Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Erweiterte Suche  
Seiten: [1]

Autor Thema: Kraftlos, Ziellos.. Hoffnungslos  (Gelesen 537 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Rumpelmuck

  • Gast
Kraftlos, Ziellos.. Hoffnungslos
« am: 15 Dezember 2021, 18:09:24 »

Hallo Leute,

ich lese hier schon seit ein paar Tagen das eine oder andere mit.
habe gerade eine extrem schlechte Phase, habe Heute schon in der Klinik angerufen wegen Aufnahme auf Station. Geht leider zur Zeit nicht, da Aufnahmestop wegen Novo Virus herrscht. Wenn es ganz schlimm werden sollte, müsste ich auf eine andere Station und nicht auf die Station für Depression. Wäre nicht so tolle, da ich die Depressions Station schon aus anderen Aufenthalten kenne. war schon 3 mal da.
Ich habe nicht die Kraft das jetzt zu entscheiden, muss mich aber ggfs bis zum WE entscheiden.
Ich bin jetzt schon seit Juli 2020 Krank geschrieben über meinen Hausarzt, meine Psychologin schreibt nicht Krank, warum auch immer. Jetzt will mich mein Hausarzt nicht mehr Krank schreiben.. Wie gehts jetzt weiter? Ich habe gerade keine Ahnung, ich weiss nur das es jeden Tag schlimmer wird mit dem Drang dem allem eine Ende zu machen. In meiner Beziehung krieselt es auch aufs Heftigste durch meine Depri. Ich kann meiner Lebensgefährtin einfach nicht erklären wie es in mir Aussieht. Diese Leere, Hoffnungslosigkeit und Kälte. Ich Liebe meine Frau, wäre Sie nicht da hätte ich dem schon allem eine Ende gesetzt.
Ich sehe keine Zukunft mehr, mir fehlt die Kraft weiter zu Kämpfen und das an einem Tag wo es mir relativ gut geht.

Was soll ich nur machen? Mein Kopf sagt , geh in die Klinik. Erstmal egal auf welche Station, nur erstmal aus der Schusslinie raus. Mein Gefühl ist aber dagegen, weil ich Angst habe, wie es auf einer anderen Station zugehen wird.

sorry für den wirren Text.
Rumpelmuck
Gespeichert

darksoul86

  • God Member
  • **
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 113
Re: Kraftlos, Ziellos.. Hoffnungslos
« Antwort #1 am: 15 Dezember 2021, 18:30:48 »

Hi Rumpelmuck.

Erstmal gut, dass du dich hier mitteilst,  das ist wirklich leichter als woanders. Schließlich kennen wir es alle, wie esnidt im dunklen Loch zu sitzen.
Du schriebst, dein Hausarzt will dich nicht mehr krank schreiben. Er muss es. Oder ein anderer Arzt. Ich würde wechseln. Er scheint dich mit deinen Depressionen ja nicht ernst zu nehmen. Psychologen oder Therapeuten dürfen nicht krank schreiben.
Du könntest es noch in anderen Kliniken versuchen. Die haben zwar auch oft Wartezeit, aber vielleicht hast du irgendwo Glück.

Ich kenne diese Hoffnungslosigkeit zu gut. Wollte auch oft mein Leben beenden. Aber tatsächlich ist dies genau ein Symptom von Depressionen und wen die besser ist, ist auch wieder Hoffnung da.
Ich habe meinem Mann früher auch nie erzählt   wie es mir geht. Aber irgendwann musste ich und er hat es verstanden. Wenn du deine Freundin liebst und sie dich,  versuch es ihr zu erklären. Sie wird ihr Leben lang mit Vorwürfen und Fragen leben, wen du ohne Erklärung gehst.

Ich wünsche dir viel Kraft!

Liebe Grüße
Darksoul
Gespeichert

Ina

  • YaBB Administrator
  • Senior Member
  • *****
  • Online Online
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 25.973
  • Alone in the dark!
Re: Kraftlos, Ziellos.. Hoffnungslos
« Antwort #2 am: 19 Dezember 2021, 10:00:01 »

 
Was soll ich nur machen? Mein Kopf sagt , geh in die Klinik. Erstmal egal auf welche Station, nur erstmal aus der Schusslinie raus. Mein Gefühl ist aber dagegen, weil ich Angst habe, wie es auf einer anderen Station zugehen wird.

Hallo Rumpelmuck,

in einem ähnlichen Zwiespalt befand ich mich vor vielen Jahren – und entschied mich für den Klinikaufenthalt. Was hätte dort schon so schlimm sein können, dass es keinen Versuch wert gewesen wäre?

Du sagst, Du hast Angst, wie es auf einer anderen Station zugeht, die Du noch nicht kennst. Hast Du keine Angst, was passiert, wenn Du zu Hause bleibst und genauso weitermachst wie bisher? Ist die Chance auf eine Verbesserung Deines seelischen Befindens in einer Klinik nicht um einiges größer, weil man sich dort mit psychischen Erkrankungen auskennt, Du offen darüber reden dürftest und aufgefangen wirst, wenn Du fällst?

Denk dran: Wenn Du Dich freiwillig in eine Klinik aufnehmen lässt, kannst Du auch jederzeit wieder gehen. Du wirst nicht gefangen gehalten und verlierst nicht Dein Selbstbestimmungsrecht, sobald Du Dich in stationäre Behandlung begibst. Verstehst Du, was ich sagen möchte? Es ist Deine Entscheidung!

Ein guter Freund von mir bekam vor Jahren auch „nur“ einen Platz auf einer allgemeinen Station, weil die für Depressionen voll belegt war. Er hatte damals eine schwere Depression und war froh, überhaupt aufgenommen worden zu sein und sagte: „Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich nicht in die Klinik gegangen wäre...“. Damit spielte er auf seine suizidalen Gedanken / Absichten an. Vielleicht ist es bei Dir ähnlich: Wenn Du so „fertig“ bist, dass die Liebe zu Deiner Partnerin das Einzige ist, was Dich noch vom Selbstmord abhält, ist vermutlich ALLES besser, als die Situation unverändert zu lassen.

Ich wünsche Dir den Mut, den Du jetzt brauchst!

Alles Liebe
Ina
 
Gespeichert
I don't know if I'm dying or about to be born.
(J. Raymond)
Seiten: [1]