Meine Tochter

Begonnen von Katharina, 03 Mai 2026, 16:55:28

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Katharina

Meine Tochter (knapp 15) hat vor 6 Tagen ihren Vater durch einen Suizid verloren. Wir lebten seit 13 Jahren getrennt, doch er hatte regelmäßig Kontakt und eine enge Bindung bestand.
In den letzten Wochen und auch schon früher immer mal wieder, hat er sie ohne dass ich vom Ausmaß wusste, sehr als Beraterin genutzt und sie unverhältnismäßig belastet. So wusste sie von seinen Suizidabsichten und erhielt von ihm die Rückmeldung, wie gut ihm ihre Gespräche tun. Er versprach, sich wegen ihr und seinem anderen Kind nichts anzutun. So behielt sie die Themen für sich. Bis zum Tag des Suizids. Sie hat große Schuldgefühle, nichts gesagt zu haben. Wenn sie sich einmal etwas entspannt, hat sie danach sofort starke Gewissensbisse.
Ich versuche, sie wieder zum Schulbrsuch zu motivieren, doch sie sagt, sie könne noch nicht.
Mit ist klar, dass ich sie nicht zwingen kann und ich will auch nicht drängen. Das Umfeld (Oma, mein Mann) drängen jedoch, sie müsse schnell wieder unter Leute und sich der Schule wieder stellen. Ich habe mit der Schule gesprochen, sodass Benotung ausgesetzt werden könnte. Dennoch signalisiert sie klar, sie könne noch nicht.
Was soll ich machen? Sanft weiter drängen oder Zeit lassen? Es werden morgen erst 7 Tage. Erst in 15 Tagen ist die Beisetzung.
Wir sprechen viel. Sie öffnet sich mir gut. Ich bin traumapädagogisch ausgebildet. Dennoch fühle ich mich allein mit den Sorgen und der Krisenbewältigung.

Danke für Anregungen.

Pudelgast

hallo katharina

es bringt nichts sie unter druck zu setzen, aber man muss ihr shcon klarmachen dass sie wieder in die schule muss.

erkläre ihr dass ihr vater erwachsen war und für sich slebst verantwortlich war und sie sich deswegen keine schuldgefühle haben muss, denn er war für sich selbst verantwortlich.

es wäre ja schon kurios wenn ein 15 jährges mädchen für ihren vater verantwortlich ist.

du musst beobachten was die zeit mtisich bringt, trauern ist normal aber sollte sie sich über einen längerren zeitraum z.b. zurückziehen, dann solltest du überlegen eien beratungsstelle aufzusuchen oder einen theraputen.

ich drücke euch mal.


nachtwind

Das ist wirklich unfassbar schwer. Für euch. Für euch beide.
Ich weiß gar nicht, wie ich mein Mitgefühl ausdrücken kann.

Ich antworte vor allem, weil du dich so allein fühlst grad. Mit all der Sorge und der Last. Der Last der Verantwortung.
Nicht, weil ich glaube, Entscheidendes sagen zu können.
Ich will vor allem eins: dass du dich ganz kurz mal, vielleicht nur für die Minute, in der du das hier liest, nicht ganz so gnadenlos
alleine fühlen musst.

Ich bin kein Lebensberater. Kann dir nur sagen, was mir grad durch den Kopf geht.
Mehr nicht.

Ich denke, in dieser ersten Zeit, in der der Einschlag noch ganz frisch ist, eure Welt grad eben erst völlig aus den Fugen geraten ist,
ist vor allem eins wichtig: zeige Zutrauen.
Üb es in dir: dass du ihr zutraust, dass sie ihren Weg finden wird.
Damit umzugehen.
Ruf dir alles in dir wach, dass dich da bestärken kann darin.
Dass sie zum Beispiel so klar und eindeutig sagen kann, es ist noch zu früh für sie.
Dass sie vermutlich ein emphatischer, nachdenklicher Teenager ist. Vermutlich ihrem Alter voraus.
Dass sie bis jetzt einen Weg gefunden hat, mit dem Wissen, wie es ihrem Vater gerade geht, irgendwie umzugehen.
Das ist gottverdammt nicht selbstverständlich!
Und für eine 15jährige mal überhaupt nicht!!
Hat sie aber.
Darüber kannst du mit ihr sprechen. Wie sie das eingeordnet hat für sich.
Und alles, was dabei als stark oder kreativ oder auch weise zu nennen ist, ein kleines bisschen hervorheben.
Nicht pädagogisch wertvoll. Nur als echte Wertschätzung. Einen Satz. Ohne ,,sieh mal, wie ... Du warst und bist"..... einfach nur deine Liebe und Wertschätzung ausdrücken. Auch wenn du da selbst dann weinen musst.

Ich denke - in all der furchtbaren Katastrophe   
gibt es kleine helle warme Stellen. Ihr könnt reden. Miteinander. Keiner verstummt.
Das ist so viel! So viel! So viel!!!
In dieser Zeit ist das ein Segen.
Den ihr euch gegenseitig gebt.

Es geht nur um das, denke ich. In dieser ersten Schock! Zeit.
Dass sich Menschen gegenseitig Menschlichkeit geben können.
Miteinander reden. Miteinander schweigen. Miteinander weinen. Miteinander wüten.
Und es aushalten.
Miteinander.

Es ist so, dass du als Mutter doppelt getroffen bist. Ich kann nicht helfen. Nur sagen: wenn du Orientierung suchst: du musst nicht wissen, was für deine Tochter jetzt der richtige Weg ist.
Trau es ihr zu!
Dass sie einen Weg findet. Und zeig ihr das.
Und wenn sie drei Monate braucht. Oder ein Jahr.
Auch wenn es dir verdammt schwer fällt -  Versuch es zu ertragen.
Steh hinter ihr.
Erstmal: bedingungslos.
Jetzt.
Zeig ihr, dass du ihr es zutraust. Dass sie weiß, was sie braucht.
Zeig ihr, dass du sie unterstützt. Auch wenn sie unkonventionelle Wege gehen will.

Also alles erstmal. Wenn dir das Zutrauen wegkippt, dann wirst du Leitplanken setzen müssen.
So nach dem Motto: in diesem Raum zwischen den Leitplanken kannst du dich bewegen. Wie immer du willst. Und kannst.
Aber drüber - das geht nicht. Das ist kein Weg. Das ist kein Weg für dich. Jetzt.

Es ist sinnvoll, dass du dir da immer wieder mal Gedanken dazu machst. Auch gemeinsam mit deinem Mann und der Oma.
Aber vor allem mit dir: was sind deine Leitplanken? In denen du es ertragen kannst.
Dass deine Tochter ihren ganz eignen Weg finden wird. Dass sie sich das Leben wieder zutrauen kann. Irgendwann.
Ihr eignes Leben auszuhalten. Die Hälfte ihrer Gene sind die ihres Vaters.
Sie wird ihren ganz eignen Weg finden müssen. Dass sie sich das Leben wieder zutrauen kann. Ihr Leben. Und etwas richtig Gutes draus machen kann.
Auch: aus all der Katastrophe jetzt.

Und wenn sie ein Jahr braucht dafür. Dann geht sie stattdessen ins Tierheim und hilft da. Oder engagiert sich bei Umweltaktivjtäten. Oder was auch immer. Irgendwas mit Leben halt.
Und du regelst das für sie mit der Schulpflicht.
Und wenn sie so weit ist, geht sie auf eine andre Schule und holt die Schulbildung nach.
Irgendwie so.
Das sind ja alles nur Beispiele. Ich kenn euch ja nicht.
Du schon.

Finde für dich deine Leitplanken. Zwischen denen sie frei ist, ihren Weg zu suchen. Und Zuversicht zu finden.
Dass das was werden kann - das Leben. Ihr Leben. Und sie.

Und du Liebe - vergiss nicht, dass auch du jetzt ne Menge heftige Gefühle erlebst. Ne Menge Wut auch. Zorn. Damit jetzt alleingelassen zu sein.
Und dahinter auch die Trauer. Die tiefe Trauer.
Dass ein Mensch, der dir einmal viel bedeutet hat, sein Leben nicht mehr ertragen konnte.

Such dir deine Zeiten. In denen das stattfinden kann. Und besteh darauf!
Auch wenn es dir nicht wichtig erscheint. Alles andre wichtiger ist.
Es gibt Angebote. Ergreif sie. Auch wenn sie dir banal erscheinen.
Du brauchst einen Ort. Eine sichere Zeit.
In der das alles stattfinden kann.
Wenn der, der dich da begleitet, nur dafür taugt, dass du Ort und feste Zeit hast dafür - dann ergreif das. Und sag ihm oder ihr das. Du willst keine Ratschläge. Nur die Zeit. Den Ort. Für dich.
Du bist wahrscheinlicher kompetenter als dein Gegenüber. Du kannst das wahrscheinlich ziemlich gut auch ganz allein.
Aber was du nicht hast, ist ein fester Ort. Und eine feste Zeit. Nur für dich.
Für dich und deine heftigen Gefühle.
Die dich bedrängen sonst. Wenn du ihnen keine Raum gibst. Und keine Zeit.

Jetzt hab ich doch wieder zu viel geredet. Das tut mir leid.

Die Kurzfassung davon ist: wenn du Orientierung suchst - Menschlichkeit.
Das ist jetzt das, was ihr beide braucht.
Wenn du eine liebe Freundin hast, dann sag ihr das. Sie soll kommen. Aufräumen. Kochen. Und vor allem: einfach nur da sein damit. Braucht nix sagen, nix Besondres tun. Nur nicht betroffen rumschleichen. Sondern einfach: warm da sein. Sie muss nix wissen. Was jetzt richtig wär.
Nur einfach da sein. Echt. Es einfach aushalten. Ihr müsst es auch.
Ihr braucht jetzt menschliche Wärme. So sehr.

Und deine Tochter dein Zutraun. Dass sie selbst ihren Weg finden wird.
Von und mit deiner Wärme und Zuversicht beschützt.
Mach dir Gedanken um die Leitplanken. Die für deine Tochter passen. Aber auch für dich. Und dann natürlich auch für deinen Mann. Und die Oma.

Und du? Platz und Zeit für deine eignen Gefühle... Bitte!
Vergiss dich nicht!
Du bist so wichtig!

Ach Himmel, tut mir das leid für euch!
Das ist kein leichter Weg! Für euch.
So ganz und gar kein leichter Weg.

Ich hoffe so, dass ihr ab und an mal herzlich lachen könnt!
Das wünsch ich euch von ganzem Herzen.
Wenn das mal hochkommt - feiert das!
Das Schwere kommt ganz von alleine wieder.
Keine Sorgen deswegen.
Lacht, wenn das Lachen kommt.
Der ganze große Rest
kann mal für zwei Minuten oder fünfe warten.
Das hat noch niemanden geschadet.
Auch der Trauer nicht. Und nicht der Sorge.

Ach Mensch!!
Es ist eine gottverdammte Katastrophe...
hey...

nachtwind

Wichtig ist, denke ich, dass sie verstehen lernt: dass diese Krankheit ihres Vaters tödlich war. Und nichts und niemand das hat aufhalten konnte.
Erzähl ihr von Robert Enke. Und von der Pressekonferenz, in der seine Frau unter Tränen sagte: ,,wir dachten, wir schaffen das. Mit ganz viel Liebe. .... Wir haben es nicht geschafft. Ganz viel Liebe reicht nicht." irgendwie so.
Es gibt eine Menge in der Presse. Von damals. Vielleicht tut es euch gut. Das einmal anzuschauen?

Mach ihr klar: selbst wenn sie ihr Schweigen gebrochen hätte - es hätte nichts geändert!
Robert Enke war in Behandlung. Wegen seiner Depressionen. Seine liebevolle Frau wusste von seiner Todessehnsucht, seiner Qual. Nichts hat ihn aufhalten können. Nichts.
Er war der beste Torwart Deutschlands. Er war die Nummer eins. Er hatte Geld ohne Ende. Er war sozial engagiert. Irgendwas mit Gnadenhof auch für Tiere, glaube ich. Er war ein stiller, lieber Mensch, den die, die ihn kannten, wohl sehr mochten. Weil er so mitfühlend war.
Auch das kann Teil dieser Krankheit sein.
Und nichts, nichts, nichts konnte ihn aufhalten.
Auch die Liebe seiner Frau nicht.
Nichts.

Es hätte nichts geändert. Wenn deine Tochter ihr Schweigen gebrochen hätte. Auch wenn man das sich jetzt so sehr wünscht. Dass es aufhaltbar gewesen wäre.
Wenn die Krankheit erstmal so weit fortgeschritten ist, dann hält einen nichts mehr zurück.
Auch nicht die Liebe seiner Frau.
Auch nicht die Liebe seiner Kinder!

Auch nicht seine Liebe zu seiner Tochter.
Auch wenn er sich selbst das so erhofft hat. Und sie deshalb so belastet hat. Weil er sich so erhofft hat: das
hält ihn davon ab.

Ich weiß nicht, ob es so war. Aber es könnte so gewesen sein.

Und warte nicht darauf, dass sie sich zurückzieht - sprich mit ihr über Trauerbegleitung für Kinder. Bitte sie darum, dass du Termine machen darfst. Für sie. Dass sie sich das anschauen kann. Weil ihr das sehr helfen kann. Menschliche Wärme, Katharina - nicht nur von dir.
Es gibt auch Kindergruppen.  Für all die Kinder, die so was erleben müssen.
Ihr seid nicht allein, Katharina.
Es tut gut, das zu verstehen.
Und es tut gut zu sehen, wie andre damit umgehen. Wie sie damit leben.
Dass
sie damit leben.

Du musst nicht alles alleine schaffen. Du musst für sie nicht die ganze Menschheit sein.
Es gibt Angebote, Katharina. Ausgestreckte Hände. Orte für sie. Orte für dich.
Wenn du bereit bist, wenn sie bereit ist: nehmt diese Angebote an.

Sie werden nicht euer Leben, eure Last euch wegnehmen können.
Aber sie können es erträglicher machen.
Dass ihr Mut fassen könnt.
Dass ihr die Last tragen könnt.
Erst irgendwie.

Und dann: als euer ganz eignes, persönliches Leben.
Das wertvoll ist.
Auch wenn es schwer ist.
Es zu tragen.

Ich denk an euch...
hey...

nachtwind

Es ist wie Krebs, Katharina - sag ihr das.
Viele Menschen mit Krebs kann man gut behandeln, und sie überleben das.
Und dann gibt es die Menschen, in denen ist der Krebs heimlich und unerkannt schon so weit fortgeschritten - und dann kann niemand und nichts
den Tod noch aufhalten.
Und sie gehen sterben.

Sag ihr das. Wenn du glaubst, es hilft ihr.
Zu verstehen:
Sie konnte nichts tun! Nichts!
Es lag nicht an ihr.

Violetta

Ich arbeite in einem großen Industrieunternehmen. Nach dem Tod eines Elternteils sind manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorübergehend arbeitsunfähig. Ärztlich festgestellt und mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bestätigt. Das kann auch mehrere Wochen dauern. Diese Menschen haben Lebenserfahrung, sind pflichtbewusst und hart im Nehmen. Trotzdem sind sie vorübergehend nicht in der Lage zu arbeiten. Denn Trauer braucht Zeit und Freiraum um wirklich verarbeitet zu werden.

Deine Tochter sagt, dass sie jetzt noch nicht in der Lage sei wieder in die Schule zu gehen. In diesem Satz steckt aber auch die Aussage, dass sie wieder zur Schule gehen wird. Lass deiner Tochter Zeit, damit sie um ihren Vater zu trauern kann. Ober willst du von diesem jungen Menschenkind mehr verlangen als von einem gestandenen Erwachsenen? Soll sie wie ein Automat funktionieren?

Meiner persönlichen Erfahrung nach beginnt die Anpassung an die neue Lebensrealität nach der Beisetzung. Lass deiner Tochter bis zur Beisetzung und danach noch etwas Zeit, um alles zu verarbeiten.

Violetta

Hallo Katharina,
entschuldige bitte meine verärgerten Ausführungen im vorangegangenen Beitrag. Sie beziehen sich nicht auf dich, sondern auf die Forderungen des Stiefvaters und der Oma nach Schulbesuch. Ich denke, dass du das richtige Gespür für die Nöte deiner Tochter hast.

Ponyhof.

Zunächst einmal mein Beileid.
Dann denke ich, dass Du am besten weißt, was für deine Tochter richtig ist.

Mein erster Gedanke war, dass, wer alt genug ist, Ansprechpartner für einen Suizidalen Menschen zu sein, der/ die wird jawohl verdammt nochmal alt genug sein zu wissen, ob er / sie wieder zur Schule gehen kann. Und wenn sie sagt, sie kann noch nicht. Na, dann ist das halt so... Kommt ja nun nicht auf ne Woche an, jede Corona Infektion dauert länger. Also. 
...

Aber genau da hänge ich dann so ein bisschen fest und denke "Tatsächlich *war* sie ja gar nicht alt genug um Ansprechpartnerin zu sein, der Vater hat ihr das aufgedrängt. Und das finde ich gar nicht gut.".
...
Oh...
 
Und mit diesem Ansatz denke ich, vielleicht ist es gar nicht soooo abwegig, dass Du diese Entscheidung in Absprache mit ihr gemeinsam triffst, statt "Musst Du wissen" zu sagen und sie "machen" zu lassen. Nicht, weil Du ihre Wünsche ignorierst.
Gar nicht.
Sondern weil du sie nicht mit Entscheidungen alleine lässt, die sie nicht treffen-müssen-sollte.
(Mit 15? Da *sollte* sie lernen zu entscheiden, ob und wann sie mit Menstruationsschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Erkältung oder Liebeskummer in die Schule gehen kann, würde ich sagen. Wann man sich in solchen Fällen zusammen reißt und wann man ins Bett gehört. Schon die *Frage*, wann der richtige Zeitpunkt ist, sich nach dem Suizid des Vaters zusammen zu reißen und wieder "normal" zu "funktionieren" ist so betrachtet nämlich eine absolute Zumutung!!!

Ich hab keine Ahnung. Aber ich habe ein bisschen das Gefühl, dass die Frage wann der richtige Zeitpunkt für Schule ist, verdammt schwer zu entscheiden ist. (Werden die Mitschüler blöd gucken und Mist reden? Ja. Wann immer sie zurück kommt.
Wird das irgendwann leichter? Ich habe Zweifel...)
 
Und deshalb dachte ich, vielleicht ist die Frage falsch. Oder anders ausgedrückt:
Wenn man es *so* betrachtet gibt es überhaupt keine richtige Antwort.

Vielleicht ist die Frage eine andere:

Was würde deine Tochter in ihrer jetzigen Situation stabilisieren?
Ich könnte mir *zB* vorstellen, dass Freundinnen hilfreich sein könnten? (Sie öffnet sich Dir. Das ist gut. Aber Du bist ihre Mutter. Und mit 15 ist es glaube ich bereits *in sich* wichtig, sich nicht nur auf die Mama zu verlassen, sondern Freundinnen und Freunde und andere Menschen wichtig zu finden...) Und / oder Sachen, die sie gerne gemacht hat ? (Sport, Hobbys ... )
Vielleicht geht sie nicht als erstes wieder in die Schule, sondern als erstes wieder mit den Freundinnen zum Inlineskaten, ins Kino oder wo sie halt gern hingeht?
Ich sag Mal so: Wenn Du sie nach einer halben Stunde fix und fertig von ihrer besten Freundin abholen musst, weil es nicht auszuhalten ist zum Filmabend oder zum Schwimmen mitzugehen, würde ich ihr die Schule *wirklich* einfach nicht antun denke ich. Wenn ein bisschen Normalität "eigentlich" gut tut... Vielleicht kann sie zunächst Mal stundenweise anfangen? Nur zum Sportunterricht, Kunst, Chor, Lieblingsfach oder was-weiß-ich?

Weil es ja nicht darum geht, dass sie auf Biegen und Brechen am Tag vor der Beerdigung ihres Vaters die französisch Klausur mitschreibt, sondern darum einen Weg zu finden. Einen Weg wie sie ihr eigenes Leben leben kann. Einen Weg, der dazu führt, dass ihr der Tod ihres Vaters nicht auch noch ihre eigenen Chancen und Möglichkeiten verbaut.
...
Nur so'n Gedanke...

Katharina

Ich danke euch allen für die tiefe Anteilnahme!
Ich konnte heute mit meiner Mutter nochmal darüber sprechen und auch sie hat über das Thema 'wann sollte der trauernde Teenager wieder in seinen Alltag finden' mit Bekannten gesprochen und darüber nachgedacht. Ich glaube, überwiegend ist und war es die große Angst und Ohnmacht, die sie und auch meinen Mann da antrieben.
Ich halte die Zeit aber mit ihr aus und bin überzeugt, dass sie so die Sicherheit bekommt, die sie jetzt braucht.
Dass ihr aber ein bisschen Normalität und der Kontakt zu ihren Freunden definitiv Entspannung verschafft, das seh ich auch. Und ich glaube auch, wie hier auch geschrieben wurde, dass es verletzende Kommentare geben wird. Vermutlich eher, wenn schon einige Zeit vergangen sein wird und derjenige sich nichts dabei denkt. Den ersten Schritt wieder in den Alltag zu finden, braucht ein wenig Mut und viel Kraft. Da will ich die auch nicht völlig allein damit lassen, nach dem Motto "du entscheidest, wann du so weit bist". Womöglich braucht sie die Zuversicht von mir, dass sie das schafft. Sanftes Motivieren eben. Aber erst, wenn die körperliche Kraft dazu wieder da ist. Dafür war es noch zu früh.

Heute habe ich die Schulleitung angerufen. Das war sehr gut. Sie war sehr einfühlsam und hat vorgeschlagen, die Benotung generell erstmal auszusetzen. Ich weiß, dass nimmt meiner Tochter viel Druck von den Schultern, denn an Lernen ist noch nicht wirklich zu denken. 

Ich hab ihr vorgeschlagen, eine Freundin zu Besuch zu holen. Sie ist gerade da. Ich höre sie beide lachen.
Ich weiß, heute Abend, wenn die Freundin wieder heimgebracht ist, wird es ihr wieder schlecht gehen. Dann weint sie und hat Schuldgefühle, weil sie lachen und kurz loslassen konnte.
So ging es schon ein paarmal. Ich fange sie auf. Erkläre, wie wichtig und normal das ist. Trotzdem zerreißt es mir fast das Herz.

Die Schulleitung fragte auch, wie es mit geht und ob ich etwas brauche.
Ich denke darüber nach und glaube, ich bin gut aufgehoben. Ich habe viele Freunde und Bekannte, die da und bereit sind zuzuhören und alles stehen und liegen zu lassen, wenn ich Bedarf hätte.
Sorgen macht mir eher mein Mann.
Am Tag des Geschehens war er unglaublich betroffen,  wie alle. Hat meine Tochter und mich lange in den Arm genommen.
Die nächsten Tage spürte ich dann nach und nach eine Veränderung. Ich glaube, er ist überfordert mit den vielen Gefühlen. Er sagt, er habe den Eindruck, dass wir (meine Tochter und ich) uns die Schuldgefühle noch weiter verstärken, statt auszureden. Er befürchte, dass der Vater eine Art Herorisierung erfahre, dabei habe er mit dem schlimmstmöglichrn Mittel den größtmöglichen Schaden angerichtet. Er ist glaube ich sehr wütend auf den Vater meiner Tochter und davon überzeugt, dass er bewusst wehtun wollte (so wusste der Vater beispielsweise, dass am Tag seines Suizids unsere Tochter also die Halbschwester seines Kindes Geburtstag hatte; auch seine eigene Schwester hatte Geburtstag). Auch hat er keinerlei Zeile oder ein Wort für unsere Tochter hinterlassen. Der Tochter, die über Wochen und wenn ich es mir genau überlege, auch schon über Jahre, immer wieder für sein Seelenheil sorgen musste (nachdem ich diese Aufgabe nach der Trennung abgelegt hatte). Da kann man nachvollziehbar wütend sein. Das bin ich auch. Aber gleichzeitig bin ich unfassbar traurig und es schmerzt mich, dass er ihr so was Schlimmes angetan hat, OBWOHL er sie so geliebt hat. Denn davon bin ich ebenso überzeugt.

Es ist kraftzehrend für mich, meinen Mann begreiflich zu machen, dass diese widersprüchlichen Gefühle nebeneinander existieren dürfen. Auch in meiner Tochter ist das so. Sie fragt mich immer wieder, warum er ihr nichts mehr geschrieben hat.
Seine Exfreundin hat in seinem Handy eine Notiz zu möglichen Liedern für seine Bestattung gefunden. Die Nachricht ist einige Wochen alt. Mein Kind versteht nicht, warum er sich so etwas überlegen konnte, nicht aber, ihr noch etwas zu hinterlassen.
Meine erste Antwort an sie, dass er sicher ganz kurzfristig und unüberlegt und wie im Tunnel gehandelt haben wird, hinkt somit. Ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll. Ich verstehe es auch nicht und es macht mich endlos fassungslos und leer.

Ich würde mir wünschen, dass sie ein Trauerbegleitungsangebot mit mir nutzt. Aber im Moment lehnt sie ab.
Da sie spricht und ihre Gedanken sehr gut mitteilt, werde ich sie auch hier nicht über Maße drängen.
Es ist alles viel. Aber es wird jeden Tag ein bisschen besser werden.

Ich danke euch allen sehr!

nachtwind

Es ist so viel...
dieser kleine Satz macht, dass ich am liebsten gar nichts mehr sagen will. Dazu.
Es ist eh so viel alles.

Nur eine Kleinigkeit vielleicht... und die auch nur, wenn du sie auch lesen magst. Erwägen magst.

Ich versteh dich so gut, dass du sagst, es zieht dir so viel Kraft, dass dein Mann so wütet. Ich versteh dich wirklich!
Ich denke, das ist so eine Situation, in der man alles gibt, um die Nase irgendwie über Wasser zu halten, um den andren Kraft und Stärke anzubieten. Wärme und Überblick.
Damit keiner verloren geht.
Aus deiner Familie. Keiner.
Und vor allem, deine Tochter.
Die Angst, dass die eigne Kraft nicht reichen mag, ist dann sehr präsent. Und das mit allem Recht!

Ich will dir dazu nur einen kleinen anderen Gedanken dazu anbieten. Der dir vielleicht helfen kann, deinem Mann eher dankbar zu sein. Dafür.
Als Entlastung für dich. Und ihn.

Es gibt immer auch einen systemische Blick . Auch auf diese furchtbare Geschichte.
Soweit ich den überhaupt verstehe. Als Laie.

Da ist dann die Familie, die das betrifft. Und in der Mitte liegen jetzt alles Emotionen, Gefühle, Gedanken, Qualen, Schmerz. Den diese Geschichte in euer Leben geworfen hat.
Und ihr drumrum. Jeder übernimmt den Part der Gefühle, den er gerade verspürt.
Den brauchen dann die andren grad nicht auch noch so extrem durchleben.
Das ist nix statisches, das verändert sich. Je nach Erstarren und Lebendigkeit. Immer.
Dein Mann hat den Zorn übernommen. Gespeist aus der unerträglichen Ohnmacht, diese Zerstörung zulassen zu müssen. Ohne jede Chance. Ohne jemanden beschützen zu können.
Dieser Zorn ist gewaltig.
Und sehr sehr schwer zu ertragen.

Wenn man das so anschaut, kann man deinem Mann ein bisschen dankbar sein. Dass er sich dieser Gewalt stellt.
Ihr werdet alle da durch müssen.
Aber jetzt erstmal erträgt er ihn. Und ihr habt dadurch Raum für andre Gefühle. Die für euch jetzt im Vordergrund stehen.

Ich fürchte, das könnte die größte Herausforderung sein für euch, in all dieser Katastrophe.
Dieser Zorn. Unfassbarer Zorn.
Wenn man diese Geschichte, eure Geschichte als sachlichen Kriminalfall liest, dann sprechen schwer gewichtige Indizien dafür.
Dass es zumindest eine gewaltige Herausforderung ist. Und sein wird.
Es tut mir so leid!

Aber du weißt: ich kenn euch überhaupt nicht. Ich kann mich kolossal irren. Ich entschuldige mich jetzt schon dafür!
Du kennst euch. Ich gar nicht.
Ich schreib auch nur, weil ich ein kleines bisschen Angst hab, dass ihr euch gegenseitig ein kleines bisschen verlieren könntet. Du und dein Mann.
Und mir das so leid täte.
Zu all dem Sch... nicht noch mehr dazu.
Das hättet ihr einfach nicht verdient.
Dass es noch schwerer wird.

Vergiss es einfach, wenn das Quatsch ist.
Manchmal fliegt eine Fliege ins Zimmer, und dann findet sie nicht wieder raus. Und macht Gedöns. Mach einfach das Fenster auf. Dann fliegt sie wieder raus. Dann ist wieder Ruh. Nur ein blöder kleiner Quatsch.  Mehr nicht.
Ich wollte auf keinen Fall stören.

Ich denk immer wieder an euch.
hey...

dragonheart

Hallo Katharina,

herzlichen Dank dafür, dass Du hier von Eurer Situation berichtest. Viele Mitleser werden sich möglicherweise in der ein oder anderen Rolle wiederfinden. Da ist es sehr wertvoll einen Einblick in Deine Perspektive zu bekommen und zu lesen, dass andere ähnlich betroffen sind.

Allerdings irritiert mich, dass Dein primäres Anliegen die Rückkehr zum Schulalltag ist. Es ist doch scheißegal, ob Deine Tochter nach 3 Tagen, 3 Wochen oder 3 Jahren wieder zur Schule geht. Als ob damit das Problem gelöst wäre!? Sie hat mit ~15 ihren Vater verloren, er hat sich das Leben genommen und sie wusste von seinen Gedanken aber hat es nicht verhindern können. Das ist ein riesiges Lastenpaket, das sie für immer mit sich rumschleppen muss. Und ständig tauchen im Alltag Dinge auf, die die Gedanken dahin lenken und den Schmerz wieder wachrufen.

Ich würde den Fokus eher darauf legen, wie Du ihr helfen kannst, das Geschehene zu verarbeiten und damit jetzt und auch in Zukunft umgehen zu können, ohne in ein tiefes Loch zu fallen. Die Anfälligkeit für Depressionen (?) kann vererbt werden und selbst wenn es keine genetische Veranlagung gibt, ist das Ereignis katastrophal genug, um einen Menschen dauerhaft aus der Bahn werfen zu können.

- Bitte nimm Dir viel Zeit, um für sie da zu sein. Zum Reden oder Nichtreden. Macht alltägliche Sachen zusammen, aber auch mal was Besonderes.
- Führt vielleicht ein Ritual oder Notsignal ein, als Trennung zwischen dem profanen Alltag und ernsthaftem Kummer. Legt z.B. jedes Mal, wenn Ihr über Ihren Vater und die großen Sorgen sprecht, demonstrativ einen Gegenstand falsch herum auf den Tisch. Stülpt ein Glas um oder legt ein Plüschtier mit dem Kopf nach unten hin. Wenn das Gespräch vorbei ist, nehmt Ihr den Gegenstand wieder weg. Wenn es ihr später mal schlecht geht, sie aber nicht die Kraft hat etwas zu sagen oder nicht weiß wie, kann sie das als Hilferuf einsetzen.
- Versuch, ihr weitere vertrauenswürdige Ansprechpartner - vielleicht auch außerhalb der Familie (Vertrauenslehrer, Hausarzt, ...) - anzubieten und den Kontakt herzustellen. Falls Du mal nicht da bist, anders reagierst, als sie sich das erhofft, oder sie Dich nicht schon wieder mit ihren Sorgen belasten will.
- Professionelle psychiatrische Hilfe wäre auch ratsam (nur für sie alleine, statt gemeinsamer Trauerbegleitung?). Sie vielleicht auch dazu drängen, mit der Option, es schnell wieder zu beenden, wenn es ihr nicht hilft. Am besten sofort, bevor sich schädliche Gedankenmuster zu sehr verfestigen oder man sich später rechtfertigen muss, warum man plötzlich Hilfe braucht, obwohl das schon so lange her ist ...
- Gib ihr den Freiraum, sich mal zurückzuziehen, aber lass sie nicht zu lange alleine grübeln.
- Frag sie, ob sie Dir (ausführlicher) erzählen möchte, was ihr Vater ihr alles erzählt hat. Dann ist es auf mehrere Schultern verteilt und man kann die belastenden Dinge besprechen.
- Informiert Euch über Depressionen/Suizidgedanken ... Wikipedia oder medizinische Fachliteratur sind eher keine guten Quellen, um die Krankheit zu verstehen. Wobei vielleicht niemand Depressionen überhaupt verstehen kann, ohne selbst daran zu leiden. Aber vielleicht kann sie in Erfahrungsberichten von anderen Betroffenen die unheilvollen Gedankengänge ihres Vaters wiedererkennen und sie dadurch leichter von seiner Persönlichkeit trennen und der Krankheit zuordnen?
- Hilf ihr ein Konzept zu erstellen, wie sie anderen davon erzählt. Soll der Lehrer bei der Rückkehr in die Schule ein paar Sätze dazu sagen, damit sie es nicht selbst erzählen muss? Möchte sie es der ganzen Klasse erzählen? Oder nur ihren besten Freundinnen, mit der Bitte, es weiterzugeben oder eben nicht? Wieviel möchte sie erzählen? Nur dass der Vater gestorben ist? Oder vielleicht doch besser gleich die ganze Geschichte, um nicht mit wilden Gerüchten umgehen zu müssen? Überlegt Euch, wie das Umfeld reagieren könnte und legt Euch Standardfloskeln zurecht.
- Frag sie, warum genau sie noch nicht zur Schule gehen kann. Möchte sie noch nicht mit anderen darüber reden, hat sie Angst vor den Reaktionen, kann sie sich noch nicht auf den Unterricht konzentrieren, Leistungsdruck, keine Kraft um sich zusammenzureißen und Normalität vorzutäuschen, ...?

Es klingt, als hättest Du Dich schon vor 13 Jahren emotional von Ihrem Vater abgekoppelt und als würde Dich der Verlust nicht so sehr treffen oder als würdest Du den Schmerz verweigern. Pass auf, dass Dir das nicht von ihr zum Vorwurf gemacht wird oder als Vorwand genutzt wird, um sich von Dir zu distanzieren.

Beobachte Deine Tochter genau. Nicht nur für ein paar Wochen, sondern Monate und Jahre. Schock, Trauer, Verarbeitungszeit und seelische Narben sind erwartbar. Aber wenn sie auch nach längerer Zeit nicht zurück in den Alltag findet, der Kummer nicht nachlässt und/oder sie sich zunehmend isoliert, braucht sie mehr und professionellere Hilfe ... Lass Dich nicht davon täuschen, falls sie Ihrem Umfeld zuliebe eine Maske aufsetzt und eine heile Welt nur vorspielt.

Was hätte in dem Abschiedsbrief stehen sollen? Dass er seine Tochter liebt? Gibt es daran Zweifel? Erklärungen und Antworten, die er selbst nicht hatte? So ein Brief dürfte keine Missverständnisse hervorrufen, er lässt sich nicht mehr korrigieren, er muss perfekt sein. Wenn ihr Vater nicht einmal mehr die Energie hatte, den nächsten Tag zu erleben, wie hätte seine Kraft dann reichen können, um so ein perfektes Schriftstück aufzusetzen? Vielleicht hat er statt mit einem Brief durch die offenen, vertrauensvollen Gespräche mit seiner Tochter Abschied genommen und versucht, Erklärungen zu geben? Das wäre persönlicher und besser als ein Brief, oder?

Waren die Gespräche mit seiner Tochter ein Hilferuf? Hat er erwartet, dass ein 15jähriges Mädchen die Probleme löst, die einen erwachsenen Mann niederschmettern? Wohl kaum. Hat er darauf gebaut, dass sie sein Vertrauen missbraucht, die Verschwiegenheit bricht und er so Hilfe bekommt? Das ist ziemlich kompliziert gedacht, da hätte es weit simplere Wege gegeben, um seine Suizidgedanken zu "leaken". Außerdem hätte er dann ja einen Rettungsplan im Sinn gehabt, den er weiter hätte verfolgen können. Hat er aber nicht.
Stattdessen hat er in den dunkelsten Stunden seines Lebens noch etwas Trost und Linderung gefunden, indem er sich seinem wichtigsten Menschen hat anvertrauen können. Und die bedingungslose Liebe wurde erwidert und sein Vertrauen nicht missbraucht. Danke dafür an seine Tochter!

Wut ist vielleicht eine verlockende, spontane, egoistische Reaktion auf der Suche nach einem Schuldigen. Aber ich glaube, sie ist einfach falsch und zeigt nur das Unverständnis für psychische Leiden. Wäre er an Krebs gestorben, wäre auch niemand wütend. Statt dem Krebs waren es aber die Dämonen in seinem Kopf, die keine Organe zerstört haben, sondern die Fähigkeit, Glück zu empfinden und den Willen zu leben. Damit ist auch die Rationalität und Zurechnungsfähigkeit verloren gegangen, die für einen Schuldspruch nötig wäre.

Das sind so meine Gedankengänge, basierend auf wilden Spekulationen und fantasievoller Interpretation Deiner Zeilen und dem Ungeschriebenen dazwischen. Falls davon irgend etwas nicht zu Deiner Situation passt oder Du Dich davon verletzt oder angegriffen fühlst, bitte einfach ignorieren, es ist nichts davon böse oder vorwurfsvoll gemeint. Herzliches Beileid und viel Kraft für Dich und Deine Familie!

nubis


Ich möchte mich grade nicht weiter in das Thema einbringen, allerdings etwas zu dem Thema 'Schule' anmerken:

***Allerdings irritiert mich, dass Dein primäres Anliegen die Rückkehr zum Schulalltag ist. Es ist doch scheißegal, ob Deine Tochter nach 3 Tagen, 3 Wochen oder 3 Jahren wieder zur Schule geht.***

Nun: das ist es nicht.

Es gibt in Deutschland eine Schulpflicht und so freundlich und verständnisvoll auch im Moment reagiert wird: das wird nicht ewig gehen und dann muss sie wieder in die Schule.
Es sei denn, sie wird krank geschrieben, natürlich - was dann aber wieder eine ärztliche Behandlung voraussetzt.

In sofern verstehe ich die Überlegungen - ebenso wie die Frage, ob Alltag nicht auch ein Stück weit gut tut.

Was ich aber auch finde: dass es noch zu früh ist, um ihr das Eine oder das Andere aufzudrängen.
Ein bisschen Zeit zum verarbeiten sollte man ihr schon zugestehen - und da ist die Beerdignung noch mal ein wichtiger Fixpunkt.
Erst danach (und auch da nicht 10 Minuten später^^) kann man überlegen, wie es weitergehen kann.

Nur meine Ansicht :-)

So oder so: ich wünsche dir, Katharina, und deiner Tochter alles Gute und viel Kraft diese Krise zu bewältigen!
Gegen Schmerzen der Seele gibt es nur zwei Arzneimittel: Hoffnung und Geduld

(Pythagoras)

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