Ist Borderline ein Todesurteil?

Begonnen von shadow85, 07 August 2025, 11:01:23

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shadow85

Hallo zusammen,

ich wünschte ich könnte positives berichten. Dass sich kämpfen lohnt.
Vllt habe ich falsch gekämpft.
Aber nach über 20 Jahren Borderline bin ich überhaupt nicht weitergekommen.
Die Verlustängste in einer Partnerschaft bzw die rastlose Suche nach einer Partnerschaft bestimmen mein Leben.
Es ist so dominat, dass sich mein ganz Verhalten danach ausrichtet.
Gleichzeitig ist es so, dass es mich enorm unattraktiv macht, zumindest habe ich den Eindruck.
Partnerschaften gehen trotz intensiver Bemühungen meinerseits pünktlich kaputt. Immer nach 3 Jahren.

Ein endloses dasselbe. Meine Stimmung ist im Grunde nie stabil, deutlich stabiler allerdings in Partnerschaften.
Ich empfinde nur noch ohnmacht dagegen. Therapie, Medikamente alles ohne nachhaltige Ergebnisse.

"Man muss seine Ängste aushalten um sie zu überwinden" oder "Blos keine Ängste gegenüber der Partnerin zeigen, das macht unattraktiv". Eine zeitlang kann ichs unterdrücken. Aber mit jedem auftreten schwindet die Kraft es zu verbergen und irgendwann bricht es durch.

Es gibt praktisch nichts, dass mir Freude macht, ich habe weder Hobbies noch Freunde.
Ich meine natürlich hatte ich mal Freunde. Aber eine Hilfe, dass sie mich aus den Tiefs holen konnten, das hat nie funktioniert und sie haben es oft wirklich versucht. Und irgendwann hab ich mich zurückgezogen um für Andere nicht weiter eine Belastung zu sein.

Mein größter Wunsch geliebt und akzeptiert zu werden wird wohl immer ein Wunsch bleiben.
Mit jedem Scheitern verstärken sich die Gedanken, den Schmerzen, der Anspannung, das ewige herumgerenne im Kreis, zu beenden.

Noch jemand da draußen mit ähnlicher Erfahrung?

Wohlstandspudel

#1
hallo shadow85

dein problem ist, du setzt falsche prioritäten!

du bist total versteift auf der suche nach einer partnerschaft ... udn gerade dann wenn man etwas zwanghaft sucht, findet man es in der regel nicht.

du solltest erstmal deine psyche in ordnung bringen denn die istd as wichtigste, um den rest kannst du dich später kümmern.

und ja kämpfen lohnt sich immer, aber wie gesagt anstatt auf die partnersuche fixiert zu sein kümmere dich um deine gesundheit.

du legst dir selbst steine in den weg.

dein gegenüber merkt auch wenn etwas nciht mit dir stimmt, was eben ne partnersuche erschweren kannst.

mit der zeit wirst du einen partner finden, durch zufall, aber du darfst dich da nicht extrem fixieren.

es ist aktuell nichts wichtiger als deine psyche, rede mit deinem arzt denn es gibt z.b. auch spezialkliniken.

und nein, borderline ist kein todesurteil

shadow85

Ich vergaß zu erwähnen, dass ich zig Jahre Therapie gemacht habe. 5 mal Klinik.
Mein Eindruck ist einfach, dass meine Gesundheit gar nicht in Ordnung zu bringen ist.
Ich bin so abgekämpft

Wohlstandspudel

shadow85

manchmal kann man nicht zu 100% psychische erkrankungen heilen, da geht es darum zu lernen mit diesen gut umgehen zu können. also damit gut leben zu können.

spreche mit deinem arzt denn es gibt spezialkliniken die nur auf bestimmte psychische erkrankungen spezialisiert sind.

wie ich beriets erwähnt habe, du setzt dich enrorm unter druck indem du zwanghaft einen partner suchst.

sowas kann nur nach hinten losgehen

deien gesundheit ist da am wichtigsten

Sternengucker

Hallo Shadow85 *rüber wink*

vor ein paar Tagen noch an dich gedacht und zack ein Beitrag von Dir :)

Ich habe deine Frage gelesen - Noch jemand da draußen mit ähnlicher Erfahrung?
Und vorweg: nein ich bringe diese Erfahrung nicht mit. Aber ich möchte dir dennoch antworten. Und ich hoffe natürlich, dass du auch noch Antworten bekommst mit ähnlicher Erfahrung und dich austauschen kannst.

Also ich hoffe du lässt dich von Pudels Antwort nicht abschrecken.. nach all den Jahren kennt man seine Antworten ja^^ Sicherlich mag er in Teilen Recht haben.. aber hart kommt es rüber und ich denke ganz so platt kann man es auch nicht sagen.
Falsche Prioritäten.. mhh. Kann man das so einfach pauschalisieren? Ja, Pudel hat Recht deine Gesund ist wichtig, geht vor etc. Aber womöglich würde dein erfüllter Wunsch nach einer Partnerin auch in Einem deiner Gesundheit gut tun. Vielleicht kann man das gar nicht so trennen. Erst Gesundheit, dann der Rest. Vielleicht braucht es erst den Rest und dann die Gesundheit? Das wirst du am Besten wissen. Nicht jemand anderes.
Ich wollte es ungern so stehen lassen; mich würde so eine Antwort mhhh entmutigen.. würde ich schon nicht mehr nach neuen Antworten schauen..

Wenns so einfach wäre .. ".. du solltest erstmal deine Psyche in Ordnung bringen und um den Rest kümmerst du dich später.."  als hättest du das nicht selbst schon alles probiert.


In dich hinein versetzen kann ich mich leider nicht. Nicht mal ansatzweise. Aber ich stelle es mir ziemlich zermürbend und niederschmetternd vor.. du sprichst von zig Jahren Therapie, 5 mal Klinik und Medikamenten .. und dennoch immer wieder Rückschläge, Beziehungsabbrüche und nichts nachhaltiges. Puh das muss wirklich laugen und dein Gefühl verstärken, dass deine Gesundheit gar nicht richtig in Ordnung zu bringen ist. Müsste es das denn? 🤔 Empfindest du das selbst so oder wird dir das in Beziehungen zurück gemeldet? Wie es hast du es bisher gehandhabt - hast du deine Gesundheit und dein Borderline offen in Beziehungen angesprochen? Warst du innerhalb von Beziehungen ebenso reflektiert? Wurde geschaut mit dem Borderline von dir "umzugehen" oder wurde nur geschaut, dass du nicht Borderline Verhalten zeigst?

Ich habe keine Erfahrungen im Petto oder könnte dir etwas raten. Aber ich habe den Eindruck, dass du sehr reflektiert zu sein scheinst. Das gefällt mir. Ich finde es wertvoll und würde dir wünschen, dass das einer der vielen Schlüssel zur Lösung ist.



Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin und niemand ginge um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge..  (Kurt Marti)

Feli

Zitat von: shadow85 in 07 August 2025, 11:01:23Es gibt praktisch nichts, dass mir Freude macht, ich habe weder Hobbies noch Freunde.
Ich meine natürlich hatte ich mal Freunde. Aber eine Hilfe, dass sie mich aus den Tiefs holen konnten, das hat nie funktioniert und sie haben es oft wirklich versucht. Und irgendwann hab ich mich zurückgezogen um für Andere nicht weiter eine Belastung zu sein.

Mein größter Wunsch geliebt und akzeptiert zu werden wird wohl immer ein Wunsch bleiben.
Mit jedem Scheitern verstärken sich die Gedanken, den Schmerzen, der Anspannung, das ewige herumgerenne im Kreis, zu beenden.

Noch jemand da draußen mit ähnlicher Erfahrung?

Hallo Shadow,

auch wenn Pudel von seiner Art her vielleicht knapp und direkt formuliert, muss ich ihm in großen Teilen Recht geben.

Du schreibst, dass Freunde Dir schon oft versucht haben zu helfen, aber dass Du Dich irgendwann zurückgezogen hast, um keine Belastung für sie zu sein. Ich meine - wenn Du Dich schon von Freunden zurückziehst, dann doch erst Recht irgendwann von einer Partnerin, die das gleiche bei Dir versucht.

Dein größter Wunsch, geliebt und akzeptiert zu werden, erwartest Du von jemand anders, dass er Dir diesen Wunsch erfüllt. Ich habe hier im Forum gelernt, dass das so nicht funktioniert. Erstens kann ich von niemand anders erwarten, dass derjenige meine Bedürfnisse erfüllt und zweitens muss ich mich zuerst lieben und akzeptieren, um dieses Gefühl auch jemand anderem vermitteln zu können. Dieser Weg führt nur über unser Inneres, das ist etwas, was kein anderer Mensch uns geben kann, so sehr er es auch versucht, egal ob Freunde oder Partner. Andere Menschen können uns bei diesem Weg beistehen und uns begleiten, aber diese Seelenarbeit kann uns keiner abnehmen.

Diese Sehnsucht nach Verbundenheit und Nähe hätten eigentlich unsere Eltern in unserem Kindesalter stillen sollen. Aber oft und immer öfter schaffen es Eltern aus verschiedenen Gründen nicht mehr, dieses Grundbedürfnis zu befriedigen. Geh in die Schule, schau Dir die Kinder und Jugendlichen an. Und dann schau Dir die Welt an. Wir wissen, warum sie so ist wie sie ist.

Ich stimme Pudel zu, wenn er Dir/uns den Rat gibt, dass wir einen möglichst gesunden Umgang mit unseren Gefühlen suchen. Wir können uns ja bemühen, anderen ein wenig den Tag zu verschönern und uns auf gute und positive Dinge konzentrieren. Oder über etwas nachdenken, wofür wir dankbar sein können.

shadow85

Hallo Sternengucker,

hätte ja nicht gedacht, dass hier jemand einfach so an mich denkt. Bin ja nur noch zum auskotzen da.
Und im Grunde wiederholt sich ja alles nur. Ich kann zwar reflektieren was schief läuft, aber ich kann es nicht abstellen.

Zigfach hab ich schon den Rat gehört "in Beziehungen nicht klammern", "keine Ängste zeigen" usw usw. Umsetzung praktisch nicht möglich. Der innere Gefühlsdruck wird irgendwann so hoch, dass ich ein Verhalten an den Tag lege, das ich gar nicht zeigen will.


Meine seelische Stabilität ist sehr fragil und praktisch immer Spiegelbild davon, wie mich meine Partnerin heute behandelt hat.
Ohne Partnerin ist da nur eine lähmende Leere die mich zwingt mich in meine Bett zurückzuziehen und gar nichts mehr zu machen. Manchmal schaffe ich es zwar etwas gegen die Leere anzuarbeiten aber es ist Null nachhaltig und eine wahnsinns anstrengung. Wie Sisiphus der den Steil den Berg rauf rollen soll und das Ding jedes mal wieder runter rollt.

Mir ist absolut bewusst, dass es eine Belastung ist, wenn die Partnerin für meine seelische Gesundheit verantwortlich ist. Oder das auch nur denkt. Mit klarem Kopf würde ich Niemandem die Bürde zumuten. Aber durch mein Verhalten, oder auch meine körperlichen Reaktionen kann ich es nicht verstecken.

Jedesmal wenns mir nciht gut geht, unzufrieden bin oder Verlustängste habe werden meine Hände eiskalt, mein Verhalten wird distanzierter.
Einfach grauenhaft.

Mich erst um meine Gesundheit kümmern funktioniert einfach nicht. Die Statistik sagt zwar, dass Borderline mit dem ALter besser wird, aber drauf geschissen. Nix besser. Dieselben Macken. Und alles was ich mir in der halbwegs stabilen Zeit aufgebaut habe geht dann mit den Bach runter. Im moment schreibe ich auch den Forumsbeitrag, statt zu arbeiten, könnte mich eh auf nichts konzentrieren.

Jeden Tag, teils jede Minute ist meine Stabilität auf Messers schneide. Da ich das weiß und natürlich um jeden Preis die Aussetzer vermeiden möchte ist mein Verhalten schon in weiten Teilen darauf ausgerichtet.
Ich plane praktisch nichts in die Zukunft weil ich nie weiß wie es mir dann geht und ob ichs überhaupt umsetzen kann.
Kleinste negative Erfahrungen können heftige negative Emotionen hervorrufen. Oft mit den gesammelten negativen Erfahrungen in letzter Zeit. Und Zack, bin ich unausstehlich, für nichts mehr zu gebrauchen.

So wie ich mein Verhalten anpasse, passt sich wahrscheinlich auch meine Umgebung an. Das ist sehr anstrengend. Das kann ich nachvollziehen. Und irgendwann zu anstrengend.

In einem Artikel hab ich gelesen, dass bei Borderline die emotionale Verarbeitung gestört ist. Empfindungen (besonders negative?) werden viel heftiger, bis zu 5 mal, wahrgenommen als bei Normalen Leuten. Gleichzeitig ist das System zum runterregeln gestört/kaputt. Stress, Anspannung, Angst beu sich in Sekunden auf einen extremen Wert auf und braucht Stunden bis Tage um wieder abzuflauen. Während dieser Zeit bin ich nahezu handlungsunfähig, unkonzentriert, hilflos...

Es ist wie in einem Auto zu sitzen wo das Gaspedal klemmt und die Bremse nicht funktioniert, dass mitten dabei ist auf einen Abgrund zu zu rasen.


Die einzig stabilen Momente, ich ich mich wirklich wohl fühle, hatte ich nur in Beziehungen. entsprechend nimmt das einen überdimensional wichtigen Stellenwert in meinem Leben ein.


Ich bin schon sehr lange nicht mehr in Therapie. Mein Therapeut ist umgezogen und ich hatte danach keinen mehr gefunden, wobei ich auch ein Stück weit die Hoffnung aufgegeben habe, dass es therapierbar ist. Und wie erwähnt kann ich die gut gemeinten und sicherlich richtigen Ratschläge auch nicht umsetzen.
Ich habe ab und an noch privat mal mit meinem Therapeuten geschrieben oder telefoniert. Beim letzten Mal meinte er, ich wär ein Versager. Den genauen Kontext kenne ich nciht mehr. Mich trifft die Aussage, weil ich denke, dass er im Grunde Recht hat. In all der ganzuen Zeit habe ich versagt meine Gesundheit irgendwie auf ein funktionierendes Level zu bekommen. Meine Defizite abzubauen.
Mein Verhalten gleicht manchmal mehr dem eines Kindes als einem Erwachsenen. Halt nur ein Kind, dass auch keine Freude mehr empfindet und nicht lacht.

Ich kann schon verstehen, dass das als Partner maximal unattraktiv ist.

Das ist alles irgendwie so perspektivlos

nachtwind

Teil eins: Shadow, das tut mir wirklich leid, dein Leben, so wie du das nachvollziehbar beschreibst. Allein schon der Satz mit dem 5 mal intensiver, wie du Schmerz und Verzweiflung empfinden musst, hat mich sofort gecatcht. Ehrlich, mich gruselt es allein schon bei dem Gedanken, ich müsste das mal ein paar Wochen so erleben. Ich würde abwechseln explodieren und implodieren, und im Rest der Zeit wär ich nur noch malad. Hätte mich krank-erschöpft. Richtig krank.
Du hast meinen Respekt, shadow, dass du das so lange schon erträgst.
Ohne Drogen, ohne Alkohol. Nehme ich mal an? Wenn ja - doppelten, ehrlichen Respekt. Das war mir jetzt einfach ein Bedürfnis, dir das zu sagen.
Ich weiß, kein Mehrwert. Einfach nur ein Gefühl. Aber ein ehrlich empfundenes.

Teil zwei: Ich bin jetzt leider auch nicht der Gesprächspartner, den du suchst. (Wenn ich mich frag, bin ich auch irgendwie heilfroh). Und ich bin auch nicht therapieerfahren, da bist du mir meilenweit überlegen an Erfahrungen. Mir ist trotzdem ein Gedanke gekommen zu deinem Thema, wie du es beschreibst. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch das ein oft durchlatschter Pfad ist in deiner Welt - dann entschuldige ich mich hiermit, ich wollt dich nicht beleidigen mit dummen Hinweisen, die du schon zu Genüge ausprobierst hast. Es ist nur einfach so: was, wenn das doch ein bisschen was taugt - und ich sag es nicht, weil ich dir nicht zu nahe treten will? Ist auch doof, finde ich.
Also: wenn dich das nächste hier ermüdet, dann lies einfach nicht weiter - bis zum dritten Teil. Der ist mir der wichtigste. Ich mach einen Absatz davor. Dann findest du ihn.

Ich verstehe gut, dass du völlig zermürbt bist, shadow.  Du bemühst und bemühst dich, und kein Ausweg in Sicht. Weil sich ich-sag-jetzt-mal der Hund in den Schwanz beißt. Das leuchtet mir sofort ein. Ich spür förmlich deine Müdigkeit. Und das tut mir wirklich leid. Und es tut mir weh, dich da drin sitzen zu lassen. Weil dir eh nix hilft.
Ich denk mal so, Shadow - solltest du jemals in Erwägung ziehen, dir einen Therapeuten zu suchen, dann nimm keinen, der dir das alles wegtherapieren soll, kann, will - ich glaube wie du, dass das nicht funktioniert.  Verlorene Müh.
Zu oft schon.
Such dir einen personal trainer, der mit dir übt. Ziel: nicht mehr mehrere Stunden danach ,,unausstehlich", nur noch zwei.? Nicht mehr tagelang neben der Spur, nur noch einer.?
Warum? Weil das vertretbar ist. Zusammen mit einer Gebrauchsanleitung ist das für eine Partnerin durchaus händelbar. Ohne dich dafür schlechtzudenken, innerlich. Sondern wirklich händelbar. Nicht mit gleichzeitigem Verlust an Achtung - mit durchaus ganz normaler, alltäglichen Achtung.
Und ohne dass das jetzt eine großartige Leistung ist von ihr. Für die du jetzt dein Leben lang in ihrer Schuld stehst.
Du hast ja einiges an Vorteilen zu bieten für deine Partnerin - sonst hätten nicht alle drei Jahre mit dir ausgehalten. Du hast ja einiges sehr anziehendes an dir. Du bist ja durchaus attraktiv für Frauen. Sonst würden sie nicht drei Jahre ihres Lebens mit dir teilen. Und vor allem : immer wieder eine neue sich in dich verlieben.
Das vergisst du ja, wenn du dich so unmöglich findest. Deine Partnerin aber eben nicht. Sonst wären sie schon ganz schnell wieder weg, Shadow. Wenn du in ihren Augen wirklich so wärest, wie du dich dann selbst wahrnimmst. Du musst schon ne Menge zu bieten haben, Shadow. Ist so.
Wie jetzt aber zu der Reduzierung kommen? Deiner Qualen. Damit du dich dann nicht so unattraktiv fühlen musst. Und vielleicht am Ende dann auch wirklich langsam wirst.
Wie gesagt - nicht wegtherapieren wollen. Nur: reduzieren. Auf ein Maß, dass für dich erträglich ist. Damit du dann nicht wieder alles immer schlimmer machen musst.
Welches Maß ? Ist dein Ding, das festzulegen. Probier halt aus.
Und wie? Nun, ich denke wie du, deine Qualen zu unterdrücken ist keine gute Idee. Erstens: klappt nicht. Und zweitens: macht es nur noch schlimmer. Weil überraschend und viel zu wuchtig, wenn es dann doch mal sich Bahn bricht.

Ich würde eh auf der ganz andren Seite suchen. Um eine Chance zu haben, dass du eine Frau findest, für die deine Eigenart dann - zusammen mit einer klaren Gebrauchanweisung ( was weiß ich - lass mich einfach in Ruhe, ich melde mich, wenn ich mich beruhigt hab... keine Ahnung, ist dein Gebiet. Du kennst dich. Ziemlich gut!), und einer genauso klaren Zeitspanne...( paar Stunden, wenn schlimm : ein Tag oder zwei....), einfach zu dir gehört und bei weitem nicht all die guten Seiten, die du ihr zu bieten hast, überschattet. Sondern einfach zu dir gehört.
Was dir dann ja ziemlich hilfreich wäre, oder? Diese Zeiten, die du dann brauchst, durchzustehen. Oder?
Um so eine Frau zu finden, also eine ziemlich normale Frau :-), die weiß, was sie will - dich. Und genauso weiß, dass alles seinen Preis hat. Und den sie zusammen mit dieser Gebrauchsanweisung, gerne zahlt. Dich einfach in Ruhe zu lassen ist jetzt nicht soooo schwer. Für eine ganz normale Frau. :-)
So, und jetzt, wie findest du so eine ganz normale Frau?
Jetzt kommt das Unterdrücken wieder. Aber ich glaube, dort ist es um einiges leichter für dich. Leicht ist es nicht. Du musst gegen all die Gewohnheit ankämpfen. Trotzdem - DA hätte das Kämpfen einen Sinn. Weil es ein klein bisschen machbarer wär. Für dich.
Ich tippe jetzt mal, dass du eine Menge tust dafür, dass sich deine Partnerin gut fühlt neben dir.
Und da würde ich dir raten, das ein bisschen zu unterdrücken. Dieses zu viel! Weil du denkst, sonst bleibt sie nicht bei dir. Wenn du zu viel schüttest, dann überschüttest du. Und eine ganz normale Frau fühlt sich eher unwohl nach einer Zeit. Deshalb nehm ich jetzt einfach mal an, ziehst du eher Frauen an, die genau dieses Zuviel für sich brauchen. Und die sind dann wieder, wenn du beginnst, dich zurückziehen zu müssen in den qualvollen Zeiten, eben nicht so gut in der Lage, dich einfach zu lassen. Und zu warten, bis du dich wieder - du sagst: zurückreguliert hast.
Also ganz am Anfang schon: einiges unterdrücken, was du gerne jetzt bieten würdest. Es wird immer noch sehr viel sein, shadow!  Ich weiß, es wäre völlig gegen deine Gewohnheit. Und auch: gegen deinen Wunsch, so zu sein. Weil du insgeheim hoffst, wenn du nur genug schüttest, dann muss sie auch bleiben bei dir? Ich hab keine Ahnung. Ist auch eigentlich völlig egal. Weil der Plan so ist. Das muss reichen.
Und dafür brauchst du vielleicht einen personal Trainer. Der das übt mit dir. Die lang nicht benutzten Muskeln aufzubauen. Bis du das kannst.
Diesen Wunsch in dir, alles zu schütten, was nur geht, ein bisschen zu zügeln. Nicht immer. Aber immer öfters.
Weil du eine ganz normale Frau brauchst.
Wenn beide an dem Punkt hilfsbedürftig sind, geht das selten gut. Wie auch.
Du hast viel zu geben, shadow....  deine Partnerin auch. Aber wenn ihr beide dasselbe braucht, dann wird es schwierig. Du hast diese Eigenart. Du kennst sie gut. Du ahnst, dass sie zu dir gehört. Also entschuldige dich nicht dafür. Sondern erklär sie. Kurz knapp, und vor allem: mit Gebrauchsanweisung.
Die rauszufinden, ist dein Job. Ich bin mir sicher, du kannst das.
Und dann üb und üb und üb, dein Bedürfnis, so viel zu schütten von deiner Liebe, ein kleines bisschen zu zügeln. Üb es immer und immer wieder.
es ist auf jeden Fall etwas leichter, als deine Angst vor'm Verlassen werden zu zügeln, shadow - und es erhöht die Chance, dass du eine Frau triffst, die ganz normal ist. Und die dich nimmt wie du bist. Ohne Gedöns.
Und an deren Seite du ein winziges bisschen mit der Zeit auch lernen kannst: ist schon ok, wie du bist. Du bist nix besonderes. Du hast eine Eigenart. Das ist alles. So wie wir alle. Zusammen mit einer Gebrauchsanweisung, shadow, bist du voll ok. Voll kompatibel. Und manchmal und vermutlich oft, trotz all dem Zügeln
ein Geschenk für deine Frau.

Es nimmt nix von deinem fünfmal so doll zu fühlen, im Guten wie im Schlechten. Nix.
Aber es würde helfen, dass du dich ein bisschen sicherer, stabiler fühlen könntest. In all dem Chaos in dir. Weil du ja schreibst, dass eine Beziehung dir eine Hafen bieten kann. In den dein Schiff immer einlaufen kann. Und ausruhen.

Zügel den Ausdruck deiner Liebe, shadow.... übe es. Ich glaube, das ist ein möglicher Weg.
Und das zu üben ist keine Schande, shadow!
Und sich dafür einen Coach zu suchen, mal sowieso auch überhaupt nicht.
Du hättest ja auch ein klares, auch zu überprüfendes Ziel.
Nicht dieses: ist dann alles gut? Sondern viel schlichter: kann ich den Ausdruck meiner Liebe ein kleines bisschen zügeln? Zurückhalten?
Mit der Arbeitshypothese, dass das meine Chancen, eine gute Beziehung zu führen, erhöht.

Ich steh total auf Selbstwirksamkeit, shadow.... ohne kann ich nicht.
Das wäre Selbstwirksamkeit.
Ich wünsch es dir so sehr!!!!

Teil 3 kommt dann noch. Ist jetzt doch ein bisschen länger geworden. 🙈🤭



nachtwind

Lieber shadow...
jetzt will ich dir noch das sagen, was mich wirklich antreibt, dir zu antworten: dieser eine so trostlos traurige kleine Satz: ,, Halt nur ein Kind. Das keine Freude mehr empfindet. Und nicht mehr lacht."

Das ist mir so zu Herzen gegangen, shadow.... Dieser kleine shadow... der keine Freude mehr empfindet. Und nicht lacht. Könnt ich heulen drüber.
Kein Kind der Welt sollte so allein sein müssen. In einer fremden, freudlosen Welt.
Zeitweise ja - ich glaube, jedes Kind erlebt mal solche Zeiten. Und das ist auch ok so. Schmerzhaft, aber ok.
(Die Kleinen der Albatrosse erfrieren auch mal öfters. Einfach, weil die Eltern auf Nahrungssuche sein müssen. Keiner ist schuld. Aber sie liegen erfroren in ihrem Nest.sind so klein. Mussten allein sterben. Ist so. Ist ganz arg traurig.
Hab ich mal nachts gesehen. Bricht einem das Herz!
Aber ist so.)

Aber nicht immer, shadow... dein kleiner shadow leidet. Schon so lang.
Und macht keinen Miep. Wartet einfach. Ob nicht doch
der  große shadow mal vorbei schaut. Könnt ja sein.
Das, shadow, hat mich so berührt.
Deshalb schreib ich dir.
Kinder sind was kostbares, shadow.... und dein Kleiner ja nun auch mal
so was von.

Ist ziemlich tapfer, shadow - und er steht immer noch. Ist nicht weggebrochen und kauert irgendwo. Steht noch, der kleine Kerl. Hält Stand.
Dem Freudlosen.
Lacht nicht mehr. Aber bockt auch nicht. Weint auch nicht. Macht kein Drama-gedöns.
Steht einfach so da.
Herrjehgottes, so ein einsames Kerlchen!!

Shadow, du hast viel mehr drauf als ich, was Therapieerfahrungen angeht - du wirst SICHER wissen, wie und was man mit seinem Kind so alles anstellen kann. Und tust es vielleicht ja auch.
Und trotzdem will ich dich noch mal belästigen.... er tut mir einfach so leid.
Der kleine shadow.
Ich hab nicht viel gelernt, wie man so mit Kindern in einem umgehen kann. Was ich weiß, ist: - nimm immer das erste, was kommt. An Antworten. Wenn man sich ihnen nähert. Und fragt.
Mecker nicht gleich rum - zu banal, zu vorhersehbar, zu billig....
Nimm einfach das erste. Und bleib dabei.
-Überfordere sie nicht. Sie sind nicht dazu da, dein Leben aufzuhübschen, geschweige denn zu retten. Umgedreht wird ein Schuh daraus. Du bist - im besten Fall - dafür da, ihr Leben ein bisschen freudvoller, sicherer, vertrauensvoller, was auch immer zu machen.
Also erwarte nix für dich - sei für dein Kind da.
Und drittens: wenn du was versprichst, dann halt das auch.
Ein viertes ist ziemlich schön: du brauchst nie Angst davor zu haben, dass dein Kind zuviel will von dir. Was du weder leisten kannst noch willst.
Kinder sind sehr genügsam. Sie wollen nicht viel. Nur: ernstgenommen werden. Wahrgenommen werden. Das reicht.
Also wenn du mal Probleme hast, dein Versprechen einzuhalten, dann erklär das kurz. Verschieben es auf eine Zeitachse, auf der du dann Zeit hast dafür.
Das reicht völlig.
Aber vergiss es dann nicht. Halte, was du versprichst.
Bis dahin verzeiht dir dein Kind so ziemlich alles.

Verzeih du mir bitte, dass ich dir hier schreib, was du vermutlich schon viel besser noch längst weißt. Und vielleicht auch benutzt.
Ich schreib nur für den Fall, dass du das vielleicht wieder ein bisschen aus dem Blick verloren hast.
Mir selber geschieht das immer wieder. Für Jahre.
Warum dann nicht auch allen andren auch? Warum dann auch nicht
dir?

Ich wünsch es dem kleinen shadow so...  dass er nicht so allein sein muss.
Man braucht ja nu kein detektivisches Gespür zu haben, um zu ahnen, dass er
ganz furchtbare Angst haben wird, verlassen zu werden. Und er befürchtet, dass dann sein Leben beendet ist.
Das ist kein guter Platz, um dort zu stehen. Zeig ihm, dass du ihn verstehst.
Dass du diese Angst auch kennst. Diese Furcht.
Vielleicht bekümmert ihn ja auch was ganz anderes. Bau Vertrauen auf. Zeig ihm, dass er dir wichtig ist. Und dann frag ihn behutsam. Was ihn so bedrückt.
Tröste ihn durch deine Anwesenheit. Dein Mitgefühl. Aber nicht dadurch, dass du ihn belügst. Mit irgendetwas, dass du glaubst, ihm sagen zu müssen, um ihn zu trösten. Das ist nix.
Ich hab mal irgendwo gelesen, da ging es um Kinder einerseits und die gewaltsame Sprache der Märchen -,,Du brauchst keine Angst zu haben, Kindern zu erzählen, dass es Hexen und Drachen gibt - Kinder wissen das längst! Was sie nicht wissen, ist: dass man sie besiegen kann."
Wie immer, wenn ich so einen Satz noch so deutlich weiß, auch wenn ich ihn vor dreißig Jahren oder mehr gelesen hab, dann weiß ich: Ich halte ihn für zutiefst wahr.
Ist so.
Zumindest für mich.

Also erzähl ihm nix, was du nicht wirklich selber meinst. Wenn dein Kind sehr sensibel ist an diesem Punkt, dann kann es das als Lüge empfinden.
Nicht vertrauensbildend.
Setz dich einfach zu ihm. Und halte es mit ihm gemeinsam einfach aus.
Wenn euch nix andres einfällt.
Ihr müsst es ja eh, jeder für sich, aushalten - dann ist
gemeinsam aushalten auf jeden Fall schon mal deutlich besser.
hey...

Und noch eins ist da drin verborgen: du
wirst ihn nie verlassen. Höchstens mal vergessen. Nicht beachten.
Aber verlassen
wirst du ihn nie.
Und er dich auch nicht.

Sicher: er ist keine Liebende Frau an deiner Seite.
Aber nie, - nie! würd ich sagen: besser als nix.
Dafür ist es viel zu kostbar.
Viel zu kostbar!
hey :-)

Und nochmal, ganz zum Schluss nochmal - erwarte da keine wundersame Heilung dadurch.
Tu es einfach.
Weil es richtig so ist.
That's all.

shadow85

Hallo Nachtwind. Vielen lieben Dank für deine Zeit und Mühe.
Ich bin gerade wieder sehr angespannt und unter Strom und verstehe wohl nicht all die Worte die du sagst.
Würde gerne etwas ausführlich darauf antworten, aber das ist mir wohl leider gerade nicht möglich.
Ich nehme keine Drogen, auch wenn ich aus Verzweiflung schon drüber nachdachte. Als Schüler habe ich auch mal freiwillig eine Klassenstufe wiederholt, unter anderem um meiner Freundesgruppe zu entkommen die anfingen Drogen zu nehmen und ich befürchtete auch irgendwann anzufangen.
Alkohol hat sogar eine negative Wirkung. Es verschlimmert meinen Zustand. Daher besteht da keine Gefahr abzurutschen.

Die 5fach intensiveren Emotionen sind keine Aussage von mir, ich denke ich habe es neulich in irgendeinem Artikel gelesen. Leider finde ich den auf Anhieb nicht wieder. Deutschlandfunk, oder Spektrum der Wissenschaft, Eventuell wars auch von einer Klinik.

Dennoch ist dieser hier auch ganz gut zur Beschreibung.
https://www.spektrum.de/news/borderline-persoenlichkeitsstoerung-von-wegen-lebenslaenglich/1951726

Es ist zwar allen Artikeln gemeinsam, dass sie es als gut behandelbar beschreiben, aber davon merke ich ehrlich gesagt nichts. DBT gilt als beste verfügbare Therapie, aber ich merke kaum etwas davon https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Psychotherapie-bei-Borderline-nur-maessig-erfolgreich-312445.html. Mein Selbstverletzendes Verhalten wurde besser, aber die Anspannung ist geblieben, die Hilflosigkeit gegen den eigenen Kopf, die eigenen Gefühle anarbeiten zu müssen. "Mach doch mal Urlaub zum entspannen" - Mein Kopf, mein Gefängnis kommt leider mmit in den Urlaub.
Das eigene Wohlbefinden über jemanden Anderen definieren zu "müssen".
Die Vollkommene Unfähigkeit Freude zu empfinden. Meine Gefühle sind zwar sprunghaft intensiv, aber praktisch nur in eine Richtung: Nach unten. Wenns wenigstens einen Ausgleich dazu gäbe...
Die Intensität mag nicht mehr ganz so heftig sein wie in jungen Jahren, aber die Wirkung ist dieselbe, da auch meine Resilienz, meine Widerstandkraft über die Dauer einfach abgenommen hat. FRüher dachte ich noch, das wäre in den Griff zu kriegen, dann dass es sich mit dem Alter ausschleicht. Und nun...
Steter Tropfen höhlt den Stein, oder den Verstand. Und meiner fühlt sich inzwischen an, als wäre er in einen Schredder geraten.
Jeden Tag die Ungewissheit wieviel Anspannung heute auszuhalten ist, wieviel Ängste, ob meine Partnerin heute lieb zu mir ist....
Da ist es wieder, das Abhängig machen von einer bestimmten Person. Diese trägt die Last meines Glückes. Das ist zuviel. Und ich bekomme es von ihr vorgeworfen. Zurecht. Leider.
Ich bin aus mir selbst heraus nicht in der Lage Zufriedenheit zu generieren.
Und ich lerne immer wieder, dass ich andere, Frauen, nicht so sehr für mich begeistern kann, dass ich Zufriedenheit aus der Partnerschaft ziehe. Wenn jeder Weg in eine Sackgasse führt.

Wenn ich mich mit anderen Männern Vergleiche wirke ich sicher sehr schwach, das ist nicht sexy.
Meine Reaktionen auf meine Gefühlsschwankungen werden mir vorgeworfen. Zum Teil sicher berechtigt, aber zu einem anderen Teil auch nicht. Andere Menschen regen sich auch mal auf, oder sind wütend auf den Partner oder enttäuscht. Die bleiben trotzdem ein Paar.
Wo liegt also die Grenze? Wann ist mein Verhalten überzogen, wann angemessen?
Das sagt einem die dusselige Therapie nicht. Man kann auch nicht jede Emotionen unterdrücken und runterschlucken. Welche soll man artikulieren, welche nicht?
Ich bin völlig orientierungslos. Meine Gefühle sind für mein Handeln absolut beschissene Ratgeber.
Vielleicht gibt es auch gar keine guten Ratschläge. "Bleib so wie du bist"- Ja toll, das war mein ganzes Leben noch nicht zielführend.
Die Ratschläge müssten aber auch umsetzbar sein. Ich versuche ja bereits teilweise meine Emotionen zu verstecken, andere nicht wissen zu lassen dass die Aussage mich tief trifft. Damit sie sich nciht für mich verantwortlich fühlen. Mal klappts. Mal nicht. Irgendwann sind die "mal nicht" so viele, dass die Person genug von mir hat. Die "mal klappts" sieht niemand. Wieviel Mühe ich mir gebe, das wird nicht beachtet. Das spür nur ich. An zunehmender Erschöpfung. Mit zunehmender Erschöpfung kann ich immer weniger stark gegenhalten.
Und dann klappt alles zusammen. Gerne begleitet von sonstigen Umständen, auf die man keinerlei Einfluss hat, ein Haustier stirbt, auf der Arbeit Probleme, kaputte Gegenstände... der Spannungspegel steigt und steigt. Angezogene Schultern. Kopfschmerzen.
Dazu diese abartig bescheuerten, unrealistischen Erwartungshaltungen gegenüber meiner Partnerin die meistens einfach aus dem nichts kommen.
"Sie geht an mir vorbei, hoffentlich berührt sie mich!" Tut sies, bin ich zufrieden, tut sies nicht, Stimmung knickt. Ätzend. Einfach ätzend was mein Kopf für idiotische Dinge tut nur um mir zu schaden.
Mir wird auch gerne vorgeworfen, dass ich ja keine Zukunftspläne habe. Ja das stimmt. Dazu müsste mir ja etwas Freude machen, dann gäbs auch ein Ziel zum drauf hin arbeiten. Aber mein einziges Scheißziel ist nur den Tag unfallfrei zu überstehen da ich über 20 Jahre gelernt habe, dass meine Stimmung in Sekunden umschwanken kann und der Tag, die Woche oder der Monat hinüber ist.
Was zum Geier soll man da planen? Immer wenn ein Termin nur einen Monat entfernt ansteht werd ich schon nervös, weil ich keine Ahnung habe was bis dahin ist.
Diese Damoklesschwert von permanenter Unsicherheit über, oder im Kopf zu haben treibt einen schlicht in den nackten Wahnsinn.
Wie soll man so einen anderen Menschen von sich begeistern? So sehr, dass ich auch mal geliebt werde?
Ich ertrag mich in diesen Zuständen ja schon selber nicht, wie soll es ein anderer tun?

nachtwind

Das tut mir echt leid, Shadow, wo du dich da durchquälen musst... ist richtig mitfühlbar, wie sehr dich das erschöpft, wenn du von deinem Leben berichtest.
Ich kann dir leider keinen erhellenden Hinweis geben, wo für dich ein game-changer verborgen sein könnte.
Du hattest Recht - du wolltest Selbstbetroffene erreichen... ich bin keiner.
Ich hoffe für dich, dass du welche findest.... hier... oder in deinem Umfeld... wo auch immer...
Ich hoffe für dich... ich wünsche dir ... mein Mitgefühl hast du!
Nicht das, was du erwartest. Nicht das, was dir hilfreich wäre...
Ach Mensch, das tut mir einfach alles leid.

Der Satz von dir, dass du keine Zufriedenheit aus dir selbst heraus entwickeln kannst, der ist bei mir hängengeblieben... da denk ich immer mal wieder dran - und drüber nach.

Ich wünsch dir ein bisschen Entspannung in all dem Druck, in dem du stehst!
Und vergiss den kleinen shadow nicht, falls das geht.
Er leidet unter genau den gleichen Qualen wie du.
Wenn du dir selber schon nicht helfen kannst, so bitter wie das ist, kannst du vielleicht sein Leben ein bisschen erträglicher machen.
Ich wünsch dir das so!