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Autor Thema: Frage nach Suizidmethoden in der Therapie  (Gelesen 4751 mal)

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hardworking fool

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Re: Frage nach Suizidmethoden in der Therapie
« Antwort #60 am: 25 April 2018, 17:24:22 »

Hallo Feli. Da hab ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Das waren zwei verschiedene Zitate von unterschiedlichen Psychiatern.

Allerdings hast du schon Recht. Zu meckern, dass ein Patient keinen Suizidversuch unternimmt (überspitzt formuliert) ist schon starker Tobak.

Das Problem ist, dass mir niemand anmerkt, dass ich eine Depression habe. Kunststück! Ich spiele ja auch ständig den Clown, lache, mache Scherze, bin (äußerlich) fröhlich und heiter. Die Schauspielerei habe ich mittlerweile perfektioniert, keiner merkt, dass das alles nur Theater ist. Erst wenn ich die Maske des Narren abnehme sieht man die Wahrheit.
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Hermann Hesse

Felidae

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Re: Frage nach Suizidmethoden in der Therapie
« Antwort #61 am: 26 April 2018, 19:27:30 »

und was ist so schlimm daran? wenn Du die Maske abnimmst, meine ich.. dann sehn "die andern", dass Du auch kein perfekter Übermensch bist, der mit absolut allem supergut zurechtkommt, sondern jemand wie Du und ich, mit Ängsten und Problemen, mit denen er/sie sich genauso herumschlagen muss wie man selber. sie sehen einen, der mit anderen mitfühlen kann und sie verstehen kann, wenn sie ähnliche Schwierigkeiten haben. und wenn Du dann mit so vielen ins Gespräch kommst, bekommst Du erst mit, wie viele (zu viele) es gibt, die die gleichen Probleme haben wie Du, und dann kannst Du von Dir erzählen und ihnen dadurch Zuspruch geben...

andererseits.. hmm.. bin grad am überlegen.. wenn man es mal von der "männlichen Seite" aus betrachtet, dann ist das bestimmt noch etwas komplizierter, weil ich denke, dass Depressionen für viele Männer Schwäche bedeuten, und welcher Mann will schon als schwach angesehen werden... Ich als Frau habe damit nicht so große Probleme, aber vielleicht gehen deshalb Männer lieber zu einer Therapeutin? (sind nur so meine Gedanken grade)
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hardworking fool

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Re: Frage nach Suizidmethoden in der Therapie
« Antwort #62 am: 26 April 2018, 22:32:54 »

@Feli:
Ich habe es dir bereits an anderer Stelle gesagt. Wenn du schon einen Kommentar zu etwas abgibst, dann solltest du vorher genau lesen worauf du dich beziehst.
Es ging weder um Perfektionismus, noch darum ob ich schon mal was darüber gehört habe, dass es vielleicht auch andere Leute mit Problemen gibt. (Wenn ich deine Worte mal etwas überspitzt wiedergeben darf.) Und danke, ich komme schon mit genug Leuten ins Gespräch, da brauche ich garantiert nicht noch mehr Ansprache.

Das Problem ist, dass selbst die "Seelenklempner" sich auf den ersten Blick täuschen lassen. Ich wirke nun einmal ziemlich selbstbewusst und stark wenn ich einen Raum betrete. Diese Haltung ist mir zur zweiten Haut geworden. Überlebenswichtig. Das kann ich nicht einfach so ablegen. Auch wenn ich es wirklich versuche.
Der letzten Nervenärztin ist am Montag nicht einmal aufgefallen, dass meine Hände vor Angst gezittert haben wie Espenlaub. Erst als ich von mir aus meine Iatrophobie angesprochen habe hat sie es gemerkt.

Noch eines: Gib es auf dich hier therapeutisch zu betätigen. Die Frage nach der männlichen Perspektive erscheint mir in diesem Zusammenhang völlig überflüssig und absolut unsinnig.
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Hermann Hesse

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Re: Frage nach Suizidmethoden in der Therapie
« Antwort #63 am: 19 März 2019, 12:28:53 »

Achtung Sarkasmusalarm!

Vor nicht allzu langer Zeit machte mir meine Therapeutin ein verblüffendes Geständnis. Ich hatte ja manchmal den Eindruck, dass sie meine Suizidgedanken nicht wirklich ernst genommen hat, "Es passiert ja nie etwas", auf der anderen Seite hat sie mir suizidale Absichten unterstellt wo keine waren (Alkoholkonsum = Wunsch sich umzubringen.)
Vor allem aber wertete sie eine Situation in der ich wahrscheinlich tatsächlich gestorben wenn ich nicht gehandelt hätte als ernsthaften Suizidversuch. Grundgütiger! Ich hatte die Gefahr erkannt, dementsprechend reagiert und mich in Sicherheit begeben. Wenn das ein Suizidversuch war, dann sicherlich der Dilettantischste seitdem Adam in den Apfel gebissen hat. Das war bestimmt auch ein Versuch! Der Gute hätte sich schließlich am Butzen verschlucken können. 

Vor kurzem hat sie mir nun (sinngemäß) berichtet, dass sie lange unsicher war ob ich die Zeit bis zur nächsten Sitzung unbeschadet überleben würde. Das klang so als hätte sie damit gerechnet, dass ich mich, trotz unseres Vertrages, umbringen würde.

Wundert es da noch irgendjemanden, dass ich gerne in meine Patientenakte schauen möchte?   
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