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Autor Thema: Das Leben ist kein...  (Gelesen 15841 mal)

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gast985

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #15 am: 26 Oktober 2020, 01:08:07 »

Hallo Ponyhof,

wir kennen uns nicht persönlich, man kann nur zwischen den Zeilen spüren!
Die Beziehung zu deinem Mann? Die Unterstützung durch ihn???? Geht mich nichts an!!!

Ich habe heute einen ganz schlechten Tag!! Habe mir schmerzen zugefügt.

Ich möchte gar nicht recht haben. Wenn andere Menschen es gestatten, äußere ich nur meine Gedanken und Überzeugungen.

Völlig wertfrei und ohne Anspruch auf das einzig Richtige.

Wer mag, kann sich daran orientieren, als Anregung oder sagen, der spinnt.

Du schreibst, dass du sehr müde und antriebslos bist.

Frage: Schilddrüse! !!!!

Währen wir eng befreundet und du Single, hättest dich mir anvertraut, sehe ich Möglichkeiten, dich aufzumuntern. Auch ein ernstes Wort könnte ich mir vorstellen.
Was echte Freunde für einander Tun. Einfach nur da sein.

Aber wichtiger glaube ich, ist eine enge Freundin als ein enger Freund. Von wegen der weiblichen und männlichen Seele und Gedanken. (Männer Ticken anders)

Nicht das Internet, sondern die / der Freund*innen (ist das so gendergerecht?) Als reale Person von Angesicht zu Angesicht ist wichtig.

Mir hilft das Schreiben mich abzulenken und wenn das für mein gegenüber was bringt oder auch nur unterhält so ist das in Ordnung.

PS.: Es gab nur 3 Personen die mich in der Mitte haben wollten. Sie sind Tod.

Ich wünsche Dir Kraft.
gast985

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darksoul86

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #16 am: 26 Oktober 2020, 08:13:54 »

Hallo Ponyhof.
Danke für deine Antwort und entschuldige meine verspätete. Ich war die letzten Tage sehr beschäftigt. Familie, Arbeit....
Ja, ich kann gut verstehen, dass du dich fragst, wie wäre es mit Kindern. Ich frage mich manhhmal, wie wäre mein Leben ohne gelaufen. Ich glaube schlechter. Allerdings habe ich letztens einen Vortrag gehört, da sagte der Wissenschaftler, dass Kinder nicht wesentlich zufriedener machen. Frauen sind sogar oft als Single mit vielen Freunden glücklicher, Männer dagegen sind mit Partnerin am Glücklichsten.... Naja, Statistik halt.
Du fragtest, wie es mir heute mit der Familie geht.

Ich hatte keine große Wahl über Kinder oder nicht nachzudenken, da ich mit 17 plötzlich Mutter war. Ja, ok, ich hätte abtreiben können. Aber ab dem Zeitpunkt, nwo ich dieses Würmchen auf dem Ultraschallbildschirm sah, habe ich es geliebt und wollte es schützen. Ihm ein besseres Leben geben, als mir. Naja und dann war es auch ganz schön und wir haben noch 2 weitere Kinder bekommen. Sie sind im Alltag ein Geschenk, geben mir auch viel und lenken mich ab.
Sie sind wohl ganz gut geraten, bekomme ich oft rückgemeldet. Leider sieht meine Depression häufig nur die Fehler, die ich gemacht habe. Aber zumindest habe ich geschafft ganz anders zu werden als meine Eltern. Das war und ist mein größtes Ziel.
Mit meinem Mann bin ich im Moment sehr unglücklich. Aber wir versuchen daran zu arbeiten. Eigentlich ist er ein guter..... Zumindest schlägt er mich nicht, ist ein guter Vater, das ist wenigstens etwas. Aber er hat auch Depressionen und sucht gerade erfolglos einen Therapieplatz. Ja, so sieht es im Moment aus.

Du schriebst, du willst den Schmerz hinter dir lassen.... Ich dachte das auch lange, habe mich aber jetzt entschieden, ihn als Teil meines Lebens zu sehen und mit ihm statt gegen ihn zu arbeiten. Ich beschäftige mich intensiv mit Buddhismus, da geht es auch oft darum, Alles so zu akzeptieren, wie es ist. Nicht leicht, aber ich versuche es. Ich schreibe auch Texte, um den Schmerz zu verarbeiten. Danach kann ich davon irgendwie besser loslassen.

In Bezug auf Freunde, habe ich auch immer recht oberflächlich kommuniziert und gedacht, ich sei langweilig. Aber ich habe beschlossen authentischer zu sein und ich muss sagen, daß war für mich das Allerbeste und ich bin sehr positiv überrascht worden. Ja, Manche gehen dann, aber dafür kommen und bleiben ganz wunderbare Menschen, zu denen ich mich sehr nah fühle.

Wünsche dir weiterhin viel Kraft, auf deiner Suche, nach dem weiteren Weg!
Herzlichst
Darksoul
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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #17 am: 26 Oktober 2020, 16:24:19 »

Hallo Ponyhof,

es ist, glaube ich, an der Zeit, dass sich unser gemeinsames Lesen trennt.
Ich danke dir für die Zeit, die du für mich aufgebracht hast sowie deine Energie.

Wir werden wohl auf diesen weg uns nicht wirklich weiterbringen.

Für mich war es eine wunderbare Lese Zeit, die ich sehr genoss.

Es scheint, dass du eine neue Mitleserin bekommen hast.


Die Aufmerksamkeit und Belastung reicht für zwei nicht aus.
Es ist gut so.
Ein gemeinsames Lesen grade wenn es um Frauenthemen geht, da bin ich raus. 

Hallo Darksoul86
wenn ich darf.

Der Weg aus der Depression begann 2017.
Mein Hausarzt stellte eine Überweisung zum Psychiater aus.
Ich bin dann persönlich in die Praxen gegangen und hatte wohl Glück, das eine medizinische Assistentin bei meinem Anblick mitleide hatte, und mich als Notfall vorsprechen lies.
Ich hatte einen Psychiater!
Während der suche, habe ich mir schon einen Termin in einer Tagesklinik besorgt.
Kurz vor Ende in der Tageslink habe ich bei der Krankenkasse eine REHA beantragt und letztendlich durch die Rentenkasse bewilligt bekommen.
Bin bis heute in einer Psychotherapie. Ein langer und beschwerlicher Weg.
Vielleicht nutzt es dir.

Für euch beide wünsche ich eine gute gemeinsame Lese zeit.

gast985
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #18 am: 26 Oktober 2020, 17:06:19 »

Hallo Gast985

ich verstehe nicht, warum Du jetzt gehst. "Die Aufmerksamkeit und Belastung reicht für zwei nicht aus" - wieso nicht? Glaubst Du, ich wäre nicht in der Lage zwei Personen separat zu antworten?

Meiner Schilddrüse geht's gut, danke der Nachfrage, hab meine Blutwerte extra vor dem Winter checken lassen.

Mein Mann? Er unterstützt mich wie kein anderer es könnte und daher glaube ich auch nicht, dass Du oder eine FrwundIN oder sonst jemand mich aufheitern könnte. Denn das Problem habe ich ja seit Jahren. Ich habe Freundinnen. Einen Partner. Und alle haben sie mich unterstützt, sind die besten... Aber dieses "Ich mag das Leben nicht" Gefühl, es steckt soooooo tief drin. NICHTS scheint es zu geben, was man da tun kann, so ist das halt.

Naja. Aber ich will Dich nicht weiter nerven, wenn Du gehen möchtest, solltest Du gehen. Keine Verpflichtung hier zu sein. Es war schön mit Dir zu schreiben.
"Doch einen Schritt auf so verschied'nen Wegen, haben wir zusammen gemacht. Und kamen einander von ferne entgegen, Leb wohl. Adieu. Gute Nacht." (Reinhard Mey)
Ich wünsche Dir alles Gute.

Ponyhof
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Ponyhof

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #19 am: 26 Oktober 2020, 17:26:41 »

Hallo Darksoul86

alles gut, Du brauchst doch nicht "prompt" zu antworten, viel zu tun kennen wir doch alle...
Ich finde das klingt nach einem klugen Weg, den Du da angefangen hast. Funktioniert es? (Also mit der Akzeptanz meine ich?)
Über den Schmerz geschrieben habe ich früher viel. Finde die Texte, die auf diese Weise entstanden sind selber schön. Damals habe ich auch viel mit anderen über "sowas" geredet. Ne Menge tiefsinniger Gespräche geführt, Musik gemacht und so...  - aber ich konnte so irgendwann nicht mehr weiter machen, es war zu gegensätzlich zum "normalen" Leben. Ich konnte nicht mehr arbeiten, konnte nicht mehr "funktionieren" in unserer Gesellschaft...  Vielleicht war die Entscheidung pro Normalität contra Leben-mit-dem-Schmerz die falsche, ich weiß es nicht, aber ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich wollte nicht irgendwann in der Klapse hocken und mit den Wänden reden .... daher habe ich mich für die Alternative entschieden...  Ach, es ist alles kompliziert...

Deine Ehe klingt aber auch suboptimal zur Zeit. ;-) "Er schlägt mich nicht" ist natürlich wichtig, schon klar, aber vielleicht als Grundlage einer glücklichen Beziehung doch nicht gerade berauschend... Bei uns ist es auch schwierig. Nicht, weil mein Mann nicht toll wäre (Er schlägt mich nicht nur nicht, er liebt und unterstützt mich und steht immer zu mir. Er ist interessant und lustig und...) sondern, weil ich mich selbst nicht leiden kann. Es ist auf die Dauer nicht gut, nur mit dem Selbstwert aus der Beziehung zu leben, vielleicht kennst Du das Problem auch? Aber natürlich kann man kein Selbstwertgefühl hexen. Tja, letztlich glaube ich, dass manche Dinge im Leben etwas sind, was man alleine können muss. Liebe, Freundschaft, Familie... alles gut und wichtig... aber letztlich müssen wir jeder für uns unser Leben selbst leben. Nix zu machen...

Herzliche Grüße
Ponyhof
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richtigstellung gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #20 am: 26 Oktober 2020, 21:48:39 »

Ponyhof
Hallo Ponyhof,
Richtigstellung:

Alles hat seine Zeit. Auch die Zeit, die Menschen miteinander verbringen.
Du hast mich nicht genervt, ganz im gegen teil.

Du kannst dich mit Sicherheit mehr belasten.

Das Schreiben fällt mir sehr schwer. Ich habe eine lese und Rechtschreibschwäche. Nur durch das Internet (Duden, Rechtschreibung und Grammatik) habe ich die Möglichkeit, ohne mich lächerlich zu machen, am Forum teilzunehmen. Deswegen kamen meine Antworten erst zu fortgeschrittenen Zeiten.

m Gegensatz zu: „Ich mag das leben nicht“, Liebe ich mich nicht! Ich habe mich immer enttäuscht!
Sei bitte nicht böse auf mich!

Alles Gute für DICH. Mögen deine Hoffnungen in Erfüllung gehen.
Es fällt mir schwer, DICH gehen zu lassen!

gast985
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darksoul86

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #21 am: 26 Oktober 2020, 21:51:12 »

Hallo Gast985.
Ich antworte mal zuerst dir.
Für dich ist hier ganz viel Platz!! Ich mag dich gar nicht vertreiben. Und ich finde, dass du auch zu "Frauenthemen" (wobei ich nicht weiß, was davon wirklich Frauenthemen waren) etwas beitragen kannst. Also fühl dich frei zu schreiben, wem, wa sind wann immer du möchtest.

Danke für deine Infos zu deinen Therapieerfahrungen.
Hilft es dir denn?
Ich mache gerade schon meine 2. Therapie. Erst 3,5 Jahre Verhaltenstherapie und seit 3 Sitzungen nun tiefenosychologische Therapie. Die 1. hat mir total geholfen. Aber es ist mal wieder viel Mist passiert, der mich total aus der Bahn geworfen hat.
Ws. stirbt meine Mutter in den nächsten Monaten.

Ich hoffe sehr, mein Mann findet auch einen guten Therapeuten. Aber eine Reha wäre vielleicht auch gut für ihn.

Dir weiterhin viel Kraft!
Herzliche Grüße
Darksoul
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darksoul86

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #22 am: 26 Oktober 2020, 21:59:32 »

Hey Ponyhof.

Ja, was du schreibst, kann ich auch verstehen. Manchmal muss ich das Ganze auch beiseite schieben. Zumal ich eine PTBS habe und dann zu oft Flashbacks habe oder dissoziiere...meine Kindheitstraumata will ich/ muss ich in der jetzigen Therapie angehen.
Grundsätzlich klappt es aber mit der Akzeptanz ganz gut.
Nur im Moment ist so viel los... Zu der Ehekrise kommt meine todkranke Mutter. Zu der ich keine besonders gute Beziehung habe, was vielleicht in diesem Fall gut ist.

Schön zu hören, dass dein Mann dich unterstützt und liebevoll ist. Aber es geht dir trotzdem nicht gut...wodurch könnte sich das ändern? Wie kannst du an Selbstwert gewinnen? Hast du Dinge, auf die du stolz sein kannst? Dinge, wo du merkst, du schaffst was Tolles?

Seit ich meditiere.... Insbesondere zu Selbstmitgefühl, inneres Kind und Liebende Güte, gelingt es mir etwas besser mich selbst zu mögen.
Aber ich stehe auf wackeligem Grund. Mich erschüttert schnell etwas und alle Erfolge sind weg.

Meine Güte, das Leben ist auch wirklich kompliziert.

Hab erstmal einen schönen Abend!
Herzlicher Gruß
Darksoul
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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #23 am: 26 Oktober 2020, 22:22:22 »

 
Tja, letztlich glaube ich, dass manche Dinge im Leben etwas sind, was man alleine können muss. Liebe, Freundschaft, Familie... alles gut und wichtig... aber letztlich müssen wir jeder für uns unser Leben selbst leben. Nix zu machen...

Halle Ponyhof!

Muss man das wirklich? Warum? Warum muss man unbedingt alleine klarkommen können?

Sicher: Ehen, Beziehungen und Freundschaften können enden – manchmal sogar schneller, als man es für möglich gehalten hat. Aber man kann auch wieder einen neuen Partner finden und neue Freundschaften schließen. In der Zwischenzeit hat man es natürlich verdammt schwer, aber wenn man wieder einen oder mehrere Menschen gefunden hat, mit denen man sich wohlfühlt und die zu einem passen, kann man mit neuer Kraft weitergehen.

Ich weiß nicht so recht, ob ich gerade wirklich ausdrücken kann, was ich meine. Also ein neuer Versuch:

Ich bin davon überzeugt, dass es eine ganze Menge Menschen gibt, die jemanden an ihrer Seite brauchen, um Probleme zu bewältigen, durchs Leben zu finden und überhaupt einen Sinn darin zu sehen. Und das finde ich sogar völlig in Ordnung. Mich selbst zähle ich auch zu diesen Menschen. Ja, natürlich muss ich mein Leben selber leben, aber ich muss, möchte und kann das nicht alleine. Ich muss und möchte mein Leben – meine Erlebnisse, meine Gedanken, meine Freude, meine Trauer usw. – mit jemandem teilen. Ich kann mir noch so viel Gutes tun: Wenn ich dies mit niemandem teilen kann, bleibt es oberflächlich und erreicht mich nicht wirklich. Es dringt nicht bis in meine Seele vor. Ich habe meistens das Gefühl, dass es mir kaum etwas bringt, Dinge nur für mich zu tun. Ich muss sie für mich und jemanden anders tun, damit sie sich sinnvoll anfühlen und etwas in mir bewegen und verändern.

Natürlich bin ich selbst diejenige, die an sich arbeiten muss, ihre Vergangenheit bewältigen muss, Therapien gemacht hat und ihr Leben gestalten muss. Aber es gab immer mindestens einen Menschen in meinem Leben, der diese ganze Last mitgetragen hat und ohne den ich es nicht geschafft hätte. Das musste und muss ich auch nicht. Es war also praktisch immer jemand da, mit dem ich mein Leben geteilt habe und der es somit gewissermaßen "mitgelebt" hat. Das beruhte übrigens in den meisten Fällen auf Gegenseitigkeit (war also auch umgekehrt so) und war für beide genau das, was gebraucht wurde und gewollt war. Ich finde es in Ordnung, jemanden zu brauchen und sein Leben nicht nur für sich selbst zu leben. Menschen sind unterschiedlich. Die einen können und wollen alleine zurechtkommen, die anderen können und möchten das nicht.

Dabei besteht natürlich auch die Gefahr, dass man sich von jemandem abhängig macht. Aber bedeutet das überhaupt unbedingt Gefahr? Ich sehe es nicht so und habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass es etwas Wunderschönes und unglaublich Wertvolles sein kann, einander wirklich zu brauchen und sich so eng miteinander zu verbinden, dass man wohl schon von einer (gegenseitigen) emotionalen Abhängigkeit sprechen kann. Der Begriff ist gemeinhin wohl eher negativ konnotiert und dafür gibt es sicher auch berechtigte Gründe. Wenn sich zwei Menschen dessen aber bewusst (!) sind und sich einvernehmlich darauf einlassen, weil sie es nicht als überfordernd, einengend o.ä. empfinden, sondern ganz viel Kraft daraus ziehen und ihre Erfüllung darin finden, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen. Das gibt es übrigens auch zwischen Personen, die nicht von psychischen Erkrankungen betroffen sind. Dann haben sich nämlich eventuell einfach zwei Menschen gefunden, die nicht bereit und gewillt sind, allein mit ihrem Leben klarzukommen; zwei Menschen, die sich geben, was sie brauchen, um ihr Leben meistern zu können und es nicht (nur) selbst leben zu müssen.


Ob Du mit meinen Zeilen etwas anfangen kannst, weiß ich nicht (aber ich weiß, dass es nicht sooo viele Leute gibt, die es so sehen oder auch selber schon Erfahrungen dieser Art gemacht haben), aber das ging mir gerade so durch den Kopf, als ich Deine letzten Sätze gelesen habe. Ich hoffe, es ging nicht ZU sehr am Thema vorbei...

Liebe Grüße
Ina
 
« Letzte Änderung: 26 Oktober 2020, 22:27:27 von InaDiva »
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I don't know if I'm dying or about to be born.
(J. Raymond)

gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #24 am: 26 Oktober 2020, 23:49:04 »

Hi Darksoul86,
du bist nicht der Grund.
Es ist schlimm, seine Mutter zu verlieren. Schaumal meinen Beitrag Trauer oder Warum, vielleicht hilft es dir.
Meine Frau Stirbt jeden verdammten Tag ein Stück mehr! Ich sauge jede Minute, die ich sie erreichen kann, auf. Irgendwann werde ich sie in pflege geben müssen, bis dahin muss ich mich verabschiedet haben.

Meine Meinung zu dem Vorgehen deines Mannes.
Erst zum Psychiater. Meistens Therapieren sie nur mit Tabletten und man braucht trotzdem noch einen Psychotherapeuten. Die Psychiater sind die entscheidenden Ärzte, um eine Reha mit Aussicht auf Erfolg zu beantragen.
In die Tagesklinik, dann die Reha und anschließend Psychotherapie.

Schon während meiner Reha ist die Krankheit meiner Frau Ausgebrochen.
Seitdem bin ich damit beschäftigt, für sie das Beste rauszuholen. Einlesen in die Krankheit, Krankeneheuser und Ärzte suchen. Anträge ohne Ende mit Widerspruch einlegen. Und für alles und jeden ein neuer Vorgang.
Um die Medikation neu einzustellen, muss ich sie auf richterliche Anweisung in die geschützte Abteilung der Psychiatrie einweisen.

Dieses alles behindert meine Therapie, es saugt mir meine letzte Lebensenergie aus.
Deswegen gehe ich aus dem Forum raus, so schwer es mir fällt.
Das Forum war eine Ablenkung meiner sorgen und Nöten. Aber ich kann nicht mehr.
Ich habe keine Tränen, meine Seele ist erloschen, mein Herz blutet.
Ich werde bestimmt noch mal mit Lesen.
Ponyhof und dir wünsch ich eine gemeinsame gute Lesezeit.
Gast985
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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #25 am: 27 Oktober 2020, 00:24:14 »

Hallo InaDiva,

grade beim Einstellen meiner Antwort auf Darksoul86 hab ich deinen Artikel gelesen.

Es ist richtig, wir Menschen Brauchen einander!

Zu jeder Zeit wird uns ein Mensch begegnen, den wir brauchen, unabhängig vom Geschlecht und Hautfarbe.
Dabei ist es völlig egal, ob es Positiv oder Negativ ist, es macht uns zudem, was wir sind.
Nur aus diesen Begegnungen können wir lernen und uns selber Entwickeln.
Nur mit diesen Begegnungen können wir unsere Gefühle, Lernen.

Liebe, Trauer und Hass können nur entstehen, wenn wir uns auf andere Menschen einlassen. Wenn wir zu Beginn unseres Lebens nicht auf unsere Mutter einlassen,
würden wir die Wärme, Geborgenheit und Liebe nicht erfahren.
Ich habe in einem Bericht gelesen das Soldaten, die im Sterben lagen, immer nach der Mutter gerufen haben. Wenn wir unsere Gefühle nicht erfahren, nach wen rufen wir im Sterben??????
gast985 wünscht eine gute Nacht, wer auch immer mit liest!
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #26 am: 28 Oktober 2020, 10:11:35 »

Hallo Gast985

ja, man sagt, dass man im Tod nach der Mutter ruft. Oder nach dem dann liebsten Menschen vielleicht.

Was, wenn es so jemanden nicht gibt, fragst Du? Nun, ich könnte mir vorstellen, dass man dann mit einem Lächeln hinüber geht vom Leben zum Tod.
Denn es ist doch so: Entweder nach dem Tod kommt NICHTS MEHR. Dann hätten wir es geschafft und bräuchten das Leben nicht mehr (er)tragen.
Oder nach dem Tod kommt etwas neues. Mit neuen Möglichkeiten, Chancen usw.
Ich denke, Menschen, die wir lieben / die uns lieben / die uns wichtig sind / denen wir wichtig sind, sind ein sehr wichtiger Teil dessen, was uns mit dem jetzigen Leben verbindet und uns den Tod fürchten lässt.
Ich denke je weniger einen hält, desto geringer ist die Angst. Vielleicht wird dann der Übergang leicht sein, wenn es so weit ist. Weil die Zeit dann reif ist für eine Veränderung...

Naja, das dachte ich gerade noch zu Deinem letzten Beitrag.
Nein, ich bin nicht böse auf Dich, keine Sorge.
Mach's gut und vielleicht liest man sich irgendwann nochmal...

Gruß
Ponyhof
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #27 am: 28 Oktober 2020, 10:40:39 »

Liebe Darksoul86

Oh ja, kompliziert ist es wirklich.
Also, das mit dem Selbstwert ist ziemlich vertrackt bei mir, ich kann mich nämlich WIRKLICH nicht leiden. Sprich, alles was ich "geleistet" habe betrifft ja "nur" mein eigenes Leben - aber da das nichts wert ist... Teufelskreis.

Wenn ich andere frage, was ich ihrer Ansicht nach geleistet habe, sagen sie, ich hätte zwei Studienabschlüsse (stimmt) einen tollen Mann (stimmt) käme im Beruf gut klar (stimmt einigermaßen) könne schön schreiben (stimmt manchmal) schön singen (stimmt manchmal), ich könne gut zuhören, sei krisenfest und und und... aber das ist in meinen Augen halt alles nichts wert - denn besser wäre es schließlich, ich wäre nie geboren worden. Und wenn ich nicht geboren wäre - dann bräuchte ich auch kein Examen, keinen Job, keinen ... usw.

Tja. Das ist es was andere sagen.

Was sage ICH?
Wenn ich darüber nachdenke, worauf ICH SELBER tatsächlich STOLZ bin. Dann gibt es da nur diesen einen Punkt:
Ich habe es nicht an die nächste Generation vererbt. Ich habe NICHT, wie mein Vater "Kinder sind die einzige Freude im Leben" Kinder bekommen, denen ich dann ein depressives Weltbild, die Unfähigkeit Probleme zu lösen und das Verbot um Hilfe zu bitten "Sowas darfst Du nicht Mal denken" beigebracht habe. Ich habe NICHT vor einem Kind gestanden und auf keins seiner Probleme eine Lösung gewusst, nur dafür gesorgt, dass niemand mitbekommt, dass das Kind depressiv und suizidal ist - wie peinlich... Ich habe nicht zugesehen, wie sie mit aufgeschnittenen Armen herumlief, habe mich nicht gefragt ob sie sich umbringt und dabei die größte Sorge gehabt, was die Leute denken.

Ich habe das alles nicht getan. Es hat dazu geführt, dass ich jetzt keine Kinder habe. Es hat dazu geführt, dass mein Mann keine Kinder hat (ich hätte sie ihm gewünscht). Es hat zu unzähligen "Mit einer anderen Frau wärst Du besser dran" fruchtlosen Diskussionen geführt, die nichts besser gemacht haben... 
Kurz: Das einzige worauf ich WIRKLICH stolz bin in meinem Leben hat mich unglücklicher, einsamer und beschämter gemacht. Trotzdem BIN ich stolz darauf. Ich könnte nicht damit leben, ein Kind, das ich liebe aufwachsen zu lassen, wie ich aufgewachsen bin. Es wäre mir nicht möglich mir das zu verzeihen und auf die Leistung dann eben auf das zu verzichten, was so viele als "das wichtigste im Leben" bezeichnen, dann eben irgendwann einsam und alt im Altersheim zu verschimmeln , DARAUF bin ich stolz.

Ansonsten... Ein Therapeut hat mir einmal den Rat gegeben, auszuprobieren was passiert, wenn ich mich "einfach Mal" benehme, als SEI ich etwas wert. Irgendwas. Das probiere ich seit dem manchmal klappt es ganz gut - manchmal bringt es mich in Teufels Küche. Ich nehme Mal an, das ist der Unterschied, was ich "von außen betrachtet" wert bin bzw. nicht wert bin...

Ähm, ja. Soviel dazu.

Es tut mir leid, dass es Deiner Mutter so schlecht geht - ich war 23 als meine Mutter starb... Wir hatten auch kein gutes Verhältnis. Ich habe dann irgendwann *Scheißdrauf* gedacht und beschlossen, dass wir nichts mehr klären, nichts mehr besprechen, nicht mehr streiten - dass ich einfach nur möchte, dass sie weiß, dass ich sie liebe, wenn sie stirbt. Sonst nichts.
Keine Ahnung, ob das klug war, aber bereut habe ich es nie...

Ich wünsche Dir Kraft, Geduld, Ausdauer und eine Schulter zum ausheulen. Klingt fürchterlich viel bei Dir zur Zeit ...

Liebe Grüße

Ponyhof
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #28 am: 28 Oktober 2020, 10:54:04 »

Liebe Ina

ich weiß nicht, ob ich erklären kann, was ich meine... Ich habe das Gefühl, dass man in meiner Familie die Lebensfreude / Sinn des Lebens immer bei der nächsten Generation gesucht hat. Und so war es die Aufgabe der Kinder, die Eltern glücklich zu machen, aber die wurden einfach nicht glücklich... und am Ende waren alle unglücklich, wie ein schwarzes Loch.

Ich habe den Eindruck - und das mag an meiner vermurksten Psyche liegen - dass wenn der motivierende Faktor, den wir brauchen um unser Leben zu meistern von AUSSEN kommt... Dass wir dann niemals genug haben sondern uns in einer abwärts-Spirale bewegen. Entweder ICH treffe für MICH die Entscheidung mit meiner eigenen Muskelkraft meinen Hintern von der Couch zu nehmen und etwas an meinem Leben zu ändern - oder ich werde ewig auf der Couch warten, bis jemand kommt und mich hochzieht. Und dieser jemand wird immer ein kleines bisschen mehr Kraft brauchen als am Tag davor... Bis er sich dazu setzen wird... usw.

Also Ja, Menschen sind wichtig. Freunde sind toll, Partner sowieso und man kann einander helfen und Probleme gemeinsam bewältigen und und und. Da bin ich absolut Deiner Meinung. Aber die Kraft den Arsch aus dem Bett zu bewegen und "Los geht's!" die Dinge anzupacken (auch gemeinsam anzupacken) ich bleibe dabei. DIE "muss" ich selbst aufbringen. Sonst hat alle Mühe von außen keinen Sinn - im Gegenteil. Damit reißt man andere in den Abgrund...

Hoffe das war jetzt nicht zu verworren.

Liebe Grüße
Ponyhof
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #29 am: 26 Dezember 2020, 10:46:23 »

Weihnachten ist kein Ponyhof

Ich hasse Weihnachten. Weihnachten ist für mich das Fest des Streits, des Stress` und der unpassenden Geschenke. Ich kann mich aus meiner Kindheit an kein Weihnachten ohne alles drei erinnern. Ich glaube das muss so. Und kein noch so sorgfältig geschriebener Wunschzettel hat bei uns je dazu geführt, dass mein Vater nicht losrennt, irgendeinen Schund kauft, der pflichtbewusst ein paar Wochen rumfliegt, bevor er in Müll landet (warum ich ihm diese Sachen nicht zum Umtausch zurück gebe? Weil er dann mit was anderem auch-nicht-besserem ankommt - den ursprünglichen Krempel aber nicht umtauscht und man dann doppelt so viel Müll hat. JA, ich hab's angesprochen. Schon vor Jahren. JA, ich hab Vorschläge gemacht. NEIN, da ist nix zu machen. Ehrlich nicht.)
Ich bin Weihnachten so dermaßen leid, am liebsten würde ich diese Tage aus dem Kalender streichen.
Naja. Jedenfalls geschafft. Dieses Jahr freue ich mich tatsächlich auf das Ende des Urlaubs, mir fällt Zuhause die Decke auf den Kopf.
Naja. Montag geht's zurück zur Arbeit, vielleicht wird mir die Normalität gut tun - auch wenn ich mich dabei "normalerweise" frage, wozu ich mich jeden Morgen aus dem Bett quäle.
Irgendetwas mache ich falsch.
Aber da ich weder weiß, was es ist, noch was ich statt dessen tun soll, mache ich mit der nächsten Schaufel Sch*** weiter.
Das Leben ist kein Ponyhof...

Liebe Grüße an jeden, der bis hierher gelesen hat.
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