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Autor Thema: Papa  (Gelesen 1033 mal)

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hope72

  • Gast
Papa
« am: 01 Juli 2013, 22:46:35 »

Hallo Papa,

auch Du fehlst mir, es gibt Tage an denen ich denke ACH ICH GEH MAL EBEN RÜBER UND FRAG Papa...
Ich weiß, das Du gehen wolltest und DAS gibt mir Trost mit Deinem Verlust zurechtzukommen. In ein paar
Tagen bist Du schon sieben Jahre nicht mehr bei uns, und doch hast Du so viele Spuren hinterlassen.

Im positiven wie im negativen .

Im Augenblick verarbeite ich viel aus der Zeit, in der ich dachte
Dein kleines Mädchen zu sein. Heute weiß ich, das ich, ganz gleich was ich aus meinem Leben
gemacht hätte NICHTS RICHTIG GEWESEN WÄRE für DICH. Manches mal schäme ich mich dafür
im Augenblick kein wahres liebes Wort für Dich zu finden. Ja. Aber verdammt, Du hast auf privater
Ebene als Vater nicht alles richtig gemacht. Für Dich zählte das Geschäft, das Geld und wichtige
Menschen die einen Titel hatten und Dein eigentliches armes ICH mit ihrem GEHABE geschmückt
haben. Sicherlich hast Du Deine Gründe WARUM Du so warst WIE DU WARST, dennoch aber hab
ich Dich als VATER vermisst. Als Vater der mich in die Arme schließt und sagt HEY DU BIST GENAU
RICHTIG WIE DU BIST U ICH LIEBE DICH. Die Worte habe ich nie gehört von Dir, vielleicht hättest
Du es gerne mal gesagt - vielleicht auch nicht. Ich war ja NUR ein Mädchen.

Deine Aufmerksamkeit bekam ich, wenn ich was falsch gemacht habe u nicht gleich so funktioniert
habe wie Du es gerne gesehen hättest. Dann warst Du stark und konntest verbal um Dich schlagen
oder mich mit wütender Ignoranz strafen. Ja Du hast Narben hinterlassen u ja ich mache Dich
ein Stück weit dafür Verantwortlich, das ich nie mit fröhlicher Leichtigkeit als Kind über eine
Wiese laufen konnte. Immer fühlte ich mich kontrolliert von Dir, wenn Du gelacht hast, durfte auch
ich lachen u wenn Du wütend warst, habe ich gelernt mich unsichtbar zu machen, damit ich bloss
nichts von Deiner Laune abbekomme. Du hast mir Dinge erzählt IMMER U IMMER wieder, die mich
verletzt haben, aber nur dann wenn ich keinen Fluchtpunkt hatte. Hast mich abgewertet, hast Menschen
nach ihrem äußeren verurteilt. Wie hast Du immer gesagt HASTE WAS BISTE WAS HASTE NIX BISTE NICHTS:

Wie armselig.

Bei allem was ich mir gerade von der Seele geschrieben habe, Danke ich Dir, das Du mir mein Leben geschenkt
hast und ja ich wünsche mir, mit Dir meinen Frieden zu finden. Im Grunde konntest auch Du nur so werden
wie Du geprägt wurdest. Trotz all dem hast Du mir gefehlt als PAPA.

Und wenn ich den ASTRONAUTEN VOM GRAF höre, wünsche ich mir nichts mehr, das Du mal so für mich
fühlen würdest.
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