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Autor Thema: Das Leben ist kein...  (Gelesen 3417 mal)

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Vorsichtig rantasten1

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #60 am: 20 März 2021, 13:44:10 »

Liebe ist ein sehr starkes Fundament. Verlier das Bitte nie aus den Augen.

Sie gibt Halt, und dass du das noch spüren kannst ist ehr Wert als die Suche nach dem Sinn.

Vielleicht habt ihr Beide einen gemeinsamen Traum, den ihr noch realisieren könnt? Ausstieg aus den Jobs, ein Projekt? Ihr seid noch jung, und egal wie schräg der Traum ist. Die Liebe versetzt Berge.

Es muss kein Ponyhof sein, aber vielleicht eine Alpaka Farm.....

Liebe Grüße
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #61 am: 20 März 2021, 17:04:39 »

Einen gemeinsamen Traum? Nicht wirklich,  Nein. Mein Mann ist auch nicht so der Typ für abgefahrene Träume. Er ist mehr bodenständig und realistisch. Es gibt die Überlegung zur Rente ans Meer zu ziehen. Vielleicht schaffen wir uns dann einen Hund oder ein Boot oder beides an. Ja, vielleicht ist das ein gemeinsamer Traum. Werden wir in ~20 Jahren Mal drüber reden, ob wir das dann noch wollen.

Ich könnte mir irgendwelche abgefahrenen Dinge ausdenken, die ich jetzt täte, wenn ich allein auf der Welt WÄRE und mich nicht umgebracht HÄTTE (Was zwei unwahrscheinliche "wenn's" hintereinander sind. 1. Verlasse ich ihn nicht und 2. brächte ich mich um, wenn er mich verließe oder gestorben wäre oder sowas)
Also in dieser hypothetisch denkbaren Wenn- Situation kaufte ich mir vielleicht ein paar Quadratmeter Land an nem See, stellte nen Bauwagen drauf und wohnte darin. Oder ich zöge in ein Hausboot. Wohnungen finde ich irgendwie doof, Häuser noch schlimmer. Irgendwas am Wasser.
Vielleicht studierte ich nochmal Psychologie (hab ich mit 20 nicht gemacht, weil man nicht Psychologie studieren soll, wenn man selbst Hilfe braucht.) Vielleicht gründete ich ne Band. Vielleicht probierte ich aus, ob ich knackig genug bin mein Geld im Puff zu verdienen. Vielleicht kündigte ich meinen Job. Vielleicht lernte ich piercen. Vielleicht schriebe ich ein Das-Leben-und-ich-Blog, vielleicht...

Immer wenn ich mit dem Erzählen an dieser Stelle ankomme, sagen die Menschen, "Mensch Ponyhof, Klasse! MACH DAS! Komm ich helfe Dir! Naja gut, den Puff und das Hausboot lassen wir unter den Tisch fallen, aber warum solltest Du z.B. keine Band gründen? Oder kein Blog schreiben? Oder..."
und dann schließt sich der Kreis und wir sind bei dem Grund, warum die Psychologen reihenweise an mir verzweifeln.

Der Grund warum ich das alles nicht tue liegt darin, dass es das richtige WÄRE, wenn ich allein auf der Welt WÄRE. Was ich nicht BIN. Und WENN ich allein WÄRE täte ich nichts von alledem, denn dann brächte ich mich um.  Daher kommt der Tag für solche Ponyhof-kauft-sich-ein-Hausboot Konstrukte nie.

Diese Art Träume sind unmöglich. Alle und immer. Sie sind sogar noch unrealistischer als der Traum vom sterben, der nur daran scheitert, dass ich nicht allein bin...
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Vorsichtig rantasten1

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #62 am: 21 März 2021, 10:23:39 »

Bist du in einem anderen Forum aktiv?
Dieses hier hat mich wegen dem Titel angesprochen, letztendlich scheint es eher eine SHG und Wohnzimmer für eine Handvoll zu sein. Die Vielfalt fehlt, wieso auch immer....

Oder reicht es dir, hier zu schreiben ohne Rückmeldung, so ne Art Tagebuch?

Ich sehe ehrlich gesagt nicht, was dagegen spricht dass du jetzt schon eine deiner "Spinnereien" (soll nicht abwertend klingen) umsetzt. Ein Blog macht wenig Aufwand, ein Wochenendhäuschen am Meer(Wohnwagen) Wieso keine Band?

Das Alles vereinbart sich mit einer Partnerschaft. Vorausgesetzt, der Partner unterstützt. Und vielleicht liegt da der Knackpunkt....nur ne Vermutung, weil mein Ehemann und Vater meiner Kinder sehr konservativ und bodenständig war und auch noch ist.
Rückblickend habe ich feststellen müssen, dass er meine Ideen jeweils belächelt hat, geduldet aber nicht unterstützt. Er ist ein toller Mann, pflichtbewusst, unser Sohn wohnt kostenlos bei ihm, er macht sogar seine Wäsche, unterstützt unsere Tochter weiterhin finanziell weil sie noch studiert.

Was wollte ich dir sagen.....Hab den Mut zu leben. Du wirst nicht aussteigen, auch Wenn's manchmal reizvoll scheint. Du hast viel Leben in dir, oder sehe ich das falsch?

"Eigentlich " wollte ich in diesem Forum nicht mehr schreiben,  aber irgendwie finde ich es traurig, dass kein Mensch deine Texte liest, und mindestens einen Gruß hinterlässt. Außer Gast985, das war ein schöner Austausch, habe ich gerne gelesen. War herzlich.

Pass auf dich auf gell

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Rose

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #63 am: 22 März 2021, 10:48:09 »

Vorsichtig rantasten,warum denkst du ,niemand liest die Texte? In Zukunft könnte man ja jedesmal darunter schreiben: ich habe es gelesen! Und man ist hier nicht verpflichtet etwas zu schreiben, vielleicht möchte man auch nur Schmökern, liest einen Text und geht zum nächsten...manchmal hat man eben keine Antwort auf bestimmte Fragen oder möchte nicht mit diskutieren...wäre vielleicht mal eine Überlegung
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InaDiva

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #64 am: 22 März 2021, 12:00:12 »

 
Dieser Thread wurde mehr als 2600-mal aufgerufen. Er wird also sehr wohl gelesen. Dass nicht jeder etwas dazu sagen kann, ist normal. Ich finde es unangebracht, in Ponyhofs Thread darüber zu diskutieren – oder gar das Forum und seine Mitglieder im Allgemeinen zu kritisieren. Wer sich hier nicht gut aufgehoben fühlt, braucht sich hier ja nicht aufzuhalten. Daher bitte ich Euch, dies nun zu unterlassen, denn damit ist Ponyhof sicher nicht geholfen.
 
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I thought I'd found a light to guide me through my night and all this darkness
I was mistaken – only reflections of a shadow that I saw
(D. Crosby)

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #65 am: 23 März 2021, 16:02:15 »

Liebe Vorsichtig Rantasten,

Danke für Deine Nachricht, ich freue mich immer, wenn mir jemand antwortet. 😃
Um Deine Frage zu beantworten, Ich habe mich über jede Antwort hier sehr gefreut, würde mich natürlich auch über viele weitere nette Leute mit vielen weiteren hilfreichen Antworten seh freuen, das stimmt schon.
Andererseits habe ich den Eindruck, dass ich was Antworten angeht eine "harte Nuss" bin, weil ich nämlich bei den "Lehrbuchantworten" schon synchron mitsprechen könnte. Ich bin daher eigentlich froh und dankbar, dass mir hier solche Arzt-Standardsprüche oder die klassischen Ratschläge wie "Geh-zum-Arzt",  "Dagegen-gibt-es-Medikamente" "Geordneter Tagesablauf" "Positives Denken" "Sport" o.ä. erspart werden. Ich habe den Eindruck, dass mir hier antwortet, wer tatsächlich einen eigenen Gedanken zu dem was ich hier schreibe hat. Das gefällt mir deutlich besser als irgendwelche Schema-F Vorschläge, die ich nach meiner Ärzte-Odyssee ohnehin bereits alle im Schlaf kenne. Und so waren das hier im Ganzen eigentlich schon deutlich mehr Antworten, als erwartet, da ich nämlich mit dem "Dazu gibt's absolut überhaupt gar nix zu sagen, ist halt einfach so" Gefühl hier aufgeschlagen war.
Und wenn ich mir das jetzt hier so ansehe:
Dann gab's einiges an interessanten Reaktionen.
Ist doch super!
Ob ich mich freuen würde, wenn hier noch mehr nette Leute interessante und bereichernde Kommentare schrieben? - Ja klar. 😁 Ich vermisse insbesondere Gast985 und hoffe immer noch, dass er nochmal zurück kommt. - Hallo, @Gast985 😁😁😁
Aber deswegen finde ich ja nicht gleich alles und jeden anderen hier blöd. Eine brillante Idee zu einer (vermeintlich) aussichtslosen Situation hat halt auch niemand auf Kommando.
Wenn jemand meinen thread liest und danach zB. "Ganz schöner Mist, da kann ich Ponyhof überhaupt nix raten, klingt total verkorkst" denkt - dann hat derjenige EXAKT so reagiert, wie ich auch reagiert hätte. Wem könnte ich das zum Vorwurf machen? Und wenn derjenige keine Lust hat "Ich habe keine Idee" zu schreiben, z.B. weil es ihm nicht besonders hilfreich und tiefschürfend erscheint, dann macht ihn das auch nicht gleich zum desinteressierten Vollpfosten...
Also, ich schreibe hier im Forum, weil ich die Ärzte leid bin und niemanden mit "solchen" Gedanken belasten möchte. Hier denke ich liest das ganze nur, wer sich nicht "belastet" fühlt. Falls jemand etwas dazu zu schreiben weiß, freut mich das sehr. Falls nicht, ist es halt so. Du siehst ja anhand der Reaktionen auf Deinen Beitrag: Hier lesen Menschen mit. Sie reagieren, wenn sie etwas zu sagen haben. Wenn sie also nicht reagieren. Nun, dann haben sie offensichtlich nichts zu sagen.


Back to topic:
Was das Umsetzen solcher Spinnereien ist, DAS ist das Problem. Keine Lust. Ich mag nicht. Ich kann mich dazu zwingen, Dinge zu tun, aber ich kann mich nicht dazu zwingen, sie zu mögen. Ich zwinge mich zur Arbeit, zwinge mich zu Sport und "konstruktiver" Freizeitgestaltung. Die "verrückten" Dinge erzwinge ich nicht, das erscheint mir wirklich allzu widersinnig.
Ich müsste es tun wollen um es zu tun, das ist ja klar, aber dieses Wissen produziert auch keine Motivation. Nur Leere und den Wunsch, es möge alles vorbei sein.

Du siehst viel Leben in mir? *achselzuck* Ich nicht, offen gesagt. Ich mag das Leben nicht, habe schätzungsweise zu früh gesehen, wie scheußlich es sein kann.
Ich habe das ganze aufgearbeitet, bis man mir gesagt hat, ich sei geheilt, ich bin nicht mehr wütend, ich denke ich verstehe wie das alles gekommen ist.
Aber das Ergebnis bleibt das gleiche:
Ich finde dass das, was das Leben bietet, das Risiko, was es beinhaltet nicht aufwiegt.
Was soll ich tun, es ist das was ich empfinde.
Niemand kann mir garantieren, dass ich nicht morgen auf dem Heimweg von der Arbeit einen Unfall baue, der eine Katastrophe auslöst.
Niemand.
Vielleicht tue ich morgen etwas, was so schlimm ist, dass ich es mir nichtmal vorstellen kann. Es gibt nichts, was mich davor schützen kann. Gar nichts.
Ich bin jahrelang nicht Auto gefahren, um das zu verhindern aber natürlich ist das dumm, denn es gibt ja Milliarden von Möglichkeiten etwas schlimmes auszulösen, also fahre ich wieder, seit ich diesen Zusammenhang mit der Angst-vor-der-namenlosen-Katastrophe verstanden habe.
Nichtmal mein Tod vermag diesen Teufelskreis zu durchbrechen, denn wer weiß, was der schlimmes auslöst?
"Dann kannst Du ja nur noch im Bett liegen und warten, dass die Decke einstürzt" würde meine Mutter jetzt sagen.
Ganz genau. Das wäre mir auch am liebsten.
Das Problem ist, dass das mit-Gewalt-aufstehen-und.-was-konstruktives-tun mir nach dem, was ne Menge kluger Menschen an klugen Theorien aufgestellt haben, eigentlich beweisen "sollte" dass dadurch nichts schlimmes passiert. Sondern, dass alles gut ist, mir Freude macht und überhaupt.
Also würde dadurch, dass ich "einfach" (HA-HA) jeden morgen meinen Hintern aus dem Bett bewege, zur Arbeit, zum Sport, zum Arzt... fahre theoretisch jetzt alles gut.
So die Theorie.
Klingt toll.
Ich habe aber nicht den Eindruck, dass dieser Plan funktioniert.
Denn 1. könnte schließlich morgen der Tag sein, an dem die Katastrophe passiert, ich einfach bis heute unfassbares Glück gehabt haben. Und 2. könnte es ja sein, dass ich längst irgendwas grauenhaftes ausgelöst habe und weiter auslöse und nur zu dumm, zu vernagelt oder zu unaufmerksam bin um es zu sehen und 3. IST es ja nunmal nicht gut und MACHT es mir nunmal keine Freude und ich kann wie gesagt keine Freude erzwingen.
"Sie dürfen so nicht denken" sagen die Ärzte zu solchen Gedanken. "Es wird schon nicht so schlimm werden" "Sie dürfen sich das nicht so zu Herzen nehmen" "Mit diesem Risiko leben wir alle" und "So ist das Leben".
Ganz genau. So ist das Leben. Und deshalb mag ich es nicht...

Ich grüße jeden, der bis hierher gelesen hat. Schön, dass Ihr da seid. 😃
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Vorsichtig rantasten

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #66 am: 02 April 2021, 13:32:02 »

Huhu

Will dir ganz klassisch, traditionell und altmodisch

Erholsame und entspannte Ostertage wünschen.

Liebe Grüße von
Carefully:)
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #67 am: 03 April 2021, 12:19:42 »

Dankeschön, das ist sehr lieb von Dir! Das wünsche ich Dir auch.
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Vorsichtig rantasten

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #68 am: 03 April 2021, 14:52:41 »

Vielen lieben Dank

Keep going;)
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Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #69 am: 07 April 2021, 09:59:02 »

Moin :-)

Ich hatte hier ja Anfang des Jahres bereits geschrieben, dass ich mir vorgenommen hatte, alles dafür zu tun, dass das Jahr besser wird, als das letzte.
Im Rahmen dieses Versuchs habe ich mich auf Wohnungssuche begeben. (meine aktuelle Wohnung ist blöd, dauernd geht die Heizung kaputt und überhaupt...)
Jedenfalls hatte ich letzte Woche tatsächlich etwas geeignetes gefunden (sehr schwer in unserer Gegend etwas schönes zu finden) - und dann hat uns jemand die Wohnung vor der Nase weggeschnappt. Tja. Schade. Sowas passiert. Pech halt.
Pech halt...
Letzte Woche hat der Typ uns abgesagt, heute Nacht bin ich wieder (wie bisher jede Nacht) mit Panikattacke aus dem Schlaf hochgeschreckt... "Oh Sch*** die WOHNUNG..."

Also, jetzt Mal ganz im Ernst. Es ist eine W o h n u n g. Schade, klar. Aber dann suchen wir halt nochn bisschen, ist ja nicht so, dass wir derzeit unter der Brücke pennen. Wird sich schon irgendwann was finden.

Warum zum Geier, fühle ich mich dann seit Tagen nach Weltuntergang? Wie der letzte Loser, der nichtmal die Wohnung klarmachen kann, die er will? Sein wir doch ehrlich. Ich wäre doch auch MIT schöner Wohnung nicht jeden morgen glücklich und zufrieden aus dem Bett gehüpft und hätte mich auf den Tag gefreut...

Und so habe ich - Mal wieder - das Gefühl, dass die Buddhisten recht haben:
Alles was man tut, vergrößert das leid. Die Freude über Erfolg steht in keinem Verhältnis zum Leid, dass durch Misserfolge ausgelöst wird. So gesehen sollte ich versuchen mich möglichst wenig zu bewegen. Wird nur schlimmer davon.

Ach...

Irgendetwas mache ich falsch.

Etwas grundlegendes.

Aber entweder ich erkläre so schlecht, dass die Ärzte das Problem nicht sehen, oder es gibt nichts, was man dagegen tun kann...

Suche ich jetzt weiter Wohnung, oder bleib ich einfach hier sitzen? 

ach... Das Leben ist kein Ponyhof...
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RockingBuddha

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Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #70 am: Gestern um 10:52:21 »

Zitat
Alles was man tut, vergrößert das leid. Die Freude über Erfolg steht in keinem Verhältnis zum Leid, dass durch Misserfolge ausgelöst wird. So gesehen sollte ich versuchen mich möglichst wenig zu bewegen. Wird nur schlimmer davon.

Hola Pony,

diese Einstellung spiegelt den Buddhismus nicht korrekt wieder. Der Buddhismus erkennt Leid lediglich als ein Naturgesetz an.
Eine der wichtigsten Lehrreden des Buddha´s waren seine vier edlen Wahrheiten, die bis heute nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Vereinfacht dargestellt:
1. Es gibt Leiden
2. Jedes Leiden hat Ursachen
3. Es gibt Glück (oder: Das Leiden kann beendet werden)
4. Es gibt einen Pfad, der zur Beendigung des Leidens führt (der achtfache Pfad; der führt am Ende zwar nicht dahin, dass einem nichts schlimmes mehr passiert, doch die eigene Wahrnehmung darauf verändert sich so, dass schwierige und erfolglose Zeiten nicht mehr als leidvoll wahrgenommen werden.
Falls du das Gefühl hast, dass Freude über Erfolge von dir geringer eingeschätzt werden als Misserfolge, dann überragen die Ursachen deines Leids die Ursachen fürs Glück (dürfte in diesem Forum 99% der User, mir eingeschlossen, so gehen).

Wenn sich ein Ereignis, wie mit der nicht bekommenen Bude, anfühlt, wie ein Weltuntergang, dann liegt die Ursache deines Leids sicher nicht darin, aber das hast du selbst ja schon erkannt. Die Kunst ist es, die eigentlichen Ursachen ausfindig zu machen und zu verwandeln. Damit beschäftigt sich übrigens der Buddhismus, also quasi damit das Gegenteil von "Alles was ich tue erschafft mehr Leid als Freude" zu erreichen :).
Der Prozess dazu dauert allerdings eine ganze Weile und erfordert ne Menge Hingabe und Geduld. Und Leidensfähigkeit, aber die brauchen wir alle ja ohnehin ^^

Zitat
Aber entweder ich erkläre so schlecht, dass die Ärzte das Problem nicht sehen, oder es gibt nichts, was man dagegen tun kann...
Hier ist die Frage, bist du dir selbst über sämtliche Ursachen deines Leids im Klaren? Kannst du sie für dich klar artikulieren und akzeptieren? Bevor ein Arzt dahinter kommen kann, solltest du es selbst tun. Ein Arzt wird dich nicht von seelischem Leid und den Ursachen deiner Probleme befreien, zumindest wäre es im Bereich psychischer Krankheiten illusorisch, dies anzunehmen. Ärzte können dir dabei helfen, aber Chefarzt deines Lebens und deiner Situation bist du alleine.
Zitat
Irgendetwas mache ich falsch.

Etwas grundlegendes.
Das Grundlegende zu finden, es zu akzeptieren und es danach loszulassen - was auch immer es ist -, dies sollte dein Weg zur Befreiung sein. Aber schon die Erkenntnis, dass etwas grundlegendes falsch läuft, ist ein wichtiger Schritt, ohne den Besserung kaum möglich wird.

Ich selbst praktiziere seit 2 Jahren die buddhistischen Lehren (mal mehr, mal weniger, zu oft treiben mich alte Gewohnheiten und meine Depris zurück ins Dunkel) und hab in dieser Zeit extrem viel über mich selbst, meine Depressionen und psychische Krankheiten im Allgemeinen und übers Leiden, sowie seine Ursachen, gelernt... und bin trotzdem noch ein Novize auf dem Gebiet. Ein Suchender.


Zitat
Suche ich jetzt weiter Wohnung, oder bleib ich einfach hier sitzen?
Am besten weiter suchen, aber die Erwartungen gering halten. Wenigstens steht der Sommer vor der Tür, wodurch die kaputte Heizung weniger ins Gewicht fallen dürfte ^^
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Woran man viel denkt, dorthin neigt sich das Bewusstsein
(Siddhartha Gautama)

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #71 am: Gestern um 13:40:39 »

Hey Buddha

Danke für Deine Antwort. 😃 Ja, Du hast Recht, das war blöd formuliert - ist mir auch aufgefallen, nachdem ich es abgeschickt hatte. Also ich entschuldige mich bei allen Sympathisanten der buddhistischen Lehre für meine Wortwahl, ich wollte niemandem auf die Füße treten.

Verstehe und akzeptiere ich die Grundlagen des Leids? Gute Frage.
Insbesondere, weil man natürlich per Definition niemals genau wissen wird, ob da etwas ist, was man NICHT verstanden hat...

Also, was ich verstehe ist, dass ich durch frühkindliche Traumatisierungen das Leben mit ausgesprochen destruktiven Glaubenssätzen begonnen habe. (Wer sich im Alter von drei dafür schämt, dass er (bzw in meinem Fall "sie") existiert und glaubt, alles wäre besser, wenn ich tot wäre, wird anders aufwachsen als andere Kinder, das ist ja klar.)
Ich war also komisch und man hat dann in bester Absicht dafür gesorgt, dass ich mich "normal" benehme und "sowas" nicht sage oder mache.
Also kam zu den destruktiven Glaubenssätzen noch Schweigen und Schauspielern dazu.
Dann kam "Darf mich nicht umbringen" "Darf so nicht denken" "Darf so nicht sein" "meine arme Familie, die mit mir gestraft ist" usw.
Mit solchen Glaubenssätzen und Gedanken eine (irgendeine) Art von Normalität aufzubauen ist gar nicht ohne, was wiederum zu starken dissoziativen Tendenzen geführt hat, manchmal war ich wohl kaum noch ansprechbar von außen, was natürlich wieder Ärger verursacht hat usw...

Jedenfalls lief das alles (meiner Meinung nach) letztlich auf die "Verliere ich endgültig den Verstand oder bring ich mich vorher um?" Frage hinaus.

Als es durch glückliche Verkettung unglücklicher Umstände nach ungefähr 500 vergeblichen Therapieversuchen ("Sie dürfen so nicht denken" - "Ich sehe nicht, wie ich damit aufhören könnte") beim 501. Verzeeiglunfsversuch gelang an mein Unterbewusstsein mit diesen uralten Glaubenssätzen ranzukommen.

Ich hab dann nochmal Jahre auf die ganz alten Geschichten verwendet, geheult,  verarbeitet, verstanden, akzeptiert...

Ich habe das Gefühl, damit durch zu sein.

Ich habe einen Beruf (Studium mit Gewalt durchgezogen, um kein Schmarotzer zu sein)
Ich habe einen Mann, der mich liebt.
Ich habe einen Freundeskreis.
Ich habe mir "konstruktive" Freizeitbeschäftigungen gesucht um nicht nur vor der Glotze oder am Handy zu hängen.

Ich habe das Gefühl, ich habe alles getan, damit es JETZT besser weitergehen kann. Und es IST ja auch besser als früher. Viiiiiiiieeeeel besser sogar. Ich sollte dankbar sein, es ist nur... Ich hatte gedacht, wenn ich durch wäre, dann käme ein Punkt, wo ich das Gefühl hätte, dass es Dinge gibt, die ICH möchte. Die ICH mag. Die ich tue, weil sie MIR Freude machen, dass das Leben was JETZT stattfindet für mich ist...

Aber so ist es nicht. Ich kann zum Sport gehen - aber ich kann nicht erzwingen, dass er mir Spaß macht.
Ich kann Freundinnen treffen. Aber ich kann nicht verhindern, dass ich zwischendurch "Lieber wäre ich tot" denke.
Ich kann eine neue Wohnung suchen, aber dass ich mit diesem "die Suche kostet mich mehr, als das Ergebnis mich freuen wird" Gefühl suche, dagegen weiß ich nichts.

Dass mir kein Arzt "die Lösung" präsentieren kann, ist mir schon klar, ist ja mein Leben. Es ist nur so, dass ich langsam aber sicher echt ratlos bin. Ich habe das Gefühl alles in meinen Möglichkeiten stehende getan zu haben. Wenn ich also nichts weiß. Und die Ärzte nichts wissen. Dann kann man da vielleicht einfach nichts mehr tun. Leben zu verkorkst, um noch Freude daran zu entwickeln...

Ich schätze es sind noch so etwa 45 Jahre, die ich rumkriegen muss... 😞😞😞
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