Mut und Kraft – von einem früheren Mitglied (marei), das wieder neu dabei ist

Begonnen von Hope53, 25 Januar 2026, 11:03:36

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Hope53

Hallo ihr Lieben,

ich schreibe diese Zeilen mit klopfendem Herzen.
Vor über 20 Jahren war ich hier regelmäßig unterwegs, damals unter dem Namen marei. Dass ich heute wieder hier bin, hätte ich lange nicht für möglich gehalten.

Meine Geschichte ist schwer und lang. Seit über 40 Jahren lebe ich mit tiefen Traumata, einer posttraumatischen Belastungsstörung, Borderline, extremer Überforderung, Erschöpfung – und diesem quälenden Gefühl, in mir selbst gefangen zu sein.
Es folgten unzählige ambulante Therapien, verschiedenste Ansätze, zwei lange Klinikaufenthalte, eine Reha. Immer wieder hieß es am Ende: ,,Sie sind geheilt."
Aber tief in mir wusste ich: Ich bin es nicht. Ich konnte es nicht fühlen.

Besonders schmerzhaft waren die Vertrauensbrüche durch Therapeut:innen. Vertrauen, das mir ohnehin so schwerfällt.
Ich konnte mich durch einen Klinikaufenthalt weitgehend aus einer Ehe mit einem Narzissten lösen – und doch bin ich durch meine Kinder und mein tief verankertes Verantwortungsgefühl immer wieder in alte Rollen zurück gerutscht. Rollen, die mich langsam, aber stetig aufgezehrt haben.

Meine letzte ambulante Traumatherapie endete im September 2024. Wieder galt ich als ,,geheilt".
Und wieder war ich innerhalb kürzester Zeit zurück im alten Muster. Schuldgefühle. Falsche Verantwortung. Mich selbst immer hinten anstellen.
Mein Körper begann immer deutlicher zu schreien. Und ich saß verzweifelt da und fragte mich immer wieder: Was stimmt denn nicht mit mir? Warum schaffe ich es nicht, endlich wirklich gesund zu werden?

Ich suchte erneut Hilfe bei meiner Hausärztin, bei meiner Psychiaterin. Doch da war wieder dieses Gefühl, nicht wirklich gesehen zu werden.
Immer dieselben Sätze. Dieselben Floskeln.
Also funktionierte ich weiter.
Die Medikamente, die mir helfen sollten, machten mich letztlich noch kränker. Mein Körper wehrte sich immer massiver gegen all das. Und irgendwann hatte ich das Gefühl: Wirklich zuhören tut mir hier niemand mehr.

Anfang Oktober 2025 kam dann der totale Zusammenbruch.
Ich war körperlich am Ende. Extreme Dauerschmerzen. Massive Schlafstörungen, die mich seit Jahren begleiten. Unzählige Magenprobleme. Extrem hoher Blutdruck.
Lange fühlte ich mich nicht ernst genommen. Und es gab Momente, da dachte ich wirklich: Jetzt sterbe ich einfach.

Die Wende kam Anfang November – durch eine gute Freundin.
Sie arbeitet naturheilkundlich, energetisch, mit Ernährung. Ich war so verzweifelt, dass ich mir nur dachte: schlimmer kann es nicht mehr werden.
Und langsam, ganz vorsichtig, wurde es besser.

Am 27.12.2025, einem ohnehin sehr besonderen Tag für mich, hatte ich einen Termin bei einem Energetiker, der mit Kinesiologie arbeitet.
Ich hatte sofort Vertrauen zu diesem Mann – etwas, das mir fast nie passiert. Gleichzeitig kam eine riesige Angst hoch.
Er sah mich ruhig an und sagte nur: ,,Ich weiß, was aus Ihnen hochkommen wird."

Die Behandlung war heftig. Extrem anstrengend. Sie hat mich regelrecht von den Füßen gerissen.
Ähnlich wie ein Moment in meiner letzten Traumatherapie – nur um ein Vielfaches intensiver.
Nach etwa einer Stunde war ich vollkommen erschöpft. Und gleichzeitig spürte ich etwas, das ich so noch nie gespürt hatte: eine tiefgreifende, positive Veränderung.

Seitdem geht es mir Schritt für Schritt besser.
Ich habe ein Persönlichkeitsprofil von mir bekommen – so wie ich wirklich bin.
Alles, was ich jahrzehntelang unterdrückt, weggeschoben, abgespalten habe, darf jetzt langsam ans Licht.
Ich finde tatsächlich den Weg zu mir selbst. Nicht im Kopf – sondern im Fühlen. In meinem Körper. In meinem Innersten.
Ich spüre Heilung. Echt. Greifbar.

Ja, es gibt kleine Rückschläge. Aber ich weiß jetzt, was zu tun ist.
Mein Innerstes kämpft nicht mehr gegen mich. Es arbeitet endlich mit mir.

Ich weiß, wie viele sich hier fühlen. Ich habe mich über Jahrzehnte auf die Medizin verlassen.
Die letzte Klinik hat mich abgelehnt. Eine andere hätte neun Monate Wartezeit bedeutet.
Das konnte und wollte ich nicht mehr.

Mir ist bewusst, dass mein Weg nicht für jeden der richtige ist.
Aber vielleicht geht es am Ende genau darum: den eigenen Weg zu sich selbst zu finden.
Ein Ansatz, von dem viele Kliniken sprechen – und der doch so oft im System untergeht.

Ich möchte einfach sagen:
Auch wenn alles dunkel erscheint, auch wenn man glaubt, es geht nicht mehr weiter – es kann besser werden.
Und ja, ich glaube heute: Heilung ist möglich.
Aber oft bedeutet das, selbst aktiv zu werden, an sich zu glauben, sich selbst wiederzufinden – auch wenn dieser Weg nicht der Norm entspricht. Und sich nicht mehr in Schienen pressen zu lassen, die sich innerlich falsch anfühlen.

Ich weiß, dass es auch Gegenstimmen geben wird. Das ist okay.
Wenn ich mit meiner Geschichte auch nur einem einzigen Menschen ein kleines Stück Hoffnung, Mut oder Vertrauen schenken kann, dann war dieses Schreiben für mich sinnvoll.

Ich wünsche euch allen von Herzen alles Gute.
Viel Kraft und viel Stärke – denn das sind oft die wichtigsten Werkzeuge auf diesem Weg. 🌱

claudi

Liebe Hope

Ich denke da warst du vor meiner zeit hier. Oder wir haben uns vielleicht noch kurz gestreift.


Ich finde es super das Menschen erzählen wie es ihnen ging, was sie mit ihrem leben angefangen haben.

Und ich find es auch toll das es dir soviel besser geht, nach allem was hinter dir liegt

Und du endlich bei dir ankommen durftest.

Schön das du wieder da bist und uns das erzählt hast

Lg claudi
Ich kämpfe-bis zum Schluss!!
Step by step!!

nachtwind

hey Hope
ich kann mich claudis Worten nur anschließen...
ich bin vermutlich um einiges später hierher gekommen als du. Zumindest erinner ich mich nicht an marei. Aber es war ja auch mal viel voller hier... kann sein, dass ich manches einfach auch nimmer weiß. So genau.

Vor allem aber: Freu ich mich, dich hier so zu lesen.
Dass du deinen eignen Weg gefunden hast. Zu dir.
Und dich hinsetzt und dir die Zeit nimmst. Uns das aufzuschreiben.
hey :-)

Hope53

Hallo, danke euch beiden. Zu meiner Zeit hat Wohlstandpudel das Forum noch geleitet. Aber ich kenne noch einige Namen hier, leider musste ich auch paar traurige Nachrichten lesen.
Mir wurde hier früher auch von jemand Mut gemacht, das hatte ich all die Jahre vor Augen. Ich weiß am eigenen Leib wie hart es sein kann, man aufgeben möchte usw. Aus diesem Grund habe ich das geschrieben, um ein bisschen Mut zu machen, das man an sich und an seine eigene Stärke glaubt auch wenn sie unter vielem vergraben ist.
LG

Ponyhof

Hallo Hope 😃

passender könnte der Name wirklich nicht sein. 😉
Wie schön, dass Du etwas gefunden zu haben scheinst, was geholfen hat.
Und wie schön, dass du uns davon erzählst. 😃
Wenn ich mir etwas wünschen darf (?), würde ich darum bitten, dass Du die nächsten Monate und Jahre immer mal wieder ein Update postest.
Denn so toll ich es finde, dass es Dir nach vier Wochen kontinuierlich besser geht - es wäre natürlich interessant zu wissen, wie es weiter geht.

Toitoitoi, ich wünsche Dir, dass es so weitergeht. Kontinuierliche Fortschritte "nur" mit den kleinen Rückschritten zwischendrin, die unvermeidlich sind ...
Liebe Grüße

Ponyhof

Hope53

Hallo Ponyhof,

ja den Namen habe ich bewusst ausgewählt.

Danke erstmal für Deine Worte. Und ja ich werde Dir Deinen Wunsch gerne erfüllen, deswegen habe ich mich wieder angemeldet. Um vielleicht helfen zu können, meine Erfahrungen zu teilen, ein bisschen Hoffnung und Mut schenken. Ich bin auch erst am Anfang, die Hauptarbeit kommt jetzt aber ich spüre den Unterschied zu all den anderen Therapien, Behandlungen usw. gewaltig. Ich merke es verändert sich in mir was, es wird leichter. Aber das würde ich Stück für Stück tun, beginnend mit all meinen Therapieerfahrung aus vielen vielen Jahren um zu erklären warum ich jetzt den Unterschied sehen kann. Heißt aber nicht das dies eine Lösung für alle ist, nur ein Weg den ich letztendlich gehe weil alles andere nur zum Teil geholfen hat aber mich doch auf meinen Weg gebracht hat.

Warum ich das tun möchte? Als ich damals den Weg hier her gefunden habe gab es ein Mitglied, ob sie noch da ist weiß ich nicht weil ich ihren Nicknamen nicht mehr weiß, die für mich zum Vorbild wurde, mir Hoffnung gegeben hat. Sie hat damals ein Buch geschrieben über ihren Erfolg, "Ich blickte in den Spiegel und erkannte mich nicht". Das habe ich gekauft, gelesen förmlich verschlungen. Hier hatte ich auch Kontakt zu ihr und den Satz den Sie mir damals gesagt hat werde ich nie wieder vergessen denn er stimmt: Man kann dir nur die Leiter hinstellen, hoch klettern musst Du selber. Und genau das habe ich all die Jahre getan und jetzt kann ich sagen, ja ich sehe den Rand weil ich ihm mittlerweile ganz ganz nah bin.

Danke für Deine Wünsche, ich werde nicht wieder wie früher die 7-Meilenstiefel anziehen, denn ja ich muss mich da etwas ausbremsen aber das ist mein Temperament, sondern Stück für Stück gehen. Rückschritte wird es sicherlich geben aber wichtig ist was man daraus macht und wie man damit umgeht. Altes Verhaltensmuster los werden das man sich sein Leben antrainiert hat ist nun mal nicht leicht.

Ganz viele liebe Grüße

Hope

Hope53

Hallo Ponyhof,

sorry konnte mich eine Weile nicht melden da es mir körperlich nicht so gut ging. Es gab Zeiten da hätte ich all dieses ignoriert und trotzdem gemacht was ich tun muss, soll usw. Aber auch das ist ein Punkt den ich jetzt gelernt habe. Ich muss nichts, ich kann, ich darf, ich könnte usw. Aktuell versuche ich überall das Wort muss zu entschärfen. Ich achte auf mich, höre auf meinen Körper, gönne mir die Ruhe die ich brauche usw. Anhand meiner Persönlichkeit gar nicht so einfach. Aber es geht. Ich merke wie vieles Altes von mir abbricht, ich es so nicht mehr will usw. Raus aus den alten Mustern. Nun gilt es neue Wege zu gehen, mein Ich zu finden und zu stärken.

Ich möchte keineswegs Therapien usw. schlecht machen aber das Problem ist, je nachdem welche Klinik, welcher Therapeut, wendet die eigene Methode an. Sie mag für den einen gut sein aber für den anderen nicht. Jeder Mensch ist individuell, einzigartig, hat seine eigene Persönlichkeit usw. Meditationen, Atemtechnik dagegen kann ich sehr empfehlen aber auch hier muss und sollte es zu einem passen da es sehr viele Techniken gibt. Das sollte jeder für sich raus finden. In meinen fast 30 Jahren habe ich viele Therapien gemacht, auch Klinikaufenthalte und ja ich konnte doch aus einigen immer etwas mitnehmen dass mich auf den nächsten wichtigen Schritt in meinem Leben vorbereitet hat. Aber trotzdem fühlte es sich für mich nicht immer stimmig an.

Jetzt habe ich gelernt, meine Persönlichkeit, dass was ich wirklich bin ist wichtig, der Weg zu mir selbst. Nicht das was andere aus mir über all die Jahre gemacht haben, nicht das was andere von mir erwarten zu tun zu sein. Leider wird man schon in der Kindheit in eine "normale Rolle" rein erzogen. Ich denke jeder kennt gewisse Sprüche die dann das ganze Leben geprägt haben. Nur wer bestimmt denn was Normal ist? Genau nicht die anderen sondern ich selbst, jeder für sich.

Auch ein wichtiger Teil ist Emotionen zuzulassen, sich nicht darin zu verlieren mit oh warum passiert das immer mir, das Leben ist ungerecht usw. Nein sich auf die Emotion zu konzentrieren, sie benennen nicht bewerten, einen Umgang damit finden. Wenn man Wut immer und immer wieder aufstaut explodiert man irgendwann und ich denke jeder hier kennt gewisse Auswirkungen. Hier gibt es viele Techniken und man sollte die für sich passende finden. Auch Trauer, Leere usw. Meine innere Leere kann nur ich füllen, Trauer zulassen aber nicht liegen bleiben. Es ist nicht leicht jeden Tag aufzustehen und weiter machen aber es wird mit jedem Tag leichter. Jeder sollte für sich positives finden, etwas das Kraft gibt, Energie. Sich auch mal zurück ziehen, Ruhe finden. Klarheit in das eigene Leben bringen. Will ich das? Was kann ich für mich tun und ändern? Kein einfacher Weg, ich weiß aber es wird sich lohnen.

Ich habe in den letzten Wochen erstmal meine Kraft- und Energieräuber sprichwörtlich entsorgt. All das was mich unnötig kaputt macht, auch sogenannte Freunde usw. Ich habe mich aus meinem Thema Schuld regelrecht rausgewunden. Schuldgefühle meinen Kindern gegenüber, deswegen war ich sozusagen rund um die Uhr verfügbar. Sie sind jetzt erwachsen, was sie brauchen ist keine Mama die sich aufgrund Schuldgefühle aufopfert und kaputt geht sondern eine Mama die zwar Präsenz ist und Verantwortung vor allem für sich selbst übernimmt. Aufgrund dessen konnte ich jetzt auch meiner Mama verzeihen, jage nicht mehr den Worten dass sie mich liebt hinterher usw. Ich weiß jetzt, ihr ging es nicht anders als mir und deswegen kann und möchte ich ihr das nie wieder vorwerfen, sie zeigt mir ihre Liebe auf ihre Art, kann es ebenso wenig aussprechen wie ich. Ich habe mich auch aus der Opferrolle gezogen, ich bin kein Opfer mehr und genau dadurch, dieses Denken und Fühlen entzieht den Tätern usw. die Macht die ich Ihnen mein ganzes Leben lang gegeben habe. Ich habe mir die Macht zurück geholt, sie alle schwach gemacht, denn ich bin stark, ein Kämpfer. Nur jetzt kämpfe ich nicht mehr gegen mich sondern für mich.

Jeder sollte mal zurück sehen, was er bis jetzt alles geschafft, überstanden, erreicht usw. hat, genau dann erkennt und sieht man wie stark mein eigentlich ist. Nur redet man sich leider oft selbst schlecht usw. Stoppt diese Gedanken, ihr habt die Macht dazu. Redet euch lieber positiv zu. Vor allem ist es wichtig, sehr wichtig sogar sich selbst zu lieben, zu akzeptieren, sich anzunehmen und sich nur noch gutes tun.

So das wars erstmal für heute, hoffe nicht zu durcheinander aber aktuell toben viele Themen in mir :)

Liebe Grüße

Hope

Ponyhof

Hallo @Hope, das klingt ja nach einem guten Weg bei Dir. 🍀👍🏼

Ich weiß gerade nix "kluges" zu antworten, aber ich dachte ich lass mal liebe Grüße da. Wie schön, dass es aufwärts geht. 😃😃😃