Depressionen und Suizidgedanken

Begonnen von Katze, 11 Februar 2026, 20:09:06

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Katze

Ich weiß nicht ob das hier der richtige Ort oder das richtige Forum ist. Ich erlebe momentan alles als so sinnlos. Mir fehlt irgendiwe der Wille und die Kraft weiterzumachen. Ich bin jetzt seit einem Jahr in Therapie, habe davor schon ein paar Klinikaufenthalte gemacht. Und ja, irgendwie wird es kurz besser, nur um dann doch wieder den Bach runterzugehen. Es ist so frustrierend. Ich will Veränderung, aber eigentlich weiß ich gar nicht, was ich will. Ich habe eine Ausbildung gemacht, in der ich nicht arbeiten möchte. Ich mache jetzt ein Studium, was mir auch nicht so Recht gefällt. Eigentlich weiß ich seit mehreren Jahren, dass ich Medizin studieren möchte. Aber ich weiß nicht wie. Ich bin zu depressiv, meine Konzentrationsfähigkeit ist nicht mehr sonderlich gut, ich bin sehr leicht abzulenken. Ich habe kaum Durchhaltevermögen,und naja, ich traue es mir auch nicht wirklich zu, aber da spricht wahrscheinlich die Depression aus mir. Ich suche Rat in der Hinsicht, dass vielleicht jemand eine ähnliche Situation erlebt hat. Ich suche den quasi Sprung ins kalte Wasser, also einen radikalen Cut. Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, mit den Drogen aufgehört und meinen Alkoholkonsum stark vermindert. Ich fühle mich Elend, hatte starke Selbstmordgedanken am Montag. Aber ich konnte es nicht und mein Kopf hat daraus gleich gemacht: "Nicht mal das kannst du." Wie gibt man dem Leben einen Sinn? Einenn Grund weiterzumachen?

Wohlstandspudel

hallo katze

also erstmal finde es bemerkenswert dass du aufgehört hast mit dem rauchen und mit den drogen, meine hochachtung und kannst du stolz darauf sein.
was die therapie betrifft die kann sehr lange dauern und man darf sich unter keinen umständen selbst unter druck setzen.
ich würde aber an deiner stelle ehrlich sein undmit dem therapeuten reden dass du irgendwie nicht wieterkommst.
weißt du das leben hat irgendeinen sinn nur oftmals erkennt man diesen einfach nicht.

ich drücke dich mal

nachtwind

Liebe Katze,
zunächst Mal eine Rückkopplung: an Willenskraft fehlt es dir nicht!
Wer zweieinhalb Süchte beenden kann, hat enormen Zugang zu seinem eignen Willen!
Respekt und Anerkennung dafür!

Zweitens: auch an Durchhaltevermögen mangelt es dir nicht. Auch wenn du das erstmal nicht glauben magst.
Du hast eine Ausbildung durchgezogen und beendet. Das muss man erstmal schaffen, wenn es einem schlecht geht. So schlecht, dass man mehrfach in's Krankenhaus geht.
Du hast dich danach entschieden, ein Studium draufzusatteln - und hast auch das durchgezogen. Also nicht das komplette Studium, so wie das aussieht bis jetzt - aber dass du es überhaupt beginnen kannst.  Und du hast es begonnen.
Alles nicht so leicht.
In welchem Stadium du da bist, weiß ich natürlich nicht. Eventuell noch mal Gründe dafür, über deine eigene Einschätzung deiner Durchhaltekraft neu nachzudenken?
Und: konntest du dein Studium fortsetzen, obwohl es dir zunehmend schlechter ging?

Jetzt scheinst du mehr als nur zu schwächeln; was du schreibst, klingt nach
,,Ich kann nicht mehr."
Das ist eine verflixt schwierige Zeit! Fühlt sich einfach Grotte an!
Und kein Ende scheinbar in Sicht.

Aber da ist Hoffnung in dem, was du schreibst. Auch wenn du das gar nicht so wahrnehmen kannst. Verständlicherweise!
Ist es trotzdem da.
Dein Mut der Verzweiflung, Katze, ist das, was ich meine - und was du selbst beschreibst. An und in dir.
Das ist eine mächtige Waffe, Katze. Auf dem Weg durch den Dschungel.

Deine Hoffnung, mit einem Sprung den Knoten durchtrennen zu können - also in meinem Leben hab ich das nie so erfolgreich erlebt. Da kann ich dir jetzt keine Zuversicht verbreiten.
Aber andre hier vielleicht.

Was ich aber kann, ist dir zu sagen, dass dieser Mut der Verzweiflung, diese Entschlossenheit in dir, sehr  wohl Wände verrücken kann. Wände, die dich hindern, vorwärts zu leben.
Wie gesagt, dieses eine plötzlich alles Verändernde, das man sich erhofft, also ich kenn es so nicht. Was aber jetzt nichts sagt.
Was ich aber kenne, ist, dass wenn man nicht die plötzliche 180-Grad-Wendung erwartet - und dann enttäuscht wird, dann ist mit genau diesem Mut der Verzweiflung viel zu erreichen.
Und in der Nachschau sehr Bedeutsames für's eigne Leben.

Mein Tipp dazu: leg dich auf ein großes Ziel fest. Also nicht die Komplettveränderung. Finde heraus, was zu ändern dich zur Zeit wirklich weiterbringen kann. Und soll. Was du erlernen willst. Was du einüben willst. Was du in dir verändern willst.
Nur eins, Katze.
Also das, das dir am allerwichtigsten ist. Wenn ich nur das habe, dann will ich alles andre ertragen. Das ist das Wesentliche für mich. Das hol in dein Leben.
Das dann aber mit allem Mut! Und aller Entschlossenheit!
Finde das heraus. Vielleicht mit deinem Therapeuten oder -in? Nach einem Jahr sollte er/sie dich schon ein bisschen kennen, oder?
Letztendlich entscheidest du. Und dann spring in den kleinen See. Nicht das lebensverändernde Meer - ein kleiner oder großer See.
Mit allem Mut. Und den Kräften, auf die du dich verlassen kannst : Willenskraft und Durchhaltevermögen. Und der Begleitung in deiner Therapie.
Konzentrier dich auf dein eines.
Das aber mit all deiner Entschlossenheit.
Und all der Unterstützung, die du nur finden kannst.

Vergiss das Umbringen, mal für ne Weile. Kannst du ja immer noch. Läuft dir nicht weg.
Kämpf um dein eines Ziel. Als würdest du um dein Leben kämpfen.
Du bringst sehr viel mit, dafür.

Und ja - leicht wird das nicht. Natürlich. Wenn man um sein Leben kämpft, dann kann man das auch nicht erwarten, oder?
Aber machbar, schaffbar - das ist es mit deinen Voraussetzungen schon!

Such dir dein eines, das dir jetzt am dringendsten ist. Und konzentrier dich nur auch dieses eine.
Nur so als Orientierung: bei mir war es das nützlich sein. Das war mein eines. Wenn ich das hab in meinem Leben, dann will ich alles andre schon ertragen.
So was in der Art.
Am leichtesten ist es, wenn es messbar ist. Der Fortschritt. Also definiere, woran du einen Fortschritt erkennen kannst.
Und wann dein Ziel erreicht ist.

In zehn oder zwanzig Jahren werden dir die Leute sagen, dass du eine starke Persönlichkeit bist. Und du wirst dich vielleicht verwundert fragen, wie sie auf so ein dämliche Idee kommen können. Aber dann sagt es ein zweiter... und ein dritter... und langsam beginnst du zu erwägen, ob da was dran ist.
Du bist viel stärker, als du glaubst!
Auch wenn du dich grad überhaupt nicht so fühlst.

Mein Tipp. Gibt viele andre. Du entscheidest.
Und du machst.
Ich glaube, die Chancen stehen nicht so schlecht.
Dass du es richtig gut machst.
Nach und nach.

hey :-)

nachtwind

Liebe Katze,
ich hoffe, du hast die letzten Tage einigermaßen überstanden.
Ich wollt mal nachfragen, wie es dir zur Zeit geht? Was dich am meisten umtreibt grad?
Und ich wollte bei meiner Antwort noch etwas zu deinem ,,noch nicht mal das kann ich" sagen -
aber dann hab ich es vergessen.... und das will ich jetzt noch nachholen.

Liebe Katze, ich hab genauso reagiert. Und ich wette, hier gibt es viele, die so reagiert haben oder so immer noch reagieren.
Nach 50 Jahren voller Leben seh ich das ein bisschen anders. Zumindest, dass auch eine andre Sichtweise darauf möglich ist. Und nach meinem Stand der Dinge auch die, die der Wirklichkeit ein Stück weit näher kommt.
Ich kann, wenn überhaupt, natürlich nur von meinem Leben erzählen - ob es auch eine Spur für dich ist, kannst nur du entscheiden. Aber vielleicht kannst du es ja zumindest ein bisschen erwägen? Ob es auch passen könnt? Für dich?

Die Tage, Wochen, Monate vor so einem Gang wie dem deinen an den Abgrund deines Lebens hin, sind gefüllt mit so viel Qualen und Schmerzen, dass man es ein kleines bisschen auch Folter nennen kann.
Und irgendwann ist eben der Punkt erreicht, an dem man nicht mehr tapfer sein kann. Und sich sicher ist:
das ertrag ich jetzt nicht mehr.
Also der Gang Richtung Abgrund.
Dort dann stellst du fest - das war die falsche Antwort. Für mich.
Das
ist nicht mein Weg!
Du fühlst es deutlich.
Denn es ist stärker als dein Empfinden deiner Qual.
Du gehst zurück.
Voller Enttäuschung, voller Frust, voller Selbstkasteiung:
wieder bist du dir
Nur eine weitere Enttäuschung.

War es so? Oder so ähnlich?
Wenn ja, dann schlag ich dir mal eine andre Sichtweise vor... nur einfach mal zum Ausprobieren.
Ob das vielleicht
nicht auch passen tät.

Alles bleibt wie vorher eben - bis zu dem Satz: Du gehst zurück.
Könntest du statt der gewohnten Gedanken nicht auch sagen:
Ich geh zurück. Und ich nehme eine tiefe Erkenntnis über mich mit zurück.
Ich komme nicht mit leeren Händen zurück.
Denn ich hab erfahren, dass ich kein Mensch bin, der seine Probleme, auch: die Probleme
nicht lösen will mit Gewaltsamen Handlungen.
Das bin nicht ich. Das ist nicht meins.
Das hab ich eben glasklar erfahren!
Denn ich wollte es so!!! - aber ich konnte es nicht.
Weil das nicht meins ist!

Und wie ernst es dir ist mit dieser deinen Haltung,
dass das etwas ist, auf das du dich wirklich verlassen kannst,
das zeigt sich in dem Nachsatz:
Da geh ich lieber wieder in meine Folter zurück. Obwohl ich es nicht mehr halten kann, eigentlich ...
aber besser als mit Gewalt einen Menschen töten.
Nur damit ich endlich Ruhe hab.

Liebe Katze, ich weiß nicht, wie du das siehst. Ich
habe tiefe Achtung vor Menschen, die so auf die Probleme reagieren.
Gewaltlos.
Sogar um den Preis, selbst weiter gefoltert zu werden.
Ich hab tiefe Achtung vor dir.

Ich kenn dich nicht.
Aber dafür, für diesen Schritt
hast du meinen Respekt.

Und ich wünschte sooo, dass es mehr Menschen gibt wie dich.
Es gibt viele, so viele...
Aber in diesen unruhigen Zeiten
gibt es leider, furchtbar leider!!
auch so viele, die Probleme mit Gewalt lösen wollen.

Danke, dass du bist wie du bist.
Und es dir selbst
und uns
bewiesen hast.

hey :)

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