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Autor Thema: benutzt, gekränkt, verletzt  (Gelesen 170 mal)

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benutzt, gekränkt, verletzt
« am: 13 Januar 2019, 17:42:44 »

Ich habe das Gefühl das mein Leben total außer Kontrolle geraten ist. Dabei bin ich mir auch gar nicht mehr sicher, ob ich es jemals im Griff hatte..

Ich will so viel sagen, doch es gelingt mir einfach nicht. Es gelingt mir nichts. Warum kann ich nicht einfach normal sein? Ich habe das Gefühl ich bin für alle nur ein großes Problem. Denke oft darüber nach ob es überhaupt auffallen würde wäre ich nicht mehr da...
Angebliche Freunde , die hinter mir stehen und dann aber hinter meinem Rücken behaupten ich wäre total gestört und krank im Kopf..
ich habe jetzt schon drei mal versucht mir das Leben zu nehmen, es klappte nicht.. warum nicht? Was habe ich auf dieser Welt verloren?
Ich bin in psychologischer Behandlung, nehme sogar Tabletten und immer wenn ich denke ich habe mich gefangen.... kommt das nächste Ding.. ich habe ständig das Bedürfnis, meine Haut auf zu reißen, bis es blutet..

Aber alles in allem bin ich eine versagerin. Meine Psychologin sagt zwar etwas anderes, aber ich denke das muss sie ja oder? Ist ja ihr Job. Warum kriege ich es denn nicht einmal hin mir das Leben zu nehmen.  Einfach gehen nie wieder zurück kommen, keine Enttäuschungen mehr, keine Schmerzen und vor allem kein ich mehr...

Jeden Tag Tränen. Jeden Tag dieser Ekel vor mir selbst in den Spiegel zu schauen. Die schwarzen Augenringe, da ist einfach nichts mehr....

Möchte auch gar nicht wissen, wie man damit umgeht, ich kann’s nicht... ich will das es vorbei ist. So schmerzfrei wie möglich und ganz schnell... für immer.
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hardworking fool

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Re: benutzt, gekränkt, verletzt
« Antwort #1 am: 13 Januar 2019, 18:09:30 »

Möchte auch gar nicht wissen, wie man damit umgeht, ich kann’s nicht...

Hallo …!

Gut, denn das könnte ich dir auch nicht sagen. Da muss jeder selbst herausfinden wie er mit diesen Gedanken fertig wird. Ein paar Dinge würden mich aber schon interessieren:

Wie lange hast du denn dieses Gefühl schon? Kannst du einen Auslöser benennen?
Bist du dir wirklich sicher, dass deine Freunde hinter deinem Rücken schlecht über dich reden?
Könnte es nicht sein, dass du dir selbst einredest, eine Versagerin zu sein?
Warum fällt es dir so schwer deiner Psychologin zu glauben? Ich wünschte meine Therapeutin würde mir mal sagen, dass ich kein Versager bin!

Versuche doch einfach mal dich ganz unvoreingenommen im Spiegel zu betrachten. Als wärest du jemand den du noch nie zuvor getroffen hast. Würdest du dann nur auf die Augenringe schauen (manche finden so etwas sogar interessant) oder würdest du nicht doch noch mehr sehen?

Alles Gute!
Fool


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Wahrlich, keiner ist weise der nicht das Dunkel kennt.
Hermann Hesse

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Re: benutzt, gekränkt, verletzt
« Antwort #2 am: 13 Januar 2019, 18:20:37 »

Hallo Fool.....

Tatsächlich habe ich das Gefühl schon sehr lange, ich bin jetzt 22... und habe es ca. seit dem 8. 9. Lebensjahr...ausgelöst wurde es durch Mobbing, Ausgrenzung sowohl in der Familie als auch in der Schule, sexueller missbrauch, Gewalt.
Nein, ich bilde mir das leider nicht ein, denn ich habe Nachrichten gelesen und sprachnotizen anhören können...

Vielleicht habe ich nicht nur das Vertrauen in mich selber verloren, sondern einfach in jedem....? Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt.



Die Leute interessieren sich nur dann für mich, wenn sie mir etwas schlechtes wollen oder wieder einmal damit beschäftigt sind mir zu sagen was ich in meinem Leben alles falsch mache ....


Ich bin einfach erschöpft... diese Qual... jeden Tag... von vorn
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Mickie

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Re: benutzt, gekränkt, verletzt
« Antwort #3 am: 13 Januar 2019, 19:56:34 »

Huhu Gast,

für einen Moment habe ich gedacht, du schreibst aus meinem Leben, erzählst von meiner Kindheit, aber das geht ja gar nicht, ich bin ja viel Älter und du noch so Jung.

Als du den Mut hattest hier zu schreiben, was dir in der Vergangenheit wiederfahren ist da lief mir ein kalter Schauer über den Rücken, da es hätte auch mein Auszug aus der Kindheit sein können, Mobbing, Gewalt, sexueller Missbrauch.. Als ich so jung war wie du, ging es mir sehr ähnlich wie dir, ich fühlte mich am Boden, immer Schuldig,  ich traute anderen nicht aber mir selber auch nicht.

Ich würde dir jetzt auch gerne schreiben das irgendwann alles gut sein wird, aber das kann ich leider nicht. Aber ich kann dir schreiben es kann sich vieles ändern und das Leben neue Erfahrungen machen und das dunkeltste Tief überwunden werden.

Aus dem wie du schreibst empfinde ich dich als sehr mutig, weil du dich den Dämonen schon jetzt stellst durch professionelle Hilfe. Es ist eine Stärke das vergangene Überlebt zu haben und zeigt auch in dir steckt eine Menge Potenzial und vielleicht bedarf es nur eine Kleinigkeit das auch für dich ein kleiner Funke Hoffnung ankommt.

Ich kenne dieses nicht Reden können, soviel Sagen wollen und am Ende doch zu schweigen. Bis heute Rede ich selten über das was in mir vorgeht, zu schwer wiegt der damilige Vertrauensmissbrauch, aber ich habe das Schreiben für mich gefunden, meine Finger schreiben schneller mal oder Eher mal über das was mich bewegt. Ich bin überzeugt auch du wirst deinen Weg des "Redens" finden.

Ich möchte dir Danken, in dem du den Mut hattest hier zu schreiben, hast mir gezeigt was ich alles schon geschafft habe und ich glaube an dich, das du auch noch ganz viel positives schaffen wirst.

Lieben Gruß

Mickie
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immer nur Gast

  • Gast
Re: benutzt, gekränkt, verletzt
« Antwort #4 am: 14 Januar 2019, 13:08:31 »

Guten Morgen,

ich habe z.Zt. auch ganz stark das Gefühl mein Leben an die Wand gefahren zu haben, vielleicht fuhr mein Karren auch auf Schienen, ich weiß es nicht und ich weiß nicht wie ich die nächste Runde überstehen soll.

All diese Glaswände gegen die man rennt, während man Versucht den ganzen Ansprüchen gerecht zu werden, Freunde, Familie, Arbeit, Gesundheit, Unversehrtheit, Gemeinschaft, Schutz, Ernährung, Bewegung/Sport, Aufhören mit Ungesundem/Ungutem und Anfangen mit dem ganzen Tollen, während du spürst dass das alles Sinnlos ist und am Ende doch nur wieder Verlust, Schmerz, Versagen, Kränkungen, Gemeinheiten, Spott und Haß bedeutet.

Ich selber komme aus haltlosen Zuständen und bin inzwischen der Meinung, dass, wenn man sich so fühlt, dann kann einem auch niemand mehr von außen dieses Gefühl eingeben.
Ich weiß aber auch nicht wie man es sich selber erarbeitet, da ich, seit ich nicht mehr in der Familie bin, genauso unbeständig und chaotisch weiter gemacht hab. Das wenige was mir Halt und Gutes gibt, ist leider nicht ausreichend um ein zufriedenes Leben zu führen.
Ich bin jetzt 33 und immer noch am sortieren, ausmisten, neu ordnen und rausschmeißen von Schlechtem/Bösen/ Unnötigen. Ich bin 10/12 Jahre immer nur meinem Leben hnterhergelaufen, hab Schläge abgefangen und eingesteckt, hab neu begonnen und hab mich dabei ein ums andere mal aufs Maul gelgt. Ich habe versagt, andere haben versagt. Wenn ich jetzt so im nachhinein darüber schaue, kann ich dir immer noch nicht sagen was ich hätte anders machen sollen. Hätte ich meinen Partner früher verlassen sollen? Hätte ich in eine andere Stadt ziehen sollen? Hätte ich mir einen anderen Beruf aussuchen sollen? Bin ich vielleicht einfach nicht lebensfähig? Oder kaputt? oder einfach nur so dämlich wie sie es immer gesagt haben?

Also, ist das doch Einstellungs-Sache? Mhmmm.....

Ich weiß es nicht, ich bin selber noch am Suchen und das werde ich wohl auch mein ganzes restliches Leben tun (und mein Leben braucht auch nicht mehr all zu lang sein)

Und Selbstekel und -verachtung?
Puuh, riesen Thema.....

Wir haben nur diesen einen Körper und der ist nicht Schuld an dem ganzen !§$%& den Andere taten und auch du selber damit machst oder getan hast!

Du wirst gerade ein erwachsener Mensch, geh nicht so mies damit um, wie man es dir beigebracht hat!

Auch wenn man seinen eigenen Körper nicht lieben kann, ist er doch das, was dich durchs Leben trägt und er ist auch eine Projektionfläche.
Wenn dein Körper nur ein Mahnmal für dich ist, für all die grausamen Ereignisse, dann, was erwartest du? Eine Entschuldigung? Das wird dein Körper niemals so formulieren können, er wird nicht mit dir sprechen und er kann dein Leben auch nicht alleine regeln.
Kannst du überhaupt etwas positives mit deinem Körper verbinden? Vielleicht ein wenig Stolz, auf euch beide, das ihr so lange schon durch haltet?

Und selbst wenn du dann über deine Themen irgendwann sprechen kannst, wirst du vielleicht auch wieder verstummen. Und dann wirst du deine Sprache wiederfinden.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft für deinen weiteren Lebensweg.

Ich würde Dir gern sagen das es besser wird, aber das tut es nicht. Aber es steht dir frei, selbst besser zu werden und zwar nach deinen eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen.
Kontrolle ist nur eine Illusion die unser Geist spint, damit wir uns nicht so machtlos fühlen. Und es hat auch sonst niemand ein Recht auf Kontrolle über dich und dein Leben, außer denjenigen denen du es gestattest und daraus findet sich auch immer ein anderer Ausweg.
(Außnahmen bestätigen die Regel: jemanden durch Gewalt, Manipulation und Zwang zu kontrollieren ist bekanntlich nicht normal und nicht das Verschulden des Opfers!! )

Du stehst mit 22 im ersten Drittel deines Lebens, du hast schon viel worauf du zurückblickst und die Gegenwart ist nicht so toll und die Zukunft ist noch fern.
Nochmal Geduld, Kraft und Motivation aufzubringen ist dir vielleicht im Moment nicht möglich, aber das kommt wieder. So wie alles Gute und Schlechte immer wieder kommt und geht.
Und es wird immer wieder emotionale Schleudertraumas geben, nur hoffentlich nicht so schlimme wie die vergangenen....bzw. hast du dann sinnvolleres Rüstzeug um damit umzugehen

Ich finde dich auch sehr mutig und bin mir sicher das du deinen Weg in diesem Leben finden wirst! Du bist mehr als das, was dich runter zieht und kaputt macht. Und du bist auch Mehr als das, was Zerbrechen wird, wenn du deinen Panzer knackst!

Und du hast das Recht dich von negativen Menschen zu trennen! Ob Blutsverwandte oder nicht, du mußt niemanden in deinem Leben dulden der dich schlecht behandelt. Manchmal bedeutet das zwar, dass du selber gehen mußt, aber nicht in den Tod!
ich hoffe du hast die Nacht überlebt!

Mit ganz vielen Grüßen






















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InaDiva

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Re: benutzt, gekränkt, verletzt
« Antwort #5 am: 22 Januar 2019, 07:07:07 »

 

Ich würde dir jetzt auch gerne schreiben das irgendwann alles gut sein wird, aber das kann ich leider nicht. Aber ich kann dir schreiben es kann sich vieles ändern und das Leben neue Erfahrungen machen und das dunkeltste Tief überwunden werden.



Ich würde Dir gern sagen das es besser wird, aber das tut es nicht. Aber es steht dir frei, selbst besser zu werden und zwar nach deinen eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen.



Hallo ....,

diesen Zeilen möchte ich mich gerne anschließen. Vor einigen Tagen habe ich einen Spruch an einer Hauswand gelesen, den ich fotografiert habe, weil er mich angesprochen hat. Es war ein Zitat von Christian Morgenstern und passt gut dazu:

"Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein."

Genauso ist es – das sollten wir uns immer wieder bewusst machen. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, denn das ist es nicht. Auch auf meiner Seele lasten die Scherben der Vergangenheit und vieles lässt mich bis heute nicht los. Vielleicht wird es das niemals, weil es dafür viel zu tief in mir verankert ist. Dennoch habe ich und Du und jeder andere nicht mehr das Leben von damals. Die schlimmen Erfahrungen, die wir gemacht haben, gehören zu uns – keine Frage, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Genauso wichtig – eigentlich sogar noch wichtiger – ist aber: Wir sind raus aus diesen Situationen / Umständen / Zuständen. Wir haben es hinter uns. Mit den Folgen haben wir noch zu kämpfen, aber die Gegebenheiten von damals sind aufgelöst und beendet. Wir führen jetzt ein anderes Leben. Ein Leben mit viel Schmerz, aber auch mit neuen Möglichkeiten und Chancen, die wir ergreifen dürfen und sollten. Ein schwerer Weg – aber ein lohnenswerter, auf dem es nach und nach ein bisschen leichter werden kann.

Alles Gute und viel Kraft
wünscht Dir
Ina
 
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„I couldn't sleep and wouldn't sleep when love came and told me I shouldn't sleep“
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