Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

Erweiterte Suche  
Seiten: [1]

Autor Thema: ... der einzige Weg?  (Gelesen 988 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Angst

  • Senior Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1.096
  • silence is better than bullshit!
... der einzige Weg?
« am: 15 September 2014, 14:55:37 »

Hey ho ihrs...

Wieder is es eine Weile her das ich schrieb, auch wenn ich oft drüber nachgedacht habe..
Trotz Therapie hänge ich zu oft in traumatischen Situationen fest, die mich mehr und mehr belagern..

Zur Zeit bin ich sehr viel bei meinem neuen Partner, alles is soweit gut - jedenfalls was die Beziehung an sich angeht..
Allerdings werden wir ab Oktober einige Zeit bei mir in der Wohnung sein, bis wir eine größere gefunden haben...
Und da platzt auch schon das Trauma in mir auf!
Ich weiß, bei ihm bin ich sicher - aber diese Wohnung ist für mich der pure Horror!!!
Da is so viel passiert, von verbalen Beleidigungen bis hin zut körperlichen Gewalt...
(Wie sehr ich mich dafür schäme......)
Ich ertrage den Gedanken kaum, aber ich weiß dass wir erstma in diese Wohnung müssen. (Bitte erspart mir die Erklärung dafür)
Es geht nich anders.. wir sind auch schon grob auf der suche, aber das is nich so einfach.. Wohnungen halt..

mir geht's mit der ganzen Sache richtig schlecht, ihm auch..
er is die woche allerdings auch noch in der Tagesklinik, ansich völlig ok,  aber so kann ich halt auch nich viel machen.
Er weiß dass es eine extrem Situation für mich is.. auch dass es mich so sehr fertig macht.. aber helfen kann er mir auch nich wirklich. Er is da und versucht... aber bringen tut es nur bedingt was..

ich träume auch schon wieder oft von meinem Ex und was alles gewesen ist... es macht mich kaputt. Ich habs Gefühl, 24h am Tag schlafen zu wollen, am besten mit Medikamenten, denn da träume ich so gut wie nich.
aber das is ja auch nich von Vorteil...
Kann mich ja kaum vor verstecken, irgendwie muss ich mich dem ja stellen..

ich hab einfach Angst....
Gespeichert
Jeder Mensch ist ein einmaliger Mensch und tatsächlich,
für sich gesehen, das größte Kunstwerk aller Zeiten.

~Thomas Bernhard~

InaDiva

  • YaBB Administrator
  • Senior Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 20.940
  • Alone in the dark!
Re: ... der einzige Weg?
« Antwort #1 am: 16 September 2014, 03:00:30 »

Liebe Angst,

vielleicht würde es Dir in Zukunft leichter fallen, die Wohnung zu betreten und Dich dort aufzuhalten, wenn Ihr sie neu / anders einrichtet. Möbel umstellen; Zimmer umdekorieren; Gegenstände, die schlechte Erinnerungen hervorrufen oder die Du ohnehin nicht mehr brauchst, aus der Wohnung entfernen; falls Du Vorhänge oder Gardinen vor den Fenstern hast: weg damit und gegen andere austauschen; Dinge, die Dich an Deinen Ex-Freund erinnern (z.B. Geschenke oder gemeinsame Anschaffungen) wegschmeißen oder zumindest erstmal in Kartons verstauen, etc.. Wenn möglich, ersetzt die Dinge, die Ihr wirklich braucht, indem Ihr sie aus dem Haushalt Deines Freundes übernehmt.

Alles, was mit denen Sinnen zu tun hat, kann sehr schnell Erinnerungen auslösen. Von daher könnte es auch vorteilhaft sein, Grundlegendes zu verändern: Eventuell die Wände streichen – andere Farben können schon einiges ausmachen. Genauso ist es mit Düften: Jede Wohnung hat ja irgendwie ihren eigenen Geruch – den könnte man auch verändern, z.B. mit Duftkerzen, Räucherstäbchen, Lufterfrischern, Raumsprays o.Ä., sofern Du sowas verträgst.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du mit einem ganz anderen Gefühl in die Wohnung gehen wirst, wenn sie neu eingerichtet ist.

Falls davon etwas für Euch infrage kommt, solltet Ihr es umsetzen, bevor Ihr "fest" in Deiner Wohnung seid. Dann kannst Du jederzeit eine Pause einlegen, wenn es Dir zu viel wird. Bis dahin sind es noch zwei Wochen – da lässt sich bestimmt schon das ein oder andere machen, oder? Tagsüber könntest Du Dir vielleicht von einer Freundin oder einer anderen Person, der Du vertraust, helfen lassen. Die Abende können Du und Dein Freund dann ja dafür nutzen, wenn er von der Tagesklinik zurückkommt. Mach es nur nicht alles komplett allein – lass Dich dabei von ihm unterstützen! Wenn er Dich begleitet, wirst Du vermutlich nicht so leicht "fallen", weil er Dir Sicherheit und Halt gibt. Außerdem könnt Ihr dann auch gemeinsam schauen, was wie verändert werden müsste, damit Ihr Euch dort beide einigermaßen wohlfühlt.


Alles Liebe für Dich,
ich wünsche Dir Mut und Kraft!

Ina
Gespeichert
„I couldn't sleep and wouldn't sleep when love came and told me I shouldn't sleep“

Adrenalinpur

  • Gast
Re: ... der einzige Weg?
« Antwort #2 am: 16 September 2014, 19:50:42 »

er ist da und es ist nur für kurze Zeit
redet miteinander
es wird gut
und dann habt ihr bald die neue Wohnung zusammen
Gespeichert

Angst

  • Senior Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1.096
  • silence is better than bullshit!
Re: ... der einzige Weg?
« Antwort #3 am: 02 Oktober 2014, 09:57:52 »

Hey ihrs..
Seit Freitag sind wir jetzt hier. Er fühlt sich wohl - ich hingegen weiß nich so recht wie ich mich fühle.. :/
Mir ist bewusst, dass die Situation nich lange anhält, aber grade abends ist es ziemlich schwer, im hier und jetzt zu bleiben.
Wir haben viel verändert und ich komme auch besser zurecht als ich vermutet hatte, trotzdem bleibt das ungute Gefühl. :(
Die nächsten Tage muss noch einiges getan werden, was mich natürlich noch ablenkt, aber das hört irgendwann auf...
Mir graut vor dem Tag. :/
Gespeichert
Jeder Mensch ist ein einmaliger Mensch und tatsächlich,
für sich gesehen, das größte Kunstwerk aller Zeiten.

~Thomas Bernhard~

Fluesterwesen

  • Gast
Re: ... der einzige Weg?
« Antwort #4 am: 10 Oktober 2014, 10:08:35 »

Liebe Angst,

Vllt. hilft dir ja die Geschichte meines Kinderzimmer:
Nach meinem Auszug habe ich diesen Raum über ein Jahr lang nicht betreten - aus demselben Grund warum du deine Wohnung gar nicht, bis kaum betreten hast. Als ich diesen Sommer bei dir war, habe ich dieselbe Anspannung bei dir gefühlt wie ich sie verspürt habe, als ich die ersten Male wieder da hinein musste. Dann habe ich dieses Zimmer in "Angriff" genommen. Einer der letzten Schritte die ich tat bevor es mir wirklich dauerhaft besser ging: ich habe, wie Ina beschrieb, alles weggeworfen das im entferntesten Erinnerungen schuf. Tapete habe ich angerissen, alles neu! Aber ich musste es selber machen. Mit lauter Musik, damit die Geister mir nicht zu nahe kamen. Als ich damit fertig war, sah ich diesem Raum mit anderen Augen. Da auch eine neue Tür drin war gab es keinerlei Trigger mehr... Heute ist das Zimmer Teil einer Wohnung, aber vor ein paar Jahren war meine Aktion einfach nur befreiend für mich. Allerdings musste ich es alleine machen, ich wollte niemanden dabei der mir hilft.

:-* deine InMy
Gespeichert
Seiten: [1]