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Autor Thema: An meinen vater  (Gelesen 797 mal)

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Homo.habilis

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An meinen vater
« am: 10 Oktober 2021, 15:58:39 »

Es ist schon lange her. 30 jahre. Ich war erst neunzehn als du diesen Unfall hattest. Du warst knapp über 50. Jetzt bin ich im selben Alter wie du, zum Zeitpunkt deines todes. Und mein Sohn ist 19 Jahre alt, so wie ich damals.
Wir fühlten in von dir unterdrückt. Als wir von deinem tod erfahren haben, waren wir erleichtert, dass wir dich nicht mehr ertragen mussten.
Jahre später könnte ich erst trauern. In meinen träumen hab ich erst seit kurzem keine angst mehr vor dir. Ich habe jahrzehnte fast nie an dich gedacht. Ich habe deinen geburtstag und einen todestag vergessen. Ich war selten an deinem grab. Warum denke ich jetzt öfters an dich. Meine Mutter spricht immer noch schlecht über dich. Ich kann inzwischen manche dinge verstehen, die du gemacht hast. Bin ich wie du? Wäre meine Familie auch froh wenn ich weg wäre?
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