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Autor Thema: Das Leben ist kein...  (Gelesen 15843 mal)

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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #195 am: 22 April 2022, 07:17:16 »

Hallo Ina 😃

wie schön, Dich zu lesen. 😃 Ja, genauso sehe ich das auch, jedenfalls theoretisch. Und genauso versuche ich das auch. Wirklich. Wir haben bei mir sechs Teile identifiziert. Drei habe ich integriert. Die anderen drei habe ich jedenfalls zum "reden" bewogen und dazu, dass sie nicht ständig querschießen.
Ich weiß nicht, ob da noch mehr Integration geht, vielleicht irgendwann...
Denn wie ich die wahren Bedürfnisse eines Saboteurs befriedige, der braucht, dass ich mich umbringe, das ist mir nach wie vor ein Rätsel.

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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #196 am: 22 April 2022, 17:57:57 »

 
Hallo Ponyhof! :)

Das klingt nach einer ziemlich großen Sache, die Du schon geschafft hast. Finde ich wirklich! Die Anteile zu identifizieren, ist ja schon eine schwierige Angelegenheit und bedarf einer Menge Innenarbeit. Dass Du drei davon sogar integrieren konntest, finde ich beachtlich. So weit muss man erstmal kommen. (Es kommt mir vor, als würde das total blöd klingen, aber ich meine es wirklich genau so, wie es da steht.) Auch, dass Du mit den anderen drei Anteilen „kommunizieren“ kannst, ist nicht selbstverständlich. Irgendwie ist es schön, das zu lesen. :)

Was den Saboteur betrifft: Meinst Du denn, das ist sein wahres Bedürfnis (dass Du Dich umbringst)? Steckt da nicht eher etwas anderes hinter? Es ist wahrscheinlich nicht so einfach, dem auf den Grund zu gehen, aber für unmöglich halte ich es nicht.


Alles Liebe für Dich!

Ina
 
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #197 am: 23 April 2022, 15:43:31 »

Hallo Ina 😃

Vielen Dank 😃 ja, es war ne Menge Arbeit. Ne Menge "Blut, Schweiß und Tränen" wie man so schön sagt. Und es ist auch wahr, dass es viel besser ist. Das Leben ist mir nicht mehr unerträglich, das ist ein riesen Erfolg.
Riesenerfolg... Wenn ich das so formuliere, höre ich, ich "solle" mich freuen. Ich "sollte" stolz sein auf das geleistete. Aber ach, was ich nicht alles empfinden und nicht-empfinden "sollte"... Ich bin in erster Linie total ernüchtert.
Ich habe so hart gekämpft und was habe ich erreicht? Ein Leben, das mir nicht gefällt, chronische Depressionen und so ein Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit.
Es ist zum verzweifeln. Aber ich habe ja schon herausgefunden, dass es vom verzweifeln nicht besser wird, also versuche ich das zu lassen, denn verzweifelt war ich schließlich ausreichend lange ohne dass es genützt hätte.
Und ich bin nur ratlos.
Vielleicht ist es einfach zu spät um noch etwas zu finden, was ich am Leben mögen könnte. Vielleicht bleibt mir nach all der Arbeit jetzt nur zur "Belohnung" nur die nächsten Jahrzehnte absitzen zu müssen, weil das Leben nicht mehr schrecklich genug ist um es zu beenden - aber ich es deshalb eben trotzdem nicht mag...

Ob es das "wahre" Bedürfnis dieses Saboteurs ist, dass ich mich umbringe, fragst Du? - Ich denke schon, ja. Jedenfalls so "wahr" wie die übrigen Bedürfnisse, der übrigen Saboteure, die ich befriedigen und integrieren konnte.
Ich denke im Moment, dass es einfach so IST.
Dieser Teil von mir mag das Leben nicht, er wäre lieber tot.
Punkt.
Zu hoffen, dass das ganze ein riesiges Missverständnis ist, wäre Augenwischerei.
Aber er hat seine Chance verpasst, JETZT wo schon drei der Saboteure nicht mehr drauf und dran sind mir etwas anzutun, ist dieser Teil halt ziemlich allein im Raum und "nur" weil der nicht mehr leben will springe ich nicht vom Balkon.
So sieht's aus.
Das Ergebnis ist eine Patt -Situation, es geht nicht vor und nicht zurück.
Der o.g. Saboteur will nicht mehr leben, zwei der übrigen wollen das Leid, was mein Tod auslösen würde nicht verantworten.
ICH will das Leid, was mein Tod auslösen würde nicht verantworten.
Etwas anderes will besagter Saboteur aber nicht und ich habe den Verdacht, dass er der Teil ist, der für die Lebensfreude zuständig wäre. Eigentlich.
Und so bleibt nur die Depression und das Warten. Warten auf den Tod oder auf den Tag, an dem dieser Teil von mir aufgibt und sich darauf einlässt "Wenn wir schonmal hier sind, will ich wenigstens..."
Wenigstens... Was auch immer.
Manchmal, ganz ganz manchmal blitzen kurze Momente auf, in denen dieser Saboteur "Wenn alles sinnlos ist, alles umsonst war und nichts mehr zu retten ist, warum sitzen wir dann jetzt nicht im Schatten und trinken Eisschokolade?" irgendwelche verrückten Vorschläge macht. Und ich lasse alles fallen für dieses Eis, kaufe mir fünf Paar Stiefel in allen Farben oder tue sonstwas verrücktes.
Vielleicht wird es den Saboteur motivieren mehr von diesen schrägen Wünschen zu äußern. Ich kann so viele bunte Stiefel kaufen wie ich will.
Ich kann mich von Eisschokolade und Kartoffelchips ernähren, wenn's den Saboteur für zwei Sekunden tröstet,
ich kann...
Ich kann alles tun, was der Saboteur will, wenn er nur weitermachen würde "lebendige" Wünsche zu äußern... Kann ich wirklich!!!

Aber diese "Eisschokolade" / "bunte Stiefel" / sonstwas Wünsche, sie sind sehr sehr selten - und ich muss HÖLLISCH aufpassen sie nicht zu verpassen, denn sie kommen im unpassendsten Moment und "Sei vernünftig Ponyhof, niemand braucht fünf Paar bunte Stiefel - such Dir EINE Farbe aus und gut" klingt halt vollkommen vernünftig, wenn man den Kontext NICHT im Auge hat.

Ich habe gerade Mal überlegt. Es muss ungefähr fünf Jahre her sein, dass wir das Unterbewusstsein "geknackt" haben. Dann ging es los. Vier saboteure identifiziert, drei zum Reden gebracht. Geglaubt ich sei "fast fertig". Ich meine: Drei von vier!!!
... Da spuckte der vierte Saboteur die Wahrheit aus: dass da noch zwei saboteure waren. Und dass diese drei das "eigentliche" Problem sind.
Seit dem bin ich mit diesen dreien am wahren Problem dran.
Einer will nicht mehr leben.
Einer schämt sich mehr, als ich jemals in Worte zu fassen vermag.
Einer hat Angst. Vor mir selbst. Und vor den Menschen. Vor dem Leben. Vor allem.

So sieht's aus. Die drei sind ein Trio. Und ich bin ziemlich sicher, dass der eine das Leben nicht mögen wird, solange die anderen beiden nur Angst und Scham und sonst nichts als Emotion haben. Ich "müsste" was anderes empfinden, aber ich empfinde nichts anderes, ich kanns nicht ändern. Und solange ich so empfinde, mag ich das Leben nicht, es ist im Grunde nicht Mal verwunderlich...

Die drei sind ein Trio. Und so dreht sich das Karussell und ich kann immer Mal wieder versuchen die Bedürfnisse eines der drei zu befriedigen.- Wobei der eine nicht mehr leben will, der andere rückwirkend nie geboren worden sein und der dritte nie wieder Angst haben müssen.
Es ist nicht möglich diese Bedürfnisse zu befriedigen, aber ja, ich glaube DAS sind die wahren Bedürfnisse und mir bleibt nur im Leben besser zu werden, bis ich den Saboteuren etwas anbieten kann, was sie als "besser als nichts" akzeptieren.
 ... 🤷🏼‍♀️
Ich hab nichts besseres vor die nächsten Jahrzehnte...
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Robert

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #198 am: 25 April 2022, 13:28:24 »

Hallo Ponyhof,

darf ich Dir dazu etwas schreiben? Etwas was meiner Meinung gegen Deinen letzten Beitrag spricht.
Ich  möchte aber Deine Gefühle nicht verletzten und deshalb meine Frage.
Alles Liebe und Gute
Robert
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #199 am: 25 April 2022, 16:38:59 »

Hallo Robert

etwas was gegen meinen letzten Beitrag spricht? 🤔 JETZT bin ich gespannt (ich meine: Ich EMPFINDE das so. Wie etwas dagegen sprechen KANN, dass ich empfinde was ich empfinde, ist mir offen gesagt ziemlich rätselhaft).
Also, ja klar, hau raus, ich bin eigentlich selten verletzt, wenn sich jemand damit beschäftigt was ich denke. Abweichende Meinungen erweitern den Horizont und meine eigene kenne ich schließlich schon...
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Robert

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #200 am: 25 April 2022, 22:12:59 »

Hallo Ponyhof,

Ganz brutal: Da wurde mal wieder eine neue Sau durch Dorf getrieben "Die inneren Saboteure". Pseudo-Wissenschaftliche Erkenntnisse.
Lass Dich nicht blenden.

Dennoch alles Liebe und Gute
Robert
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #201 am: 25 April 2022, 22:40:59 »

Sorry, ich kann Dir nicht folgen. Was meinst Du? Dass diese ganze "innerer Saboteur" Theorie von vorne bis hinten Quatsch ist? Kannst Du erklären wie Du darauf kommst? Und wer versucht mich Deines Erachtens zu blenden?
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Robert

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #202 am: 27 April 2022, 19:11:24 »

Ich sehe mir dazu die Qualifikation der Autoren und Einträge im Internet an. Ein neuer? Trend. Dazu die Aussage "Saboteure im Kopf". Ich meine frau/mann begibt es damit auf
sehr dünnes Eis. Was ist wenn die Saboteure überhand nehmen oder die Kontrolle übernehmen? Aber wie geschrieben, ich möchte Deine Gefühle nicht verletzten. Und wenn es
Dir im Moment hilft, ist alles gut. Ich bitte Dich sei wachsam.

Voller Respekt für Deine Ansichten und Deine Person.
Robert

PS: Entschuldige bitte mein schlechtes Deutsch.
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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #203 am: 28 April 2022, 04:57:57 »

 
Nun ja, Robert, es gibt ja so einige Modelle oder Ansätze, wie man die menschliche Psyche betrachten und damit bzw. daran arbeiten kann. Was Ponyhof beschrieben hat, ist keineswegs ein „neuer Trend“. Pseudo-wissenschaftliche Erkenntnisse? Nein. Dir widerstrebt vermutlich der Begriff „Saboteur“, richtig? Das könnte ich sogar irgendwie nachvollziehen, da er ja erstmal ein wenig nach „will nicht, geht nicht, damit kommt man nicht weiter“ klingt. Ich denke, hinter dem Begriff steht ein bisschen mehr.

Vielleicht ist es besser zu verstehen, wenn man von Persönlichkeitsanteilen spricht. Davon gibt es viele – die hat jeder. Bei manchen Menschen sind bestimmte Persönlichkeitsanteile aufgrund von Erlebnissen, Erfahrungen und seelischen Strukturen etwas (oder auch: deutlich) ausgeprägter. Diese Anteile haben zeitweise sehr viel Kraft und treten deshalb mehr in den Vordergrund. Das kann z.B. ein verletztes oder destruktives Ich sein. Diese „Ichs“ haben Gefühle und Bedürfnisse, brauchen Beachtung und möchten „gesehen“ und „gehört“ werden. Und so kann es auch Persönlichkeitsanteile geben, die zu Saboteuren werden. „Saboteur“ ist im Grunde also „nur“ eine Beschreibung eines Persönlichkeitsanteils. Genauso wie das „innere Kind“ eine Beschreibung eines Persönlichkeitsanteils ist. Bei mir ist es z.B. auch so, dass mein „inneres Kind“ von Zeit zu Zeit sehr stark in den Vordergrund tritt und dann auch mein Handeln beeinflusst. Meist hat dies mit Ängsten oder dem Gefühl von Wertlosigkeit zu tun – mit Gefühlen, die in frühester Kindheit entstanden sind und in manchen Situationen noch immer zutage treten, auch wenn ich es im Heute eigentlich „besser weiß“. Dagegen kann ich dann nicht viel machen, weil es eben ein Persönlichkeitsanteil ist.

Die Psyche ist ein inneres System, das sich aus verschiedenen Anteilen zusammensetzt. Und ganz bestimmt kann es da auch Saboteure geben, die Einfluss auf das Denken, Empfinden und Handeln haben.

(Das ist eine stark vereinfachte und verkürzte Erklärung.)



@ Ponyhof: Ich danke Dir für Deinen langen, offenen Beitrag und hoffe, dass ich noch die Muße finde, darauf einzugehen. Versprechen kann ich es leider nicht.
 
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Robert

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #204 am: 28 April 2022, 17:40:42 »

Da hab ich mich wohl etwas verrannt. "Der Kerl ist halt zu nichts zu gebrauchen".
Vom Bildungsgrad ganz zu schweigen.
Alles Liebe und Gute Euch allen.
Robert
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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #205 am: 28 April 2022, 19:29:39 »

 
Hey Robert,

mach Dich doch nicht selbst so nieder.
Ich denke nicht, dass es etwas mit dem Bildungsgrad zu tun hat. Du hast Dich nur offenbar nicht so viel mit solchen Themen auseinandergesetzt. Musst Du ja auch nicht – ist doch nicht schlimm.

Übrigens bin ich fest davon überzeugt, dass der Bildungsgrad, Schulabschluss usw. nichts darüber aussagt, ob man “zu etwas zu gebrauchen“ ist. Es gibt so viel mehr, was einen Menschen ausmacht...

Alles Liebe
Ina
 
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #206 am: 29 April 2022, 06:59:14 »

Lieber Robert,

ich finde es sehr lieb von Dir, dass Du mich davor bewahren wolltest auf Blendwerk und Unsinn hereinzufallen. Und tatsächlich habe ich früher auch immer gedacht, dass Sätze wie "tröste Dein inneres Kind" sicherlich irgendwelchen Pseudo-Wissenschaftlichen Quatsch beinhalten. Es klingt halt ziemlich abgefahren, erst wenn man sich damit beschäftigt, versteht man worum es geht...
Und ich kann Dir versichern, dass ich weder in Schule noch an der Uni ein einziges Wort dazu gehört hatte. Also mach Dich nicht fertig- der Irrtum war nur zu verständlich und hat mit Bildungsstand wenig zu tun. Alles gut. 😃

Danke Ina, für Deine Erklärung, ich hatte hier gestern gesessen und mich beim Erläutern schwer getan. 👍🏻

Liebe Grüße
Ponyhof
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #207 am: 27 Mai 2022, 15:54:48 »

Kennt Ihr das Gefühl, dass oft Menschen geholfen wird, denen es vergleichsweise "gut" geht, weil sie die richtige Ausgangsposition haben um um Hilfe zu bitten?
"Ich kann da nicht, ich habe einen Friseurtermin" sagte eine Kollegin von mir neulich - und alle rissen sich ein Bein aus, ihr den Termin freizuhalten, weil das ja "w-i-r-k-l-i-c-h" Mal ein Grund ist... Für einen Friseurtermin würde ich nicht einmal nach Unterstützung FRAGEN.
Solange es nur DAS ist. Aber WENN ich dann Mal frage... Dann klingen meine Begründungen häufig nicht so schön "wichtig"  wie die anderer Leute "Wird mir zu viel" "schaffe ich nicht" empfindet niemand als wichtig, obwohl ich bei solchen Gründen halt da sitze und vom Balkon springen möchte, was doch eigentlich nicht um Klassen HINTER einem neuen Haarschnitt rangieren sollte. 🤔

Ich frage mich, ob ich besser lernen muss (kann?) Hilfebedarf zu artikulieren, oder ob es einfach so IST dass man nur Unterstützung und Rücksicht bekommen kann, wenn die Situation so "gut" ist, dass man "einfach" umfassend helfen kann.
Also erst die schlimmen Probleme allein lösen und sich dann bei den Kleinigkeiten auf Hilfe und Unterstützung  verlassen können...
Erinnert mich an einen Bericht, den ich vor einigen Jahren gesehen habe. Eine Dame hatte krankhaftes Übergewicht. Ihr Arzt lehnte die OP ab und riet ihr statt dessen zu Sport-unter-Aufsicht im Fitnessstudio. Sie ging zum Fitnessstudio, welches mit Abnehmen -bei-Adipositas warb. Der Leiter des Studios sah sich alles an... Und lehnte sie dann ab. Sie müsse ERST 20Kg abnehmen, erst dann könne sie bei ihm trainieren. Zu schwer für seine Gewichte... Ich weiß nicht, was aus der Dame geworden ist, aber ich habe den Eindruck, das ist ein typisches Beispiel für unsere Gesellschaft. Keiner kann "wirklich" helfen, aber statt wenigstens irgendwo anzufangen und irgendwas zu tun, sagt man lieber "nö" und tut als gäbe es an der nächsten Straßenecke die tolle-Lösung - welche in Wahrheit nicht existiert.

"XYZ braucht mehr Hilfe, als ich geben kann" ist eine Formulierung, die ich öfter höre. Und sie steht lustigerweise nicht für "deshalb gebe ich mein bestes und hoffe, dass irgendwann noch jemand etwas beitragen kann" sondern für "Daher lass ich XYZ mit dem Problem allein und mach mich elegant vom Acker"
 
Ach, ich hab heute Mal wieder so GAR KEINE Lust auf irgendwas. Ich friere, ich bin müde und mir ist zum vom-Balkon-springen. Also ein klassischer Fall von "damit muss man allein zurecht kommen". Ist nicht so griffig wie ein Friseurtermin schätze ich. 


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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #208 am: 24 Juni 2022, 18:48:33 »

Ich werde das Gefühl nicht los, dass jede Aktivität entweder anstrengend, langweilig oder beides ist.
Sollte es nicht Dinge geben, die Spaß machen oder interessant sind oder so?
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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #209 am: 25 Juni 2022, 00:17:17 »

 
Liebe Ponyhof,

auch ich finde viele Aktivitäten langweilig und (zu) anstrengend. Aber es gibt auch welche, die mir Spaß machen. Mit den langweiligen muss ich mich ja nicht beschäftigen. In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder eher zufällig (!) neue Interessen entwickelt bzw. Dinge für mich gefunden, die mir Spaß machen, obwohl ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Da ich diese Erfahrung mehrfach gemacht habe, würde ich nicht ausschließen, dass Dir das auch „passiert“. Ich wünsche es Dir sehr, denn auch ich bin der Meinung, dass es Dinge im Leben geben sollte, die man wirklich gerne macht.

Was fällt Dir ein, wenn Du darüber nachdenkst, was Du gerne einmal machen oder erleben würdest?

Alles Liebe
Ina
 
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