Hallo und Guten Tag zusammen

Begonnen von flor, 24 September 2026, 16:38:24

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flor

Ich denke hier bin ich richtig mit einer kurzen Vorstellung.
Warum ich eigendlich hier bin, da hab ich keine Ahnung. Sah den Titel vorhin und genau das suche ich und ist mein Wunsch. Einfach nur Ruhe. Ruhe möchte ich von allem haben und der einzige Weg das zu bekommen ist der Tod. Darauf warte ich nun. Versteht mich bitte nicht falsch. Suizid gefährdet bin ich absolut nicht. Ich weiß genau was Leben bedeutet (nicht das Leben als Mensch, sondern das Leben aus der biologischen Sicht) und bin dankbar das erleben zu dürfen. Seit 5 Jahren aber hab ich an meinem Leben keinerlei Interesse mehr und warte auf das Ende. Depressionen hab ich nahezu täglich, mal stärker mal nicht so stark. Ein kurzer Rückblick was passiert ist. Mit 60 hatte ich einen Schlaganfall, den ich überlebt hab und noch einiges mehr an Niederschlägen. Seit dieser Zeit ist alles anders. Mein Kopf ist schon gestorben und nur der Körper will nicht folgen. Jeden Abend gehe ich ins Bett, nicht um zu schlafen, sondern um endlich zu sterben. Aber nein, wache immer auf. Zur Verbesserung meiner Situation mache ich gar nichts. Vegetiere nur dahin.

Ich würde mich sehr gerne über das alles mit jemanden unterhalten, habe aber gemerkt, das andere wenig Verständnis haben und sich niemand findet der so ähnlich wie ich denkt.

Mein Name ist Rolf, 65 Jahre, verheiratet und 2 erwachsene Kinder, die auch Familie haben. Ich hoffe hier einen Impuls oder Rat zu finden der der mein Denken das alles egal ist beendet und ich wieder mehr für mich mache.



Wohlstandspudel

hallo rolf, willkommen in unserem forum.

ich und viele anderen können dich sehr wohl verstehen dass du keinen lebenswillen mehr hast.

unabhängig davon und auch wenn du es sicherlich nicht hören möchtest, kann ich dir trotzdem raten, dass du dir hilfe holst.

gerade menschen in deinem alter bekommen sehr oft depressionen, obwohl sie viel im leben erreicht haben, familie haben u.s.w.

weißt du ich sage immer: deine psyche spielt dir einen streich, sie gaukelt dir einfachnur vor dass dein leben schelcht ist.

es ist da auch schwer etwas zu raten außer dass du dir hilfe suchst.

der erste ansprechpartner wäre der hausarzt und dann ein termin beim psychotherapeuten, allerdings muss man mit sehr langen wartezeiten rechnen.

ich bin mir sicher dass du tief in deinem inneren *leben* möchtest, aber du an einem punkt bist wo du alleine nicht mehr herauskommst.

es gibt zwei möglichkeiten: du belässt alles wie es ist und fällst immer tiefer oder du suchst dir hilfe wo du aber viel geduld und willen brauchst.

ich rate dir letzteres, denn wir sind ein pro leben forum und am liebsten wäre es mir wenn hier alle gesund wären.

hast du denn eine ahnung was der auslöser für deine depressionen sein könnte?

viele grüße

flor

Danke für die Antwort. Ich bin nicht sicher ob mich überhaupt jemand verstehen kann. Es geht nicht nur um den Schlaganfall, das war nur der Auslöser des ganzen. Die Depressionen kommen auch von dem was der Mensch macht und ich kann nichts dagegen machen. In einer Welt von Gewalt, Verbrechen, Zerstörung, Kriege und einiges mehr möchte und will ich nicht (mehr) leben.

Was mein Schlagnfall und die Folgeerscheinungen betrifft, da kann ich nur sagen, das ich keine Hilfe von anderen will. Auch mein Rollator hab ich sehr früh zurück gegeben. Wenn ich hinfalle, steh ich von alleine auf. Fall ich wieder hin, steh ich wieder auf. Ohne Hilfe von anderen. Die Ärzte sagen, das es Medikamente gegen Depressionen gibt. Schön und gut, aber ...

... ich nehme grundsätzlich keine Medikamente jeder Art, keine Chemie usw. Dann gibt es medizinisch ja nichts mehr.  Helfen kann mir nur einer. Das bin ich selbst. Das mach ich aber nicht, da es sinnlos ist.

Habe nur negative Gedanken, was mich betrifft und auch die Menschheit allgemein.

Von diesen Gedanken will ich wegkommen, wieder positiv denken.

Gruß

Wohlstandspudel

hallo flor

genau d aaliegt dein problem, du bist de rüberzeugung dass dir nicht geholfen werden kann weil es keinen sinn macht.

es gibt da ein schönes sprichwort: probieren geht über studieren!

probiere es einfach.

ich habe ja bereits im ersten post geschrieben dass ich mir sicher bin, dass es dir lieb wäre wenn du wieder gesund bist und genau dies hast du in deinem letzten satz bestätigt:

Von diesen Gedanken will ich wegkommen, wieder positiv denken.

um aber von diesen schlechten gedanken wegzukommen, musst du dir eben hilfe suchen!

du musst dir einen ruck geben denn von alleine kommt niemand zu dir um dir hilfe anzubieten.

um kriege, verbrechen, zerstörung hat es immer gegeben und wird es immer geben, aber es geht nicht um die anderen, sondern es geht um dich und deine gesundheit und du kanns dich nicht für die anderen verantwortlich machen.

nachtwind

Lieber flor,
ich will dich auch begrüßen hier - und dir auch ein bisschen antworten... aber erstmal nur kurz.
Zu deinem Anliegen: unterhalten find ich auch schön. Kurz, länger, eher tiefer, eher fröhlicher....
aber dich davon überzeugen zu wollen, dass du wieder mehr für dich tun willst, das werde ich nicht.
Erstens wissen wir alle, das sowas oft auch einfach nur den Widerstand weckt - und dann rutscht das Gespräch ja eher in eine Verfestigung des inneren Zustandes. Als in eine Auflockerung des oder der Knoten.
Es kann den Knoten schlicht nur noch entschiedener festzurren. Will keiner!

Und zweitens klingt deine Vorstellung danach, dass du einen reichen Schatz an Lebenserfahrung in dir trägst. So dass du dir aus dir selbst heraus die nötigen Trittsteine in sumpfigem Gelände, Seile und Haken in steilen Felsengebirgen, ein Ruder- oder Tretboot für eine Überquerung eines Sees oder-oder-was-auch-immer ...also dass du dir das aus dir selbst und deiner gut gefüllten Schatzkiste heraus anreichen kannst.
Was sehr cool ist!!

Falls es dir trotzdem wichtig ist, erstmal zu schauen, was dir eigentlich fehlt zum wieder leben, wieder selbst leben wollen, wieder das Leben spüren wollen, in dir, um dich herum, dann würde mich persönlich jetzt interessieren, was du sagen würdest zu der Frage: was genau fehlt dir denn? Seit 5 Jahren?
Das dich daran hindert. Auch das eigne Leben wieder zu wagen?
Also so in einem Wort.
So wie Glaube, Liebe, Hoffnung... so in diese Richtung.

Ich denke, dass ich dich partiell verstehen kann. Es zumindest will.
Ganz und gar vermutlich wirklich nicht.
Wenn partiell dir reicht, dann biete ich dir hiermit eine Unterhaltung an.
Was mich am meisten interessieren würde  ist, was du meinst mit dem Gedanken, dass du verstehst, was Leben bedeutet und du sehr dankbar bist es zu erleben.
Das finde jetzt ich sowas von spannend!

Weshalb ich jetzt doch wieder länger geantwortet habe als vorgenommen. ;)
hey :)
 

Feli

Hallo Rolf,

wie Wohlstandspudel schreibt - Du brauchst Geduld und Willen. Niemand zwingt dich.

Viele Grüße

nubis

Hallo flor,

auch von mir ein Willkommen im Forum!

Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen!

Dieses 'keine Lust mehr auf's Leben' ist so umfassend... es ist nicht dieser oder jener eine Punkt auf den man zeigen kann und den man vielleicht ändern oder auch nicht ändern aber zu akzeptieren lernen könnte.

Man kann nicht die ganze Welt ändern - und der Spruch, man könne aber seine Sicht auf die Welt ändern, ist meiner Ansicht nach wenig hilfreich, wenn genau DAS das Problem ist.

Die Frage ist nur: anscheinend hattest du früher ja durchaus Freude am Leben und genug, was du positiv betrachten konntest, ohne, dass es dich so runter gezogen hat.
Was also hat sich geändert?

...ein bisschen auch das Weltgeschehen - ja. Stimmt.
Grade fällt es schwer, sich die Nachrichten anzusehen und es nicht schlimm zu finden, wie es sich entwickelt.
Und natürlich: man sich dem gegenüber machtlos fühlt.

Aber im Grunde war man das auch vor 5 oder 6 Jahren schon.
Was also hat sich wirklich geändert - bei dir?

Warst du früher aktiver?
Oder hast jetzt zB auch Einschränkungen, die es vorher nicht gab?

Könnte es auch daran liegen, dass dir die Kontrolle über dein Leben zu dieser Zeit entglitten ist und du deshalb jetzt ein Problem mit diesem Gefühl hast?
Dass du grundsätzlich das Vertrauen in die Zukunft verloren hast, weil dein Körper dir gezeigt hat, dass auch ganz schnell Schluss sein kann?
Von Jetzt auf Gleich ist nichts mehr, wie es war.
Und man hat keine Kontrolle darüber.

Und noch weniger Kontrolle hat man über das, was um einen herum geschieht.


Mir hat mal jemand geschrieben, dass man mit einer Antwort im Form auch immer über - und für - sich selbst schreibt ...deshalb bitte ich zu entschuldigen, wenn ich völlig daneben liege.
Mich sprachen deine Beiträge an, weil ich selbst ein entsprechendes Trauma habe, das mein Leben abrupt aus der Bahn geworfen hat (plötzlicher Tod meines Mannes).
Ich habe zu der Zeit funktioniert und irgendwie geschafft alles zu managen - und oft habe ich auch jetzt, nach 20 Jahren, noch das Gefühl, nichts anderes zu machen: funktionieren und managen.

Es gab zwischendurch gute Zeiten.
Und neue Krisen.

Deshalb: nein - ich kenne kein Alheilmittel.
Und bei aller Liebe zu Pudels hang einen zum Arzt schicken zu wollen: selbst eine 1 Jährige Therapie und jahrelange Medikamenteneinnahme waren nur bedingt hilfreich.

Aber was ich weiß, ist, dass darüber reden hilft.
Dass mir der Austausch im Forum hilft, weil hier viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Ansichten sind und es einen weiter bringen kann - oder eben zu der Erkenntnis führt, dass einen dieses oder jenes nicht weiter bringt.


Ich wünsche dir hier einen Austausch, der dir hilft das Eine oder das Andere zu finden :-)
Gegen Schmerzen der Seele gibt es nur zwei Arzneimittel: Hoffnung und Geduld

(Pythagoras)

flor

Hab mir alles von jeden (danke für die Antworten) mehrfach durchgelesen. Könnte Romane schreiben um alles zu beantworten. Ich lass das lieber. Nur eines möchte ich doch kommentieren.

Zitat von: Wohlstandspudel in 25 September 2026, 09:02:03aber es geht nicht um die anderen, sondern es geht um dich

Nein, definiv ist es nicht so. Ich wünsche das es jedem anderen  gut geht und nur das Beste für die anderen. Für mich wünsche ich nur das schlechteste. Das macht sich auch in meinem täglichen Handeln und Tun bemerkbar. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund meiner Depressionen.

Ich gehe jeden Tag sehr viel in die Natur, laufe kilometerweit, hauptsache ich bin alleine. Sitze  gerade auf einem Stein am Wegrand und genieße die Sonne. Da hab ich die wenigsten negativen Gedanken.

Es gibt aber immer schlimmeres als das meine und beschweren tu ich mich bestimmt nicht.

Gruß, Rolf 

Wohlstandspudel

und genau d aliegt dien problem, du wünschst dir nur schlechtes .. .

eine völlig falsche (kranke) denkweise und solange du diese nicht änderst, wirst du es sehr sehr schwer haben.

und wie ich bereits erwähnte, es geht um dich!

flor

Es ist schwer, oder gar unmöglich für jemanden dies zu verstehen. Bei mir geht es immer um andere, nie um mich. Das ist halt so und wenn das jetzt nachteilig für mich ist, dann ist es halt so. Es ist auch schwer dies zu beschreiben und habe mich schon damit angefangen das ich wahrscheinlich (oder auch nicht) der einzige bin der so denkt. Sicher weiß ich ganz genau was ich tun könnte, oder müsste, damit es mir besser geht. Problem ist, das mein Kopf schon gestorben ist und es keine Rückkehr mehr gibt.

Wenn ich mir von anderen helfen lasse, was ist das denn für eine Hilfe? Medikamente lehne ich strikt ab und (zurück) in die Gesellschaft will ich bestimmt nicht. Bin an einem Punkt, wo ich nur meine Ruhe von allem haben will. Das könnte aber noch dauern bis mein Körper dem Kopf folgt. Sehe daher schlechte Chancen wieder positiver zu sein.

-Sachmet-

Dein Verhalten passt dann aber nicht zu "es geht mir nur um Andere", denn die Anderen finden deinen Kurs bestimmt nicht arg prall....
Es gibt andere Welten als diese

Wohlstandspudel

ich kann dir da wirklich nur raten dass du dir hilfe suchst.

ich meine es ist doch viel angenehmer so ganz ohne depressionen und solche anderen gedanken.

und es ist keine schande sich hilfe zu suchen.

aber du musst es wollen und dazu bereit sein.

ich drücke dich mal

flor

Genau das ist es ja. Ich muss es wollen und es auch machen. Da fehlt mir aber der der berühmte Tritt in den Hintern.

War vor Tagen deswegen beim Arzt und hab alles ausführlich mit ihm besprochen. Klar gibt es Hilfe, sagte er und hat mir ne Telefonnummer und Überweisung gegeben. Also angerufen und die sind doch nicht das richtige für mich. Davon mal abgesehen machen die alles mit Tabletten. Also für mich nix. Egal was kommt, Medizin/Chemie/Taletten nehm ich nicht.

nachtwind

Hey flor -
Ich find es schön, dass du dich wieder gemeldet hast.
Wenn jemand hier auftaucht, und dann wieder verschwindet, ohne ersichtlichen Grind, dann find ich das immer ein bisschen schade. Schließlich denk ich ja hin und wieder an dich. Wenn ich deine Überschrift lese zB.

Ich find's auch gut, dass du Initiative ergriffen hast! Ist nicht leicht! Hast du geschafft.
Das es sich für dich nichts Greifbares ergeben hat, ist schade. Aber nicht so selten. Erstmal. Bleib dran. Halt die Augen und Ohren offen. Vielleicht liest du zufällig in der Zeitung von etwas, das dir auffällt. ,,Das könnte was sein." vielleicht erzählt jemand von irgendetwas, was ihm geholfen hat. Und es klingelt leicht: ob das nicht auch was für mich sein könnte?
Dass du keine Mecis willst, kann ich nachvollziehen. Aber das bedeutet nicht, dass man sich deshalb zurücklehnen kann und sagen: ,,brauch ich auch nicht mehr suchen. Gibt ja nix für mich!"
Im Gegenteil! Grad dann! Muss man eben mit noch mehr Nachdruck suchen! Finde ich.

Ich find's richtig gut, dass du gesucht hast!
Weiter so!
Das war ein guter Schritt!

flor

Danke @.nachtwind (und allen anderen) für die Worte. Tatsache ist, das es medizinisch nichts gibt was mir helfen könnte. Gibt es schon, aber ich lehne alles ab was mit Tabletten zu tun hat.

Allgemein haben sich meine Depressionen seit einer Woche deutlich gebessert. Habe jetzt angefangen mich wieder mit einer asiatischen Sprache zu beschäftigen. Aber in meinem Alter ist es schwer zu lernen. Egal..., es tut gut und lenkt von meinen Problemen ab.

Auch hat ein Bekannter letzte Woche gesagt (er ist Profiesportler in einer Kampfsportart), das, egal in welcher schlechten Situation man ist, es immer einen Ausweg gibt.  Man muss es nur wollen. Danach hat es das erste Mal Klick gemacht und ich denke über die ganze Sache positiver.

Hoffe es bleibt so.