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Autor Thema: kein strukturiertes Leben  (Gelesen 1550 mal)

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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #15 am: 08 März 2022, 23:37:06 »

Hallo,

auf Rat der Ärzte habe mich dazu entschlossen auf Dauer ein Antidepressiva einzunehmen.
Die Gefahr in eine lebensbedrohlich Situation zu kommen ist zu groß. Eine Therapie werde ich
z. Zt. nicht machen. Drückt mir die Daumen dass es hilft.

Herzlichen Gruß
Robert
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Ina

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Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #16 am: 09 März 2022, 06:37:37 »

 
Lieber Robert,

meine Daumen sind auf jeden Fall gedrückt! Ich wünsche Dir sehr, dass es Dir hilft.

Die meisten Antidepressiva brauchen eine Weile, bis sich ihre volle Wirkung entfaltet. Daher hab auch ein bisschen Geduld!


Alles Gute für Dich
Ina
 
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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #17 am: 09 März 2022, 21:41:33 »

Liebe Ina,

vielen Dank für Deine Unterstützung. Mir wurde gesagt die Wirkung setzte nach
einer Woche ein. Ich glaube das werde ich überstehen.
Einige Leute warnen mich davor. Danach sei man ein anderer Mensch. Das hoffe ich
doch sehr.

Auch für Dich alles Gute
Robert
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Ina

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Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #18 am: 15 März 2022, 17:57:57 »

 
Hallo Robert,

wie fühlst Du Dich? Merkst Du schon etwas von dem Antidepressivum?

Weiterhin alles Gute für Dich!

Ina
 
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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #19 am: 17 März 2022, 18:32:22 »

Liebe Ina,

vielen danke der Nachfrage. Vom Gefühl her ist es besser. Ich horche immer noch in mich
hinein und warte auf einen Rückschlag. Ist blöd ist aber so. Mein Umfeld sagt es wäre besser mit mir.
Im Moment bin ich vorsichtig optimistisch. Schön zu wissen dass das jemand gibt den es interessiert.

Auch für Dich alles Gute. Fühle Dich von mir gedrückt.
Robert
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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #20 am: 08 April 2022, 04:45:04 »

Möchte Euch mitteilen, dass die Antidepressiva helfen. Das schwere Grübeln und Schlimmeres hat aufgehört.
Negative Gedanken und Antriebsschwäche haben sich nicht gebessert.
Viele Grüße Robert
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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #21 am: 28 April 2022, 17:46:08 »

Es fehlt einfach der Antrieb. In der Theorie alles kapiert aber in der Praxis kann ich es nicht
umsetzen.
Viele Grüße
Robert
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Ina

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Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #22 am: 28 April 2022, 19:55:55 »

 
So geht es mir in mancher Hinsicht auch, Robert. Vom Verstand her sind mir die Dinge völlig klar, aber es scheitert an der Umsetzung, weil mir der Antrieb oder die Konzentration fehlt oder sich etwas in mir ganz stark dagegen sträubt und ich nicht dagegen ankomme. Es ist schwierig, Dinge zu verändern, wenn sie über Jahre zu Gewohnheiten geworden sind. Und selbst wenn man sie verändert, kann es passieren, dass man in alte Muster zurückfällt. Wichtig ist, dass man dran bleibt und sich nicht zu sehr davon entmutigen lässt. Weitermachen, immer wieder probieren... Meistens gibt es ja auch mehrere Wege, ans Ziel zu kommen. Da muss man den richtigen für sich finden.

Gib Dir Zeit!

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Durchhaltevermögen.
 
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(J. Raymond)

Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #23 am: 06 Mai 2022, 03:34:08 »

Hallo Ina,

ich muss jetzt aufpassen, dass ich mich nicht wieder einigele und das Forum verlasse.

Alles Liebe und Gute
Robert
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Ina

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Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #24 am: 06 Mai 2022, 17:37:57 »

 
Aber warum denn? Weil nicht jeder Deine Meinung teilt? Weil hier verschiedene Sichtweisen aufeinandertreffen?

Wie ich Dir schon schrieb, ist ein Forum doch genau dafür da: Zum Austausch. Was hätten wir davon, wenn wir einander immer nur zustimmen würden? Es ist doch klar, dass nicht jeder das gleiche denkt oder die gleiche Einstellung zu einem Thema hat. Das ist im realen Leben auch nicht anders. Davon lebt ein Gespräch doch erst, oder? Ich finde es schön, wenn man auf diese Weise voneinander lernen kann oder zumindest seinen Horizont erweitert und sehe ehrlich gesagt keinen Grund für einen Rückzug. Niemand hat Dich angegriffen oder etwas Böses gesagt.
 
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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #25 am: 06 Mai 2022, 18:24:51 »

Alles gut Ina. Ich kann mit Kritik leben. Kein Problem.
Aber es strengt mich alles im Moment sehr an.
Vielen Dank dass Du kümmerst.
Alles Liebe und Gute.
Robert
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Ponyhof

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #26 am: 06 Mai 2022, 20:34:48 »

Hallo Robert

warum willst Du das Forum verlassen? Weil Du Vertrauen für ein Risiko hältst?

Das tue ich auch.
Ich bin tatsächlich ohne Urvertrauen aufgewachsen und sowas nachträglich zu entwickeln... ich habe Zweifel, ob  das überhaupt möglich ist.

Also meine Therapeutin war so "Jaaaaaaaaa Vertrauen ist toll! Müssen Sie wollen" aber ich konnte nicht nachvollziehen, was daran verlockend sein sollte.
Ich WOLLTE es nicht und selbstverständlich lernte ich es nicht, weil ich es nicht haben wollte.
Gab einige sinnlose Diskussionen auf dem Niveau von:
 "Sie müssen positiv denken"
"Warum sollte ich so naiv sein?" "
Aber wäre es nicht schön voll Vertrauen zu sein?"
"Glaub nicht?"
"Oh"
Nach einigem Gewurschtel und Ratlosigkeit habe ich mich dazu entschlossen, zu versuchen die Dinge realistisch zu sehen.

Wenn ich realistisch gesehen mit Ärger rechne, dann stelle ich mich darauf ein.
Realistisch gesehen, ist in vielen Fällen aber auch ziemlich wahrscheinlich, dass etwas schlimmes nicht eintritt. Sollte man also ohne anderweitige Indizien von ausgehen. (Dass man verrückt wird, wenn man alle 5Sekunden kontrolliert, ob der Herd aus ist, weil man sich bei den letzten Kontrollen ja theoretisch geirrt haben könnte, ist klar.)
Es ist daher unerlässlich von irgendetwas auszugehen. Eine "Arbeitshypothese" sozusagen.

Und so finde ich zB., dass es Menschen GIBT, bei denen Erfahrung und das was ich über deren Charakter weiß sinnvoll erscheinen lassen, dass die mich nicht absichtlich (!) übern Tisch ziehen. Es ist denkbar, aber nicht realistisch.

ZB. Halte ich durchaus für im Rahmen des möglichen, dass mein Mann morgen eine 10 Jahre jüngere Frau trifft, sich Hals über Kopf in sie verliebt und mit ihr ein neues Leben beginnen möchte.
Wie Du richtig sagst: Solche Dinge passieren, thats Life. Muss man mit rechnen.
Was ich NICHT für möglich halte, ist, dass er mir davon nichts sagt, sondern monatelang ein Doppelleben führt.
Warum?
Na, ich kenne ihn. Er ist das was man "ehrliche Haut" nennt. Er hat weder die Veranlagung noch die Fähigkeiten andere zu hintergehen. Schon gar nicht die Frau, mit der er die Wohnung teilt.

Und so kann ich vollkommen ohne Urvertrauen davon ausgehen, dass es da aktuell keine solche Tussi gibt - weil er nämlich nichts gesagt hat.

usw.

Und so lief ich herum und war sicher NULL Vertrauen zu haben. Aber ohne auszukommen.

Eigentlich wäre die Geschichte hier zu Ende...

Dann passierte etwas lustiges:
Ich habe mich vor einiger Zeit mit einer Bekannten unterhalten. Ich weiß gar nicht mehr worum es ging, jedenfalls war ich so "Wird schon klappen" und sie war so "ich hab einfach nicht so ein Vertrauen wie Du" und ich so "WTF???"
Bei näherer Betrachtung fiel mir auf, dass ich absolut KEIN bisschen mehr davon ausging, dass die Welt ein netter Ort, die Menschen auf meiner Seite das Schicksal mir wohlgesonnen waren als früher.

Null. Never, Ich-bin-donnich-blöd

WAS besser geworden war, war das Gefühl, dass ich - was immer kommt - und irgendwas KOMMT immer, davon bin ich überzeugt - das schon irgendwie schaffen werde.
Ich habe schon so viel Mist erlebt. Ich rechne und plane so vorsichtig und ohne Vertrauen... Die Dinge, DIE ich mag, die nimmt mir so schnell keiner, die Menschen, DIE bis hierher mit mir gegangen sind, die gehen nicht morgen aus einer Laune heraus, und mir etwas von der Handvoll Rechte und Dinge, wegnehmen zu wollen, die mir w-i-r-k-l-i-c-h wichtig sind, ist ein harter Knochenjob, denn ich habe gelernt, dass ich im Notfall für meine Rechte auf die harte Tour eintreten würde - weil als Fußabtreter zu leben wirklich nicht erstrebenswert ist. 😡

Das bedeutete zusammen gefasst, dass es realistisch gesehen ziemlich wahrscheinlich war, dass mich in nächster Zeit nicht zig Sachen aus der Bahn werfen würden, weil ich schwere Krankheit, Tod nächster Angehöriger, Persönlichkeitsstörungen, Mobbing... alles schon erlebt habe. Es hat mir nicht gefallen, aber ich weiß wie das geht. Ich weiß, dass ich mit wenig Geld auskommen kann (der einzige Luxus an dem ich w-i-r-k-l-i-c-h hänge ist eine vernünftige Krankenversicherung. ). Und ich glaube, dass es deshalb langsam wirklich schwer wird mich aus der Bahn zu werfen. Weil ich nämlich langsam aber sicher echt krisenfest bin.

Kurz gesagt: ich habe mir hier mit Blut-Schweiß-und-Tränen eine winzige Nische eingerichtet, in der ich mich halbwegs sicher fühle und die man mir nur VERDAMMT schwer wegnehmen kann.


Meine Bekannte sagt zu diesem "Glaub, dass mir das so leicht  nichts und niemand nehmen kann" Gefühl "Vertrauen".
Ich weiß nicht, wie das heißt. Ob es unterschiedliche Formen von Vertrauen gibt? (Vernunftbasiert und Gefühlsbasiert?) Ich habe keine Ahnung, es ist ja letztlich auch egal.


Jetzt hab ich hier lang und breit von mir erzählt, dabei wollte ich eigentlich "Ach, komm Robert, bleib da" schreiben. 🤔

Aber Du hast Mal geschrieben, dass Du gern liest was ich denke, da dachte ich, ich erzähle es Dir. 😃

Was ich SAGEN wollte, ist , dass unterschiedliche Meinungen doch der Grund sind in einem Forum zu schreiben. Meine eigene Meinung kenne ich doch schon? Und ein Dialog in dem einer vorträgt und der andere "Du hast ja soooo Recht" säuselt ist auf Dauer doch etwas einseitig...

Du sagst Du machst das NOCH anders mit dem Vertrauen bzw. nicht- Vertrauen? Interessant. Erzähl doch Mal, deshalb sind wir doch hier. Absolut gar kein Grund sich wegen unterschiedlicher Sichtweisen schlecht zu fühlen oder gar zurück zu ziehen...

Liebe Grüße

Ponyhof
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Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #27 am: 07 Mai 2022, 08:00:41 »

Guten Morgen Ponyhof,

schön wieder von Dir zu lesen.  Jetzt ohne Dir "Brei ums Maul schmieren" zu wollen, was Du geschrieben hast kann ich zu größten Teil
unterschreiben. Leider bin ich im Moment ziemlich down. Deshalb der Rückzug. Hat nichts mit gegensätzlichen Meinungen zu tun.
Davon kann frau/man manchmal etwas lernen.
Das Urvertrauen war mal da, das haben die Erfahrungen weg gespült. Das gäbe eine lange Liste die das wieder spiegelt wie Welt
halt ist. Grausam. Es gilt das Recht des Stärkeren. Leid tun mir die Kinder die dieses Urvertrauen noch haben und das richtige Leben nicht
kennen.
Ein gutes Beispiel ist für mich der Beitrag von Sofie. Welches Urvertrauen oder Gottvertrauen muss frau haben um das drei Jahre auszuhalten?
Als Entschuldigung für diese Einfalt kommt mir nur die erste große liebe und eine sehr gutes Aussehen von dem Typ in den Sinn.
Wie Du schreibst: Krisenfest werden.
Was die Therapeuten sagen macht die Sache noch schlimmer. Sie predigen Gottvertrauen und erreichen nichts (siehe Sofie) außer das sie gut
Geld verdienen.
Durch mein "nicht vertrauen" sind mir viele negative Erfahrungen erspart geblieben. Hier könnte ein lange Liste folgen, sparen wir uns.
Und was ist mit den positiven Erfahrungen die ich nicht gemacht habe? Sparen wir uns. Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß!

Liebe Grüße
Robert

PS: Schön Dich zu kennen
Gespeichert

Robert

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #28 am: 10 Mai 2022, 22:19:00 »

Hallo Ihr Lieben,

Ich glaube die Antidepressiva wirken bei mir mittlerweile sehr gut.
Das Kopfkino ist aus. Das ändert zwar nicht meine negative Grundeinstellung zum Leben.
Das sind aber eher philosophische Betrachtungen.

Alles Gute Euch allen
Robert
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Ponyhof

  • Gast
Re: kein strukturiertes Leben
« Antwort #29 am: 13 Mai 2022, 13:19:29 »

Hallo @Robert,

das ist ja Super. 😃 (Negative Grundeinstellung hin oder her, Verbesserungen sind was gutes, ich sage immer "Wir nehmen was wir kriegen können")
Ich habe die (zur Zeit sehr theoretische!) Überlegung, dass man (in diesem Fall also ich) solche besseren Phasen doch evtl. nutzen könnte um etwas zu verändern, was man dann HAT. (Also zB. eine unbefriedigende Arbeitssituation angehen oder Wohnsituation oder ...).
Ich denke es mir so, dass in den down -Phasen ja eh nix vorwärts geht.
Da bin ich mit nicht-auß'm-Fenster-springen gut ausgelastet.
Aber wenn es in den besseren Phasen aufwärts ginge... Dann müsste es ja ausreichen in den schlechten Phasen "nur" zu halten und nicht mit-Arsch-wieder-einzureißen was man vorher aufgebaut hat... Denn dann würde es im ganzen... 🤔🤔🤔

Ach keine Ahnung. Wahrscheinlich brauchst Du nix weniger als semi-kluge Ratschläge, aber ich dachte es gerade und wenn man nicht schreibt, was man denkt, dann schreibt man nix und ich dachte ich antworte...

Liebe Grüße
Ponyhof
Gespeichert
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