Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Erweiterte Suche  
Seiten: 1 ... 14 15 [16]

Autor Thema: Das Leben ist kein...  (Gelesen 17652 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #225 am: 01 August 2022, 18:45:59 »

Und für das EMPFINDEN der Sterblichkeit?

Ob im Jahr 1901 die Leute nicht geschrien und getobt und mit Gott gehadert haben, wenn ein Kind starb? Während sie beim Tod der 98 jährigen Urgroßmutter ehr geseufzt und "Sie so ist das eben" gesagt haben?
Es fällt mir schwer das zu glauben.
"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben" hat meine Großmutter gesagt, als meine Mutter starb.
Und die war zwar nicht Jahrgang 1901 aber nicht viel später.
Meine Oma hatte viele viele solcher Geschichten. Und immer war der viel zu frühe Tod einer Person die größte Tragödie.

Ernsthaft @Gast (Ich habe am Rande bemerkt auch die Erfahrung gemacht, dass es üblich ist sich in Internetforen zu duzen, darf ich Ihnen, der Sie anscheinend auch diesbezüglich andere Erfahrungen haben als ich daher das 'Du' anbieten? Dieses Gesieze finde ich beim verwenden von Nicknames echt merkwürdig), erzähl doch Mal was DU erlebt hast bzgl. Tod der nicht dieser "Reihenfolge" der Generationen - erst die Oma, dann die Mutter, dann die Tochter - entspricht.
Ich kann mir das nämlich absolut nicht vorstellen, dass man NICHT dieses "XYZ war noch nicht an der Reihe" Gefühl hat, wenn ein Kind stirbt, während die Urgroßmutter dement im Heim vor sich hin siecht.
Gespeichert

Ina

  • YaBB Administrator
  • Senior Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 26.165
  • Alone in the dark!
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #226 am: 02 August 2022, 01:11:11 »

 
Ich kann mir das nämlich absolut nicht vorstellen, dass man NICHT dieses "XYZ war noch nicht an der Reihe" Gefühl hat, wenn ein Kind stirbt, während die Urgroßmutter dement im Heim vor sich hin siecht.

Das kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Natürlich können allerlei Umstände dazu führen, dass jemand bereits in jungen Jahren stirbt. Das kommt sogar recht häufig vor. Krankheiten, Verkehrsunfälle, Suizid... Es gibt allerlei Gründe dafür. Aber es fühlt sich nicht „richtig“ an, weil es in der heutigen Zeit doch eher „normal“ ist, dass zuerst die alten Menschen gehen. Was Statistiken besagen oder wie es vor über 100 Jahren war, spielt dabei für mich keine Rolle. Es ist tatsächlich einfach mein Empfinden und auch das, was ich in meinem Umfeld am häufigsten mitbekommen habe.


"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben" hat meine Großmutter gesagt, als meine Mutter starb.

Für mich hat es sich sogar „nicht richtig“ angefühlt, dass meine Mutter im jungen Alter von 66 Jahren an Krebs verstorben ist. Es erschien und erscheint mir „zu früh“, auch wenn es ein natürlicher Tod war. Ich war zu dem Zeitpunkt 33 – und für mein Empfinden (!) ist dies zu früh, um keine Mutter mehr zu haben.



(Edit: Zwei fehlende Buchstaben eingefügt.)
 
« Letzte Änderung: 02 August 2022, 07:33:55 von Ina »
Gespeichert
I don't know if I'm dying or about to be born.
(J. Raymond)

Gast

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #227 am: 02 August 2022, 06:56:33 »

Ihre "natürlich Ordnung" der Welt.
Ihre Empfindungen und Gefühlte die andere Menschen auch haben müssen. Unerheblichen welcher Kulturkreis oder welches Zeitraum. Ich akzeptiere Ihre Meinung teile sie aber nicht.
Gespeichert

Ina

  • YaBB Administrator
  • Senior Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 26.165
  • Alone in the dark!
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #228 am: 02 August 2022, 07:33:37 »

 
Ihre Empfindungen und Gefühlte die andere Menschen auch haben müssen.

Wer sagt denn so etwas? Ponyhof hat genau das Gegenteil geschrieben und zudem Interesse an Deinen Erfahrungen signalisiert:

Dass andere Menschen das anders erlebt haben und / oder anders empfinden können, wollte ich nicht in Abrede stellen.

Deshalb habe ich nach Ihren Erfahrungen gefragt.
Gespeichert
I don't know if I'm dying or about to be born.
(J. Raymond)

Mitleser

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #229 am: 02 August 2022, 15:55:51 »

Es geht bei der "natürlichen Ordnung" innerhalb eines Systems und ich bleibe ganz bewusst bei diesem Begriff, nicht um Glauben. Es ist gegeben. Da ändern auch unterschiedliche Sterberaten vergangener Jahrhunderte nichts.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Gestern, Heute, Morgen. Anwesender/de. Folgender/de.

Auch in der Familie. Kinder bringen nicht ihre Eltern auf die Welt. Enkel kommen immer nachgeordnet in der 2ten folgenden Generation. Oma und Opa waren immer vorher da und dabei ist es auch egal wie wir diese Mitglieder des Systems Familie nennen würden oder ob wir für den Begriff Gegenwart eine anderen verwenden würden.
Da ist die natürlich Ordnung von Leben. Zyklen die Ablaufen. Unveränderbar. Da kann man Zetter und Mordio schreien, es ändert nichts daran das in dem Moment wo sich zwei Menschen dazu entscheiden Nachwuchs zu bekommen, dieser Nachwuchs ihnen folgt, so wie das Paar in diesem Beispiel Ihren Eltern gefolgt ist.

In einer Firma gibt es auch eine Ordnung. Ein Mensch entscheidet sich etwas aufzubauen, er macht sich zum Chef/in und ordnet sich dann innerhalb seines Betriebes andere nach.
Von mir aus hier einfach mal Bereichsleiter/in, Sekretär/in, Lagerist/in, Helfer/in. Alle diese Positionen werden nach und nach in einer natürlichen Reihenfolge, der Notwendigkeit folgend, hinzugefügt. Gilt genauso wenn es 3, 5 oder 17 Chefs/innen gibt oder 3, 5 oder 17 Sekretäre/innen.

Auch hier herrscht keine Willkür, sondern eine natürliche Ordnung. Auf den Chef, den Startpunkt des Systems Firma folgt..........

Oder in der Natur, eine Fähe sucht einen Fuchs, es wird eine Wurf Jungtiere zur Welt gebracht. Eines der Jungtiere kann im Rang, aber nie im erscheinen innerhalb des Familienverbundes Fuchs seine Erzeuger überholen.

Und hier ist das "nie" auch einfach unabänderlich. Man kann nicht "vor" die Ahnen kommen.
Sterben ist, egal in welchem Alter, nie ein überholen einer älteren Generation. Die natürliche Reihenfolge des Erscheinens, Geboren werdens, Auftauchens auf der Zeitlinie, ist unabänderlich und somit gegebener Maßen natürlich. Weil es einfach so ist.  Und selbst wenn ich das System Zeit ablehne, muss ich anerkennen das etwas vorher, früher oder zu erst da war.
Da hilft dann auch kein wiederständlicher Ansatz und deshalb wies ich auch darauf hin das in der systemischen Betrachtung Sachlichkeit hilft. Auch durch meine Ablehnung einer Ordnung, trete ich nicht aus dem System in der in ihr gegebenen Ordnung heraus!

Und diese "Reihenfolge" finden wir überall! Im Universum genauso wie auf der Erde. In der Natur und dort im Bereich der Pflanzen, der Tiere und der Menschen. Jeder führt einmal in seinem Leben, jeder folgt einmal in seinem Leben. Jeder ist Ahne und jeder ist Erbe. Jeder ist Bestehend.

Nichts ist hier änderlich, ausser man möchte zb nicht das jemand einem folgt. Dann stirbt man als letzter einer langen Reihe von Menschen oder Tieren die vor einem kamen und gingen. Damit verändert man aber auch nicht die Ordnung die vor einem gegeben war, sondern beendet einfach nur ein langes und vielleicht uraltes Familiensystem welches genauso nach den beschriebenen Mechanismen, für lange Zeit bestand hatte.
Die Ordnung ändert die Beendigung dieses Systems ohne Erben rückwirkend nicht.

Jeder kann sich natürlich aus freien Stücken einfach für Ignoranz entscheiden, was ich aus systemischer Sicht natürlich als sinnlos aber auch völlig in Ordnung empfinde. Wir leben nunmal gerne auch stur nach dem Motto "die Gedanken sind frei". Gegebenfalls innerhalb einer gegebenen Ordnung und versuchsweise gegen diese.

Und das ist vielleicht das was ich auch anbieten kann. Wem das "natürlich" nicht passt, weil er sich an dem Wort reiben möchte, der kann auch "gegebene" oder "folgerichtig" als Begriff nutzen oder mir gerne andere sachlich aufzeigen. Da bin ich gar nicht festgelegt.

Natürlich folgt der Zweite auf den Ersten und der Dritten folgt diesen.

Beste Grüße
Gespeichert

Mitleser

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #230 am: 02 August 2022, 16:27:14 »

Ergänzend nochmal zur Sachlichkeit die ich innerhalb der Betrachtung eines Systems fordere.

Und für das EMPFINDEN der Sterblichkeit?

Ob im Jahr 1901 die Leute nicht geschrien und getobt und mit Gott gehadert haben, wenn ein Kind starb? Während sie beim Tod der 98 jährigen Urgroßmutter ehr geseufzt und "Sie so ist das eben" gesagt haben?
Es fällt mir schwer das zu glauben.
"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben" hat meine Großmutter gesagt, als meine Mutter starb.
Und die war zwar nicht Jahrgang 1901 aber nicht viel später.
Meine Oma hatte viele viele solcher Geschichten. Und immer war der viel zu frühe Tod einer Person die größte Tragödie.

Ich kann mir das nämlich absolut nicht vorstellen, dass man NICHT dieses "XYZ war noch nicht an der Reihe" Gefühl hat, wenn ein Kind stirbt, während die Urgroßmutter dement im Heim vor sich hin siecht.


Das kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Natürlich können allerlei Umstände dazu führen, dass jemand bereits in jungen Jahren stirbt. Das kommt sogar recht häufig vor. Krankheiten, Verkehrsunfälle, Suizid... Es gibt allerlei Gründe dafür. Aber es fühlt sich nicht „richtig“ an, weil es in der heutigen Zeit doch eher „normal“ ist, dass zuerst die alten Menschen gehen. Was Statistiken besagen oder wie es vor über 100 Jahren war, spielt dabei für mich keine Rolle. Es ist tatsächlich einfach mein Empfinden und auch das, was ich in meinem Umfeld am häufigsten mitbekommen habe.


"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben" hat meine Großmutter gesagt, als meine Mutter starb.

Für mich hat es sich sogar „nicht richtig“ angefühlt, dass meine Mutter im jungen Alter von 66 Jahren an Krebs verstorben ist. Es erschien und erscheint mir „zu früh“, auch wenn es ein natürlicher Tod war. Ich war zu dem Zeitpunkt 33 – und für mein Empfinden (!) ist dies zu früh, um keine Mutter mehr zu haben.


Hier sind Beispiele wo wir innerhalb der systemischen Betrachtung natürlich das "Gefühl" als Kompass sehr richtig nutzen können. Alle genannten Beispiele zeigen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Reaktionen der "Beteiligten" innerhalb eines Systems, auf Veränderungen der Reihenfolge. So habe ich das selbst auch schon gesagt und gefühlt und weiss aus regem Austausch innerhalb der Systemik das dies genau die tragenden Gefühle und Gedanken sind die uns begegnen.

Es braucht innerhalb der Systemik jedoch, und dort besonders auf der Metaebene, Sachlichkeit. Hier empfand ich beides als gegeben. Eine gefühlsmässige Akzeptanz der Gegebenheiten. Sachlichkeit und Gefühl nebeneinander.

"Es ist nicht richtig, wenn Eltern ihre Kinder begraben"

In diesem Satz wird die Ordnung als gegeben akzeptiert und gleichzeitig der Trauer, durch die entstandene Unordnung, Ausdruck gegeben.

Chapeau
Gespeichert

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #231 am: 03 August 2022, 11:49:57 »

Liebe @Ina

vielen Dank, ich hatte schon begonnen zu glauben ich würde chinesisch schreiben. Aber wenn bei Dir ankommt, was ich meine kann's ja sooo kryptisch nicht gewesen sein.  😃

Lieber @Mitleser

Danke für Deinen interessanten Beitrag. 😃 Ich bin weitestgehend Deiner Meinung, nur in einem Punkt würde ich widersprechen:
Ich finde schon, dass es um "glauben" geht.
Weil.
Was tatsächlich unabänderliche Tatsache ist und was nicht, darüber kann man sich mit Sicherheit streiten und sich mit noch größerer Sicherheit IRREN.
Es war zum Beispiel jahrhundertelang so, dass man zu WISSEN glaubte, es sei Teil der natürlichen Ordnung der Dinge, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

Viele vermeintliche "Tatsachen" waren so lange die alleinseligmachende Weisheit, bis jemand kam und einen Gegenbeweis brachte.
Die Erde war eine Scheibe. Punkt. *Oh* plötzlich war Magellan einmal rum.
Der Mensch konnte nicht fliegen. Punkt. *Oh* bis Lilienthal genug Störche gesehen hatte.
Ein Atom war nicht teilbar, der Mensch konnte nicht auf dem Mond spazieren gehen, die Grünen würden niemals für Verlängerung der Kohle und AKWs stimmen (kleiner Scherz).

Ich will sagen:

ICH GLAUBE dass diese Reihenfolge unabänderlich ist.  Aber ich glaube AUCH, dass der Mensch fehlbar ist und dass es MÖGLICH ist, dass die Menschen in ein paar hundert Jahren (wenn's sie dann noch gibt) anders denken als wir heute. Was WÄRE zum Beispiel, wenn (hypothetisch) der Beweis für Wiedergeburt erbracht würde? Dann wäre plötzlich die Oma bei ihrer zweiten Geburt jünger als die Tochter. Oder wenn...
Erscheint MIR absurd, aber dass die Menschen "absurd" zu Galileo Galilei oder Dr. Semmelweis (das war der mit der Hygiene in der Medizin) gesagt haben, ist eben AUCH Tatsache.

Du sagst, die Welt habe diese natürliche Ordnung @Mitleser. ICH glaube das auch. Aber ich halte für DENKBAR dass wir uns irren. Ist schon anderen vor uns passiert...

Gespeichert

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #232 am: 06 August 2022, 10:00:38 »

Nur Ruhe ...

Wenn ich mich überanstrenge, kommt ein Punkt, an dem ich noch mehr fertig bringe irgendjemandem irgendetwas abzuschlagen. Kann nicht. Und das nicht nur wenn der jenige bittet und bettelt, sondern einfach so und quasi sofort. "Trinkst Du noch ein Glas mit? "Musst Du wirklich schon gehen?" "Macht Dir XYZ etwas aus?" - #zack hänge ich am Fliegenfänger. "Klar, mach ich"

Es ist nicht viel passiert, gestern. Ich hatte ein Glas Weißwein mehr als ich wollte, war ne Stunde später zu Hause als geplant. War bisschen nervig mit dem Nachtbus statt letzter Straßenbahn aber alles kein Problem.
Aber die Tatsache selbst macht mir Sorgen. Ich meine: es könnte schließlich auch Mal jemand was vorschlagen, was w-i-r-k-l-i-c-h nicht gut für mich ist (ist mir früher auch schon passiert). Aber wenn ich nicht mehr vor die Tür gehe, wenn ich überanstrengt bin, dann gehe ich halt phasenweise überhaupt nicht mehr unter Leute. Auch schlecht.
Ich habe den Eindruck, es gibt keine Lösung.
Ich "müsste" das können.
Kann ich aber nicht.
Alles kein Ponyhof...
Gespeichert

Ponyhof

  • Gast
Re: Das Leben ist kein...
« Antwort #233 am: 06 August 2022, 10:57:49 »

*nicht mehr fertig bringe

musste es oben heißen. Autokorrektur 🙄
Gespeichert
Seiten: 1 ... 14 15 [16]