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Autor Thema: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen  (Gelesen 424 mal)

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Elsbeth

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Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« am: 04 April 2021, 14:54:43 »

Hallo ihr Lieben,

lang habe ich mich hier nicht mehr gemeldet. Nun habe ich wieder etwas auf dem Herzen.

Ich bin seit ein paar Wochen in der Klinik. Ich habe zu Hause nichts mehr geschafft, habe mich total gehen lassen. Zuerst war ich auf der offenen Station, später wurde ich auf die geschlossene verlegt. Da bin ich immer noch. Ich habe hier einen Suizidversuch hinter mir, der mich erst einmal auf die Intensivstation gebracht hat. Von dort wurde Ich mit Beschluss, direkt wieder hier auf die geschlossene gebracht. Da ich einen rechtlichen Betreuer habe, wurde mir gleichzeitig das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen.

Im Moment geht es mir besser. Ich hatte gehofft, dass der Beschluss früher aufgehoben wird. Die Ärztin hier hat mir aber heute gesagt, dass sie den Beschluss auf keinen Fall früher aufheben wird.

Nun bin ich doch ziemlich gefrustet. Ich möchte so gern früher hier raus.

Musste es einfach mal loswerden.

LG Elsbeth
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Wohlstandspudel

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #1 am: 04 April 2021, 19:52:01 »

hallo elsbeth,

es freut mich zu hören dass es dir besser geht.

es gibt dinge die brauchen einfach ire zeit, setze dich da nicht selbst unter druck mit dem beschluss.

wichtig ist doch dass es dir erstmal gut geht.

viele grüße
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #2 am: 04 April 2021, 21:23:50 »

Danke Wohlstandspudel.

Das sagt sich so einfach. Die Station hier ist die Hölle. Mit dem eingesperrt sein komme ich gar nicht klar. Der Kontrollverlust und das Fremdbestimmt sein... Leider bringt das bei mir die Suizidgedanken wieder. Aber ich bin GsD noch nicht so weit dass es zum äußersten kommt.

LG
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Wohlstandspudel

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #3 am: 05 April 2021, 10:23:23 »

ich kann dich verstehen und gerade wenn man betreut wird ist es nicht immer einfach.

klar könntest du dort ein gespräch suchen, aber man muss immer sehr vorsichtig sein was man sagt.

gerade suizidgedanken können alles noch mehr in di elänge ziehen.

ich kann dir da echt nur raten durchzuhalten und dich da nciht reinzusteiger mit dem blick nach vorne das der beschluss frühe roder später aufgehoben wird.

wie ich bereits sagte, nur nicht reinsteigern und versuche das beste aus der situation zu machen.
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #4 am: 05 April 2021, 12:44:11 »

Ja, irgendwie muss ich die Zeit hier überstehen.

Ich traue mich in der Klinik nicht mehr über meine Suizidgedanken zu sprechen. Man reagiert hier schnell über, musste ich feststellen. Aber klar, nach dem Versuch kann man das auch verstehen.

Ich versuche stark und gefestigt zu wirken. Es geht mir ja von der Grundstimmung auch schon viel besser. Bis auf die sich ständig aufdrängenden Gedanken. Die muss ich irgendwie in den Griff bekommen.

LG
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Uhu

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #5 am: 05 April 2021, 17:26:04 »

Hallo Elsbeth,

ich antworte dir jetzt mal als ehemalige Betroffene (mein erster Aufenthalt ist jetzt fast 10 Jahre her) und gebe dir praktische Tipps.

Da du schon Internetzugang hast, also dein Handy benutzen kannst, kannst du Musik hören mit Bluetoothörer oder mit einem MP3-Player. Damals gabs die nie noch nicht, und welche mit langen Kabeln waren nicht erlaubt. Es kommt aber darauf an, inwieweit du Zugang zu Musik hast. Das hat mir sehr geholfen, ich durfte Kopfhörer unter Aufsicht haben, und es war möglich im Raucherbereich/ Hof Musik zu hören mit Discman.
Ich hatte ein Tagebuch, da habe ich viel hineingeschrieben. Bücher gelesen, mich unterhalten. Nach einigen Tagen hatte ich Ausgangsregelungen, eine Stunde und da kann man auch spazieren gehen, vielleicht sich Bücher oder Zeitschriften kaufen. Habe gemalt. Hast du schon solche Reglungen? Therapieplan?
Wenn nicht, frage doch die Krankenpfleger, wie es weitergeht. Wann du wieder zurück auf die offene Station kannst. Außerdem hast du ja auch einen Beschluss, der abläuft und geprüft wird, da kannst du deine Anliegen auch anbringen. Also bzgl. offene Station, Therapiebereitschaft und Ausgangsreglungen.

Ich wünsche dir, dass du die Zeit für dich irgentwie "gut" nutzen kannst, neue Perspektiven für dich zu schaffen.

Und das du in absehbarer Zeit auf die offene Station kannst.

Liebe Grüße
Dani
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #6 am: 06 April 2021, 13:08:26 »

Hallo Dani,

vielen Dank für deine Antwort.

Die offene Station ist kein Thema zur Zeit. Ich glaube das ist denen zu gefährlich. Wobei der Psychologe heut morgen gesagt hat dass ich bei der Visite ruhig löchern soll ob der Beschluss nicht doch früher aufgehoben werden kann. Schließlich ist in den letzten Wochen nichts vorgefallen.

Ich darf die Station in Begleitung zu Therapien und für kurze Spaziergänge verlassen. Ansonsten versuche ich zu lesen, was nur bedingt funktioniert, weil meine Konzentration so schlecht ist. Gespräche mit anderen Patienten ist eher schwierig, weil ich ziemlich schnell von den Mitpatienten genervt bin.

LG Elisabeth
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #7 am: 20 April 2021, 12:04:41 »

Mal ein kurzes Update.

Eine Verlegung auf die offene Station wird es nicht geben. Ich muss bis zur Entlassung auf der geschlossenen bleiben. Ich weiß gar nicht wie ich das schaffen soll wenn ich dann wieder zu Hause bin. Hier von allem abgeschottet und dann gleich wieder voll loslegen. Das macht mir wahnsinnige Angst und treibt mich schon wieder in die schlechten Gedanken.

LG elsbeth
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ToteMoewe

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #8 am: 20 April 2021, 13:53:50 »

Hey!

Ich lasse dir mal ein Lächeln hier und wünsche dir ganz, ganz viel Kraft! :)

-Moewe
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InaDiva

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #9 am: 20 April 2021, 15:37:47 »

 
Hallo Elsbeth,

Deine Angst kann ich gut nachvollziehen und halte sie gewissermaßen auch für "berechtigt", da die Umstellung enorm ist. Erst wochenlang auf der Geschlossenen und dann direkt zurück in den Alltag...

Ich möchte Dir ans Herz legen, Dich um einen Platz in einer Tagesklinik zu bemühen. Dabei müssten Dir auch die Pfleger / Betreuer / was auch immer auf Deiner Station behilflich sein können. Wenn Du im Anschluss an den stationären Aufenthalt in die Tagesklinik könntest, wärst Du erstmal nur einen halben Tag zu Hause / in Deinem "alten" Umfeld (auch über Nacht). Von morgens bis nachmittags hättest Du "Programm" – und das ist unter anderem genau dafür da, sich wieder an das "normale" Leben außerhalb des geschützten Rahmens (der Klinik) zu gewöhnen und zu lernen, den Alltag selbstständig zu gestalten. Sprich das ruhig mal an! Am besten bald, denn einen Platz in einer Tagesklinik bekommst Du vermutlich auch nicht so ganz spontan.

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute!

Ina
 
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #10 am: 20 April 2021, 20:12:28 »

Ich danke euch beiden :).

Bei der Tagesklinik stehe ich schon seit einem halben Jahr auf der Warteliste. Wegen Corona dürfen da im Moment nur halb soviel Patienten aufgenommen werden, als normal. Das würde also noch dauern bis ich da hin könnte. Die sind hoffnungslos überlaufen.
Aber trotzdem danke für den Tipp.

Heute wurde mir gesagt dass ich es einfach zuhause probierten soll und wenn es nicht klappt, könnte ich ja jederzeit wieder stationär aufgenommen werden. Wobei das ja auch keine Lösung sein kann.

LG Elisabeth
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InaDiva

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #11 am: 21 April 2021, 17:17:17 »

 
Welchen Zeitraum umfasst der Beschluss denn eigentlich? Bis wann ist Dein Aufenthalt auf der geschlossenen Station vorgesehen?

Heute wurde mir gesagt dass ich es einfach zuhause probierten soll und wenn es nicht klappt, könnte ich ja jederzeit wieder stationär aufgenommen werden.

Dann aber nicht wieder auf der geschlossenen Station, oder? Das fände ich ziemlich eigenartig. Sooo schmal ist der Grat zwischen "Sie wird schon alleine zu Hause klarkommen." und "Sie muss unbedingt von der Außenwelt abgeschottet werden, weil sie sich sonst vielleicht umbringt." ja nun wirklich nicht. Es gibt schließlich auch noch die berühmten Grautöne zwischen Schwarz und Weiß – und da wäre dann vermutlich der richtige Platz für Dich. Dass Du Dich also weiterhin in einem geschützten Rahmen bewegst, Dich aber nicht eingesperrt fühlst, sondern auch die Möglichkeit hast, an Dir und Deinen Problemen zu arbeiten und Dich letztlich auch darauf vorbereiten kannst, den Alltag wieder alleine – ohne Klinik – zu bewältigen.


Wobei das ja auch keine Lösung sein kann.

Wie gesagt: Wenn Du auf eine offene Station kämest, wäre das durchaus eine Lösung oder zumindest ein guter Weg, der Dir Chancen bietet.
 
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #12 am: 21 April 2021, 19:25:42 »

Hallo InaDiva,

der Beschluss ging über 6 Wochen. Die sind Ende nächster Woche um. Aber ich war ja vorher schon auf der Geschlossenen. Wie das dann zu Hause funktionieren soll, weiß ich noch nicht.

Laut Ärztin ist meine "Störung" (es wurde jetzt noch eine Personlichkeitsstörung festgestellt) nicht für die offene Station geeignet. Die Möglichkeit, auf die Geschlossene zu kommen ist also sehr hoch. Es würde aber wohl darauf ankommen aus welchem Grund ich komme. Sobald es suizidale Tendenzen gibt, muss ich hier hin. Bislang war ich immer wegen suizidalität in der Klinik.

LG elsbeth
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InaDiva

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #13 am: 21 April 2021, 20:22:22 »

 
Wenn Du suizidgefährdet bist, wirst Du mit Sicherheit wieder auf die geschlossene Station kommen, vor allem wenn Du akut als Notfall in die Klinik gehst.
Wie wäre es denn mit einem "richtigen", also einem geplanten Klinikaufenthalt?

Darf ich fragen, welche Persönlichkeitsstörung Dir diagnostiziert wurde? Mir fällt keine ein, mit der man nicht auf einer offenen Station aufgenommen werden "dürfte". Das hängt aber sicher auch davon ab, worauf die Klinik, in der Du bist, ausgerichtet ist. So gibt es auch Kliniken, die nur Patienten mit ganz bestimmten Erkrankungen wie bspw. (post)traumatischen und dissoziativen Störungen aufnehmen und auf deren Behandlung spezialisiert sind. Vielleicht wäre ein Aufenthalt in einer solchen Klinik ja eine Überlegung wert.
 
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Elsbeth

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Re: Wie übersteht man die Zeit in der Geschlossenen
« Antwort #14 am: 22 April 2021, 11:31:04 »

Hallo InaDiva,

Ich glaube ich hatte jetzt Klinik genug. Ich bin Müde und möchte im Moment in keine Klinik mehr. Auch wenn meine Therapeutin auch schon mal eine Psychosomatische Klinik vorgeschlagen hat. (Bevor ich hier akut aufgenommen wurde.)

Dies hier ist eine Akutpsychiatrie. Hier ist alles vertreten. Bei mir wurde Borderline festgestellt. Erst sehr spät, weil bei mir lange Zeit die offensichtliche selbstverletzung gefehlt hat.

LG Elsbeth
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