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Autor Thema: psychische und physische Autoaggression  (Gelesen 176 mal)

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Kirschblüte

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psychische und physische Autoaggression
« am: 02 Mai 2019, 17:52:02 »

Hallo ihr Lieben,

ich wollte fragen, ob es von euch auch jemanden gibt, der sowohl psychisch als auch physisch schlecht zu sich ist? Ich hatte immer wieder depressive Phasen und habe mit den Jahren gelernt, was ich alles tun kann (Bewegung, Ernährung, soziale Kontakte, meditieren...usw).  Vorigen Herbst war ich dann so böse auf mich, dass ich mit all diesem Guten aufgehört habe und mir zusätzlich bewussst schlechte Erinnerungen zurück geholt, richtig danach gekramt hatte, mir alle erdenklichen schlechten Glaubenssätze immer wieder vorgesagt habe, mich absichtlich (obwohl es mir noch halbwegs gut ging) ins Bett gelegt habe "damit du mit deinen blöden Gedanken zurecht kommen musst und darunter leidest", schlimme Filme und Texte im Internet angesehen habe, außerdem war ich zu meinen Eltern gemein und auch sonst relativ komisch. Ich habe schon einige Male meinen Suizid auf verschiedenste Arten in meinem Kopf durchgespielt. Diese Gedanken bekomme ich trotz Medikation schwer weg.

Bin ich die einzige, die sich auf so intensive Art und Weise selbst bestraft?
Und wie kann ich damit umgehen?

Liebe Grüße
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Angie

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Re: psychische und physische Autoaggression
« Antwort #1 am: 03 Mai 2019, 13:31:41 »

Hallo Kirschblüte

Dazu kann ich nicht viel sagen, außer das es mich traurig macht, zu lesen, das jemand bewusst alles schlechte wieder hochholt, obwohl er die Technik positives zu finden kennt. Das macht mich sehr sehr traurig. Das einzige was ich raten kann, geh zu einem Psychologen und finde heraus, was der Auslöser dafür war. Denn es muss einen Auslöser gegeben haben, das du dir so viel schlechtes zumutest.

Angie
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Das Leben ist kein Ponyhof

InaDiva

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Re: psychische und physische Autoaggression
« Antwort #2 am: 03 Mai 2019, 23:23:23 »

 
Hallo und willkommen im Forum, Kirschblüte!

Mit destruktiven Verhaltensweisen bist Du hier nicht allein. Ob es bei anderen ähnliche Ausmaße annimmt, weiß ich allerdings nicht so genau.

Bei mir war es früher so, dass ich mich selbstverletzt habe (ritzen), zu viel und zu oft Alkohol getrunken und dazu viel zu viele Tabletten konsumiert habe (obwohl ich wusste, dass sie mir nicht helfen könnten, sondern schaden würden), mich währenddessen stundenlang mit "depressiver" / melancholischer Musik "zugedröhnt" und ständig über Suizid(methoden) gelesen und nachgedacht habe. Dann gab es noch Phasen, in denen ich zusätzlich das Essen verweigert habe – nicht selten ging das über eine Woche am Stück so. Außerdem habe ich mich zu oft mit Menschen umgeben, die mir eigentlich nicht gut getan haben (was mir zu dem Zeitpunkt leider nicht bewusst war).

Ich wusste, dass mir das alles schadet und ich mir dadurch die Chance nehme, gesund zu werden bzw. dass es mir besser geht und ich aus meinem miserablen Zustand herauskomme, hatte aber das Gefühl, nicht anders zu können. Und irgendwie wollte ich es auch nicht, glaube ich. Es hatte bei mir allerdings nicht so oft damit zu tun, dass ich mich selbst bestrafen wollte; vielmehr war es die pure Selbstzerstörung.

Mittlerweile habe ich mir das alles zum Glück abgewöhnt. Ich trinke seit gut sieben Jahren keinen Tropfen Alkohol mehr, ebenso lang verletze ich mich nicht mehr selbst. Ich esse einigermaßen regelmäßig (wenngleich die Ernährung selbst nicht gerade vorbildlich ist), höre keine Musik mehr, die mich nur noch weiter runterzieht, beschäftige mich nur so viel mit "Trigger-Themen", dass ich dadurch nicht abstürze (wenn es doch mal passiert, habe ich es nicht herausgefordert bzw. war mir dann nicht bewusst, dass es mir so nah geht). Meinen Tablettenkonsum habe ich stark reduziert und nehme nur noch das, was mir verschrieben wird (zwar immer noch zu viel Schmerzmittel, aber das hängt mit meinen chronischen Schmerzen zusammen und ist nicht auf Selbstzerstörung o.ä. ausgelegt).

Ich musste lernen, dass ich Gutes durchaus verdient habe, dass ich wertvoll bin und mich selbst gut behandeln muss, um endlich einen Weg aus der Misere zu finden. Es liegt noch immer ein langer Weg vor mir, bis es mir wirklich besser geht, aber das hat völlig andere Gründe und liegt nicht an selbstschädigenden Verhaltensweisen.

Liebe Grüße
Ina
 
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Feli

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Re: psychische und physische Autoaggression
« Antwort #3 am: 04 Mai 2019, 18:58:52 »

Hallo Kirschblüte,

ich versteh Dich (leider) total! Wenns mir mies geht, provoziere ich manchmal spezielle Leute, damit die dann extra fies zu mir sind. Wenn solche Leute dann allerdings trotz allem nett und freundlich/liebevoll zu mir sind, dann kann ich irgendwie so gar nicht damit umgehn, fang dann entweder an zu heulen oder versuche sie auf irgendwas Schlechtes von mir aufmerksam zu machen oder stelle einfach Fragen, die von mir selbst ablenken, weil ich dann mit Lob so gar nicht umgehn kann.

Wenn die Leute wie zuerst erwähnt, dann auch fies zu mir sind, dann fühle ich mich in meinem Denken bestätigt und denke, die haben Recht, ich habs nicht anders verdient, die wären besser dran ohne mich.

Wenn die Leute aber wie zuletzt erwähnt, gut zu mir sind, dann kann ich damit nicht umgehn und denke, ich hab das nicht verdient, die sind superlieb, aber es wär besser sie wärns nicht zu mir, sondern zu jemand anders, der nicht so ein kalter Eisblock ist wie ich, der Gefühle meistens nicht fühlen kann und deshalb die Gefühle schauspielern muss...

irgendwie schwierig zu erklären.

LG Feli
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Und wenn der Himmel über dir einstürzt, sammle die Sterne ein...

(Debby)

Kirschblüte

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Re: psychische und physische Autoaggression
« Antwort #4 am: 06 Mai 2019, 19:00:06 »

Hallo :)

Vielen Dank für eure Antworten. Sie beruhigen mich sehr, weil ich mich verstanden fühle. Danke :)
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