Hallo in die Runde *Trigger* Su*z*d

Begonnen von lola, 18 Juni 2025, 00:13:53

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lola

Ein freundliches Hallo in die Runde 🌻

Leider schreibe ich hier, wie wahrscheinlich fast jeder, aus keinem schönen Anlass.
Ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name hier ist lola und ich leide seit mittlerweile über 30 Jahren an Depressionen mit Suizidgedanken.
Vor 6 Wochen ist es dann leider auch passiert und ich habe zum ersten Mal  versucht mich umzubringen.
Dass ich jetzt hier schreibe, ist eine Mischung aus purem Zufall und großem Glück.
Beides fällt mir unendlich schwer anzunehmen und wert zu schätzen.
Ich bin schon dankbar dafür noch hier zu sein einerseits.
Andererseits bin ich des Lebens aber auch so unendlich müde. Wenn es wieder ganz arg ist, erwische ich mich bei dem Gedanken, dass ich es bedauere, dass ich gerettet werden konnte.

Außerdem haben sich seit dem Suizidversuch und dem anschließenden Koma eine neue Härte und Wut in mein Verhalten geschlichen.
Ein sehr empathischer Teil von mir scheint gestorben zu sein.
Ich kann nichtmal genau sagen ob es nicht sogar gut so ist.

Mein Umfeld ist natürlich schockiert, traumatisiert und überfordert.
Verstehe ich auch.
Aber mich versteht leider nicht wirklich jemand.

Ich glaube genau das suche ich hier. Einen Ort, an dem vielleicht irgendwer mich etwas besser verstehen kann.

Traurige Grüße
Eure lola
When you finally learn your place in peoples lives, your feelings won't get hurt.

Wohlstandspudel

hallo lola, willkommen im forum.

ja hier bist du unter gleichgesinnten, also auch viele andere haben depressionen und können dich sicherlich verstehen.

was deine depressionen betrifft da gibt es viele möglichkeiten die du sicherlich schona usprobiert hast, von medikamenten bis hin zu therapien.

leider läuft es manchmal nicht so wie man es sich vorstellt und im grunde geht es oft auch nicht darum beziehungsweise ist es schwer die erkrakungen vollständig zu heilen.

sondern es geht darum lernen mit der erkankung umzugehen.

es gibt auch spezialkliniken die nichts mit normalen psychiatrien zu tun haben, sondern wie im hotel die halt auf bestimmte erkrankungen wie depressinen spezialisiert sind.

ich drücke dir die daumen und hoffe dass du es irgendwann in den griff bekommst und lernst gut damit zu leben.

lola

Hallo Wohlstandspudel,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.
Ich bin in Therapie und auch bei einem Psychiater.
Bin auch nach der Intensivstation erstmal in die Station für psychische Probleme gewechselt.
Von da habe ich viel Trauma aber auch einige nützliche Sachen mitgenommen.

Momentan nehme ich Mirtazapin. Davor Venlafaxin und davor Sertralin. Was davon am besten geholfen hat, kann ich momentan noch nicht sagen.

Lange Klinikaufenthalte oder ähnliches sind nicht so meine Sache. Ich fühle mich da schnell eingesperrt und ich hasse generell Klinikalltag und fühle mich bevormundet. Ist etwas schwierig leider mit mir 🫣

Ich bin sehr dankbar, dass ich hier sein darf. Von Herzen also Danke 🌸
When you finally learn your place in peoples lives, your feelings won't get hurt.

Wohlstandspudel

ich kann dich verstehen denn niemand mag in eine klinik gehen.

aber manchmal kommt man leider nicht drum herum.

gerade was medikamente betrifft muss man oftmals mehrere durchprobieren und wenn man neue nimmt, kann es mehrere wochen dauer bis sie wirken.

man darf auch nicht ohne ärztliche absprache mti medikamnete experimentieren.

man braucht eben geduld und vor allem man muss zum therapeuten ehrlich sein.

und man muss auch gewillt sein eine therapie durchzuführen.

ich kenne einige die waren in unzähligen therapien und erst nach vielen therapie haben sie es in den griff bekommen.

es gibt auch einige erkrankungen die kann man nicht zu 100% heilen, die therapie zielt darauf hin das man lernt mit der erkrankung gut umzugehen.

willen und sehr viel geduld muss man haben.

nubis


Hallo lola,

ein Wilkommensgruß auch von mir!

Ich kann mir in etwa vorstellen, wie es nach dem Suizidversuch sein muss - habe es in Gedanken selbst schon so manches Mal durchgespielt als ich Pläne gemacht habe.
Es reicht ja schon, wenn manche erfahren, dass man Suizidgedanken hat: die Fassungslosigkeit, die Frage oder Aufforderung doch an 'die Anderen' zu denken (und an den, mit dem man grade redet) ...ich weiß nicht, ob du Angehörige oder Freunde hast, mit denen du früher schon darüber geredet hast und wie die dann reagiert haben, aber ich denke selbst die Verständnisvollsten stoßen da an ihre Grenzen.

Um so schlimmer stelle ich es mir vor, wenn man Überlebt hat und sich dann den Leuten stellen muss.
Schweigen schafft eine verkrampfte Atmosphäre - darüber reden hilft einem selbst nicht - aber vielleicht den Anderen?

Schwierige Situation... - ich hoffe, wir können dir hier ein wenig Hilfe und Stütze sein und fände es schön, mehr von dir zu erfahren!
Gegen Schmerzen der Seele gibt es nur zwei Arzneimittel: Hoffnung und Geduld

(Pythagoras)

lola

Vielen lieben Dank für Eure Antworten Wohlstandspudel und nubis für Eure Antworten 🌻

@Wohlstandspudel: Ich glaube, ich arbeite nach meinen Möglichkeiten mit bei Therapie und Behandlung mit Medikamenten. Also ich befolge die Aufgaben und Denkanstöße und setze mich mit meinen Problemen auseinander.
Leider ist in meinem Leben viel quer gelaufen, so dass so einige Traumata und Missbrauchsverhältnisse aufgearbeitet werden müssen. Das dauert leider seine Zeit und alles auf einmal geht halt leider auch nicht.
Meine Medikamente bekomme ich selbstverständlich nur vom Psychiater, was das seelische angeht und halte mich da schon immer an seine Vorgaben. Alles andere bringt ja auch nichts verwertbares mit sich mMn.
Ich glaube nicht, dass ich meine Depressionen und meine Angststörung jemals loswerde. Das ist auch okay soweit für mich, aber ich will damit ein trotzdem erfülltes Leben führen können.
Momentan ist das noch sehr weit weg leider, aber ich bin bereit es wirklich zu versuchen.


@nubis: Danke für Deine Empathie 🌸
Ich war nach dem Tod einer für mich sehr wichtigen Person in Notfalltherapie weil die Suizidgedanken überhand genommen haben und die Pläne sehr konkret wurden.
Leider war das für mein Umfeld anscheinend nicht richtig greifbar oder wurde nicht so ernst genommen wie es denn nunmal war dann.
Ich habe Glück, dass meine mir nahestehenden Personen mir nicht allzu große Vorwürfe machen, aber es ist trotzdem schwer wenn niemand im Alltag einen wirklich versteht.
Ich fühle mich seit dem Koma nicht mehr richtig real. Ich bin zwar da, aber es ist eine dicke Scheibe Gorillaglas zwischen mir und meiner Umgebung.
Ich gehöre nicht hierher oder in meinen sozialen Zirkel. Ich existiere daneben vor mich hin, nicht ganz in dieser Realität und nicht ganz in der, die ich im Koma erlebt habe.
Ich gehöre einfach nicht mehr hierher gefühlt.

Ich will eh gerne ein Tagebuch aufmachen und einfach mal runterschreiben was so war und ist derzeit. Nur um etwas zu verarbeiten und im geschützten Bereich ist mir das irgendwie lieber offener zu sein.
Ich hoffe, das ist okay. Ich denke, ich habe die nächsten Tage irgendwann Zeit damit anzufangen.


Danke für Eure Zeit und Gedanken 🌷
When you finally learn your place in peoples lives, your feelings won't get hurt.

Wohlstandspudel

lola ich finde deine erinstellung sehr gut.

man muss den willen haben und daran glauben, sonst wird es schwierig, aber du bist da auf dem besten weg.

lola

Danke Dir Wohlstandspudel 🌸

Ich versuche mich die letzten 10 Jahre mit professioneller Unterstützung wirklich da durchzukämpfen.
Läuft mal besser und mal schlechter. Dieses Jahr war bisher das schlimmste überhaupt in den 30 Jahren, wo ich damit zu tun habe.
Es kann wirklich nur besser werden.
Hoffe ich zumindest...
When you finally learn your place in peoples lives, your feelings won't get hurt.

Wohlstandspudel

du bist auf dem richtigen weg. habe geduld.

ich drücke dir alle daumen-

lola

Vielen lieben Dank Dir Wohlstandspudel 🌸

Geduld ist nicht meine Stärke, aber ich übe mich darin.
When you finally learn your place in peoples lives, your feelings won't get hurt.