Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Allgemeines Nur-Ruhe Forum => Nur-Ruhe - Einfach nur Ruhe! => Thema gestartet von: Poly am 28 April 2022, 22:59:38

Titel: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 28 April 2022, 22:59:38
Mein Name ist Sara.
Ich bin 19 und habe ein Problem, den Alkohol. Ich trinke seit ich 14 bin täglich Alkohol. Ohne geht es mir schlecht, ich hab Entzugserscheinungen so wie Zittern Kopfschmerzen, Suchtdruck würd die SHG sagen, das übliche würden Betroffene sagen. Jedenfalls bin ich vom Wesen her auszuhalten, nur nicht so gut, wenn ich Suchtdruck habe.

Ich gehe zur Therapie 1x die Woche und in eine SHG 1x die Woche aber ich komme nicht los davon.
Erhoffe mir einen Austausch hier und Tipps wie ich weg von dem Scheiss komme. Ich möchte aufhören mit dem Trinken weil ich  sehe, wie der Alkohol meine Gedanken beeinflusst und ich meistens schlecht drauf bin wenn ich trinke und das ist gefährlich, weil ich Probleme hatte als Kind und Jugendlicher mit die Eltern. Naja.

Danke fürs Lesen.
Wenn iich falsch bin, kein Problem dann geh ich wieder. Besser als Zeit zu verlieren.Poly
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 28 April 2022, 23:37:47
 
Herzlich willkommen im Forum, Sara!

Da hast Du ja wirklich schon sehr früh mit dem Trinken angefangen.

So, wie sich Dein Text für mich liest, sind die wichtigsten Voraussetzungen, um vom Alkohol loszukommen, bereits gegeben: Das ist zum einen die Einsicht, dass Du ein Problem hast und Dir der Alkohol schadet, und zum anderen der Wille, mit dem Trinken aufzuhören. Toll, dass Du sogar in Therapie bist und eine Selbsthilfegruppe besuchst! Wie lange machst Du das schon? Erste Therapieerfolge stellen sich meist erst nach einiger Zeit ein. Da ist Geduld gefragt.

Fühlst Du Dich in der SHG wohl? Es gibt ja unterschiedliche Konzepte, wie eine solche Gruppe funktioniert und geleitet wird. Wenn Du das Gefühl hast, dass die jetzige Gruppe von der Herangehensweise her nicht so gut zu Dir passt, könntest Du es mit einer anderen probieren.

Was denkst Du darüber, einen Entzug in einer Klinik zu machen? Ich glaube, dass es im Rahmen einer stationären Behandlung einfacher ist, durchzuhalten, als wenn man es alleine zu Hause versucht, denn da neigt man viel eher dazu, etwas „Dummes“ zu tun, damit die Entzugserscheinungen möglichst schnell verschwinden.

Liebe Grüße
Ina
 
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 29 April 2022, 00:54:02
Danke
Fast ebenso lang bin ich in Therapie und war in verschiedenen SHG für Jugendliche und junge Erwachsene erst mal mit psychologischem Schwerpunkt später nur Suchtbekämpfung alles neben der Schule was schwer im Alltag war weil ich da dann im Internat war und Jeder es mitgekriegt hat dass ich anders bin.
Ja ich habe viel über Sucht gelernt und wie Menschen sich unterschiedlich verhalten und ich habe gelernt nicht gleich aufzugeben und dass Rückfälle dazugehören und cih jedes Mal von Null beginne wenn ich einen Rückfall habe. Vielleicht ist positiv dass ich mich noch nicht totgesoffen hab weil ich gleich in eine SHG geschickt wurde vom Sozialbetreuer.
In der SHG habe ich eine Betreuung die mich seit langer Dauer begleitet was gut ist weil wir uns ganz gut verstehen und sie nett ist sie ist etwas älter als meine Mutter und ich hänge an ihr weil sie mir viel Wärme gibt. Sie musste sich leider ein wenig gesundheitlich zurücknehmen und das tut mir nicht gut darum hat sie mir geraten parallel etwas für mich zum Austausch zu suchen nicht als Ersatz nur Austausch für meine Gedanken.
Das ist mir bewusst das ich andre Gruppen probieren kann aber ich hänge an der Betreuerin sie kennt mich seit der Zeit schon recht gut und ich muss mich oft nicht mehr erklären was für ich toll ist und für sie evtl auch. Werde ide SHG nicht wechseln erst wenn sie nicht mehr da ist.

Tatsächlich ja hab bei einer Klink angefragt die hier in der Gegend sind bereits belegt stehe auf der Warteliste und würde das tun weil ich fühle das mich die SUcht kaputt macht weil ich zu nichts mehr Lust habe keine Freude da und auch kein Leben dann. WEnn du alles machst weil du es dir einredest ist blöde.

Ich hatte bereits vielmals versucht alleine zu entziehen und es ist mir nie gelungen. Ich habe zeitlang Beruhigungsmittel genommen damit ich nicht dauernd an den Alkohol denken muss hat aber nicht sehr lange geholfen aber dank meiner Betreuerin habe ich die dann schnell ausgeschlichen war nicht leicht aber ich hatte sie an meiner Seite was für mich essentiell war.

Danke schön.
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 29 April 2022, 20:21:06
Vorgestern nahm ich bei einer Online-Beratung für Süchtige U25 teil und hab meine Situation beschrieben so gut ich konnte. Die Online-Beratung hat mir heute Rückmeldung gegeben das XYZ für mich zuständig ist und XYZ sich auf meine Fragen innerhalb von 7 Tagen melden wird. 7 Tage können sehr lange werden und ich frag mich ob ich wirklich dort richtig aufgehoben bin weil denen erscheinen 7 Tage nicht zu lange für U25 Süchtige.
Habe heute darauf reagiert und geantwortet ähnliche Gedanken wie hier bin gespannt ob ich eine Antwort bekomme selbst wenn keine kommt wäre mir das dann auch egal weil mein Kopf hat auf diese 7-Tage-Meldung ehrlich gesagt damit abgeschlossen und weggepackt unter *Finger weg*.

Hat hier Jemand Erfahrung auch schon mit so einer U25 Beratung gemacht?
Die ist optisch aufgebaut wie ein Chat aber es wird eben erst nach mehreren Tagen geantwortet.

Danke schön.
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 30 April 2022, 00:07:07
 
Das ist ja toll, dass Du eine Betreuerin hast, die Dich begleitet und mit der Du offenbar einen sehr vertrauten Umgang hast. :) Das gibt Dir bestimmt Halt und ist eine gute Unterstützung auf Deinem Weg.

Sich mit Beruhigungsmitteln vom Alkohol abzulenken, endet meist nur in einer Art Suchtverlagerung. Daher ist es schon mal sehr gut, dass Du auf der Warteliste für eine stationäre Aufnahme in der Klinik stehst. Ich halte das wirklich für sinnvoll, weil man da einfach mehr „Schutz vor sich selbst“ hat, als wenn man es alleine zu Hause versucht. Ich habe vor vielen Jahren zwei Medikamentenentzüge in der Klinik gemacht und bin noch immer sehr froh, diesen Schritt damals gewagt zu haben. Ich wünsche Dir, dass Du nicht mehr allzu lang darauf warten musst!

Was die Online-Beratung betrifft: Ja, solche Angebote kenne ich. Mit Online-Suchtberatung kenne ich mich nicht aus, aber ich habe mir mal so eine Seite zum Thema Depressionen angesehen und da betrug die Wartezeit, wenn ich mich recht erinnere, drei Tage. Wenn man bedenkt, dass es sich dabei in der Regel um ehrenamtliche Tätigkeiten handelt, ist es schon verständlich, dass man nicht sofort eine Antwort bekommt und es sich einige Tage hinziehen kann. Wenn man ein akutes Problem hat und sich schnell Hilfe erhofft, sind solche Angebote aber wohl nicht so geeignet.

Es wird Dir nicht helfen, aber ich möchte Dir sagen, dass ich es bewundernswert finde, wie sehr Du Dich bemühst, Unterstützung zu finden, um vom Alkohol loszukommen. Du machst genau das Richtige!
 
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: pepsi am 13 Mai 2022, 22:40:26
Hallo Poly ich hab dich gelesen - kann dir leider nicht sagen was das beste Mittel ist von der Sucht wegzukommen
Ich wünsche dir allen voran viel Geduld und Zuversicht und stets den Glauben an dich selbst, dass du es schaffst.

Viel Glück und Mut
sowie nen lieben Gruß, pepsi
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 15 Mai 2022, 18:30:31
Hi Ina Danke.
Ja das stimmt sie gibt mir Halt und es tut mir gut wenn ich mit ihr über Alles reden kann was mich gerade besonders bedrückt. Heute würde es mir weiterhelfen wenn ich an einem der nächsten Tage einen Termin bei ihr hätte aber das ist aktuell nicht möglich und das Wissen macht mich traurig aber auch ängstlich weil ich Angst habe sie zu verlieren. Es liest sich bestimmt kindisch und dumm von mir aber ich hänge sehr an ihr weil sie gefühlt immer für mich da ist und mich so annimmt wie ich bin auch wenn es mir nicht gut geht macht es für sie keinen Unterschied und das finde ich toll.
Sie fehlt mir.
Die U25-Beratung hat sich gemeldet das ist schonmal gut aber ich empfinde es für mich nicht hilfreich weil ich dafür zu ungeduldig bin weil ich nicht 7 Tage auf eine Antwort warten kann. Ich muss mich sehr beherrschen und regelrecht dazu zwingen meinen Frust darüber nicht aufzuschreiben darum hab ich beschlossen nicht wieder reinzusehen. XYZ schrieb mir dass ich mich jederzeit wieder verabschieden kann und das tue ich vorerst mit Nichtantworten und vermutlich irgendwann auch mit der Nachricht dass. Gerade interessiert es mich nicht was XYZ denkt weil ich enttäuscht bin von dem Format und ich weiss dass ich etwas parallel zu meiner Beraterin benötige weil sie länger immer weniger Zeit für mich haben wird. Ich hab Angst dass sie sterben wird und ich weiss dass das ungerecht ist so zu denken. Ich war heute morgen auf einer Kirchenseite und habe ein Licht angezündet für sie weil ich möchte dass sie wieder gesund wird nicht nur damit sie für mich wieder da ist sondern weil sie ein guter Mensch ist der in der Welt viel Gutes tut.
Mir geht es heute nicht gut ich vermisse sie und weine weil ich sie gerne sehen möchte mir wieder mehr Stabilität erhoffe und ruhiger werden kann.

Nichts Neues von der Klinik.
Danke das Thema Suchtverlagerung ist wirklich nicht ohne das sagte mir meine Beraterin auch immer und warnte mich davor wieder in die gleiche Falle zu tapsen und sie hat auch Recht genau wie du und ich find das super dass du es geschafft hast Ina. Ich weiss ja auch dass es nicht gut ist und möglicherweise rede mir ein dass ich auch ohne könnte und nur jetzt heute mal was dagegen nehme aber ich weiss dass es gefährlich sein kann und ich aufpassen muss. Ich kann wieder nicht widerstehen besser als zu viel zu trinken sag ich mir und hoffe dass es schon irgendwie so passt und hoffe auch auf Glück nicht abhängig davon zu werden.
Wenn ich in der Klinik aufgenommen werde glaub ich dass ich auch davon loskommen kann.
Es ist auch nicht schön so müde zu sein dass einem die Augen zufallen mitten am Tag im Park auf einer Bank sitzend und auch nicht wenn ich in der Bahn sitze und dadurch meinen Ausstieg verpasse und der Bahnbeamte mich an der Endstation wecken muss. Peinlich aber das machen die Medikamente und mir ist es dann irgendwie auch niicht peinlich.
Ist es von deiner Seite aus möglich manchmal ein oder zwei Fragen zu dem Thema zu beantworten oder lieber nicht?
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 16 Mai 2022, 17:57:57
 
Hallo Poly,

nein, es klingt nicht kindisch oder dumm, sondern ist sehr verständlich und nachvollziehbar. An sich ist es auch einfach toll und hilfreich, wenn so ein enges Vertrauensverhältnis besteht, denn das ist die Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Leider besteht da aber auch schnell die Gefahr einer emotionalen Abhängigkeit – und das wiederum kann zu Problemen führen, weil solche „Beziehungen“ in der Regel nicht darauf ausgelegt sind, ewig zu bestehen. Auch wenn es hart ist, muss man sich bewusst sein, dass Betreuer, Therapeuten, Berater und ähnliches im Grunde nur ihren Job machen. Du hast offenbar großes Glück, an eine ganz tolle Person geraten zu sein. Pass nur auf, dass Du Dein Weiterkommen nicht ZU sehr von ihr abhängig machst.

Ist es von deiner Seite aus möglich manchmal ein oder zwei Fragen zu dem Thema zu beantworten oder lieber nicht?

Ja, klar. :) Du kannst Deine Fragen hier jederzeit stellen. Wenn ich kann, antworte ich gerne darauf. Und vielleicht können ja auch andere etwas dazu sagen.

Alles Liebe
Ina
 
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 17 Mai 2022, 23:13:55
Hi Ina und Danke das stimmt was du schreibst und das ist auch eine innere Angst von mir dass ich mich von ihr zu sehr abhängig mache und dann wenn ich sie nicht mehr habe so wie es ja gerade auch ist nur schwer selbst klar komme und auch schwer Jemand anderen annähernd so gut annehmen kann mit seinen Ratschlägen und Hilfestellungen wie sie. Heute hatten wir wieder einen Kontakt über E-Mail sie schrieb mir dass sie die nächsten Wochen vermutlich noch ausfallen wird und sie für mich hofft , dass ich mit dem für mich vertretenden Betreuer ebenso gut klarkomme wie ich es mit ihr tue. Ich bin dankbar dass sie es so nüchtern schreibt denn alles andere würde es nur noch mehr erschweren denn für mich ist es jetzt schon gefühlt ein Weltuntergang und ich kann mir Unterstützung in Form einer anderen Person als ihr nicht vorstellen aber das werde ich müssen wenn ich weiterhin stark sein möchte. Ich glaube ich bin schon viel zu abhängig von ihr bin und behindere mein Weiterkommen aktuell bereits mit meinen Gedanken und das tut nicht gut das möchte ich eigentlich nicht denn ich gebe den Menschen normalerweise immer eine Chance auch mich kennenzulernen da ich weiss dass ich gewöhnungsbedürftige Patientin bin aber es gelingt mir nicht mehr vielleicht nur jetzt nicht Jemanden anderes anzunehmen und da hoffe ich dass ich mich mit der Zeit etwas lösen kann und mich entwöhne so dass ich ihrer Vertretung eine echte Chance gegen kann und mir damit eine mögliche Türe öffne.

Dankesehr auch anderen Leuten hier dass ich zu dem Thema Suchtverlagerung meine Fragen stellen kann
Mich würde am meisten interessieren ob man das im Vorfeld also wenn ich noch nicht daran denke, bereits unbewusst abwenden kann mit der Kraft der eigenen Gedanken oder ganz bestimmten Taten vorbeugen?

U25:
Meinen Account habe ich heute gelöscht und mich für die Ehrlichkeit von XYZ bedankt. Ich kann keine 7 Tage auf Antwort warten dafür bin ich zu schwach und das ist ehrlich es wäre nicht ok von mir etwas anderes XYZ zu sagen und dann genervt und wartend auf eine dringliche Antwort am PC zu sitzen und das Format zu verfluchen. Vermutlich hab ich damit eine gute Entscheidung getroffen auch wenn ich mir damit eine Tür zugeschlagen hab die sich zu den anderen Türen aus meinem Leben gesellt und ich hoffe einfach nur dass Ehrlichkeit nicht bestraft wird sondern sich irgendwann einmal auszahlen wird vielleicht auch für mich das wäre schön.

@Pepsi
Danke

..Sara
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Feli am 18 Mai 2022, 07:10:20
Hallo Poly, und wenn Du Dir erst gar keinen Alkohol kaufst? Wäre das vielleicht eine Option für Dich? Weil wenn Du keinen im Haus hast, kommst Du nicht in Versuchung...

Viele Grüße Feli
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 20 Mai 2022, 19:27:44
Hi Feli Danke dass du mich gelesen hast bitte sei nicht enttäuscht wegen meiner Antwort eigentlich stimmt das so wie du schreibst wäre kein Alkohol im Haus würde ich nicht trinken können. Das kommt bei mir aber nicht mehr vor dass ich mir nichts mehr kaufe weil ich ab einer gewissen Restmenge bereits innerlich gestresst bin und Panik bekomme wenn die Vorräte zu Ende gehen und so habe ich eigentlich immer meine Wohlfühlmenge in meiner Nähe. Ich bin abhängig Feli ich schaffe es nicht mehr ohne Hilfe mein Gehirn und die Sucht durch Nichtkaufen zu überlisten. Diesen Moment habe ich verpasst oder er war nie wirklich da in meinem Leben. Würde ich dir schreiben dass ich da wieder hin möchte wäre das auch falsch denn ich möchte eigentlich mit dem Alkohol Schluss machen ihn aus meinem Leben verbannen weil er mich kaputt macht. Er vergiftet mein Ich mein Sein er versaut mir meine Ziele und damit mein Leben darum und um nicht in die Falle der Suchtverlagerung zu tapsen bin ich auch hier damit ich Unterstützung finde und Zuspruch um nicht aufzugeben denn das geht leider super schnell und ich stehe wieder mit einem gut gefüllten Glas da oder einer Flasche und rede mir ein dass ich den Rausch geniessen werde was ich aber nicht tue denn ich trinke soviel dass ich nichts mehr Denken und Fühlen muss dass ich aus der Welt steigen kann in eine neue Welt in der ich ich sein kann und Niemand gefallen muss und einfach loslassen kann auch Medikamente schaffen diese Zustand die mittelstarken Schmerzmittel können es bereits in gewisser Menge allerdings ist das auch wie beim Alkohol du gewöhnst dich viel zu schnell und willst dann mehr davon haben und bis dein Hirn das rafft steckst du längst mitten in der Sucht und das rauskommen ist dann schon ziemlich schwierig. Danke

..Sara
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Feli am 21 Mai 2022, 07:06:17
Hallo Sara,

danke für Deine offene Antwort, nein ich bin nicht enttäuscht, es ist wie es ist, außerdem hat doch jeder heutzutage mit Problemen zu kämpfen. Aber Du gehst Dein Problem aktiv an, Du lässt Dir in der Klinik helfen und das finde ich sehr lobenswert, denn es gibt viele die das nicht machen. Ich wünsche mir für Dich, dass Du dort die Hilfe bekommst, die Du brauchst.

Viele Grüße
Feli
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 21 Mai 2022, 22:11:22
Schönen Dank Feli
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 22 Mai 2022, 17:47:07
Meine Suchtbetreuerin hat mir eben die Nachricht geschickt das sie morgen ins Krankenhaus geht weil es ihr nicht gut geht ihr Zustand sich verschlechtert hat und dass wir erstmal keinen Kontakt haben können für diesen Fall haben wir ein Notfallprogramm einstudiert und vielmale besprochen und durchgegangen ich weiss was ich jetzt tun muss.
Aber ich weine weil ich Angst habe allein zu sein und erst recht nicht will dass es ihr so schlecht geht sie ist ein toller Mensch und ich denke das habe ich ihr viel zu wenig gesagt und das versetzt mich leicht in Panik aber ich weiss dass sie weiss dass ich sie schätze sie müsste es wissen so wie ich jeden Tag mit dieser Nachricht rechnen musste wir haben darauf hingearbeitet immer wieder nebenbei meist als Abschluss der Therapiestunde sie fehlt mir jetzt schon so sehr.
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 30 Mai 2022, 23:57:57
 
Liebe Sara,

wie fühlst Du Dich inzwischen?

Ich wollte Dir noch auf eine Frage antworten:

[...] zu dem Thema Suchtverlagerung meine Fragen stellen kann
Mich würde am meisten interessieren ob man das im Vorfeld also wenn ich noch nicht daran denke, bereits unbewusst abwenden kann mit der Kraft der eigenen Gedanken oder ganz bestimmten Taten vorbeugen?

Meiner Meinung nach funktioniert das ehesten über den Verstand, und zwar indem man ganz ehrlich zu sich ist.

– Warum möchte ich das jetzt nehmen?
– Brauche ich das wirklich oder geht es auch ohne?
– Suche ich nur einen Ersatz?
– Hilft es wirklich (!) gegen das, was mich quält?

Es gibt auch Wege, den Suchtdruck zu reduzieren, ohne einen „Ersatz“ zu nehmen und das Risiko einer Suchtverlagerung einzugehen. Was mir damals sehr geholfen hat, war das „Nur für heute“. Im Grunde war es ein tägliches Verschieben der Einnahme weiterer Medikamente. „Nur für heute verzichte ich darauf. Nur für heute versuche ich, es auszuhalten. Nur für heute bleibe ich stark.“. Für mich war das sehr viel einfacher, als mir zu sagen: „Ab heute werde ich nie wieder xyz nehmen.“, denn das hätte sich wie eine nicht zu bewältigende Aufgabe angefühlt. Es ging immer nur um 24 Stunden. Schritt für Schritt. Je mehr Tage am Stück ich es geschafft hatte, desto einfacher wurde es. Mittlerweile sind über zehn Jahre vergangen und „Nur für heute...“ brauche ich mir schon lange nicht mehr zu sagen.

Alles Liebe
Ina
 
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 18 Juni 2022, 18:29:28
Hallo Ina es freut mich das du geschrieben hast. Danke.
Das Notfallprogramm nehme ich wahr aber es geht mir nicht so gut weil ich glaube dass sie sterben wird. Trotzdem will ich stark sein wenn sie zurück kommt und sieht dass ich das alles was wir so oft besprochen habe auch durchziehe. Ich möchte auch nicht enttäuschen und weiss ja auch das ich das für mich selbst und für mein Leben mache. Ich habs geschafft mit dem Schmerzmitteln aufzuhören das war nicht so leicht wie ich es mir vorstellte und ich schaffe auch den Alkohol.
Möglicherweise stehe ich einmal da und kann richtig stolz dadrauf sein dass ich nichts von den Sachen mehr brauche und es auch nie wieder nehmen muss weil mein Kopf frei ist.

Das sind gute Fragen wo ich mir stellen kann wenn der Druck zu stark ist. Schönen Dank dafür.
Ja wenn ich sie mir nach und nach durchlese dann, weiss ich wie dumm es ist dass ich mir solche Fragen stellen muss um zu kapieren aber es ist so.
Ganz vielen Dank für den Nur-für-heute-Gedanken. Ja das stimmt was du sagst es ist eigentlich ein tägliches Verschieben aber es wirkt nicht so schwer sondern viel leichter. Ich habe in den lezten Wochen immer mal einen Tag gehabt wo ich so gut wie nichts getrunken hab meistens wenn ich Notfallprogramm hab ich muss es nur noch schaffen dies auf andre Tage zu übertragen und dann mit dem Nur-heute-Gedanke kombinieren überlege ich in dem Moment und sage es auch laut. Laut aussprechen würde auch dazu beitragen sich besser zu erinnern.

Ich freue mich dass du es schon geschafft hast dass ist so super weil meistens treffe ich Leute die es nur mal für eine Weile geschafft haben und dann überlege ich mir ganz andere Sachen solche die mich demotivieren und das bringt mich nur noch mehr und tiefer in den Suchtdruck.

Für deine Antwort Ina will ich mich bedanken. Es fühlte sich eben als Therapiestunde an.
Ich wollte ein Smilie setzen aber habe sie nicht gefunden. Einen der sich freut.
LG Sara

Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 21 Juni 2022, 17:42:56
RiP liebe Sandra 20.06.2022
Eine bessere Therapeutin als wie du gibt es für mich nicht.
Ich werde stark sein so wie wir es besprochen haben und ich möchte weiter an mir arbeiten um nicht wieder schwach zu werden.
Ich werde sehr traurig sein, weil du jetzt für immer weg bist aber ich bin dankbar für die Zeit auch wenn die anstrengend war war sie auch sehr schön weil du da warst für mich und meine Nöte und mich verstanden hast.
Es hat mich gefreut dass ich eine Nachricht erhalten habe auch wenn sie sehr weh tut.
Danke
...deine Sara.
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 22 Juni 2022, 02:22:22
 
Liebe Sara,

trotz der schwierigen, traurigen Situation hast Du hier so schöne Worte voller Dankbarkeit gefunden und zeigst so viel Stärke! Deine Zeilen haben mir nochmal sehr deutlich gemacht, wie wichtig es war, dass Du diesen Menschen an Deiner Seite hattest und dass ihr eine besondere Verbindung hattet.

Ich möchte Dir an dieser Stelle mein Mitgefühl ausdrücken und Dir von Herzen viel Kraft wünschen.


Dein Beitrag von Samstag hat mir sehr gefallen, daher möchte ich darauf gerne noch etwas näher eingehen. Wenn Du dafür in der jetzigen Situation keinen Kopf hast, ist das in Ordnung. Lies es einfach, wenn Dir der Sinn danach steht.


Ich möchte auch nicht enttäuschen und weiss ja auch das ich das für mich selbst und für mein Leben mache.

Ja, in erster Linie machst Du es für Dich. Für Dich und Dein Leben, das noch vor Dir liegt. Und zu Deinem Leben gehören auch andere Menschen, die Dir etwas bedeuten, Interessen, denen Du nachgehen oder die Du ausbauen möchtest, Ziele, die Du vielleicht erreichen möchtest und vieles mehr. Für all das lohnt es sich, aufzuhören. Denn der Umgang und das Miteinander mit anderen Menschen, das Erreichen (oder Finden) von Zielen, das Entfalten der eigenen Fähigkeiten usw. wird ohne Süchte viel einfacher, schöner und freier. Es wird echter.

Ich bin damals zu dem Schluss gekommen, dass ein Nein zur Sucht ein Ja zum Leben ist. Denn ich behaupte, dass jede aktive Sucht eine Einschränkung darstellt. Eine Einschränkung, die das gesamte Leben betreffen kann.


Ich habs geschafft mit dem Schmerzmitteln aufzuhören das war nicht so leicht wie ich es mir vorstellte und ich schaffe auch den Alkohol.
Möglicherweise stehe ich einmal da und kann richtig stolz dadrauf sein dass ich nichts von den Sachen mehr brauche und es auch nie wieder nehmen muss weil mein Kopf frei ist.

Toll, dass Du das geschafft hast! Du machst auf mich insgesamt einen sehr klaren und reflektierten Eindruck und deshalb glaube ich daran, dass Du das gleiche auch mit dem Alkohol schaffen kannst. Ich würde es nicht schreiben, wenn ich es nicht wirklich glauben würde. Du scheinst auf einem guten Weg zu sein.


Das sind gute Fragen wo ich mir stellen kann wenn der Druck zu stark ist. Schönen Dank dafür.
Ja wenn ich sie mir nach und nach durchlese dann, weiss ich wie dumm es ist dass ich mir solche Fragen stellen muss um zu kapieren aber es ist so.

Dumm ist es nicht. Versuch es vielleicht eher als Lernprozess zu sehen. Für mich hatte dieser Lernprozess viel mit erkennen und eingestehen zu tun. Vorher war es mir nicht möglich, etwas zu ändern. Ich musste erstmal erkennen, was ich da eigentlich mache, und vor mir selbst zugeben, dass ich mir damit schade und alles nur schlimmer mache. Ich musste begreifen, warum ich es mache und wovor ich wegzulaufen versuche – und mir eingestehen, dass mir kein Suchtmittel dieser Welt helfen wird, die eigentlichen Probleme (die mit zu der Sucht geführt haben) zu lösen. Und: Verstehen, dass ich weder Tabletten noch Alkohol wirklich (!) brauche, sondern mit klarem Kopf viel eher in der Lage bin, an meinen Problemen zu arbeiten und viel mehr Kraft und Stärke aufbringen kann, um das alles auszuhalten und zu bewältigen.


Ich habe in den lezten Wochen immer mal einen Tag gehabt wo ich so gut wie nichts getrunken hab meistens wenn ich Notfallprogramm hab ich muss es nur noch schaffen dies auf andre Tage zu übertragen und dann mit dem Nur-heute-Gedanke kombinieren überlege ich in dem Moment und sage es auch laut. Laut aussprechen würde auch dazu beitragen sich besser zu erinnern.

Das eine mit dem anderen zu kombinieren, ist eine gute Idee. Und ja: Sprich es ruhig laut aus, wenn es Dir hilft. Mir hat es auch geholfen, es auszusprechen oder es jeden Tag aufzuschreiben und mir auch einfach ein bisschen Zeit dafür zu nehmen. Es hat mir geholfen, meine Gedanken mehr auf den Moment zu fokussieren und mir bewusst zu machen, dass es nur um das Heute geht, nur um 24 Stunden. Und ich habe schnell gemerkt, dass 24 Stunden durchaus machbar sind. Und dann nochmal 24 Stunden. Und nochmal.


Liebe Grüße an Dich. Ich freue mich darauf, wieder von Dir zu lesen!

Ina
 
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 13 Juli 2022, 21:53:27
Danke Ina für die freundlichen Worte weil ich freute mich dadrüber gelesen zu werden und so genau.
Aber ich bin nicht stark oder jetzt nicht ich bemühe mich aber ich schaffe es einfach nicht. Es tut mir immernoch richtig weh dass sie nicht mehr da ist und besonders auch das Wissen dass sie nie mehr zurückkommen wird. Dann zweifle ich an mir und an dem Was wir besprochen haben in dem Fall dass es soweit kommt wie es jetzt ist aber ich habe keine Kraft dafür weil ich mich inm meinem Weinen verfangen habe und nicht so einfach herauskommen kann. Ich bemitleide mich was nicht gut ist das ist genau das, was Sandra immer sagte was Gift ist für den Entzug und ich muss sehr extrem aufpassen das ich mich fernhalte von allem Was mich für einen Rückfall verführen könnte. Das scahffe ich weil ich seit 3 Wochen kaum mein Zimmer verlasse. Maximal zum Lebensmittel kaufen wenn ich dran bin. Ich habe mir überlegt dass ein Leben mit Onlinegaming und Internetsuchen und Ebooks auch ganz gut ist aber das ist es eigentlich nicht weil ich nicht mehr ich bin und das habe ich aber verdrängt und das ist das was ich häte vermeiden sollen was wir besprochen haben aber es für mich einfacher als zu Handeln und neue Wege zu gehen ich habe das versucht aber nicht geschafft und ich habe keine Zeit mehrere Monate auf Therapiestart zu warten ich habe keine Zeit meine Entzugsphase in der ich mich befinde zu utnerbrechen weil es keinen freien Platz gibt und ich möchte nicht in eine Klinik gehen in der ich nur ruhig gestellt werde. ABer das werde ich wohl müssen sonst werde ich in wenigen Tagen einen Rückfall haben schätze ich denn es geth mir nicht gut das merke ich und so denke ich schon und ich werde darum morgen oder Freitag bei dem Träger anrufen, bei dem Sandra gearbeitet hat damit sie mir helfen an eine Möglichkeit zu kommen bald nicht erst in Monaten oso egal wie irgendwie nur rückfällig möchte ich nicht mehr werden ich habe Angst davor dass ich es nie schaffen kann und ohne Hilfe sehe ich es für mich so kommen dass es so wird.

Ich möchte lieber nächstes Mal auf deine Antwort eingehen mir fehlt die Kraft dafür weil ich keinen Guten Tag hatte und die letzten Tage auch so waren. Ich bin richtig depri habe nicht geschlafen und bin drüber in allem könnte den ganzen Tag weinen es würde funktionieren auch wenn ich nichts getrunken oder eingenommen habe schaffte ich es garantiert.
Weisst du sie sie fehlt mir sehr und ich komme nicht wirklich gut ohne ihre Hillfe klar weil ich träume wieder von Alkohol und auch auf Drogen zu sein und wenn ich dann aufschrecke weiss ich nicht mehr ob ich wirklich nichts eingenommen oder getrunken habe das macht mich wahnsinnig und ich hauche in meine Hände ob ich nach Alkohol stinke am liebsten würde ich einen Alkotest machen um Sicher gehen zu können dass ich nur geträumt habe. Ich hasse solche Träume sie machen mich verrrückt. So das habe ich länger nicht mehr ich dachte ich hätte das überstanden und jetzt kommen wieder diese dummen Träume.
Ich habe mich fest bemüht das was Sandra und ich besprochen hatten umzusetzen aber ich bin seit der Nachricht wie gelähmt und bekomme nichts wirklich gut auf die Reihe obwhol es sich für mich ganz einfach angedacht hatte und richtig auch vorgenommen habe.
Wenn es einen Himmel gibt und sie mich jetzt so jämmerlich sehen könnte würde sie mich massregeln denn Schwäche war nichts mit dem sie arbeiten konnte. Das Schöne dann war immer dass, sie es ernst meinte aber nie böse wurde im Tonfall und das mochte ich sehr an ihr.

Ich war in dem Chat von hier ein paar mal und wollte für mich frische Gedanken bekommen und Tipps sowas und habe gefragt ob viele auch im Forum sind und es war Niemand da der es war was ich sehr schade fand denn so kann man sich nicht so gut austauschen ausser man ist schon lange nur im Chat dabei und kennt sich. Naja ich bin auch null nicht gut angekommen mit meinem Thema Alkoholsucht. Ein User hat was geschrieben ob ich keine Gruppe hätte und da hatte ich sie ja noch meine guten Gedanken aber das hat dann alles nicht so weiter funktioniert als gedacht. Aber das ist schon so OK, weil damit kann ich umgehen das kann immer sein dass andere Menschen damit einfach keine Berührung haben was gut ist denn Wer will freiwillig schon Alkoholiker sein. War für mich ein Versuch und jetzt weis ich dass ich nicht mehr hingehe weil es mir nichts bringt oder eben in dem Modus in dem ich mich befinde jetzt noch nichts bringt. Der Gastzugang ist ohnehin nicht immer möglich aber es war gut das ich diese Erfahrung mache weil das Leben kein Ponyhof oder LiLalaunebär ist. Das sind wichtige Erfahrungen die ich für mich machen muss schätze ich. Ich werde das schaffen nur benötige ich etwas Zeit für mich noch um es anzugehen aber ich darf es nicht zu lange liegen lassen denn das tue ich schon und ich muss jetzt was tun.
Ich muss aus diesem irgendwann-Modus rauskommen so fühle ich mich auch gar nicht wohl im Gegenteil der Irgendwann-Modus macht mir Angst dass ich es nicht schaffe und zurückfalle und das ist das Schlechteste was geschehen könnte. Darum, ich habe mir in mein Handy für morgen notiert dass ich den Träger anrufe. 11 Uhr ist eine gute Uhrzeit dafür.

Glück. Sara
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 15 Juli 2022, 01:33:55
 
Schön, dass Du Dich gemeldet hast, liebe Sara!

Ich bemitleide mich was nicht gut ist das ist genau das, was Sandra immer sagte was Gift ist für den Entzug

Damit hatte Sandra definitiv recht! Selbstmitleid ist für Dein Vorhaben kontraproduktiv und hindert Dich daran, Dir selbst so weit zu vertrauen, dass Du weitergehen kannst. Das soll natürlich nicht heißen, dass Du nicht traurig oder verzweifelt sein „darfst“! Diese Gefühle gehören schließlich auch dazu und dürfen Raum einnehmen. Wichtig ist nur, dass Du Dich nicht zu sehr in diesen Gefühlen „vergräbst“, sondern den Blick auch wieder in andere Richtungen schweifen lässt. Du hast ein Ziel – und um dieses zu erreichen, ist es sicher förderlich, Dich auch auf Deine Stärken zu konzentrieren und den Dingen, die GUT laufen, ausreichend Beachtung zu schenken. Und wenn es gerade nichts Gutes gibt, wirst Du etwas dafür tun können, dass es bald wieder etwas gibt! Man kann sich auch an kleinen Dingen festhalten und „nach oben ziehen“.


ich muss sehr extrem aufpassen das ich mich fernhalte von allem Was mich für einen Rückfall verführen könnte. Das scahffe ich weil ich seit 3 Wochen kaum mein Zimmer verlasse.

Tut Dir das denn gut? Versinkst Du dabei nicht viel zu sehr in den negativen Gedanken und Ängsten und gerätst mehr und mehr in eine Abwärtsspirale? Es ist ja nicht jeder Mensch gleich und jeder hat auch unterschiedliche Bedürfnisse und Präferenzen, aber das...

Ich habe mir überlegt dass ein Leben mit Onlinegaming und Internetsuchen und Ebooks auch ganz gut ist aber das ist es eigentlich nicht weil ich nicht mehr ich bin

...klingt nach einem sehr einseitigen und einsamen Leben, in dem es auf lange Sicht sehr schwer ist, etwas zu verändern. Begibt man sich aus Verzweiflung in die Isolation, ist das eher ein Weg IN die Depression als aus ihr heraus. Vielleicht hast Du eine solche Phase aber auch gebraucht, um mit Deiner Trauer zurechtzukommen. Dann ist das völlig in Ordnung, finde ich! Lass es nur nicht zum Dauerzustand werden, ja? Ich glaube, damit würdest Du Dir keinen Gefallen tun.


Ich habe mich fest bemüht das was Sandra und ich besprochen hatten umzusetzen aber ich bin seit der Nachricht wie gelähmt und bekomme nichts wirklich gut auf die Reihe obwhol es sich für mich ganz einfach angedacht hatte und richtig auch vorgenommen habe.

So einen emotionalen Einbruch, der Dir den Alltag erschwert, halte ich in der aktuellen Situation ehrlich gesagt für ziemlich normal. Es steht Deinem Vorhaben zwar irgendwie im Wege, aber was passiert ist, lässt sich leider nicht ändern – und somit darfst und solltest Du Dir auch zugestehen, jetzt (erstmal) nicht einfach ganz „normal“ weitermachen zu können wie vorher. Deine Trauer braucht auch ihren Platz! Du musst dabei nur gut auf Dich aufpassen, damit Du Dein Ziel nicht aus den Augen verlierst.

Hast Du Dir das, was Sandra mit Dir besprochen hat, eigentlich aufgeschrieben? Vielleicht wäre es ganz gut, damit Du es Dir immer mal wieder durchlesen und Dir in Erinnerung rufen kannst.


Ich muss aus diesem irgendwann-Modus rauskommen

Das ist ein ganz wichtiger und entscheidender Satz!


Zusätzlich zu diesem Beitrag werde ich Dir gleich noch eine PN schreiben.
 
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 26 Juli 2022, 21:29:06
Den Termin habe ich wahrgenommen.
Es war nicht leicht aber es ging irgendwie schon.
Der Therapeut! ist ein Mann und tut als wären wir die besten Freunde ever... Der ist wie ein Elefant im Porzellanladen. Ich arrangiere mich so gut es geht aber muss mich dafür stark überwinden weil ich ihn als Person nicht mag.

Ja ich halte mich an den kleinen Dingen fest, die wir beide besprochen hatten und die ich für mich gut fand so wie sie es mir geraten hat dass ich es tun sollte. Nur was ich selbst gut finde und annehmen kann bringt auch was ...

Ja ich versinke darin. Manchmal hilft es mir meine negativsten Gedanken aufzuschreiben für den MOment weil ich es auch so gedacht habe und dann wie heute denke ich mir beim Nachlesen dass es gut war, dass ich mich nicht habe hängen lassen und es geschafft habe, dank deine Idee Ina.

Mein Leben ist ein 'Ponyhof' wie hier ein super Beitrag geschrieben wird ich finde das spannenden und so treffend formuliert es passt einfach immer so auch zu mir. Ich mag nichtmal Pferde gerne weil ich Angst vor diesen Tieren habe.

Habe alles notiert des Notfallplans und Sandra hat es durchgelesen und kontrolliert damit ich alles notiert habe und nichts vergessen ist. Es war ihr wichtig.

Manchmal ist dieser 'Irgendwann-Modus' so herrlich gemütlich...

Es ist nicht gerecht diesen Beitrag zu schreiben überlege ich mir weil ich Gedanken auslösen würde die für manche, Menschen nicht gut sind aber ich möchte mich ja, auch nicht abhängig machen oder mich aufdrängen weil ich weiss dass, ich die Erwartungen vermutlich nicht einhalten kann nicht erfüllen kann weil ich nur ich bin und mich nicht aus meiner Seele herauswinden kann.
Sandra wüsste jetzt was ich schreiben sollte aber sie ist nicht mehr da, ich hasse Gott dafür, dass er solche Menschen viel zu früh sterben lässt und so vielen anderen Menschen damit Schmerzen zufügt. Ob er weiss, was das ist? Schmerzen..
Nein ich frage es nicht wirklich.

Ich bin heute ziemlich niedergeschlagen und möchte mich dafür entschuldigen.
Nacht, Sara
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Poly am 06 August 2022, 14:57:35
In der Therapiestunde wurde ich gefragt ob ich mir vorstellen kann besser einmal in ein Klinik zugehen um, effektiver zu sein um, trocken und clean zu sein, um es zu bleiben. Sandra und ich haben darüber gesprochen, aber eine Klinik wollte ich da noch nicht gehen, ich hoffte auf ihre Unterstützung jetzt überlege ich es mir weil ich den Therapeut wieder nicht gut fand und sehe mir Rezessionen zu verschiedene Kliniken an, das tue ich heute seit vielen Stunden.
Ich werde mich erkundigen was nötig ist für ein Klinikaufenthalt.
Warum kann der neue Therapeut mir in der zweiten Stunde diese Frage stellen? Ich überlege mir auch wie das möglich ist und finde aber keinen Grund und ich mache mir viele Gedanken darum.
So, also das ist es was mich gerade sehr beschäftigt und auch manches gelesene Rezession.

Viele Grüsse sendet Sara
Titel: Re: Poly sagt Hi
Beitrag von: Ina am 06 August 2022, 23:17:17
 
Manchmal hilft es mir meine negativsten Gedanken aufzuschreiben für den MOment weil ich es auch so gedacht habe und dann wie heute denke ich mir beim Nachlesen dass es gut war, dass ich mich nicht habe hängen lassen

Ja, es kann guttun und für den Moment entlastend sein, einfach alles aufzuschreiben, egal wie negativ oder traurig es ist. Aber was ist mit den positiven Dingen? Die könntest Du ebenso aufschreiben, um sie Dir nachhaltig zu verinnerlichen.

Ich bin davon überzeugt, dass es bei der „Bekämpfung“ einer Sucht nicht nur wichtig ist, trocken / clean zu bleiben, sondern den Fokus generell wieder mehr auf die positiven Aspekte zu lenken und dafür zu sorgen, dass das Wohlbefinden insgesamt gesteigert wird. Denn wenn „alles doof“ ist, ist es viel schwieriger, Deine guten Vorsätze hinsichtlich des Trinkens einzuhalten und diesem ständigen Kampf standzuhalten. Wenn Du aber merkst, dass sich Dein Leben in eine positive Richtung entwickelt, Du Dich besser fühlst, Freude empfinden kannst und die schönen Dinge in Deinem Leben wiederentdeckst, wird es Dir leichter fallen, weil Du eine Menge Gründe findest, für die es sich lohnt.

Das körperliche Wohlbefinden spielt da schon eine wichtige Rolle, denke ich. Regelmäßig Bewegung, gesunde Ernährung, guter Schlaf – das sind Punkte, die dazu beitragen, dass es Dir körperlich besser geht.

Das seelische Wohlbefinden ist natürlich ebenso wichtig. Achtsam und aufmerksam sein, die kleinen, schönen Momente wahrnehmen und zu schätzen wissen, aktiv dafür sorgen, dass Du Positives erlebst, irgendwann Fortschritte erkennen und kleine Erfolgserlebnisse haben.

Die Schleife des Negativen und Eintönigen muss durchbrochen werden. Aus der Abwärtsspirale muss eine Aufwärtsspirale werden.


[...] und sehe mir Rezessionen zu verschiedene Kliniken an, das tue ich heute seit vielen Stunden.
Ich werde mich erkundigen was nötig ist für ein Klinikaufenthalt.

Gut, dass Du das machst! Schaden würde ein Klinikaufenthalt wohl eher nicht. Im Grunde hast Du doch nichts zu verlieren, liebe Sara...