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Autor Thema: Das Leben ist kein...  (Gelesen 15844 mal)

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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #30 am: 26 Dezember 2020, 12:11:36 »

Hallo Ponyhof,

es gab für mich auch schöne Weihnachten, nicht viele, aber doch das eine oder andere,
bevor ich auf der Straße landete.
In den Zeiten der Feiertage und des Urlaubs war alles geschlossen und alle waren bei ihren Familien oder im Urlaub. Ich war allein.
Um sich nicht mit mir zu beschäftigen, brauchte ich den Trubel, keine Ruhe, keine Zeit und ruhe zum Nachdenken.
Immer dann, wenn ich über mich nachdenken konnte, kam die Verzweiflung und Traurigkeit, die Sehnsucht, das alles zu beenden.

Wozu du jeden Morgen aufstehst?
Weiß ich nicht! Da du es bis jetzt getan hast, ist da was!
Was du falsch machst?
Weiß ich nicht! Da du bis jetzt einen Partner, Arbeit und Wohnung sowie Freund – innen hast, kann nicht alles falsch sein!

Das Leben ist ein Ponyhof!

Für dich und alle, die mit Lesen, wünsche ich ein Jahr der Stärke und Liebe.

gast985
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #31 am: 26 Dezember 2020, 12:57:26 »

Ja, ich weiß. Ich "sollte" das so empfinden. Wäre besser für mich.
Ich "sollte" auch stolz auf das sein, was ich geleistet habe und leiste.
Ich "sollte" Selbstwertgefühl für selbstverständlich halten und nicht ratlos davor stehen und "das muss schön sein für die, die das so sehen können" denken.
Ich sollte mich freuen über die Menschen, die mich lieben, statt "Die Armen. Sie sind dazu verflucht, mich in ihrem Leben zu haben, wegen ihrer Liebe" zu denken.
Ich sollte...

*Achselzuck* Ich höre mein Leben lang, wenn ich nur aufhören würde mich als wertlos zu empfinden, dann wäre alles gut. Ich glaube sogar, dass das wahr ist. Aber ich kann solche Gefühle nicht herbei zaubern.

Ich EMPFINDE es nunmal nicht. Ich empfinde weder mich noch mein Leben als wertvoll. Ich empfinde nur Müdigkeit und Lustlosigkeit beim Gedanken, dass ich noch ein paar Jahrzehnte Leben herumkriegen muss, bis es endlich geschafft ist.

Warum ich bis jetzt jeden Tag aufgestanden bin weiß ich. Ich wollte es meiner Familie nicht antun zusammen zu brechen. Ich war es mir nicht wert mich umzubringen. Also habe ich mich regelmäßig in den Hintern getreten und mich zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Therapie, zu was-auch-immer aufgerafft.

Du hast es klüger gemacht als ich, @Gast985 Dich am Rand zu halten.
Wenn ich keine Familie. Keinen Partner. Keine Freundinnen hätte. Wenn ich ganz allein auf der Welt wäre. Wenn mein Leben mir gehörte... Ja DANN könnte ich aufhören damit aus dem Bett aufzustehen.
DANN könnte ich...

*Ach*... Hätte-hätte-Fahrrad-Kette.

Ich TUE es ihnen nicht an, das IST nunmal Fakt. Nicht, solange das Leben nicht nochmal unerträglich wird. So unerträglich wie damals, als... *lange Geschichte*
Jedenfalls tue ich es zZt nicht. Solange es bleibt wie es ist, bringe ich mich nicht um, sondern halte das Leben aus.
Punkt.
So isses. Und weil das so IST, muss ich irgendwie die nächsten paar Jahrzehnte mit größtmöglichem Anstand herum bekommen, was anderes bleibt ja nicht. Es wäre "nur" schön, wenn sich Dinge fänden, die das morgens-aufstehen und Tag-mit-Anstand-rumkriegen verlockender machen würden. Vielleicht sogar so verlockend, dass sie den Traum vom sterben unnötig machen. Schließlich muss ich das Leben doch sowieso ertragen, da "sollte" ich doch das Beste draus machen? Der Tod kommt sowieso. Kein Grund ständig davon zu träumen - das erschwert nur die Wartezeit.

Also weiter.

Weihnachten geschafft. Super.
1. Grund morgen früh wieder aufzustehen: Es ist NICHT Weihnachten. Ich brauche morgen KEINE Familienfeier zu besuchen. Das ist für ein Jahr geschafft, ist doch was. Kein besonders spektakulärer Grund, aber ich habe beschlossen zu nehmen, was ich bekomme...
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gast958

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #32 am: 27 Dezember 2020, 00:34:01 »

Es ist schon erstaunlich, mit was wir uns Depressiven so alles beschäftigen!
Es ist schon erstaunlich, was wir Depressiven so alles für Gründe haben!
Es ist schon erstaunlich, was wir Depressiven so alles für Ausreden haben!
Im Lauf unsers gemeinsamen Lesen möchte ich einfach mal über dich spekulieren.
Sei nicht Böse, aber ich nehme mir das jetzt einfach mal heraus.
Frau?
Ü 30?
Berufsausbildung?
Job?
Keine Kinder?
Feste Beziehung in gemeinsamen Haushalt?
Ist es nicht so, dass du dich als Mensch behauptest?
Ist es nicht so, dass du die Jahre gemeistert hast?
Ist es nicht so, dass du eine Ausbildung abgeschlossen hast?
Ist es nicht so, dass du einen Job hast?
Kinder, ich hatte Angst vor der Verantwortung bei dir zu spät?
Hast du dich deinem Partner ergeben und lebst so neben ihn?
Warum schiebst du die andern vor, um deine Entscheidung hinaus zu schieben?
Was haben deine Freundinnen damit zu tun?
Warum schiebst du deine Eltern vor?
Wenn du ganz allein auf dieser Welt wärst, gäb es nichts, worüber du dir Gedanke machen müsstest.
Das Leben gehört dir sonst keinen! Oder lässt du dich durch andere Leiten?
Alles was du tust, tust du für dich, nicht für andere, die du auch noch als ausrede vor dir herschiebst.
Du bist der Meinung, dass du dein restliches leben Ertragen musst?
Wie stark muss dein Partner sein zu ertragen, dass seine Partnerin seine Liebe Zärtlichkeiten erträgt.
Unser aller Leben ist geprägt von dem, was wie erlebt und ertragen haben.
Für jeden ist seins das Schlimmste, es ist geschehen.
Jeder trägt diese Last auf seinen Schultern!

Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.
Lucius Annaeus Seneca römischer Politiker, Dichter und Philosoph (4 vChr - 65)

Gruß gast958
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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #33 am: 27 Dezember 2020, 00:38:29 »

Entschuldigung der Wein !!
Gruß gast985
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #34 am: 01 Januar 2021, 09:29:08 »

Hallo gast985

entschuldige die späte Rückmeldung. Ich habe über Deinen Post nachgedacht (was heißt schließlich "spekulieren"? Das meiste hatte ich doch bereits erzählt?) - aber ich fürchte, ich verstehe nicht, worauf Du hinaus willst. *achselzuck*

Aber da Du in Sorge scheinst, mir auf die Zehen getreten zu sein, wollte ich auch nicht nicht - oder nichts-sagend antworten.

Daher hab ich jetzt "einfach" Mal Deine Fragen beantwortet.

Wer weiß, was Du siehst, was ich nicht sehe. Vielleicht hast Du ja irgendeine Erkenntnis, die sich mir noch verschließt?

("Praktischerweise" streikt gerade auch noch der Lappi, so dass das Smartphone herhalten muss. Ich hoffe, es ist einigermaßen lesbar, was ich hier schreibe, ich hab hier leider keine bunten Farben oder sowas.)

Okay, geht los.


Frau?
Stimmt

Ü 30?
Stimmt

Berufsausbildung?
Studium, also jein.

Job?
Stimmt

Keine Kinder?
Stimmt

Feste Beziehung in gemeinsamen Haushalt?
Stimmt

Ist es nicht so, dass du dich als Mensch behauptest?
Doch, ich denke das stimmt.

Ist es nicht so, dass du die Jahre gemeistert hast?
Doch, ich denke das habe ich.

Ist es nicht so, dass du eine Ausbildung abgeschlossen hast?
Studium. Ja, hab ich abgeschlossen.

Ist es nicht so, dass du einen Job hast?
Ja, habe ich.

Kinder, ich hatte Angst vor der Verantwortung bei dir zu spät?
Ich hatte erst gehofft, meine psychische Verfassung werde sich noch bessern, dann bin ich krank geworden. Zu ALT bin ich noch gar nicht - aber es sieht realistisch gesagt nicht so aus, dass das noch was wird. Besser so, denke ich...

Hast du dich deinem Partner ergeben und lebst so neben ihn?
Die Frage verstehe ich nicht.

Warum schiebst du die andern vor, um deine Entscheidung hinaus zu schieben?
Weil ich festgestellt habe, dass ich es meinem Mann nicht ohne Katastrophe antun würde, ihn hier zurück zu lassen. Da halte ich lieber durch. Wenn das Leben nochmal unerträglich wird, zieh ich die Reißleine und beende den Mist. Das hab ich mir fest vorgenommen. Weil ich mir DAS wert bin. Aber im Moment ist es nicht unerträglich, daher mache ich weiter. Es ist das wofür ich mich entschieden habe...

Was haben deine Freundinnen damit zu tun?
Nichts, da hast Du wirklich recht. Das war blöd formuliert.

Warum schiebst du deine Eltern vor?
Meine Eltern? Weil ich früher als Kind der Meinung war, ich wäre es ihnen schuldig das Leben zu mögen und glücklich zu sein. Ich dachte, ich hätte nicht das Recht traurig zu sein, depressiv oder sogar suizidal. Die Zeiten sind vorbei, ich habe kapiert, dass das blöd war, aber so ist es gewesen. Damals.

Wenn du ganz allein auf dieser Welt wärst, gäb es nichts, worüber du dir Gedanke machen müsstest.
Stimmt.

Das Leben gehört dir sonst keinen! Oder lässt du dich durch andere Leiten?
Stimmt. Beides. Wie sagt man? "No man is an island" ich kann dieses mein mir gehörendes Leben gar nicht leben ohne von außen beeinflusst zu sein, so ist das nunmal. ICH möchte für MICH in MEINEM Leben nicht so ein Arschloch sein, ohne Rücksicht auf Verluste "einfach" mein Versprechen zu brechen. Das von den guten und den schlechten Zeiten. Und wenn ich das nicht will, dann ist DAS meine Entscheidung, was ich mit meinem Leben tue oder eben nicht-tue. Ich hatte gehofft es gäbe einen Grund pro-Leben, der für mich ist. Etwas, was ICH gern täte in diesem Leben. Wofür ich sage "Dafür lebe ich. Und das gern!" Aber ich habe nichts gefunden. Nichts, was ich so gern täte, dass ich dafür weiterleben möchte. Naja. Vielleicht finde ich ja irgendwann etwas wovon ich sage "Dafür bin ich froh, dass ich noch hier bin." Das wäre dann wahrscheinlich genauso gut.

Alles was du tust, tust du für dich, nicht für andere, die du auch noch als ausrede vor dir herschiebst.
Ausrede? Formuliere ich es Mal anders. ICH will mich nicht umbringen, weil ich es für verwerflich und falsch halten würde, meinen Mann zum Dank für 20 Jahre Liebe (ja, wir kennen uns seit Schulzeiten) im Stich zu lassen. Ich habe daher für mich beschlossen hier weiter zu machen, obwohl ich "eigentlich" nichts sehe, was ICH gern tun würde.

Du bist der Meinung, dass du dein restliches leben Ertragen musst?
Ja.

Wie stark muss dein Partner sein zu ertragen, dass seine Partnerin seine Liebe Zärtlichkeiten erträgt.
Was hat das denn jetzt mit Zärtlichkeit zu tun? Wer redet denn von sowas? Aber egal. Wie stark mein Partner sein muss fragst Du? Sehr stark, denke ich. Ich habe wie gesagt oft den Eindruck, dass er ohne mich besser dran wäre. Er ist anderer Meinung. Wir haben dieses Thema irgendwann zu den Akten gelegt. Man kann ein und denselben Streit nur xmal führen. Danach sollte man sich damit abfinden, dass es nicht mehr besser wird. Alles gesagt und das oft genug.

Unser aller Leben ist geprägt von dem, was wie erlebt und ertragen haben.
Zweifellos.

Für jeden ist seins das Schlimmste,
Meinst Du?
Interessanter Gedanke. Obwohl, nö. Ich glaube ich kenne einige Menschen, die meines Erachtens schlimmeres ertragen mussten als ich. Hilft aber ja nix. Denn jeder muss durch sein eigenes Leben durch. "Nur" weil jemand anderes schlechter dran ist, wird das auch nicht anders.

Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.
Lucius Annaeus Seneca römischer Politiker, Dichter und Philosoph (4 vChr - 65)
Ja, das stimmt wohl, was der gute Seneca da sagt... Ich finde es enorm schwer zu lernen, wie ich leben "soll" das muss ich sagen.

So. Ich hoffe, ich hab's richtig gemacht. Falls Du irgendetwas zwischen den Zeilen findest, was ich nicht sehe, wäre ich begeistert. Aber ich fürchte: Das ist einfach nur so.

Ich wünsche einen guten Start ins neue Jahr.

Herzliche Grüße

Ponyhof
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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #35 am: 01 Januar 2021, 10:10:10 »

 
ICH möchte für MICH in MEINEM Leben nicht so ein Arschloch sein, ohne Rücksicht auf Verluste "einfach" mein Versprechen zu brechen. Das von den guten und den schlechten Zeiten.
[...]
ICH will mich nicht umbringen, weil ich es für verwerflich und falsch halten würde, meinen Mann zum Dank für 20 Jahre Liebe (ja, wir kennen uns seit Schulzeiten) im Stich zu lassen.

Auch ohne Dich näher zu kennen: DAS allein macht Dich in meinen Augen schon zu einem wunderbaren Menschen!
Du hast mich damit sehr berührt und deshalb musste das jetzt einfach gesagt werden.

Ich wünsche Dir ein besseres neues Jahr, Ponyhof!

Liebe Grüße
Ina
 
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(J. Raymond)

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #36 am: 01 Januar 2021, 16:25:46 »

Oh 😊
Danke Ina, das freut mich wirklich. Ich wünsche Dir auch ein besseres Jahr. Vielleicht geht es ja jetzt aufwärts, könnte doch sein? Ich habe mir vorgenommen alles dafür zu tun...
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Ina

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #37 am: 01 Januar 2021, 17:37:47 »

 
Das ist ein guter Plan. Ich möchte das ebenfalls. So ganz konkrete Vorstellungen davon, wie das aussehen wird / soll, habe ich allerdings noch nicht (oder nur sehr wenige – und die auch nicht wirklich im Detail). Wenn mir etwas einfällt, werde ich versuchen, es umzusetzen bzw. darauf hinzuarbeiten; ansonsten werde ich spontan sein und in der jeweiligen Situation gut überlegen und entscheiden, was wirklich für MICH das Beste ist. Einfach ein bisschen mehr auf mich selbst achten. Wobei: Einfach ist das nicht... Es fällt mir leider oft ziemlich schwer. Aber es hat sich in den letzten Jahren schon gebessert.

Wenn ich an das letzte Jahr denke, finde ich es gar nicht so unrealistisch, dass es bald wieder aufwärts geht. Alles verändert sich, alles ist im Wandel – immer. Von daher besteht auch die Chance, dass sich manche Dinge zum Positiven wenden werden. Ich möchte (!) daran glauben.
 
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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #38 am: 02 Januar 2021, 02:21:52 »

Hi Ponyhof,
es ist doch wunderbar, dass du dich ENTSCHIEDEN hast und dir WERT bist.
Etwas zwischen deinen Zeilen zu finden war nicht der Grund meines Lesens, sondern wie du geschrieben hast, veranlasste mich dir zu antworten.
Wer wäre ich, wenn ich deine Lösung kennen würde?
Das musst du für dich selbst finden!
Bin überzeugt, dass du das schaffst.
Für mich ist unser Lesen nicht einfach nur so!
Es tut mir gut, mit dir zu lesen!
Ich hoffe, dass das eine oder andere auch für dich gut ist?
Ratschläge wollte ich nie geben, nur über meine Gedanken anregen, eventuell für sich einen neuen Ansatz zu finden.
Lass dich Treiben und bleibe offen, so wird es dich finden, wo für es sich lohnt zu leben und das gerne!

Für das Jahr 2021 und darüber hinaus, Gesundheit für dich und den deinen!

Herzliche Grüße

gast985
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #39 am: 15 Januar 2021, 15:38:24 »

Liebe Ina

Du hast völlig recht "einfach" ist das nun wirklich überhaupt nicht. Andererseits denke ich, dass es ja einleuchtend ist, dass Dinge, die das Potenzial haben das  Leben nachhaltig zu verändern nicht "Mal eben so" zu bekommen sind, sondern hart erarbeitet werden müssen.
Insofern denke ich, dass schon die Entscheidung dazu einen Unterschied macht.
Ich werde das nämlich versuchen. Mein Leben zu verbessern. Auch und gerade dann, wenn es gerade NICHT einfach ist.

Liebe Grüße

Ponyhof
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #40 am: 15 Januar 2021, 15:42:34 »

Lieber Gast985

weißt Du, dass Du (außer mir selbst) der erste Mensch bist, der es wunderbar findet, dass ich diese "Ich bin es mir wert mich notfalls umzubringen" Entscheidung getroffen habe? Überall, wo ich so etwas erwähnt habe, war das Geschrei groß von wegen "Sowas darfst Du nicht Mal Denken" usw
Danke Dir Dafür. Es freut mich wirklich sehr, dass ich doch nicht die einzige auf der Welt bin, die glaubt, dass das so "richtig" ist. Fühle ich mich gleich ein kleines bisschen weniger "verrückt".

Liebe Grüße

Ponyhof
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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #41 am: 17 Januar 2021, 02:41:45 »

Liebe Ponyhof,
das du es dir wert bist und das du eine Entscheidung getroffen hast, zeigt das du dich für dein Leben interessierst!
Wenn du unser Lesen noch einmal nachverfolgst, kann es sein, das es um dich ging?
Ist es möglich, das deine Auseinandersetzung mit mir dir etwas gut Tat?
Sie ging seit 18.10. 2020 !
Das sind 91 Tage, die du dich mit mir befasst hast, danke dafür!
Dazu zähle ich die Beiträge der andern in deinem Post (Das Leben ist kein Ponyhof) dazu.
Deine Antwort an Ina hat mir sehr gut gefallen!

Alles was dir widerfahren ist, kann dir keiner nehmen!
Es liegt hinter dir!!! !
Keiner kann deine Wunden heilen!
Deine Wunden mögen vernarben!! !
Keiner kann dir deinen Schmerz nehmen!
Dein Schmerz möge weichen!!!

Buddha und der eigene Weg
Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Auf deinen Weg, dein Leben zu verbessern, wünsche ich dir vom Herzen alles, was du brauchst.

Liebe Grüße
gast985
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #42 am: 29 Januar 2021, 12:16:10 »

Hallo Gast985

Ob es um mich ging, fragst Du? - Ja klar, ging's um mich. Ich erzähle hier doch von mir.

Du hast schon Recht. Wunden können vernarben, an Schmerz kann man sich gewöhnen.
Das geht schon mit der Zeit wird alles leichter, so unmöglich es anfangs auch erscheint.

Mein größtes Problem sind nicht (mehr) der Schmerz und die offenen Wunden. Da ist das schlimmste geschafft. Mein Problem ist, dass ich das Leben nicht mag. Es gefällt mir einfach nicht besonders.
Ich mag die Menschen um mich herum.
Ich mag das Meer.
Ich mag Wasser, ich mag Sport, ich mag Musik, Bücher, Spagetti usw.
Aber das Leben selbst, mag ich nicht.
Ich muss (!) morgens die Augen öffnen.
Ich muss (!) aufstehen und mich fertig machen.
Ich muss (!) zur Arbeit, muss da funktionieren, freundlich sein, alles abliefern, was ein normaler Mensch so tun muss.
Ich muss (!) einkaufen, muss (!) Haushalt, muss, muss, muss, muss, muss.
Und kein Hobby der Welt und kein Mann der mich liebt und können etwas daran ändern, dass ich die Tage herumbekomme. Einen nach dem anderen. Ich freue mich morgens nicht auf den Tag, ich freue mich nur auf den Moment, wo es geschafft ist und ich wieder die Augen schließen darf. Und gelegentliche kurze Momente in denen ich Mal für 10 Minuten "das jetzt mag ich" denke, ändern nichts daran, dass ich 90% meiner wachen Zeit (ich schlafe gern, das ist mein größtes Plus) ertrage, weil mir das Leben selbst nicht gefällt. Und soooooo toll, dass ich dafür das Leben ertragen möchte sind dann halt doch keine Hobbys, kein Urlaub, kein Teller Spagetti und kein...

"Selbst schuld" sagen die Leute. "Wenn Dir Dein Leben nicht gefällt, ändere es. Ist doch Deine Entscheidung wie Du lebst.".
Stimmt. Aber was soll ich ändern, ich sehe ja nichts, was ich lieber hätte. Es ist nicht so, dass ich davon träume Schriftstellerin, Köchin oder Modedesignerin zu sein. DAS könnte man alles tun. Ich träume davon, dass das Leben geschafft ist. Und das möchte ich aus genannten Gründen nicht tun.
So sieht's aus.
Und so sehe ich nichts zum ändern, sehe nur leere Jahrzehnte, die ich Tag für Tag - Minute für Minute herumkriegen muss.
Und diese Weltsicht nennt man "depressiv" aber auch dieses Wissen ändert nichts. Medikamente hatte ich schonmal, sie haben mich beim "funktionieren" unterstützt, an dieser allgemeinen Lebensunlust haben sie nichts geändert. Und ich funktioniere ja inzwischen auch so, also keine Medikamente...
 91 Tage sagst Du? - Guck an. Wieder 91 Tage das Leben ertragen. Ich bleib dran...

Danke fürs lesen

Ponyhof
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gast985

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #43 am: 31 Januar 2021, 10:42:44 »

Moin Ponyhof,

(ich muss!)

Was ist das Lesen mit mir?
Warum schaust du nach, ob und was ich dir geschrieben habe?
Warum setzt du dich mit meinen Post auseinander?
Warum bemühst du dich, eine Antwort zu senden?
      (Ich muss!)
Du liest auch mit anderen und tauscht dich aus.
      (Ich muss!)
Wenn du morgens nicht aufstehst, kannst du dich ja gar nicht auf den Moment freuen, wo es geschafft ist.

Du willst etwas ändern, sonst hättest du nicht in diesem Forum dein Post eingestellt!

Es gab keinen, (auch, ich nicht), der dich gezwungen hat zu lesen!

Sind die Post, die du geschrieben und bekommen hast, leere Zeit?

Dass meine Post dich veranlassen würden, in Jubel auszubrechen, davon bin ich nicht ausgegangen. Aber ich hoffe doch, wenn auch nur Sekunden deiner leeren Zeit gefüllt zu haben?

91 Tage, ca. 12 Stunden wach. Sind 720 Minuten sind 43.200 Sekunden!

Das Leben ist für mich sehr mühsam!
Das Ende dieses mühseligen Lebens werde ich nicht zwingend hinauszögern!
Jeden Tag treffe ich auf Menschen, mit denen ich mich Austausche!
Manchmal ist es so la, la, manchmal sehr ergiebig!
Das Lesen mit dir ist für mich ein Füllen meiner leeren Zeit, die ich nicht missen möchte.

Hänge dir einen leeren Bilderrahmen auf.
Setz dich davor.
Konzentriere dich auf diesen Bilderrahmen.
Nach wenigen Sekunden schließe deine Augen und fülle diesen Rahmen mit deinen Gedanken.
Vielleicht siehst du ja, was du lieber hättest!

Ich hoffe, mit diesem Post einige deiner leeren Sekunden gefüllt zu haben!

Herzlichst
gast985

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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #44 am: 31 Januar 2021, 18:36:14 »

Hallo Gast985

Du hast Recht. Es ist eine nette Art und Weise gelegentlich ein paar Minuten herum zu bekommen, hier im Forum zu lesen / zu schreiben. Und ich mag Deinen Vorschlag mit dem Bilderrahmen...

Der leere Bilderrahmen hängt an der Wand. Ich schaue hinein und sehe einen menschenleeren Strand. Es ist Winter, Rauhreif hängt im Strandhafer in den Dünen, die Sonne sinkt und es dämmert. Ich laufe am Strand entlang, weg vom Ort in Richtung Naturschutzgebiet. Ein paar letzte Spaziergänger mit ihren Hunden eilen in die entgegen gesetzte Richtung, ansonsten ist außer mir um diese Uhrzeit niemand mehr unterwegs. Die Flut kommt und die Wellen schlagen an den Strand und gegen die Felsen. Auf einer Sandbank vor der Küste sehe ich im letzten Tageslicht noch schemenhaft die Robben liegen, Schwärme von Seevögeln ziehen vorbei.
Trotz der Kälte ziehe ich die Winterstiefel aus und stapfe barfuß durch den Schlick. Der Wind kommt von vorn und treibt leichten Sprühregen vor sich her. Es kostet viel Kraft gegen den Wind zu laufen. Ich atme tief die salzhaltige Luft ein und lausche auf das Wasser und die Schreie der Möwen. Die Priele laufen voll, das Wasser spritzt und donnert an die Felsen. Die Wassermassen kommen jetzt mit der Urgewalt, für die Sturmfluten in dieser Jahreszeit so berühmt sind. Der Strand ist zu großen Teilen überspült, nur der Pfad an den Felsen entlang und die Dünen sind noch nicht vom Wasser eingenommen. Ich biege in die Dünen ab, ziehe den Wintermantel aus und setze mich darauf auf eine der Dünen. Ich hole aus meinem Rucksack eine Packung Schlaftabletten, eine Flasche Wasser und einen Thermobecher heißen Kakao. Ich nehme 2 Schlaftabletten, trinke dann gemütlich den heißen Kakao und blicke auf die sinkende Sonne, die jagenden Wolken, die Gischt, die Felsen, die Tiere und das Meer. Kurz bevor mir die Augen zufallen, ziehe ich vorsichtshalber noch den Pullover aus und lege den Mantel weg. Es ist Februar. Die Temperaturen für heute Nacht sind mit -7°C angekündigt. Ich bin nur noch mit Jeans und T-Shirt bekleidet, bereits völlig durchnässt, erschöpft und ausgepowert. Die Schlaftabletten wirken, nichts wird mich wachhalten. Regen, Wind und Kälte nehmen beständig zu, insbesondere vom gefrorenen Boden her entziehen sie einem schlafenden Körper schnell die lebenswichtige Wärme.
Am nächsten Morgen wird ein Spaziergänger einen leblosen Körper finden. Im Winter erfrieren immer Mal wieder Menschen am Meer. Nichts zu machen...

Danke für's lesen. Es gibt mir die Möglichkeit ein paar Minuten damit zu verbringen so etwas aufzuschreiben, dass es Menschen gibt, die es lesen. 

Danke dafür

Ponyhof
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