicht mehr zahlen, nur Kaution, oder meinst du sicher! Der Wohnungsmarkt ist im letzten Jahr ganz schlimm geworden, schlimmer als das Jahr noch zuvor. Habe ja beinahe täglich geguckt bzw. gucke noch. Wie oft habe ich gehört, keiner vom Amt. Ich bin kein Assi und bin nur durch unglückliche Umstände in die Lage geraten. Aber wenn man dann im TV die Sendungen sieht, dann wundert mich nicht, wenn keiner Mieter vom Amt will. Wie gesagt, ich sitze nicht tatenlos rum, aber irgendwie scheint die Pechsträhne nicht enden zu wollen. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch und bete schon seit Tagen, dass ich den Job bekomme!
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Ina am 17 Mai 2019, 23:37:37
 
Dass Mieter keine Provision mehr zahlen müssen, selbst wenn der Mietvertrag über ein Angebot eines Maklers zustande kommt, wusste ich gar nicht. Habe jetzt aber recherchiert und auch gelesen, dass seit einigen Jahren derjenige, der den Makler beauftragt hat, die Provision zahlen muss – und das ist in aller Regel der Vermieter. Gut zu wissen, denn ich begebe mich höchstwahrscheinlich auch bald auf Wohnungssuche.

Und ja, die Mietpreise sind wirklich enorm gestiegen, da hast Du recht!


Aber wenn man dann im TV die Sendungen sieht, dann wundert mich nicht, wenn keiner Mieter vom Amt will.

Das sieht zum Glück nicht jeder so. Mein Vermieter erzählte mir mal, dass er seine Wohnungen bevorzugt an Leute vermietet, die finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen, da er darin eine sicherere Einnahmequelle sieht. Er hatte nämlich schon mehrmals Mieter, mit denen es große Probleme gab, weil ihnen der Job gekündigt wurde und sie dann erstmal gar nichts mehr zahlen konnten...


Ich bin kein Assi und bin nur durch unglückliche Umstände in die Lage geraten.

Du brauchst Dich hier nicht zu rechtfertigen, Bigwoman. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen z.B. allein aufgrund von Depressionen oder sonstigen Erkrankungen nicht arbeiten KÖNNEN und daher auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, schließt man doch nicht gleich darauf, dass die Person ein "Assi" ist. Ich glaube nicht, dass hier jemand so eindimensional denkt. Und dass es die Wohnungssuche erheblich erschweren kann, wenn man sich in einer solchen Lage befindet, dürfte auch jedem klar sein.


Ich drücke Dir in jedem Falle die Daumen, dass Du den Job bekommst!
 
Titel: Re: Ich mag auch nicht mehr
Beitrag von: Bigwoman am 18 Mai 2019, 22:16:03
Ina, mit dem Assi, dass denken viele Vermieter, dass die die Wohnungen verwüsten etc. Ich hatte über 100 Bewerbungen, nichts. Bis diesen Monat. Hatte eines und habe jetzt noch eines, aber das heißt nichts. So viele hatte ich in 2 Jahren nicht. Keine Ahnung, ich hatte jetzt echt 2 Jahre die Hölle und bete, dass es endlich bergauf geht. Ich will arbeiten und dann muss ich gucken, dass ich eine günstigere Wohnung finde, was aber schwer wird. Günstigere heißt hier nur noch Brennpunkt oder Mini. Vielleicht verliebe ich mich ja nach über 10 Jahren auch mal wieder.

Man sagt ja immer, am Ende des Tunnels scheint ein Licht. Ich warte immer noch auf das Licht, aber es muss ja mal kommen...Hier ist soviel passiert die letzten Jahre, ich frage mich echt, wie ich immer noch aufstehe. Manch einer wäre schon aus dem Leben oder in der Anstalt. Ich hatte ja auch Tage wo ich nicht mehr wollte. Mein Kind ist momentan im Urlaub und ich brauche mir mal keine Sorgen machen und keinen Streit erleben. Wenn das Jahr so weiter geht, dann weiß ich nicht, wo ich ende, psysisch..