Kurze Vorstellung

Begonnen von toadti, 03 November 2025, 15:11:52

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toadti

Hallo,
ich wollte mich nur kurz vorstellen. Ich bin w, 51 Jahre alt und plage mich seit meiner Jugend mit Depressionen und emotional instabiler Persönlichkeitsstörung rum. Ich werde heute nicht sehr viel schreiben, da ich derzeit in einer Klinik bin. Wenn ich am Wochenende nach Hause darf, werde ich mal ausführlicher berichten.
Ganz liebe Grüße

nachtwind

Willkommen, toadti...
und ein hoffentlich wunderschönes Wochenende zuhause!
Oder zumindest ein angenehmes!
hey :-)

toadti

So, die Ereignisse haben sich überschlagen und nun kann ich am PC ein wenig mehr erzählen.

Die Depression hat mich - rückblickend betrachtet - schon in meiner Pubertät ereilt, habe es aber so nicht einordnen können.
Als junge Erwachsene habe ich mich dann oft gefragt, was denn mit mir nicht stimmt. Zwischendurch kamen dann immer wieder die Wünsche nach einem baldigen Ableben zu Tage.
2000 habe ich eine Tochter zur Welt gebracht und von da an ging es rapide bergab. 2004 saß ich dann an einem Freitag zu Hause am Computer und habe mich, wie schon die ganzen Wochen davor, in Suizidforen mit Methodendiskussionen, rumgetrieben. An dem Tag wusste ich, dass ich entweder das Wochenende nicht überlebe oder aber Hilfe brauche. Ich bin damals einfach in eine Klinik gefahren und habe mich dort aufnehmen lassen. Das war am 24.09.2004. Was dann folgte war seitens der Klinik schon eigentlich fast Körperverletzung. Ich hatte bis dato keinerlei Ahnung von Medikamenten oder ähnlichem, aber war innerhalb kürzester Zeit auf 3x2mg Tavor regulär + 1x2mg Reserve eingestellt, so dass ich über fast 3 Monate 8mg Tavor am Tag bekommen habe. In dieser Klinikzeit ist dann auch mein Selbstverletzendes Verhalten völlig eskaliert und die Suizidgedanken nahmen Form an. Ende Dezember erfolgte dann endlich mal die Umstellung auf Oxacepam mit massiven Entzugserscheinungen vom Tavor. Von der Therapie habe ich irgendwie gar nicht profitieren können. Ich habe dann dort (dummerweise und völlig dämlich) meinen 2. Mann kennengelernt und in der Phase des Verliebtseins war natürlich wieder alles klasse. Anfang Februar wurde ich dann entlassen und mir ging es tatsächlich gut, was aber eher an der neuen Beziehung gelegen hat. Ich habe mir damals gedacht, scheiß drauf...er ist Alkoholiker? Na und! Wenn es nicht klappt, gehst du halt wieder, aber nimm die Zeit, die es dir guttut einfach mit. Toller Vorsatz, aber dann bin ich schwanger geworden. Wir haben beide geheult. Ich, weil ich das so gar nicht wollte und er, weil er 13 Jahre lang mit seiner Exfrau versucht hat Nachwuchs zu bekommen, die Ärzte ihm aber gesagt haben, dass er keine Kinder zeugen kann. Selbstverletzung war allerdings in der Zeit kein Problem und auch die Suizidgedanken und der Sterbewunsch verblassten.
Wie das so aber ist mit Beziehungen von Patienten wurde es natürlich auch bei uns schwierig. Als unser Sohn 3 Jahre alt war, ist er rückfällig geworden. Was ich ihm allerdings hoch anrechne ist, dass er vorher ausgezogen ist und wir das ganze Drama nicht mit ansehen mussten. Bei einem Termin, den ich für mich in der Suchtberatung gemacht habe, wollte er unbedingt dabei sein. Als die Dame ihm dann erklärte, dass er eine Therapie braucht, hat er gemeint, dass das so nicht stimmen würde. Ich bräuchte eine Therapie, denn wenn es mir wieder gut gehen würde, ginge es auch ihm wieder gut. Ich habe mir die Schuhe angezogen und es ließ sich scheiße drin laufen, so dass ich dann im Januar 2010 in eine Tagesklinik gegangen bin. Suizidgedanken, SVV...alles wieder da. In der Tagesklinik sagt mir dann, dass man mir dort nicht helfen könnte und ich stationär gehen müsste. Also bin ich nach 3 Monaten Tagesklinik erneut in eine stationäre Therapie gestolpert. 4 Monate keinerlei Besserung und dann? Genau...ich habe mich verliebt und alles war toll. Es war eine Frau und für mich noch immer die Liebe meines Lebens, auch wenn sie Narzisstin ist. Diese Beziehung war eine absolute emotionale Achterbahnfahrt und für mich mit Borderline oftmals kaum zu ertragen. Ich habe ca. 4 Jahre gebraucht um mich von dieser Frau zu lösen. Seit 2019 gibt es nun absolut keinen Kontakt, keine Fotos auf dem Handy, keine Telefonnummern mehr.
Ich habe mich von 2016 -2018 beruflich weiterbilden können und hatte danach einen Job, der mir wirklich richtig viel Spaß gemacht hat. Allerdings bin ich auch dort aufgrund meiner emotional instabilen Problematiken immer wieder angeeckt. Vor 3 Jahren habe ich in einem solchen Anflug von Kontrollverlust die 3 Menschen, die mir damals am wichtigsten waren und mir am nächsten standen aus meinem Leben geworfen.
Nun plagt mich seit Jahren ein unglaublicher Todeswunsch. Ich wünsche mir jeden Abend, dass ich einfach nicht mehr aufwache. Konkrete Suizidpläne sind geschmiedet und könnten zeitnah umgesetzt werden. Als ich das meiner Hausärztin erzählte, hat sie mich gebeten mich stationär behandeln zu lassen. Nach einigen Wochen konnte ich mich überwinden dort anzurufen und man nahm mich dann am 02.10.2025 auf einer Station für affektive Störungen und Depressionen auf. Ich war dort immer ehrlich, auch über meine Suizidgedanken oder den Drang mich selbst zu verletzen, was schließlich dazu führte, dass ich so einen fucking Therapievertrag unterschreiben musste, obwohl ich in der Klinik bis dato verletzungsfrei war. Das war vor 1 Woche. Ich habe den Vertrag unterschrieben und alles befolgt, was verlangt wurde. Gestern in meinem Einzelgespräch wurde mir dann mitgeteilt, dass ich auf der Station falsch sei und man mir dort nicht helfen könnte. Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen. Weiter teilte man mir mit, dass man mich nächste Woche entlassen würde und ich auf der DBT Station ein Erstgespräch am 28.11.2025 haben würde. UND WIE BITTE SOLL ICH DIE ZEIT ZU HAUSE ÜBERLEBEN? Das interessierte keinen, so dass ich mich dazu entschlossen habe schon heute nach Hause zu gehen. Was soll ich da auch noch?
Nun sitze ich also hier zu Hause, ohne Reservemedikation und habe mir erstmal nur zum Ziel gesetzt bis morgen zu meinem Arzttermin irgendwie zu überleben.
Sorry für soviel Geschreibe, aber ich musste das gerade irgendwie mal loswerden.
Ganz liebe Grüße

Sucre

Auch von mir einmal herzlich willkommen, ich habe dich gelesen.
Ich hoffe dein Arztermin hatte erfolg, ich nehme an, es geht darum, dass du Medikamente verschrieben bekommst, damit die Zeit nicht ganz so schwer wird.
Ich wünsche dir, dass du die Zeit bis Ende November gut überstehst

toadti

Hallo,
meine Hausärztin ist zwar klasse, aber nun bin ich wieder in der Klinik, allerdings auf der geschlossenen Station. Zu Hause funktionierte das leider gar nicht.
Jetzt wird mal wieder an der Medikation gedreht. Ich hoffe, dass jetzt endlich mal eine Stabilisierung erfolgt, damit ich die neue Therapie auch durchziehen kann.
LG