Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Gästebereich (Schreiben ist ohne Registrierung möglich) => Gästebereich => Thema gestartet von: why am 21 November 2021, 22:24:39

Titel: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 21 November 2021, 22:24:39
Hallo,
mir geht es seit ein paar Wochen ziemlich mies.
Ich hatte schon einige suizidale Phasen, aber diesmal ist es anders, in mir ist
ein regelrechter Drang, dass ich mich zerstöre und das geht weit über das SVV hinaus.
Ich bin über mich selbst irritiert und verstört und weiß nicht, was das zu bedeuten hat.
Was passiert da mit mir?
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ina am 22 November 2021, 04:47:47
 
Hallo why,

was da mit oder in Dir passiert, kann ich Dir nicht sagen, aber eines ist offensichtlich: Du brauchst Hilfe. Was Du hier beschreibst, ist für mich jedenfalls ein klares Zeichen dafür, dass Handlungsbedarf besteht.

Du sagst, Dein eigenes Verhalten irritiere Dich und Du wüsstest nicht, was es zu bedeuten habe. Ich kenne Dich nicht und habe daher keine Antwort darauf, aber ich kann Dir erzählen, wie es bei mir war. Vielleicht gibt es ja Parallelen?

Es liegt mehr als zehn Jahre zurück, aber ich erinnere mich noch gut daran, dass auch ich den Drang hatte, mich selbst zu zerstören. Dieser Drang war nicht mit Suizidgedanken gleichzusetzen. Ich habe mich selbst regelrecht gehasst, konnte mich – so, wie ich damals war – und mein Leben kaum ertragen und kam nicht mit mir, meiner Vergangenheit und letztlich auch nicht mit der Gegenwart klar. Meiner Situation musste unbedingt endlich ein Ende gesetzt werden, aber anstatt meine Lebensumstände und meine Lebensweise zu verändern, versuchte ich, mich selbst zu zerstören. Aus Verzweiflung, aus Wut und vor allem, weil ich mich aufgrund meiner Depression und meiner Ängste völlig hilflos und machtlos fühlte. Wenn man schon richtig tief drinsteckt, ist destruktives Verhalten leider einfacher, als große Veränderungen in seinem Leben zu schaffen.

Ich musste erst einmal begreifen, dass ich nicht „schlecht“ bin, obwohl mir dies jahrelang von anderen suggeriert und eingeredet wurde. Ich musste lernen, mich mit meinem Schmerz und meinen Schwächen anzunehmen, nicht mehr böse auf mich zu sein und wohlwollend mit mir umzugehen. Und ich musste einsehen, dass es mich nicht weiterbringt, mir selbst zu schaden – und dass ich mir mit diesem Verhalten selbst im Wege stehe. Es hat seine Zeit gebraucht, aber ich habe es geschafft, Nein zu meinem Selbstzerstörungsdrang zu sagen und den Großteil der damit verknüpften Verhaltensweisen aus meinem Leben zu verbannen. Dafür habe ich auch Unterstützung von außen gebraucht – und das möchte ich Dir ebenfalls ans Herz legen: Wenn Du bereits in therapeutischer Behandlung bist, mach es dort ganz offen zum Thema. Wenn das nicht der Fall ist, kümmere Dich um einen Therapieplatz! Um zu lernen, Dich selbst besser zu verstehen und etwas an Deinem Verhalten und in Deinem Leben zu verändern, ist das sicher ein guter, erster Schritt. Vielleicht sind auch andere Dinge hilfreich für Dich. Was mir selbst am meisten geholfen hat, war die Liebe sowie der Austausch mit Menschen, die mich verstehen, es gut mit mir meinen, sich aber auch nicht scheuen, mir ihre ehrliche Meinung zu sagen und mir auf liebevolle Weise den Spiegel vorzuhalten.


Alles Liebe
Ina
 
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Violetta am 22 November 2021, 09:12:40
Hallo Why,
hinter dem Drang sich selber zu zerstören, verbergen sich manchmal versteckte und komplexe Probleme für deren Lösung man einen Profi braucht. Hier möchte ich mich Ina Divas Beitrag anschließen, dass du dir Hilfe suchst.
Andererseits leben wir durch die Corona-Pandemie seit zwei Jahren und einer unsicheren und angespannten Situation, die besonders durch die Kontaktbeschränkungen auf sehr grundlegende Weise äußerst stressig ist. Kurz bevor ich heute Morgen zur Arbeit aufbrechen wollte, hatte ich den Wunsch alles kurz und klein zu schlagen. Es war eine Reaktion auf die ganzen Unsicherheiten und Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Vor einigen Jahren hätte ich diese Aggression noch auf mich selber gelenkt, weil man mir eingetrichtert hatte, ich dürfe weder aggressiv noch wütend sein. Und etwas kaputt machen war ganz und gar verboten. Also konnte ich Wut und Aggression nur gegen mich richten. Dann habe ich gelernt, dass ich ein Recht auch auf meine negativen Gefühle habe. Wenn ich erkenne woher meine Wut kommt, kann ich manchmal die Ursache beseitigen. Aber häufig kann ich nichts tun oder ändern. Dann muss die Wut umgelenkt werden oder eine andere Form bekommen, damit sie mir nicht schadet.
Es ist nicht klug, das Auto des Nachbarn zu zertrümmern, oder die eigene Wohnungseinrichtung zu zerschlagen. Aber: Liegt im Keller noch Zeug, dass zum Wertstoffhof soll? Das darf kurz und klein geschlagen werden. Dann passt es vielleicht sogar in die Mülltonne. Hat man irgendwelche alten Zeitungen und Zeitschriften rumliegen? Die dürfen zerrissen und zerfetzt werden, bis die Schnipsel fliegen. Manchmal hilft es einen imaginären Feind zu bekämpfen und seine ganze Wut und Anspannung daran auszulassen. Meine „Lieblingsfeinde“ sind Schmutz und Staub auf dem Hof, die ich mit dem Besen bekämpfe und im Herbst das Laub, dem ich mit dem Rechen den Garaus manche.
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 24 November 2021, 19:42:41
Vielen Dank für eure Rückmeldungen.
@InaDiva: deine Situation vor 10 Jahren trifft so meine Situation heute ziemlich gut. Ich bin in Therapie und habe auch eine Ärztin. Beide kennen mich recht gut und wenn ich das richtig deute, auch etwas überrascht über dieses Denken.
Meine Ärztin hat mich jetzt krank geschrieben, denn ich muss aus der Situation meiner Arbeit raus, das hat aber zu Folge, dass meine Wiedereingliederung abgebrochen ist. Und schon geht das Gedankenkarusell rund.
Mir fehlt zur Zeit die Fähigkeit, klare Gedanken zu formulieren, in mir herrscht Chaos im Kopf, ich weiß
nicht mehr weiter
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ponyhof am 28 November 2021, 18:59:22
Liebe why

keine Ahnung ob das stimmt, was verstehe ich schließlich von Psychologie?
Aber ich habe den Eindruck, dass dieser Drang sich zu schaden und zu zerstören "eigentlich" etwas sehr wichtiges ist. Nämlich: Mir haben schon diverse Ärzte erklärt, dass man zum Aufarbeiten von Traumata Widerstände überwinden muss. Teilweise sehr sehr starke Widerstände. DAS sei das Problem. Dass man sich sträubt und fürchtet und nichts weniger will als das Problem angehen. Auf keinen Fall!
ICH habe es so gemacht (und ich habe den völlig subjektiven Eindruck, dass es tatsächlich funktioniert - so und nicht anders), dass ich die ganze Selbstzerstörungsenergie in diese Richtung gelenkt habe. (Schließlich war der Widerstand ja auch ein Teil von mir). Feuer frei und
*Peng* fiel der Widerstand und die Therapie machte gute Fortschritte.
Ich habe keine Ahnung, ob das pures Glück war bei mir, oder ob die Natur das so eingerichtet hat, um dem Menschen ein Mittel zu geben auch sehr starte Widerstände zu überwinden.
Ich kann nur sagen, dass - als die schlimmsten Traumata verarbeitet waren - dieser akute Selbstzerstörungsdrang nachließ. So als hätte ich ihn dann nicht mehr benötigt. Aufgabe erfüllt.
Aber wie gesagt:
Das ist nichts weiter als meine ganz persönliche Erfahrung. Ahnung habe ich keine.

Alles Gute
Ponyhof
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 05 Dezember 2021, 00:08:30
Hallo,
vielen Dank für die Rückmeldungen.
Mir geht es immer noch nicht besser und der selbstzerstörische Drang wird immer größer.. Mein SVV ist jetzt täglich. Und auch meine Tabletten habe ich abrupt abgesetzt.  Zwischendurch schaltet sich mein Kopf ein und sagt, dass das nicht in Ordnung ist, aber ich lass es gewähren.
Beim Lesen eurer Beiträge habe ich gedacht, ja- das stimmt und trifft irgendwie auch auf mich zu,
aber- ich habe keinen klaren Verstand mehr, in mir herrscht Chaos im Kopf, und ich weiß nicht weiter.
Trotzdem vielen Dank
wozu
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ina am 05 Dezember 2021, 01:57:57
 
Halllo why,

hast Du abgesehen von der Therapie und der Ärztin jemanden, mit dem Du reden kannst / möchtest? Eine gute Freundin vielleicht? Geschwister / Familie? Partnerschaft? Mir hat es damals immer gutgetan, mich jemandem anzuvertrauen und ich brauchte das Gefühl, nicht völlig allein dazustehen und mich an jemanden wenden zu können, wenn es gerade besonders schlimm ist. Jemanden, der über meine Situation Bescheid weiß (das muss ja nicht gleich jedes kleinste Detail umfassen) und mich „trotzdem“ mag und schätzt.

Ich glaube, im Moment wäre es gut, wenn Du möglichst wenig alleine wärst.

Und wenn Du das Gefühl hast, den Verstand und die Kontrolle über Dein Handeln zu verlieren, solltest Du ernsthaft darüber nachdenken, Dich für eine Weile in eine Klinik zu begeben – schon allein aus Selbstschutz.


Alles Liebe und viel Kraft

Ina
 
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 29 Dezember 2021, 19:48:48
Hallo,
ich habe mich eine Weile nicht gemeldet. Habe versucht, mir etwas Gutes zu tun - War eine Woche an
der Ostsee in einem schönen Hotel. Das Wetter war eher grauselig, neblig und kalt. Ich war sehr unkonzentriert und habe mit meinem Wagen einen Crash gebaut. Na ja, es gibt Schlimmeres.
Es waren so gut wie keine Gäste im Hotel und das war schon irgendwie gespenstisch.
Hatte aber den Vorteil, dass ich die Sauna für alleine für mich hatte. Aber irgendwie tat mir das nicht
gut, es kamen ganz viele dunkle Gedanken hoch.
Schön waren noch die Massagen, die ich mir gegönnt habe.
In der Woche drauf war ich ein paar Tage in einem anderen Hotel in einer anderer Gegend. Hier war
ich tatsächlich der einzige Gast, gar nicht schön. Und auch hier wurde mir meine Unkonzentriertheit
so richtig vor Augen geführt, ich habe mich ständig verlaufen. Es war eigentlich ein kleiner Ort, ich
habe aber 2 Std. gebraucht um wieder ins Hotel zu finden.
Ja, und über die Feiertage war ich dann 1. bei meinem Bruder: das wahr so emotional kalt und herzlos,
und 2. bei meiner Tante, das war gut.
Jetzt bin ich wieder bei mir zu Hause.
Ich hatte vor Weihnachten einen Wasserschaden und mein Wohnzimmer/Küche sind jetzt eine Baustelle. Das Laminat hat sich zu einem großen Teil gewölbt und es wurden auch schon etliche Platten gelöst, auch das darunterliegende Parkett.
Man kann sich also vorstellen, dass es in der Wohnung nicht mehr schön ist.
Aber,
was viel schlimmer ist, ich habe das starke Gefühl, dass ich am Ende bin. Meine Kraft ist damit draufgegangen, dass ich etwas Gutes für mich selbst tun wollte. Ich sehe absolut keine Wende, eher
das Gegenteil. Ich kann nicht mehr.
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Wohlstandspudel am 29 Dezember 2021, 20:02:43
hallo why, ich kann dir da nur raten das du mit dienem therapeuten spricht undund du überlegen solslt ob es nciht sinvoll ist in eine spezialklinik zu gehen.

alleine wirst du da nur sehr schwer rauskommen.

ich drücke dich
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 02 Januar 2022, 00:35:18
Wieso habe ich sogar Pech mit der Telefonseelsorge - schon wieder besetzt.
Ich kann nicht mehr, hab mich heute auch schon heftig geschnitten.
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Wohlstandspudel am 02 Januar 2022, 10:48:12
hallo why

die telefonseelsorge die so sehr angepriesen wird, kann man vergessen!

da sitzen einige mitarbeiter gegenüber 1000den menschen die täglich nicht durchkommen weil es immer besetzt ist.

da du offensichtlich einmassives problem hast, empfehle ich dir dass du notfalls den ärztlichen notdienst anrufst und sich einweisen lässt.

du kannst auch morgen früh zu deinem hausarzt und dir eine einweisung in eien klinik geben lasse.

probem ist aber dies alles ist nur eine vorübergehende notlösung und auf lange sicht, muss du mit deinem therapeuten / psychaiter besprechen welche therapiemöglichkeiten es noch gibt.

ihr könnt da einen antrag auf einen platz in eine spezialklinik stellen und es gibt auch die möglich erstmal medikamente zu bekommen.
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 04 Januar 2022, 00:58:51
@Wohlstandspudel: du schreibst, ich habe offensichtlich ein massives Problem.
Ich denke du hast Recht und das habe ich, nachdem ich großen Mist gebaut habe, auch eingesehen.
Gestern habe ich mir die P-------dern aufgeschnitten und wirklich heftig. Da kam mir dann der Gedanke, was machst du hier eigentlich? Ich habe dann eingesehen, dies ist nicht der richtige Weg, habe ein Taxi gerufen und mit zur Notfallstation.
Der diensthabende Arzt hat die Wunde versorgt und teilte mir mit, dass ich noch ein Gespräch mit der Psychiaterin im anderen Krankenhaus führen müsste, danach könnte ich gehen. Ich wollte das nicht, ließ mich dann darauf ein, mit dem Versprechen, dass ich dann auch wirklich gehen könne.

Dort angekommen war alles ganz anders. Ich wollte vor dem Gespräch mit der Ärztin noch eine rauchen, das durfte ich aber nicht, obwohl ich warten musste.
Die Ärztin teilte mir mit, dass ich mindestens über Nacht dableiben muss. Nach meiner Erwiderung dass der andere Arzt mir was Anderes gesagt hat, meinte sie nur, dass interessiert sie nicht. Wenn ich das nicht will, würde sie jetzt noch einen Beschluss besorgen, mittlerweile war es 2.00 Uhr.
Am Vormittag würde dann die Oberärztin auf mich zukommen. Der Vormittag war dann um 16.00 Uhr.
Diese Ärztin war nett. Ich konnte ihr sagen, dass es Mist war, was ich gemacht habe und dass
ich mich davon distanziere. Außerdem schon noch, dass s......... Gedanken vorhanden sind, aber nicht
drängend und dass ich therapeutisch gut aufgestellt bin.
Vielleicht brauchte ich diesen Mist, den ich mir da angetan habe aber, um klarer zu kriegen, dass ich
es alleine z.Zt. nicht packe. Ich habe mich entschlossen in eine Klinik zu gehen, aber auf keinen Fall in die von heute Nacht.
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ina am 04 Januar 2022, 01:37:47
 
Ich habe mich entschlossen in eine Klinik zu gehen, aber auf keinen Fall in die von heute Nacht.

Hallo why,

eigentlich möchte ich Dir nur sagen, dass ich Dir sehr wünsche, dass Dein Entschluss von Herzen kommt und Du ihn möglichst bald in die Tat umsetzt.
Es ist nämlich ein guter und sinnvoller Entschluss. Du hast nichts zu verlieren!

Alles Liebe für Dich. Ich wünsche Dir Mut, Durchhaltevermögen und dass Du die Hilfe bekommst, die Du brauchst!
 
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Wohlstandspudel am 04 Januar 2022, 09:54:54
hallo why

ja du darfst dir da nciht einschüchtern lassen vond er einen ärztin, denn hier geht es um deinen eigenen shcutz, sie will dir nichts böses.

es gibt spezielle fachkliniken die aud bestimmte psychische erkrankungen spezialisiert sind und dort sieht es eher aus wie in einem hotel, nciht vergleihcbar mit einer normalen psychiatrie.

wichtig ist aber dass du dich an eine therapeuten / psychaiter wendest, denn nur über diesen kannst du einen antrag auf klinik stellen.

ich wweiß ja nicht ob du aktuelle einen arzt hast, aber es gibt auch die möglickeit dass du erstmal medikamnete bekommst, die kann dir auch der hausarzt verschreiben.

generell musst du dir aber auf lange sicht einen festen therapeuten (psychiater) suchen mit dem dud ann das weitere vorgehen besprichst.

problem ist jetzt aktuell nur dass man mit lnagen wartenzeiten rechnen muss, denn die fachärzte haben kaum temrine frei, aber irgendwo und irgendwann musst ja den ersten schritt machen.

wenn du adressen brauchst dann suchen wir dier hier gerne welche raus,
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: ToteMoewe am 04 Januar 2022, 11:45:51
Hey why.

Auch ich finde es stark und super mutig von dir - erstmal, dass du dir Hilfe geholt hast und zur Notaufnahme gefahren bist. Und dass du dich jetzt sogar noch dafür entschieden hast, in eine Klinik zu gehen.

Alles Liebe und ganz, ganz viel Kraft für dich!

-Moewe
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 04 Januar 2022, 19:48:48
Vielen Dank für eure Rückmeldungen.
Diese Entscheidung ist mir auch nicht leicht gefallen, ich habe aber eingesehen, dass ich es alleine nicht schaffe.
Meine Wunschklinik hat erst in 4 Wochen einen Platz frei, außerdem nehmen sie keine Akut-Fälle, von daher wäre ich für Adressen sehr dankbar!!
Denn ich weiß, ich brache wirklich zeitnah Hilfe. Bin am Ende
Ich habe eine Psychiaterin, es ist aber so, wenn ich unangemeldet erscheine, habe ich meistens 30 Leute vor mir und schon erlebt, dass die Sprechstundenangestellten dann sagten - nichts geht mehr
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Crying Angel am 04 Januar 2022, 20:23:59
Hallo why,
Erstmal gut, dass du dir Hilfe gesucht hast und jetzt auch bereit bist in eine Klinik zu gehen.
Bezüglich nem Termin bei deinem Psychiater, ruf doch einfach mal in der Praxis an und sag, du bräuchtest dringend einen Notfalltermin. Meist haben die immer nen paar Termine für Notfälle in petto, oder dein Psychiater soll dich bitte dringend mal zurück rufen, dann kannst du ihm erklären, dass du dringend einen Termin bei Ihm/Ihr brauchst.
Lass dich auf jeden Fall bei deiner Wunschklinik auf die Warteliste setzen, ich finde 4 Wochen warten noch recht gut, ich hab damals in meiner Wunschklinik fast 5 Monate auf ne Aufnahme gewartet.

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute.

LG Michi
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 15 März 2022, 18:54:11
Hallo - ich bin zurück. Seit einer Woche bin ich nun wieder zu Hause.
Insgesamt war ich 8 Wochen in der Klinik. Es war anstrengend und ging ans Eingemachte.
Hinzu kamen erhebliche Schlafschwierigkeiten, vielleicht ein Zeichen, dass es viel in mir gearbeitet
hat. Die Therapeutin meinte zum Schluss, dass sie gerne mit mir gearbeitet hat. Den Eindruck hatte
ich nicht. Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Ich hatte Bedenken, wieder in meine "Baustellenwohnung mit dem Wasserschaden" zu fahren oder war es eher Angst?
Nun- wie geht's mir heute?
Ich fühle mich unendlich müde und kraftlos und schlafe sehr viel, es ist, als ob ich Schlaf nachholen
müsste.
Natürlich waren in der ersten Woche auch viele Arzttermine zu erledigen. Meine Psychiaterin sagte gleich, vor 4 Wochen bräuchte ich an die Wiedereingliederung überhaupt nicht denken und gestern sagten sowohl die APP-Begleiterin als auch meine Therapeutin, das würde viel länger dauern. Ich versuche es zu akzeptieren.
Heute musste ich noch mal zur HÄ die mir eine Überweisung zur Magenspiegelung mitgegeben hat. Es nimmt einfach kein Ende.
Meine Vermieterin war gestern auch noch da und es wurde festgestellt, dass die Wände noch immer nicht trocken sind. Ich hab die Nase voll.
Und wie siehts stimmungsmäßig aus?
Innerlich bin ich sehr unruhig und habe enormen Schneidedruck, dem ich schon 2x nachgegeben habe. Das gute Gefühl danach hält leider nur kurz.
Ich mag nicht mehr kämpfen und hab das Gefühl ich rutsche wieder in suizidale Gedanken, nach dem Motto, mit dem Tod ist es endlich vorbei.
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ponyhof am 16 März 2022, 06:08:51
Hallo Why

erstmal willkommen zurück. 🙋🏼‍♀️
Mein erster Gedanke war "Selbst- und Fremdwahrnehmung? - Oder doch professionelle Lügen?"
Ich war natürlich nicht dabei, habe natürlich Deine Therapeutin nie gesehen, das sind natürlich zu 100% Vorurteile, was ich denke. Aber ich persönlich glaube, dass dieses "Ich habe gerne mit Ihnen gearbeitet" ein Standard Satz ist. Er ist als Lob gemeint, dass Du Dich bemüht hast und soll Dir ein gutes Gefühl geben, dass Deine Arbeit gesehen und anerkannt wird.
Hat bei mir noch nie funktioniert.
Mir ging es jahrelang wie Dir:
Die sagten so etwas. Mein Bauchgefühl sagte was anderes. Die waren Profi, ich war bloß ich, also war mein Bauchgefühl falsch, weil ich zu dumm war die "richtigen" Gefühle zu haben...
Es war sehr schmerzhaft festzustellen, wie lange ich wie ein Schaf versucht hatte jede "schöne" Lüge zu glauben - und es war sehr hilfreich. Seit ich nicht immer, wenn irgendwer (insbesondere ein Halbgott in weiß!) etwas sagt was meiner Intuition widerspricht, sofort davon ausgehe, dass der die Wahrheit sagt und ich spinne, kann ich mich langsam aber sicher wieder auf mein Bauchgefühl verlassen. Das ist nämlich gar nicht schlecht eigentlich! Mein Vertrauen in die Ärzte sinkt - aber mein Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung steigt. Ein guter Tausch!!!

Ich würde daher sagen: DU hattest nicht den Eindruck dass die Ärztin gerne mit Dir gearbeitet hat? Nun, dann würde ich das erstmal glauben, warum solltest Du Dir sowas einreden? Vielleicht hat die Frau generell keinen Spaß an ihrem Job, gerade ne schlechte Phase... vielleicht stimmte zwischen Euch auch die Chemie nicht oder sonstwas... Das sagt sie dann natürlich nicht, sondern spielt pflichtbewusst das Profi-Standardprogramm ab - kann doch sein?

Oh Mann, Du hast im Moment aber wirklich Baustelle an Baustelle an Baustelle. Viel Schlaf ist nach meiner Stammtisch -Psychologen Weltsicht was gutes. Weil. Man (also jedenfalls ICH) hat doch ohnehin keine Energie 16 Stunden am Tag das Leben ins Lot zu bringen. Keine Chance. Und solange man sich dermaßen scheußlich fühlt, ist "Freizeit" sowieso raus. (Was tue ich in der Zeit, in der ich von "versuchen dem Leben positive Aspekte abzuringen" frei habe? - Ritzen, Trinken oder sowas? - eben) . Ich finde daher viel schlafen die beste Option überhaupt, gerade wenn man tief im Unterbewusstsein rumgepopelt hat, ist Ruhe oft total hilfreich. Gibt da irgendwelche Trauma - und - Ruhe Zusammenhänge. Kannst Du googlen, wenn es Dich interessiert, ich erkläre das sonst bestimmt nicht richtig. ICH habe (Stichwort Bauchgefühl) jedenfalls festgestellt, dass ich viele viele aufgewühlte Dinge mit viel Schlaf verarbeite. Da ist dann schätzungsweise das Unterbewusstsein am Werk, was (logisch eigentlich) halt entsprechende Arbeitsbedingungen - also genug guten Schlaf braucht.

6.00 Uhr - mein Wecker hat geklingelt... Denn während ich hier semi kluge Überlegungen zum Thema schlafen anstelle, kann ich selbst nicht schlafen, liege wach und grübele. Dreh Dich doch nochmal um, @why und schlaf nochn Stündchen. Ich geh Mal arbeiten...
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 08 April 2022, 19:25:45
Jetzt bin ich mittlerweile einen Monat wieder zu Hause, bin total frustriert und habe das Gefühl, es geht keinen Schritt vorwärts.
Ich werde ja von der APP begleitet und die sagen mir, ich muss Geduld haben, was ich ja auch versuche.
Aber ist es wirklich normal, so schnell erschöpft zu sein (z.B. wenn die APP da war brauche ich hinterher mindestens 2 Stunden Pause, wo ich mich auch hinlegen muss).
ICH KANN NICHT MEHR und ich spüre, dass wieder Gedanken aufkommen, wozu das Ganze, lohnt sich nicht, besser ist es, ich bin tod.
Ich bin ratlos
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: jhjhh am 09 April 2022, 10:37:46
hallo why

in der tat braucht man was psychische erkrankungen betrifft viel geduld, die, die meisten eben nicht haben.

was ist denn die app?

ich kann dir hier nur raten dass du dich da nicht zu extrem reinsteigerst und du musst dann notfalls mit deinem therapeuten reden wenn du das gefühlt hast es würde dir schelchter gehen.

falls der app so ne art betreuungsdienst ist, dann ist es mir auch ein rätsel warum du da so ausgelagt bist danach.

da muss man schauen ob es generell so ist oder nur nach dem besuch dieses app.
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 12 April 2022, 19:54:40
Ja, APP ist ambulante psychiatrische Pflege.
Sie kommen 3x in der Woche und sollen mir dabei helfen, Tagesstruktur zu finden, aufbauende Gespräche führen, Antriebssteigernde Maßnahmen (z.B. Spazierengehen ) durchführen.
Ich habe 2 Pflegerinnen, die mir beide gesagt haben, ich brauche viel Geduld, ich finde, ich hatte diese Geduld und ich sehe keinen Fortschritt. Ich kann einfach nicht mehr und will auch nicht mehr.
Ich bin der absolute looser, wozu das alles noch, ich weiß es nicht
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Robert am 13 April 2022, 04:02:21
Hallo why,

ich bin ein Leidensgenosse. Es tut mir  sehr leid dass es Dir so schlecht geht. Ich will nicht schreiben was mir geholfen hat.
Denn geholfen im wörtlichen Sinn hat es nicht. Es hat ein paar Minuten Luft geschafft. Das kleine Einmaleins
im Gedächtnis aufsagen oder laut wenn frau/man allein ist. Wahrscheinlich blöd aber ich würde Dir so gerne irgendwie helfen.

Alles Liebe und Gute
Robert
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ina am 13 April 2022, 06:06:06
 
Hallo why,

Du erzähltest vor ein paar Tagen von Deiner Erschöpfung:

Aber ist es wirklich normal, so schnell erschöpft zu sein (z.B. wenn die APP da war brauche ich hinterher mindestens 2 Stunden Pause, wo ich mich auch hinlegen muss).

Normal? Nun ja, wie man's nimmt. Für einen Menschen, der psychisch gesund und einigermaßen stabil ist: Wahrscheinlich eher nicht, wobei es sicher auch da Ausnahmen gibt. Bei vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen sieht es mit den Kraftreserven aber nun mal etwas anders aus: Alltägliche Aufgaben kosten viel Überwindung oder man kann sich gar nicht dazu aufraffen, man ist schneller erschöpft, hat ein erhöhtes Ruhebedürfnis und muss sich seine Energie gut einteilen. So finde ich es auch gar nicht ungewöhnlich, wenn Du nach einem Termin mit der APP erstmal kaputt bist, Zeit für Dich brauchst und Dich ausruhen möchtest bzw. musst. Offenbar musst Du Deine „Akkus“ danach erstmal wieder aufladen – und das ist doch in Ordnung! Übrigens kann die Erschöpfung auch ein Zeichen dafür sein, dass sich in Dir etwas „bewegt“ und dass „es in Dir arbeitet“. Das ist anstrengend, gehört aber dazu.

Das Sinnbild mit den „Akkus“ ist eigentlich ganz gut: Bei Dir, bei mir und auch bei vielen anderen Menschen mit seelischen Problemen entladen sich die Akkus schneller als bei gesunden Personen. Das ist einfach so und müssen wir wohl erst einmal so akzeptieren. Wichtig ist nur, dass wir wissen, wo wir Steckdosen zum Wiederaufladen finden und dass wir uns die Zeit dafür nehmen, wenn wir merken, dass es nötig ist. Für Dich ist eine Pause mit hinlegen, ausruhen und vielleicht auch schlafen so eine „Steckdose“. Für mich ist es z.B. das Beobachten von Vögeln, wobei ich wieder ein bisschen Kraft tanken kann. Und es gibt noch ganz viele andere Möglichkeiten. Welche davon für einen persönlich geeignet ist, findet man heraus, indem man es ausprobiert. Vielleicht achtest Du zwischendurch öfter mal ganz bewusst darauf, was Dich zur Ruhe kommen lässt, was Dir guttut und bestenfalls auch Spaß macht. So ein kleines Repertoire an unterschiedlichen „Steckdosen“ kann im Alltag wie auch in Krisensituationen wirklich hilfreich und entlastend sein. Wenn die Akkus immer zumindest bis zur Hälfte voll sind (oder zügig wieder so weit aufgeladen werden, wenn man mal mehr verbraucht hat), fällt vieles gleich ein bisschen leichter.

Ich hoffe, meine Metaphern sind nicht zu kompliziert gedacht...

Ich wünsche Dir, dass Du nicht zu viel von Dir selbst erwartest, Dir eine gewisse „Schwäche“ zugestehst und Dich und das, was Du leisten kannst, nicht daran misst, was andere vielleicht können.


Alles Liebe für Dich
Ina


@ Robert: Nein, das ist überhaupt nicht blöd! Alles, was hilft – und sei es „nur“ um den Moment zu retten – ist gut! Ich mache so etwas übrigens auch. Zählen, rechnen, das kleine und das große Einmaleins im Kopf durchgehen, Quersummen ausrechnen usw...
 
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ponyhof am 13 April 2022, 06:09:48
Hallo Why

Also ich finde es kein bisschen verwunderlich, dass Du nach dem APP Besuch total ausgelaugt bist.
Wenn Du (zum Beispiel) die Hüfte gebrochen hättest und regelmäßig käme der Physiotherapeut, dann würde es absolut NIEMANDEN wundern, wenn Du nach den Physio-Übungen physisch UND psychisch total ausgeknockt wärst, stimmt's? Heilung ist anstrengend, Übungen ZUR Heilung sind doppelt anstrengend. Man muss Dinge lernen, die man (aktuell) nicht kann, neue Routinen entwickeln... Alles sehr SEHR anstrengend.

Jetzt hast Du nicht die Hüfte gebrochen, sondern die Seele, wenn man das so formulieren möchte. 😉 Und es kommt die "Seelenphysio" zu Übungen. Heilung ist anstrengend, Übungen zur Heilung sind doppelt anstrengend. Man muss Dinge lernen, die man aktuell nicht kann... Also ich wundere mich gar nicht, dass Du danach physisch und psychisch erstmal total ausgeknockt bist.

Wenn überhaupt würde ich es als gutes Zeichen werten. Denn: Nur Übungen, die fordern, können auch Erfolg bringen. Dass es anstrengend ist, bedeutet doch, dass Ihr an den Punkten dran seid, die Dir schwerfallen.

Niemand hat gesagt, dass es leicht wird, aber ich habe gerade nicht den Eindruck, dass es bei Dir so trostlos ist, wie es Dir vorkommt. 🙋🏼‍♀️🙋🏼‍♀️🙋🏼‍♀️
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 23 April 2022, 23:37:19
Ich bin frustriert,
nun versuche ich ja schon seit fast 2 Monaten Geduld mit mir zu haben und Pausen einzulegen (das klappt gut, weil ich sie immer noch dringend brauche), aber ich spüre NULL-Fortschritte.
Dann komme ich wieder ins Zweifeln, sage ich mir nur dass ich geduldig bin und es ist gar nicht so, habe ich wirklich akzeptiert, dass z.Zt. nicht mehr drin ist? Ich habe keinen Plan mehr, wie es weitergeht und das macht mir Angst und frustriert mich.
Vorgestern hatte ich Therapie: meine Therapeutin meint, es wäre besser, wenn ich in die Tagesklinik gehe. Das habe ich aber stark von mir gewiesen, weil man nach meiner Erfahrung dort nur rumsitzt und nicht wirklich viel passiert.
Dann soll ich mir wenigstens einen Wochenplan machen, aber damit bin ich total überfordert und das frustet natürlich auch.
Dieser Frust trägt dazu bei, dass ich mich wieder öfter schneiden muss. Ich bin noch immer in diesem Teufelskreis und sehe keinen Ausweg.
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ina am 24 April 2022, 04:57:57
 
Hallo why,

inwiefern bist Du mit dem Erstellen eines Wochenplans überfordert? Kann man Dir dabei helfen?

Vielleicht machst Du Dir erstmal eine Liste mit Dingen, die Dir einfallen, die in der jeweiligen Woche erledigt werden müssen. Anschließend schaust Du, wie Du sie auf die einzelnen Tage verteilen kannst, ohne dass es Dir zu viel wird. Wichtig finde ich, dass in einem Tages- oder Wochenplan nicht nur lauter Aufgaben stehen, die anstrengend sind und Überwindung kosten, sondern dass auch angenehme Dinge mit untergebracht werden und Zeiten für aktive (!) Pausen eingebaut werden.

Lieben Gruß
Ina
 
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 27 April 2022, 19:34:59
Hallo Ina,
mit dem Wochenplan klappt jetzt so einigermaßen. Doch auch dieser strengt mich an.
In dieser Woche habe ich auch bis jetzt jeden Tag Therapeuten angerufen bzw. versucht, denn meine
Therapeutin geht in Ruhestand.
Am Montag war ich in einem "Cafe" für Betroffene, für mich ein großer Kraftakt aber ich konnte mich drauf einlassen. Hinterher war ich wieder total kaputt.
Heute war ich auch aktiv, ich habe Balkonblumen eingepflanzt. Jetzt sieht das alles schon etwas freundlicher aus. Aber: ich registriere das und kann mich nicht freuen.
Das ist ja auch wohl normal. Leider.
Ansonsten herrscht mein Erschöpft sein noch vor und auch mich spüren wollen durch Schneiden ist nicht vorbei.
Insgesamt gesehen geht es immer mehr in die Richtung : ich kann nicht mehr, obwohl ich soviel ausprobiere.
Müde Grüße
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 02 Mai 2022, 19:49:29
Morgen muss ich wieder zu meiner Psychiaterin, was kann ich erzählen? - Nichts, es geht nicht einen Schritt vorwärts, obwohl ich mir Mühe gebe.
Das Gegenteil ist der Fall, ich verliere das bisschen Kraft, was ich noch habe und mag nicht mehr.
Ich bin so müde .
Ich glaub, mir kann keiner mehr helfen und hab absolut keine Ahnung ob es für mich weiter gehen kann. Mein sehnlichster Wunsch ist es, dieses Leben zu beenden.

Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Robert am 03 Mai 2022, 03:31:16
Hallo why,

nimmst Du irgendwelche Medikamente?
Was denkst Du sind die Auslöser für Deine jetzige Situation?
Lebst Du alleine?
Du musst mir natürlich Antworten, wenn es Dich zu sehr anstrengt.
Oder schreib einfach ein paar Sätze was Dich im Moment bewegt.
Oder  schreib einfach "Hallo".
Ein Witz: Psychiater: "Halten Sie sich schon lange für einen Prinzen?"
                               "Nein, erst seitdem ich kein Frosch mehr bin."
Alles liebe und Gute
Robert
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: why am 05 Mai 2022, 19:44:02
Ich habe in den sauren Apfel gebissen und mich für die Klinik angemeldet. Am Montag geht's los.
Heute habe ich mir die Krankenhauseinweisung geholt.
Ich sehe nach vielen Gesprächen mit der Psychiaterin, meiner Therapeutin und auch der APP-Begleitung keinen anderen Ausweg mehr.
Es ist für mich ein sehr schwerer Weg, und so wie es mir jetzt geht komme ich auch nicht auf eine offene Station.
Es ist die Reißleine.
why
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Ina am 05 Mai 2022, 19:57:57
 
Hallo why,

auch wenn es natürlich alles andere als schön ist, dass Du Dich so schlecht fühlst, dass Du in eine Klinik gehst, finde ich es wirklich gut, dass Du Dich dafür entschieden hast.
Ich wünsche Dir alles Gute für die Zeit in der Klinik und hoffe für Dich, dass Du dort die Art von Hilfe findest, die Du brauchst, um wieder stabiler zu werden.
Es wäre schön, wieder von Dir zu lesen, wenn Du zurück bist (oder wann immer Du magst).

Alles Liebe und viel Kraft für Dich!
Ina
 
Titel: Re: Drang- sich selbst zerstören zu wollen
Beitrag von: Robert am 06 Mai 2022, 02:45:53
Hallo why,

auch ich wünsche Dir alles Gute. Dass Du Dich nach dem Klinikaufenthalt wieder besser fühlst.
Es wäre wirklich schön danach wieder von Dir zu hören.

Viel Glück und alles Gute.
Robert