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Autor Thema: Keine Kraft mehr  (Gelesen 189 mal)

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Zerstört

  • Gast
Keine Kraft mehr
« am: 12 Januar 2019, 11:31:04 »

Ich weiß nicht, ob jemand meine Ansicht teilen kann, jeder sagt immer, dass ich nicht alleine bin mit meinen Problemen. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass doch ich immer die bin die am Ende weint und leidet. Jedes verdammte mal.
Ich habe schon drei mal versucht, mir das Leben zu nehmen. Man sagt ja, es muss einen Grund haben, wenn es nicht klappt...
nur ist mir nicht klar, was für ein Grund das sein soll?

Ich weiß, jeder hat seinen Rucksack zu tragen und es ist nicht immer einfach... aber warum hört der Schmerz nicht auf?
Ich kann ihn nicht erklären, aber ich möchte nachts mal wieder richtig schlafen, ohne Alpträume... wenn ich in den Spiegel schaue wird mir schlecht...
Manchmal höre ich, was für ein lieber Mensch ich bin... trotzdem entfernen sich immer alle von mir... was mache ich denn falsch? Warum kann ich nicht einfach gehen, nicht mehr wieder kommen...

Klar, man versucht immer den Jennifer aufzubauen und zu sagen das er oder sie nicht alleine ist. Aber genau danach fühlt es sich an.. ewige Einsamkeit. Kein Verständnis.

...dazu muss ich sagen, dass ich auch schon in einer Klinik war.. es hat für eine kurze Zeit geholfen, jedoch hat dann kurz nach der Entlassung wieder alles von vorne angefangen und ich stehe wieder am Anfang...

So ein flaues Gefühl im Magen, eine leere die sich einfach nicht füllen lässt..

Der Gedanke, ohne mich wäre die Welt einfach ein besserer Ort....- ich kann ihn nicht abstellen...

Oftmals habe ich gehört, dass es besser wird. Aber das wird es nie, so habe ich das Gefühl...

Der Drang, mich selber zu verletzen, zu bestrafen, dafür das ich auf der Welt bin, das ich es einfach nicht hin kriege, mir das Leben zu nehmen...

Ständig das Gefühl, zu versagen ....



_________________

Ich schreibe auch viel, schon länger aber auch das hilft mir einfach nicht mehr.
Gespeichert

Mitleser

  • Gast
Re: Keine Kraft mehr
« Antwort #1 am: 12 Januar 2019, 12:37:46 »

Grade meine Gedanken zu ordnen ist sehr schwer.

Der erste war, das Du einfach dieses Gefühl in Dir akzeptierst. Du wirst Dich vielleicht immer einsam fühlen, auch in Gesellschaft, oder in einer Beziehung. Diese These stütze ich natürlich auf meine eigenen Wahrnehmung mit diesem Gefühl, denn einige Deiner Sätze könnten genau so von mir geschrieben worden sein.

Der nächste war, bloss keine Ratschläge, keine Antwort, hört man eh nicht im Schmerz und wie lange ich gebraucht habe vom zerstört sein bis zum einigermaßen Leben war unendlich lang und doch habe ich weiterhin jeden Tag diese Einsamkeit in mir und habe es endlich sogar geschafft diese Einsamkeit auch im Aussen zu manifestieren. Es ist niemand mehr da.

Dann kam, wenn Du Dich umbringst  kann es nie besser werden. Ich habe in diesen Jahrzehnten mit dem Schmerz soooo oft gedacht das es niemals besser wird und warum solltest Du es glauben wenn man es nicht fühlen kann. Ich konnte es nie fühlen.
Heute weiss ich es. Es wird besser.

Ja, jetzt kommt bloss nich abschicken, aber dann war die ganze Mühe umsonst. Ist vielleicht ein bisschen so wie das was ich oben beschrieb. Eigentlich will ich etwas und begebe mich auch auf den Weg, aber am Ende klicke ich mich selber weg.

Na ja, ich lass mal stehn, bin nicht zu unfreundlich mit mir selbst und schick Dir mal einige meiner Gedanken.

Ich habe mich auf jedenfall in so manchem Satz wiedergefunden und durfte trotzdem merken das es gut ist das es mich noch gibt. Auch wenn die eine Stimme in meinem Kopf nicht immer schweigt. Ich bleibe. Würde ich mir für Dich auch wünschen. Ohne das wir uns kennen, weil die Welt uns braucht. Warum soll sie denn nur für die ganzen gut gelaunten gemacht sein?

*knuff*

Es kam jetzt noch; Das schreiben ist im übrigen nie Kern, nur Ventil, also kann es wohl in dem Moment positiv sein. Um es als Therapie insgesamt zu betrachten müsste man wohl wunde Finger sein eigen nennen.

Und nu kommt wieder; klick es weg, lass sein, vergebene Liebesmüh. Nö!
Gespeichert

Violetta

  • Gast
Re: Keine Kraft mehr
« Antwort #2 am: 14 Januar 2019, 14:31:22 »

Hallo Fragestellerin. Ich möchte dich nicht "Zerstört" nennen, sondern "Lebendige". Alles Lebendige möchte leben und überleben. Auch in den schlechtesten Zeiten und unter den fürchterlichsten Umständen. Dieser Wunsch nach Leben kann durch seelische Krankheiten beeinträchtigt werden, bis hin zu dem Gedanken zu sterben. Du fragst, warum du noch lebst? Es ist dein gesunder Kern, der dich überleben ließ. Er ist tief in dir verborgen und für dich im Moment nicht wahrnehmbar, aber er ist da. Ganz tief in deinem Inneren bist du gesund. Deswegen hast du überlebt.
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