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Autor Thema: Meine Gedanken  (Gelesen 884 mal)

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Caro95

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Meine Gedanken
« am: 05 April 2020, 03:26:42 »


Auf der Suche

Ein Leben lang auf der Suche,
Auf der Suche nach Anerkennung und Liebe..

Immer stark sein, um Niemanden zu belasten...
Immer stark sein, um Niemandem Sorgen zu bereiten...
Immer alles schaffen, nie schwach sein

So gerne würde ich mich einfach mal fallen lassen...
Mich fallen lassen und aufgefangen werden...

Nicht mehr immer stark sein müssen
Nicht mehr die Verantwortung tragen.
Nicht mehr immer alles alleine tragen..

Doch öffne ich mal ein Fenster und zeige auch Schwächen..
so heisst es bald ein Mal: "Werd doch mal Erwachsen"

Ich kann nicht mehr...
Ich hab die Kraft nicht mehr...
Ich sitze einfach nur noch da...

Die Tränen laufen mir übers Gesicht,
bis das ganze Gesicht nur noch brennt...

Und dann kehrt Ruhe ein...
Nur um am nächsten Tag wieder aufzustehen..
UM STARK ZU SEIN!
 

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Caro95

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Re: Meine Gedanken
« Antwort #1 am: 15 April 2020, 23:37:50 »

Abend

Es ist dunkel,
es ist Nacht,
die Sterne leuchten in voller Pracht
doch ich kann sie nicht betrachten,
den Sterne sind für mich ein Symbol
des Glücks und des Lachen.
Es ist Abend,
es ist Nacht,
ich bin allein in meinem Zimmer und liege wach,
ich kann wie so oft nicht schlafen, es quält mich bis zum Tag.
Doch ein Leben besteht aus Tag und Nacht..
Aus Sonne und Mond,
Aus Helligkeit und Dunkelheit
Aus Fröhlichkeit und aus Trauer
Aus Lachen und aus Tränen
Aus Gemeinschaft und Einsamkeit..
Es braucht Tag und Nacht..
Doch auch die Nacht kann nichts dafür,
sie trägt keine Schuld,
Es ist mein Leben…
Die Tage und die Nächte meines Lebens..
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InaDiva

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Re: Meine Gedanken
« Antwort #2 am: 16 April 2020, 06:26:26 »

 
Doch ein Leben besteht aus Tag und Nacht..
[...]
Es braucht Tag und Nacht..

Hallo Caro,

das ist eine schöne Metapher, die ich sehr passend finde!

Ich bin davon überzeugt, dass es beides braucht, dass beides wichtig und nützlich ist. Denn wüssten wir die schönen, glücklichen Momente zu schätzen, wenn wir keine Trauer kennen würden? Würden wir Sonnenstrahlen noch als wärmend und wohltuend wahrnehmen, wenn es nie dunkel und kalt wäre? Hätten wir noch Träume und Wünsche, wenn wir immer und zu jeder Zeit haben könnten, wonach wir uns sehnen? Könnte man uns noch positiv überraschen, wenn wir nie zweifeln würden und noch nie enttäuscht worden wären? Wäre Zweisamkeit noch erfüllend, wenn wir nie allein wären und uns nicht auch mal einsam fühlen würden? Könnten wir noch Erleichterung verspüren und befreit aufatmen, wenn es keine emotional belastenden Phasen gäbe?

Mir fallen noch viele weitere Fragen dieser Art ein und ich würde auf alle das gleiche antworten: Nein, ich denke nicht. Ohne dieses Wechselspiel gäbe es kein "gut" und "schlecht" mehr; alles Glücklichsein, alle Freude, jedes Lachen würde zum monotonen Normalzustand, der sich auf lange Sicht bestimmt nicht mehr nach Glück und Freude anfühlen würde.

Bei uns, die wir von Depressionen betroffen sind, ist die Krux, dass wir das Positive oft nicht erkennen können bzw. es nicht als solches wahrnehmen oder annehmen können, weil das dazugehörige Gefühl nicht zu uns durchdringt. Die Depression – sinnbildlich als schwarze Wolke – verschleiert unsere Sicht auf das Gute und ummantelt uns so fest, dass kaum noch oder wirklich gar keine Sonnenstrahlen mehr hindurchscheinen und unser Herz erreichen können. Wir (zumindest trifft es auf viele, wenn auch nicht auf alle depressiven Menschen zu) sind (phasenweise) sehr auf die negativen Dinge und unseren Schmerz fixiert oder werden sogar emotionslos und fühlen uns innerlich tot, weil einfach nichts mehr ankommt. Sterne gibt es dann höchstens noch in der sehnsuchtsvollen Fantasie.

Ja, wenn sich solche "Nächte" über einen langen Zeitraum hinziehen und besonders dunkel sind, sodass wir die Sterne nicht mehr sehen können, kann auch die wörtlich gemeinte Nacht wie eine Ewigkeit erscheinen...


Ich wünsche Dir funkelnde Sterne und ganz viel Sonne, Caro!

Alles Liebe
Ina
 
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I thought I'd found a light to guide me through my night and all this darkness
I was mistaken – only reflections of a shadow that I saw
(D. Crosby)

Caro95

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Re: Meine Gedanken
« Antwort #3 am: 16 April 2020, 22:43:10 »

Liebe InaDiva

Danke für deine ausführliche Antwort.. Du hast schöne Beispiele gefunden warum es beide braucht!

Zum Glück kann ich oft die Sterne und die Sonne noch sehen...
aktuell holen mich Gedanken und Gefühle ein die ich noch nicht zu ordnen und begreifen kann..

Das Gedicht Abend.. ist eines das ich auf meinem Laptop aus vergangenen Zeiten gefunden habe und die Erinnerungen die die aktuell aufflammen ziemlich gut beschreiben. Auch wenn da noch viele Emotionen sind die ich noch nicht zuordnen kann..

Ich hoffe das auch bei dir die Sterne funkeln und ein Sonnenstrahl deine Nase "kitzelt".

Liebe Grüsse
Caro
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