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Autor Thema: Angst und Selbstzweifel - normal?  (Gelesen 611 mal)

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Angst und Selbstzweifel - normal?
« am: 23 Dezember 2019, 21:45:51 »

Hallo,

mein ganzes Leben lang bin ich ein sehr ängstlicher Mensch.
Alles Neue macht mir Angst, so dass ich es gerne meide.
Dies führte allerdings auch dazu, dass ich wenig Freunde habe. Ich bin eher langweilig. Partys und die "coolen" Dinge haben mich noch nie interessiert. Ich saß schon immer eher zu Hause rum, als mit Gleichaltrigen wegzugehen.

In den letzten Jahren habe ich mein Selbstbewusstsein gestärkt und kriege mich hin und wieder dazu, einfach etwas mitzumachen und mich drauf einzulassen.
Von anderen kriege ich oft das Feedback, lieb und freundlich zu sein. Allerdings bin ich meist ein Anhängsel.
Partner habe ich keinen. Hatte ich noch nie. Hätte ich gerne. Allerdings reicht mein Selbstbewusstsein nicht dazu aus, jemanden kennen zu lernen.

Mein leben läuft einfach so vor sich hin. Während andere in meinem Alter längst einen Partner haben, Haus bauen/Kaufen und Kinder bekommen, habe ich das Gefühl, mein Leben läuft an mir vorbei.

Manchmal merke ich, dass es viele Situationen gibt, in denen auch andere Angst haben und viele gar nicht so Selbstbewusst sind, wie sie scheinen. Das stärkt mich dann etwas.
Aber dennoch mache ich mir im Übermaß zu viele Gedanken und nehme gleich den Worst Case an.

Ich arbeite daran, diese negativen Gefühle loszuwerden. Allerdings ist es nicht einfach, wenn man sein Leben lang so fühlt.

Den Auslöser hierfür kenne ich nicht.
 
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Wohlstandspudel

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Re: Angst und Selbstzweifel - normal?
« Antwort #1 am: 24 Dezember 2019, 08:35:18 »

wenn dich deine selbstzweifel im alltag sehr einschränken dann musst du shcauen ob du dir hilfe suchst undman schaut woher diese zweifel kommen.

es ist toll dass du jetzt mehr slebstbewusst bist als früher noch aber mache dir nciht allzuviele gedanken und lebe so wie es für dich am angenehmsten ist.

nur weil du kein haus hast keine kinder und nicht verheiratet, bist du nicht uncool, ich z.b. habe auch keine kinde rbin unvehreirattet und fühle mich pudelwohl.

nicht jeder kann sich halt mit diesem klassischen lebenslauf anfreunden.

schaue mal welche dinge dir spaß machen und mache dir nciht zuviele gedanken
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  • Gast
Re: Angst und Selbstzweifel - normal?
« Antwort #2 am: 29 Dezember 2019, 11:23:11 »

nur weil du kein haus hast keine kinder und nicht verheiratet, bist du nicht uncool, ich z.b. habe auch keine kinde rbin unvehreirattet und fühle mich pudelwohl.

nicht jeder kann sich halt mit diesem klassischen lebenslauf anfreunden.

Da magst du Recht haben jedoch ist dieser klassische Lebenslauf das, was ich mir wünsche.

Meistens freue ich mich auch für die anderen.
Manchmal merk ich aber auch, dass ich dadurch auch immer mehr zurückgesetzt werde.
Es dreht sich schließlich alles um die Familie und (un)geborene Kinder. Wäre bei mir sicher auch so.
Ist man dann allerdings diejenige, die zurückbleibt, ist das doof.

Zwar wollen mich die anderen auch einbinden, aber es ist manchmal schwerer am Glück anderer teilzunehmen, wenn man dadurch merkt, dass einem selbst was fehlt.

Natürlich sage ich das den anderen nicht. Da fehlt mit Sicherheit das Verständnis. Was sollen die auch sagen oder machen?
Ich kann niemanden zwingen, mehr Zeit mit mir zu verbringen oder Interesse zu haben.

Schwierig ist aber auch, wenn man nicht immer Lust hat, sich mit dem fremden Nachwuchs zu beschäftigen oder keine Kraft.
Ich setze mich hin, spiele mit den Kleinen, aber manchmal ist es einfach auch blöd, wenn das Kind dann zu Mama und Papa will und man da sitzt. Alles normal, die Kleinen haben auch ihre Phasen, in denen nur die Eltern zählen.

Mein Patenkind ist gerade in so einer Phase. Der mehrtägige Besuch war manchmal daher auch nicht leicht, vor allem, wenn sich der Alltag nur um das Kind dreht (völlig normal). Für Außenstehende eben nicht leicht.
Schwester ist nun schwanger und redet die ganze Zeit, wie sie mich einbinden wollen, macht liebe Bemerkungen (Tolle Tante usw.).
Darüber freue ich mich auch sehr. Gleichzeitig merk ich aber auch, dass unsere Beziehung immer mehr zurücktritt. Dann kommen so Sprüche, ich müsse mich auch ranhalten mit Kindern, damit das Kleine Spielgefährten hat.
Auch aus Rücksicht vor der Schwangerschaft sage ich nichts. Aber wenn es nach mir ginge, hätte ich schon 2 Kids.

Aktuell nervt mich einfach, dass viele sich im Mittelpunkt sehen (was ja eigentlich auch gut ist). Aber wenn man hier wie ich eher immer für andere da war/ist, kommt nun einfach, dass ich immer mehr alleine dastehe.

Manchmal hab ich den Eindruck, dass viele Eltern meinen, jeder muss das eigene Kind gern haben und immer dafür da sein (Patentante, Tante,...). Bin ich auch gerne. Es gibt aber auch Phasen, in denen ich lieber die Freundin oder Schwester der Eltern sein möchte.
Dennoch weiß ich, dass es schön ist, wenn mich andere an ihrem Familienleben teilhaben lassen. Ihnen sind nur nie die Grenzen bewusst, die die Privatsphäre der FAmilie schützen und den Außenstehenden von den Dingen des Familienlebens ausgrenzen.
Man ist immer ein Anhängsel. Für die Kids und Eltern mag es schön sein, jemanden zu haben, der sich mit ums Kind kümmert, zu dem das Kind bei Sorgen gehen kann und der sich ums Kind kümmern würde, wenn mit einem was ist.
Das mache ich auch sehr gerne. Allerdings wünsche ich mir auch meine eigene Familie, um die Sachen zu erleben, die fehlen.

Bzw. manchmal auch einfach Verständnis. Aber das kann man oft nur suchen, da die wenigsten zugeben, was sie für ein Glück haben.
« Letzte Änderung: 29 Dezember 2019, 11:35:53 von InaDiva »
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Mickie

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Re: Angst und Selbstzweifel - normal?
« Antwort #3 am: 29 Dezember 2019, 19:57:07 »

Hey Du,

du erinnerst mich an die Zeit als ich Jung war und von überall es hiess, wollts ihr denn keine Kinder und zeitgleich um einen rundum die Kinder nur so kamen.
Was sollte man da sagen: Wir wollen ja, klappt aber nicht... Oder doch lieber: Ne ich will keine Kinder.
Tja und dann kommt man als Tante in die andere Familie sieht dieses "Glück" gibt auch gerne und geniesst die Zeit mit den Kindern und vermisst manchmal die Zeit wo nur die Erwachsenen sich umeinander interessierten. Den Spagat den allen gerecht zu werden und sich selbst nicht zu verlieren.

Weisst du was, als ich dann doch das "Glück" eines Kindes erfahren durfte und mein Bruder weiter ohne Frau und Kind unterwegs war, habe ich ihn gefragt was er sich wünscht und das wünsche ich dir den Mut deine Bedürfnisse zu benennen, auch deine Grenzen zu zeigen und deine Wünsche zu äussern.

Ich glaube du bist mit deinen Gedanken gar nicht so alleine, nur wenn jeder sich immer nur seine Gedanken macht und keiner diese den anderen mitteilt kann nie eine Gemeinsame Idee wachsen.

Pass gut auf dich auf.

Lieben Gruß

Mickie
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nastywitch

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Re: Angst und Selbstzweifel - normal?
« Antwort #4 am: 31 Dezember 2019, 00:32:04 »

Hallo,

ich stimme Mickie die voll und ganz zu.
ich finde es richtig gut, dass du deine Wünsche so benennst.Vielleicht kannst du das ja noch genauer?
Eine Familie, Kinder....was da aber ja dahintersteckt ist der Wunsch nach Nähe und Verbindung. Wie du dich im ersten Beitrag beschrieben hast, fällt dir aber gerade das sehr schwer. Das kenne ich wirklich gut. Ich habe den Wunsch nach einer Beziehung, aber Nähe wirklich zulassen fällt mir dann doch schwer. Ich tue oft viel damit mich andere mögen, aber dann scheue ich doch zurück und sabotiere.
Ich denke, dass das andere auch viel merken. Dieses Zurückweichen, dass man nicht ganz in der Beziehung ist, ob das nun aus Angst oder Zweifel oder aus Desinteresse ist, kann der andere oft nicht erkennen, denke ich. Das Beste was man dann für diese Beziehung machen kann, ist über die Ängste zu reden. Ich habe selbst erlebt, wie das Schutzwände ein klein wenig niedriger macht und echte Momente entstehen lässt. Vielleicht ist das einer deiner nächsten Schritte? Echte Momente in Beziehungen finden, die dir Nähe geben?

Ein weiterer Punkt, den du ansprichst, sind Grenzen. Habe ich das richtig verstanden, es gibt Grenzen in Beziehungen (z.b zwischen dir und privaten Sachen der Eltern von deinem Patenkind?) und diese Grenzen tun dir weh. Du würdest gerne mehr teilhaben.
Ach ja auch das kenne ich so gut. Freundschaften, in die man gibt und gibt und einfach nie das zurück bekommt, was man denkt, das kommen sollte. (Z.B in meinem Fall) Ich glaube das sind mehrere Dinge...Ähnlich wie mit der Nähe, dachte ich immer, aber ich gebe doch, warum kommt nichts?, bis ich irgendwann mal verstanden hab, dass ich selbst das gar nicht richtig fühle, wenn was positives kommt. Ich nehm es gar nicht an und so will ich natürlich immer mehr.
 Zum anderen denke ich, dass man als erstes seine eigenen Grenzen anschauen muss. Wie sind denn deine Grenzen?


Liebe Grüße
witch 
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seltenhier

  • Gast
Re: Angst und Selbstzweifel - normal?
« Antwort #5 am: 09 Januar 2020, 02:36:31 »



Ich arbeite daran, diese negativen Gefühle loszuwerden. Allerdings ist es nicht einfach, wenn man sein Leben lang so fühlt.

Den Auslöser hierfür kenne ich nicht.

Ich lehn mich mal weit aus dem Fenster, und sage, doch den kennst du, nur ist es dir (noch) nicht bewusst. Meist ist die Wurzel manches Übels, der "Stall in den man hineingeboren wurde". Ich glaube  nicht, dass man mit oder ohne Selbstbewusstsein auf die Welt kommt, sondern dass (erst) Familie dann weitere Personen jemanden "formen".

Eine frage die du hier nicht beantworten musst, sondern dir selber beantworten: Ein überaus dominantes Elternteil kann das sein....?

mfg und dir viel Glück
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