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Autor Thema: Gedanken  (Gelesen 391 mal)

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gast

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Gedanken
« am: 14 September 2018, 22:29:34 »

Kraftlos und Gedankenlos,
was soll ich hier nur schreiben?!
Ich weiß noch nicht mal wie es mir geht.
Irgendwie gut und schlecht zu gleich.
Ich bin einfach nur erschöpft.
Die letzten Wochen haben so viel Kraft gekostet.
Ich war kurz davor meinen Traum aufzugeben.
Und doch war da immer irgendwie etwas in mir, was mich vorangetrieben hat.
Ich kann es nicht so genau beschreiben.
War es vielleicht Gott?! War es mein Traum, der unbedingt gelebt werden möchte?!

Jedenfalls ist die Prüfung vorbei. Ich habe bestanden. Ich bin glücklich, dass mein Weg weiter geht.
Doch zugleich bin ich auch so erschöpft. Wie soll es nur weitergehen?!
Ich merke, ich brauche Hilfe. Ich kann das alleine nicht mehr bewältigen.
Doch da sind so viele Fragen. Wohin mit mir?
Und eigentlich wollte ich nicht mehr, dass es mir wieder so ergeht.
Und doch ist es nun so. Ich kann es nicht ändern.
Vlt. muss ich mir einfach nur etwas Zeit gönnen um "runter zu kommen". Doch es sind nur noch Paar Wochen Zeit.
Reicht diese Zeit?!
Plötzlich komm ich ins grübeln. Ist das wirklich mein Weg?! Soll ich wirklich diesen Traum in die Realität umsetzten?!
Schaff ich das?! Was ist wenn ich versage?!
Und nein, tief im inneren weiß ich doch, dass es wohl mein Weg ist. Und ja, er wird anstrengend.
Und ich werde öfters noch an einen Punkt geraten wo ich wieder alles anzweifel.
Wo ich einen Rückzieher machen möchte. Ich einfach nur furchtbar Angst habe.
Wer geht diesen Weg mit mir?! Gott?! Bist du da?! Gibt es dich?! Entschuldige, ich zweifel mal wieder.
Lass mich nicht alleine. Bitte.
Ist das hier ein Gebet? Es sind meine Gedanken im Kopf. Ich tippe einfach nur. Vlt hilft es einwenig Ordnung rein zu bekommen.
Ich habe Angst. Große Angst.
Und gleichzeitig strebe ich nach etwas großartigen. Meinen Traum. Nur darf/kann ich diesen Traum erfüllen!?
Und ist es diese ganze Mühe wert?! Ist es wirklich mein Wunsch oder irre ich mich nur und ich bin dann total unglücklich wenn ich irgendwann mal meinen Traum lebe?! Werde ich den Anforderungen gerecht?!
Ich bin nicht so klug wie manch einer glaubt. Eigentlich bin ich sogar ziemlich blöd. Aber so blöd kann ich dann doch auch wieder nicht sein. Ich schwimme mit. Ich schwimme mit dem Schwarm.
Was mach ich hier eigentlich?! Was erhoff ich mir mit diesem Text hier?! Wirklich Ordnung?!
Fragen über Fragen.
Ich könnte vermutlich Stunden lange darüber schreiben. Und immer wieder das gleiche schreiben. Mich wiederholen. Doch was hat das für einen Sinn?!
Keinen.
Kraftlos und Gedankenlos...so schrieb ich am Anfang. Aber nein, das bin ich keineswegs. v.a. nicht Gedankenlos. Ich glaube die Gedanken überfordern mich eher. Es sind zu viele. Kraftlos, ja vermutlich schon, aber hey, ich habe Kraft hier zu sitzen und zu tippen und mir Gedanken zu machen.
Also kämpfe ich doch weiter für meinen Traum. Und ich werde es schon sehen ob ich es schaffe. Und ich werde es sehen, ob es wirklich mein Traum ist.
Aber diese Angst bleibt. Hoffentlich nicht für immer.

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InaDiva

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Re: Gedanken
« Antwort #1 am: 14 September 2018, 23:27:37 »

 
Sind es nicht unsere Träume, die uns Kraft und unserem Leben einen Sinn geben? Sind sie es nicht, die das Leben spannend und bunt machen? Träume werden zu Zielen, die wir erreichen wollen; geben uns eine Richtung vor, in die wir gehen können / wollen. Träume zu haben, ist wunderbar!

Wie es wirklich ist, wenn ein Traum eines Tages in Erfüllung geht und wir ihn endlich leben, können wir vorher nicht wissen. Bedürfnisse verändern sich im Laufe der Zeit; Wünsche ebenfalls. Zu 100 % kann man sich nie sicher sein, wie schön oder erfüllend ein Traum ist, wenn er in der Realität gelebt wird. Vielleicht ist es genauso grandios wie in unserer Vorstellung. Vielleicht stellen wir aber auch fest, dass es ganz anders und doch nicht das Richtige für uns ist. Das ist dann natürlich sehr schade und wir haben wahrscheinlich (erstmal) das Gefühl, dass die ganze Mühe umsonst gewesen ist und wir unsere Kraft besser in etwas anderes hätten investieren können. Aber ist das wirklich so? Nein, umsonst wäre es sicher nicht gewesen. Schließlich war dieser Traum ein wichtiger und bedeutsamer Teil unseres persönlichen Weges, hat immer mal wieder unseren Willen gestärkt und sicher auch viele schöne Momente mit sich gebracht. Und dazu kommt noch, dass er uns für einen gewissen Zeitraum als Orientierung gedient hat. Und selbst, wenn wir dann feststellen, dass das alles doch nicht unseren Vorstellungen entspricht, hilft es uns auch weiterhin dabei, uns zu orientieren. Es hilft uns, unsere Bedürfnisse besser einzuschätzen. Wann immer wir merken, was uns nicht zusagt / gefällt, kommen wir uns selbst und somit auch unseren tatsächlichen Wünschen – zumindest schon mal gedanklich – näher, weil wir besser eingrenzen können, wo wir wirklich hin wollen und was wir eigentlich erreichen möchten. Und dann entsteht irgendwann ein neuer Traum, der uns wieder Kraft gibt und auf den wir mit Vorfreude und neuer Euphorie hinarbeiten können – und wollen!

Sogar Selbstzweifel sind dabei nicht unbedingt negativ. Sie können uns nämlich auch anspornen, weiterzumachen, mehr zu geben und neue Ideen zu entwickeln. Sich irren oder scheitern kann man immer, ganz gleich, wie sehr man vorher von sich und seiner Idee überzeugt gewesen ist.

Ich wünsche Dir Mut und Zuversicht und dass Du weiterhin an Deinem Traum festhältst!
 
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Adrenalinpur

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Re: Gedanken
« Antwort #2 am: 20 September 2018, 23:56:25 »

Lieber Guest,

du hast unter grossen Anstrengungen deine Prüfung geschafft, das ist Klaase! magst erzählen welche? Und wie dein Leben grad ausschaut?

Und ich glaube du hast es dir verdient, auszuruhen und zu entspannen. Was würdest ddu gerne machen nach der Prüfung?

Kannst du paar Tage nur Ausruhen?

Wir raten dir alle gerne

LG A.
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gast

  • Gast
Re: Gedanken
« Antwort #3 am: 28 Oktober 2018, 22:40:12 »

Es gibt Tage, da fühle ich mich ganz okay.
Es gibt Tage, da bin ich am verzweifeln.
Es gibt Tage, da weiß ich, dass ich es schaffen werde.
Es gibt Tage, da denke ich, ich schaffe diese Prüfung nicht.
Es gibt Tage, da weiß ich, dass nicht alles von dieser einen Prüfung abhängt.
Es gibt Tage, da denke ich, ich mache meine Sache ganz gut.
Es gibt Tage, da habe ich Angst.
Es gibt Tage, da traue ich mich.
Es gibt Tage, da fühle ich mich einsam.
Es gibt Tage, da bin ich Glücklich.
Es gibt Tage, da warte ich einfach nur.
Es gibt Tage, da bin ich verwirrt.
Es gibt Tage, da hab ich große Sorgen um meine Familie.
Es gibt Tage, da kann ich lachen.
Es gibt Tage, an denen ich weiß, dass es richtig ist, was ich mache.
Es gibt Tage, da weiß ich nicht mehr weiter.
Es gibt Tage, da bin ich motiviert,
Es gibt Tage, da bin ich müde.
Es gibt Tage, da möchte ich alleine sein.
Es gibt Tage, an denen ich viel über meine Vergangenheit nachdenke.
Es gibt Tage, da geht die Zeit zu schnell vorbei.
Es gibt Tage, die nie Enden wollen.
Es gibt Tage, an denen ich weine.
Es gibt Tage, an denen ich an mir selbst zerbreche.
Es gibt Tage, da zittere ich gewaltig.
Es gibt Tage, da bin ich wütend.
Es gibt Tage, an denen mein Herz ganz schwer ist.
Es gibt Tage, an denen ich neue Menschen kennen lerne.
Es gibt Tage, die einen neue Chancen eröffnen.
Es gibt Tage, an denen ich nicht weiß was ich schreiben soll.
Es gibt Tage, da bin ich eifersüchtig.
Es gibt Tage, da fühle ich mich wohl.
Es gibt Tage, da bin ich tot traurig.
Es gibt Tage, da fühle ich mich leer.

All diese Tage machen das Leben so vielseitig, so abwechslungsreich, so individuell.
Ich weiß: an jedem Tag bin ich nicht alleine. Da ist jemand. Auch wenn ich IHN nicht sehe, auch wenn ich IHN nicht fühle.
Und doch: ER ist da!
Und dafür sage ich DANKE!
Danke, dass du den Weg mit mir gehst, du mich nicht alleine lässt. Du mich immer wieder beeindruckst und mich zum staunen bringst.

Mein Leben ist nicht einfach, aber mit dir an der Seite wird es etwas leichter.


P.S: danke Ina und Adre für eure Worte. :-*
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Feli

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Re: Gedanken
« Antwort #4 am: 31 Oktober 2018, 20:52:30 »

Danke! Das ist wunderschön! und geht noch tiefer, als ich es hier mit Worten ausdrücken kann
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Und wenn der Himmel über dir einstürzt, sammle die Sterne ein...

(Debby)
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