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Autor Thema: Tiefe Depressionen über Monate  (Gelesen 569 mal)

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InaDiva

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #15 am: 13 Januar 2021, 12:22:22 »

 
Hallo Vorsichtig rantasten,

alles Gute für Deinen Klinikaufenthalt. Ich wünsche Dir sehr, dass Du Dich dort ein bisschen stabilisieren kannst, neue Kraft und vor allem neuen Mut findest und dass das Medikament als Unterstützung hilft.
Ich finde es toll, dass Du das machst! Gib bitte nicht auf.

Alles Liebe für Dich
und viele Grüße

Ina
 
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I was mistaken – only reflections of a shadow that I saw
(D. Crosby)

Vorsichtig rantasten

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #16 am: 15 Januar 2021, 07:53:44 »

Hallo Ina
Danke für deine Wünsche.
Ich nehme an, du weißt aus Erfahrung, wie ein stationärer Aufenthalt sich anfühlt.
Für Menschen, die erstmal zur Ruhe kommen müssen ganz wichtig. Nur....ich dümpele ständig alleine in meiner Wohnung Rum, Ruhe von Außen habe ich. Nur das Unruhemonster in mir drin nehme ich überall mit.

Eine NW vom Venlafaxin ist innere Unruhe, toll, noch mehr davon. Ich kann sie nicht nach außen transportieren, ein Zustand zum kirre werden. Bin wie gelähmt, blockiert, kann mich kaum bewegen, nur unter Zwang.

Ängste , vor dem Leben an sich, Nichts Positives, in der Kunsttherapie mal wieder was auf schwarzes Papier geschmiert, planlos.

GsD bin ich bis jetzt alleine im Zimmer. Es wird sehr drauf geachtet, dass es passt ,eine Chaotin ist hier, war letzte Nacht fixiert. Hätte ich die Hälfte von deren "Energie ". Nicht bös gemeint, jeder leidet unter seiner Störung.

Naja, mal abwarten ob das Venlafaxin den Funken zünden kann, und ich wieder ein Lichtblick sehe.

Den Ärzten habe ich klar gesagt, dass ich mir den a.S. wünsche, und das schon seit Jahren. In der Hoffnung, endlich ernst genommen zu werden.

Wie denkt ihr über das Thema, oder ist es Tabu hier?

Liebe Grüße an alle die Mitlesen/und momentan auch leiden. Ihr dürft gerne hier schreiben, wenn ihr unter ebenso langen Phasen leidet, und die Hoffnung schwindet
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Ponyhof

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #17 am: 15 Januar 2021, 14:32:39 »

Hallo Vorsichtig Rantasten

Tja, wie denke ich darüber?

Ich denke, dass es ein Dilemma ist. Zum einen gibt es (ja, kenne ich aus eigener Erfahrung!) Situationen, in denen man zu down ist um noch selbst das Leben zu beenden. Ich hatte irgendwie die Vorstellung (im Rückblick klingt es bescheuert, ich weiß), dass wenn's mir "schlecht genug" geht, irgendjemand "erkennen" würde, dass das so nicht weiter geht und dieser "jemand" mir dann ermöglichen würde, mein Leben zu beenden. (Gott, Arzt, keine Ahnung wer. Ich sage ja, es ist bescheuert gewesen)
Jedenfalls GING es mir schlecht genug und - *Überraschung* niemand kam und beendete den Mist, statt dessen drehte die Welt lustig weiter, als wäre nichts passiert und ich war die Gearschte und konnte sehen wie ich aus dem Dreck wieder rauskam. *tja*

Damals habe ich endlich kapiert:
Das nimmt mir keiner ab. Wer sterben will, der muss das tun. Und zwar alleine (die Voraussetzungen, die die Sterbehelfer zB. in der Schweiz fordern sind ja nix was man Mal eben aus dem Hut zieht. Jedenfalls bei mir ist da nix zu machen).

Zum anderen stellt sich die Frage: "Warum tu ich's nicht?". Ich meine: Letztlich kann uns alle niemand (dauerhaft) zum Leben zwingen. Man kann Hilfe beim Suizid verweigern, man kann ein paar Wochen durch geschlossene Abteilung und suicide-watch rausschlagen. Aber letztlich könnte ich jetzt auf der Stelle einen Kopfsprung vom Balkon machen, ins Auto steigen und vor den Brückenpfeiler rasen oder aber mit den Vorbereitungen für einen meiner wohldurchdachten und ewig recherchierten Suizid-Pläne beginnen. Tue ich aber nicht.

Die Antwort auf diese "Warum tu ich's nicht?" Frage halte ich persönlich für sehr wichtig. Es hat mir absolut nicht gefallen, als ich kapiert habe, dass bei MIR der Grund jahrelang darin lag, dass ich (frühkindliches Trauma) verinnerlicht hatte, meine Pläne und Ziele seien alle Mist. Waren ja nur von mir. Also "musste" der Plan zu sterben auch  Mist sein, denn der war ja auch von mir...  Irgendwann war ich dann zu down, wie gesagt.
"Toller" Grund noch am Leben zu sein, das darfste glauben. - Nach der Erkenntnis war ich erstmal völlig am Boden.
Nichts desto Trotz ist diese Erkenntnis letztlich eine andere Formulierung für die Erkenntnis  "Ich muss meine eigenen Pläne machen. Muss sie selbst entwickeln, selbst durchsetzen, selbst für sie gerade stehen" gewesen, die - offensichtlich - sehr sehr wichtig für mich gewesen ist und mir sehr geholfen hat.

Meine Entscheidung lautet, dass ich noch etwas bleibe. Dass ich nicht ohne Not oder Krise den Scherbenhaufen anrichten möchte, den ein Suizid hinterlässt. Dass ich aber im Fall von Katastrophe o.ä. nicht noch einmal zögern werde. Wenn ich sterben will - muss ich mir die Finger schmutzig machen und das Arschloch sein, dass DAS seiner Familie und Freundeskreis antut. Denn es kommt keiner und rettet mich vor diesem "Dilemma". So sieht's aus.

Jedenfalls.

Ich bin der Meinung, dass Suizid (assistiert oder wie auch immer) hier kein Tabu sein darf (Ey, ganz ehrlich: Wegen dieses Themas sind wir doch HIER. Kann wohl kaum sein, hier nur über's Wetter zu reden, oder?).

Also, Vorsichtig Rantasten, jetzt Mal ganz "bott" gesagt - ich erwarte, dass die Ärzte Dir den Gefallen nicht tun werden, Dir die Drecksarbeit abzunehmen und Dich ins Jenseits zu befördern.

Daher die Frage (sie ist provokant, ich weiß. Ich hoffe, ich habe mit meiner Geschichte zum Ausdruck bringen können, dass ich sie nicht stelle um Dich zu verletzen, sondern weil sie mir persönlich in ähnlicher Lage zwar überhaupt nicht gefallen aber trotzdem sehr geholfen hat!):
Warum wartest Du darauf, dass die Ärzte etwas tun, was sie (nach meiner Erfahrung) nie tun werden statt das was Du willst selbst herbei zu führen?

Liebe Grüße, ich hoffe ich habe zum Ausdruck bringen können was ich meine, anstatt Dir oder sonst jemandem auf die Zehen zu treten.

Ponyhof
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Dunkelglanz

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #18 am: 15 Januar 2021, 22:58:12 »

Ja, mir geht es miserabel. Und das schon seit Monaten, mit kurzen Unterbrechungen. Andauernd Antriebsschwäche, Ängste, Depressionen und Schmerzen. Ich bin nicht länger in der Lage, dieses "Leben" weiterzuführen. Es ist wie ein Kerker, mit kurzen Momenten des Freigangs
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Dunkelglanz

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #19 am: 15 Januar 2021, 23:01:34 »

Wieso kann ich hier nicht korrigieren? Ich möchtegern etwas an dem Text hier korrigieren.
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InaDiva

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #20 am: 15 Januar 2021, 23:13:13 »

 
@ Dunkelglanz: Du kannst Beiträge nur im Tagebuchbereich ändern (bis eine Stunde nach Erstellung des Beitrags). Du kannst mir gerne per PN schreiben, was Du korrigieren möchtest, dann kümmere ich mich darum.
 
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(D. Crosby)

Vorsichtig rantasten

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #21 am: 16 Januar 2021, 07:40:37 »

Danke Ponyhof für deine Schilderung

Seht es mir bitte nach, wenn ich nicht so viel schreibe, erstens ist es mühselig in Worte zu fassen,das Denken an sich klappt nicht, fühle mich als würde ich zusehends verblöden. Und auf dem Handy tippen ist anstrengend.

Mein Wunsch ploppt nicht an und ab auf,der besteht seit 5 Jahren. Ich baue stetig ab,sehe mir beim Zerfall zu, aber wenn ich nicht mehr leben will, dann hilft keine Therapie, kein Medikament, keine Klinik. Ich flüchte sozusagen regelmäßig in die Psychiatrie, um meinen Kindern "den guten Willen" zu zeigen. Es ist jedes Mal eine Qual.

Die 8 Wochen wo das Monster abgelassen hatte,fühlte ich was, aber auch da hatte ich den Wunsch immer noch,weil ich ahnte dass es wieder in die Dunkelheit geht.

Der Arzt meinte Gestern "sie sind noch schwingungsfähig" . Toll, erst wenn ich apathisch im Bett bleibe, das Essen und Körperpflege verweigere, glaubt er mir??

Ich schaffe keinen weiteren Versuch, weil ich nicht imstande bin, mir das geeignete Mittel in der passenden Dosierung zu besorgen. Würde wahrscheinlich eine Menge Geld für irgendwas im Darknet bezahlen, abgezockt werden,und danach sabbernd irgendwo sitzen. Ich will in Würde und bei klarem Verstand abgehen, keine Kollateralschäden, natürlich würden meine Kinder trauern, aber ehrlich....die Frage stelle ich mir ständig. ICH leide wie ein Tier, vegetiere vor mich hin, und das soll noch 30 Jahre so weitergehen?

Wenn ich wüsste, welche Veränderung mich rausreißen würde,täte ich es sofort. Umgezogen bin ich schon öfters, für Freundschaften habe ich keine Kraft mehr, keiner will so jemanden als Freundin. Der über Monate tot ist, und dann einige Wochen versucht Kontakte wieder aufleben zu lassen.

Ist das Leben? Spazieren gehen, wie ein Roboter. Nichts dringt durch, gerate irgendwann in Panik und will nur wieder in die Wohnung.

Nicht lesen können, kein TV, keine Spiele, Handarbeit, Sport, Nichts geht, eine Blockade die ich verdammt nochmal nicht einreißen kann. Weil ich nicht will? Flucht aus dem Leben, ach, ich höre besser auf.

Jedenfalls werde ich meine letzte Kraft nutzen, und um ein Gespräch mit Ober und Chefarzt bitten. 

Danke euch, dass ihr mir zuhört. Darüber offen reden tut gut.

Schönes Wochenende Allen.

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Vorsichtig rantasten

  • Gast
Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #22 am: 16 Januar 2021, 07:42:50 »

Hey Dunkelglanz

Ist es deine erste Phase,oder leidest du schon über Jahre?

Kannst gerne mit mir quatschen wenn du magst.
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Violetta

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Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #23 am: Gestern um 07:15:26 »

Hallo Vorsichtig rantasten,

nachdem du deine körperlichen Symptome beschrieben hast, ist mir etwas aufgefallen. Hast du schon einmal deine Zink- und Vitamin-D-Werte überprüfen lassen? Die kann man mit einem einfachen Bluttest bestimmen lassen. Zink- und Vitamin-D-Mangel sind nicht die Ursache einer Depression, aber sie können die körperlichen Symptome einer Depression extrem verstärken.
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Vorsichtig rantasten

  • Gast
Re: Tiefe Depressionen über Monate
« Antwort #24 am: Gestern um 18:57:42 »

Hallo Violetta

Herzlichen Dank für deinen Hinweis.  Meine Werte sind allesamt gut,wie auch immer das möglich ist bei meiner Ernährung in letzter Zeit. Scheinbar ist mein Körper doppelt so robust wie meine Seele:/

Seit 5 Tagen bin ich auf 50mg Sertralin,  das Venlafaxin ging nicht wegen Unregelmäßigkeiten beim EKG (irgendwas mit der QT.....,bin schon so verblödet,dass ich Nichts behalte und auch nicht nachlese.

Innere Unruhe mit Zittern, da ich nicht mehr Leidensfähigkeit bin, hole ich Atosil bei Bedarf.  Die Situation auf Station ist sehr anstrengend, überlege schon mich zu entlassen, Option - einsam in der Wohnung hocken und Zeit absitzen. Zwischendurch unter Zwang nach Draußen, Haushalt, Nahrungsaufnahme....naja, auch hier stopfe ich das Essen appetitlos und ohne Hunger rein.

Hätte ich vor ca.10Jahren meinen eigenen diesen Text gelesen, hätte ich mich mit Füßen in den Hintern getreten, selber Schuld, machst Nichts damit es besser geht, ständig negativ, etc.....Ich hasse mich dafür,  dass ich Alles was mir seit Anfang vor 25 Jahren durch die Depressionen geholfen hat, jetzt nicht anwenden kann/will...was auch immer.

Vielleicht liest jemand, der Erfahrungen mit Sertralin hat. Wäre eine kleine Hilfe, bin so verzweifelt, ich kann nicht mal mit meinen Kindern telefonieren, fühle Nichts, Stimme versagt ab und zu. 

Fühle mich erschöpft, ausgelaugt, wo ist die Steckdose?

Danke fürs lesen
Carefully
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