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Autor Thema: Frühkindliche Störungen  (Gelesen 12568 mal)

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Fee

  • Gast
Frühkindliche Störungen
« am: 01 März 2011, 06:43:32 »


Frühe Schädigung, große Wirkung – Aspekte der Bindungsforschung
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(1) Die Spirale der Gewalt – Opfer psychischer Traumatisierung


Nicht jedes Baby hat eine Hand, nach der es greifen kann.
Die menschliche Entwicklung der ersten Jahre definiert man heute in nahezu allen Bereichen medizinischer und psychologischer Forschung als einen kontinuierlichen Lernprozess. Säuglinge können durch negative Lebensumstände geschädigt werden. Heute weiß man, dass bereits Neugeborene aktiv mit der Umwelt kommunizieren. Durch ihre Kompetenz sind sie aber auch empfindlich verletzbar.
 
Trösten wird in frühester Kindheit gelernt

Negative Gefühle können von Säuglingen und kleinen Kindern noch nicht objektiviert und hinterfragt werden. Massive Überforderungen wie Stress und Angst lernen Kinder erst zu bewältigen, wenn sie Konzepte und Verhaltensmuster in der Weise übernehmen, wie sie von ihren Bezugspersonen praktiziert werden.

Nur durch diesen Prozess der Aufnahme, des Kopierens und des Speicherns vorgelebter Lösungsmodelle entstehen beim Kleinkind im Laufe der Zeit innere Arbeitsmodelle. Mit einem solchen Arbeitsmodell kann sich ein Kind beispielsweise an folgende Inhalte erinnern:

1. Ich hatte ein Problem und mir wurde geholfen. Danach ging es mir wieder gut.

2. Meine Mutter ist für mich da und sie hilft mir.

3. Ich wurde in den Arm genommen und gestreichelt. Wenn ein Kind einen großen Schmerz erleidet, kommt die Mutter und tröstet es.

Die positive Erfahrung des Kindes, das von der Mutter getröstet wurde, wird gleichzeitig im Gedächtnis zum Grundstein der Erfahrung, wie ein Kind getröstet werden muss. Einem Kind, dem in seinen frühen Nöten nicht geholfen wurde, dem fehlt später, wenn es erwachsen ist, die Erinnerung an diese inneren Lösungsmodelle.
 
Frühkindliche Störungen entstehen in der Familie

Es kann eine Folge [...von Vernachlässigung] sein, dass die Bereitschaft zu späteren Panikzuständen entsteht, weil der Säugling eben nicht erlebt hat, dass er beruhigt, getröstet und gehalten wird.

Die in frühster Kindheit entwickelten inneren Arbeitsmodelle enthalten Informationen, die bis in das Erwachsenenalter erinnert werden und sich bestimmend auf unsere Handlungen auswirken. Beeinflusst wird dadurch auch die Art und Weise, mit der das Kind sich später selbst bewertet und achtet. Kinder übernehmen die Bewertung, die von den Eltern ihnen gegenüber praktiziert wurde. Bindungsstörungen und andere frühkindliche Störungen werden in der Familie erworben, insbesondere in der Beziehung zwischen der wichtigsten Bezugsperson und dem Säugling bzw. dem Kleinkind. Auch seelische Störungen, die durch Traumatisierungen auftreten, haben ihre Ursache im Fehlverhalten von Erwachsenen.

Von Alexander Lipping
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Sintram

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #1 am: 01 März 2011, 10:48:52 »

Da hat er wohl recht, der Lipping.

Zum Glück kann ich mich nicht mehr an allzuviel erinnern, aber das wenige reicht vollkommen, um mir Verschiedenes über mich klarzumachen.

Allerdings... zwingend im Sinn von unabänderlich sind vielleicht diverse Gefühle, vor allem das Selbstwertgefühl oder das fehlende Urvertrauen,
was jedoch die Verhaltensmuster, die Lernfähigkeit -etwa den Umgang mit eigenen Kindern- betrifft, bleiben dennoch alle Möglichkeiten offen.

Traumatisierende Frühprägungen mögen irreparabel sein was das eigene Erleben betrifft, im Umgang mit Mitmenschen sind sie durch (positive) Erfahrungswerte zu bewältigen.

Eine trostlose Kindheit muss nicht bedeuten, dass der Erwachsene nicht trösten kann.
Er muss sich derlei Selbstverständlichkeiten selbst beibringen und durch Übung erlernen, auch durch Beobachtung,
kann nicht wie getröstete und geborgene Kinder auf Selbsterfahrung zurückgreifen, was aber nicht heißt, dass er die Begabung dazu nicht in sich trägt und später ebenso zur Entfaltung bringen kann.

Wie immer rede ich -lediglich- aus Erfahrung.

 
 
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Fee

  • Gast
Frühkindliche Störungen
« Antwort #2 am: 04 März 2011, 00:42:36 »

***Aber ist doch alles klar bei uns, die Hauptschulen sind friedliche Orte, Jugendkriminalität ist vernachlässigbar und Selbstmorde? aber nein, na ja, ganz wenige, oder?***

... ääääähhh Hobobär,kann es sein,daß Du Dich mit Deinem letzten Absatz auf dem Weg zum Märchenthread hierher verirrt hast ;)



Frühe Schädigung, große Wirkung – Aspekte der Bindungsforschung
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(2) "Gewalt wird verlernt, nicht gelernt"

Wenn Kinder früh eine sichere Bindung erwerben, dann ist das gleichbedeutend mit einem Trainingsprogramm, um die Aggression zu zähmen, die zur natürlichen Ausstattung des Menschen gehört. In seinem Aufsatz „Persönlichkeitsstörung und Gewalt“ beschreibt Peter Fonagy das erste Auftreten aggressiver Handlungen im Leben eines Kindes.

"Diese Aggression tritt in der Entwicklung des Menschen nicht plötzlich auf, sondern sie verschwindet allmählich, wenn die Lebensumstände des Kindes gut sind. Berichte von Müttern legen den Schluss nahe, dass körperlich aggressives Verhalten am Ende des 2. Lebensjahrs seinen Höhepunkt erreicht, um dann stetig abzunehmen."
 
Kinder kommen mit Aggressionen auf die Welt
Es gibt also im Leben jedes kleinen Kindes eine Phase, in der das angeborene Angriffsverhalten offen zu Tage tritt. Im Alter von zwölf Monaten verfügen Kinder über die umfassenden Möglichkeiten, sich anderen gegenüber aggressiv zu zeigen, und sobald dies der Fall ist, so scheint es, beginnen sie tatsächlich zu schlagen, zu beißen und zu treten. Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass sobald das kindliche Gehirn Kontrolle über ein Bein oder einen Arm erlangt, dies auch in den Dienst der Aggression gestellt wird, das heißt zu treten, zu schubsen, zu ziehen, zu vernichten.

Aggressivität und Wut sind Gefühle, die ebenso zur menschlichen Grundausstattung gehören, wie Angst und Depression, Zufriedenheit und Freude. Einige der Gefühle sind bereits bei der Geburt vorhanden, andere bilden sich erst später aus, sie sind in spezifischen Hirnstrukturen verankert.
 
Aggressive Fehlentwicklungen nicht unterschätzen

In der Regel sollte ein Kind einen vertretbaren Umgang mit Gefühlen wie Wut und Enttäuschung gefunden haben, wenn es in den Kindergarten kommt. Nahezu alle Psychiater warnen davor, aggressive Fehlentwicklungen ab einem bestimmten Alter zu verharmlosen in der Hoffnung, sie würden sich "auswachsen".

Viele Jugendliche und Erwachsene fühlen sich angegriffen, bevor sie dann aggressiv reagieren. Sie nehmen Handlungen anderer Menschen falsch wahr oder sie interpretieren sie falsch. Dabei spielt bereits der Blickkontakt zu den Mitmenschen eine wichtige Rolle. Ein Blick wird oft als beleidigende Abwertung der eigenen Person verstanden oder sogar als Angriff bewertet. Kinder lernen im Kontakt zu ihren engsten Vertrauten in den ersten Lebensjahren, wie das Verhalten anderer Menschen zu verstehen ist.

Von Alexander Lipping
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Fee

  • Gast
Frühkindliche Störungen
« Antwort #3 am: 04 März 2011, 00:55:00 »

Gewalttätiges Verhalten ist das Ergebnis eines gescheiterten Bindungsprozesses. So sieht das der international bekannte Londoner Prof. Peter Fonagy.


... auch bei Alice Miller,u.v.m. kann man derlei nachlesen.

Nur viele dieser Bindungsgestörten Kinder,verabscheuen doch als Erwachsene geradezu Gewalt und sind daher auch selbst nicht gewalttätige Erwachsene (geworden).

Habt Ihr vllt. Ideen,wie es zu dieser geradezu gegensätzlichen Entwicklung kommt ?
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Sintram

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #4 am: 04 März 2011, 14:16:31 »

Idee hab ich schon lange keine mehr, nur persöhnliche Erfahrung.

Viel könnte ich erzählen über erlittene und beobachtete Gewalt als Kind und ihre direkte Übertragung auf Freundeskreis und Umwelt,
über die Umkehrung hin zu Autoaggression bis zur Selbstauslöschung, wie es hobo bereits erwähnt hat,
über die Transformierung unmittelbarer in mittelbare Gewaltbereitschaft bis zur Gefühllosigkeit des kalten Killers,
über die Kompensierung mittels mindestens ebenso destruktiver passiver Aggression...

Ausschlaggebend ist die bewusste und willentliche Entscheidung zu Gewaltlosigkeit, infolge von Vernunft und Einsicht, und ihre Verwirklichung durch Selbstumerziehung bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus.

Eine radikale Veränderung, die einem alles abverlangt.
Bis sie sich in der direkten Konfrontation mit Gewalt durch nicht mehr vorhandene Gegengewalt -in welcher der angeführten Formen auch immer- beweist,
selbst wenn dir die Sicherungen im Aggressionszentrum explodieren.

Ob du nun völlig schuldlos, ja unbeteiligt bist, oder aktiver Auslöser, darf keine Rolle spielen dabei.
Erst dann kannst du sagen, dass du es geschafft hast.

Und das ist machbar, wenn für mich, dann theoretisch für jeden. Man muss es nur wollen.
Mehr kann -und will- ich dazu nicht sagen.

« Letzte Änderung: 04 März 2011, 14:32:59 von Sintram »
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Fee

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #5 am: 04 März 2011, 18:02:47 »


***Und das ist machbar, wenn für mich, dann theoretisch für jeden.***

... mag sein und auch ich habe es ja geschafft.Ja die Fee,die manchmal auch hier,als naives Doofchen verkannt wird,war bis zu ihrem 15 Lj. echt `ne "Schlägerlilly".Wer drum bat,bekam "eine rein". *schäm*

Als ich dann von "Zuhause" ausgezogen bin,habe ich mir fest vorgenommen,niemanden mehr zu schlagen.Und bis auf einen unvollendeten Ausrutscher,habe ich es auch geschafft.

Nur dadurch hatte ich ein neues Problem:
Wie sich zur Wehr setzen !?

Bis heute,kann ich während mitmenschlichen Konflikten,nicht gut reden.Also gehe ich ihnen so gut es geht,aus dem Weg.Geht das einmal nicht,versuche ich die Ruhe zu bewahren,aber manchmal würde ich bei endloser Provokation am liebsten,wie früher,einfach nur draufschlagen "wollen",damit es aufhört.

Meine "Vorbilder" waren alle Schläger und haben mir keine vernünftigen Lösungswege gelernt.

Aber immer nur einstecken und gehen,"zwingt" mich heutzutage oft zu mir selbst schadenden destrukivem Verhalten.
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Sintram

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #6 am: 04 März 2011, 18:35:29 »

*wie sich zur Wehr setzen?*

Schon beim Schreiben kam mir dieser Gedanke.
Wehrlosigkeit ist die Krux, die oft dabei herauskommt, die Kehrseite der Medaille- trotzdem das kleinere Übel.

Alles was mir dazu einfällt, ist "Bestimmtheit".

LG
Sintram
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Epines

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #7 am: 04 März 2011, 19:59:53 »

Hallo meine Lieben

Natürlich könnte ich zu diesem Thema mehrere A4 Seiten schreiben, aber damit verschone ich euch heute, da ich mit dem meisten bereits erwähnten übereinstimme. Darum nur kurz.

Nicht in allen Kulturen werden Kinder getröstet, in Ghana z.B. werden Kinder die sich verletzen von sich gestoßen, weil man denkt dass sie sich verletzt haben, weil ein böser Geist in ihnen wohnt. Jetzt müsste man natürlich Zahlen darüber haben wie sich dies auf das gesunde Entwickeln der Kinder auswirkt,  wäre sicherlich spannend.

Das ich es geschafft habe aus diesem Dilemma raus zu kommen, verdanke ich dann wohl in erster Linie meiner Großmutter, die mich die ersten 5 Jahre meines Lebens liebevoll betreut hatte. Also genoss ich die für ein Kleinkind so wichtige Prägungen bevor mein Leben zur Hölle wurde.

Insofern kann ich  Lippings Therorie zustimmen.

Neuste Erkenntnisse zeigen, dass Psychopathen schon im Kindergarten durch ihre Grausamkeiten auffallen. An der Uni Zürich läuft seit einigen Jahren ein Projekt in dem Verhaltens auffällige Kleinkinder bis ins Erwachsenen-Alter begleitet werden. Man weiss, das Psychopathen kaum Reue zeigen und durch Therapie sogar noch lernen wie sie  für Opfer vertrauenswürdiger  gelten, um  sie erfolgreicher zu manipulieren und zu beeinflussen.
Ein Psychopath kennt keine Opfer-Empathie und gilt deshalb als unheilbar und gefährlich. Er sieht sieht kein Fehlverhalten in seinen Taten und somit auch keinen Handlungsbedarf sein Verhalten zu ändern. Im Gegenteil er fühlt sich erhaben und Überlegen gegenüber seinen Mitmenschen.

Auch ich gebe wiederum nur meine Erfahrungen hier zum Besten, leider bin ich die Tochter eines solchen Objekts...was allerdings interessant sein dürfte und darum erwähne ich es auch, meine so liebevolle Großmutter war seine Mutter!

Alles Liebe
Epines



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Fee

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #8 am: 04 März 2011, 23:24:19 »

*Epines Pfote geb*


Mehrere A4 Seiten,locker.Was hälst Du von einem gemeinsamen Buch ? Habe schon mehrfach damit begonnen,aber wegen akuter Durchdrehgefahr,immer wieder aufgehört damit.


***meine so liebevolle Großmutter war seine Mutter!***

Da hattest Du aber echt Glück,daß es nicht umgekehrt war.
Erst 5 J. Vater und dann Oma.

Darf ich fragen,ob Du etwas über die "Mutterqualitäten" Deiner Oma weißt ?

Interessiert mich wegen der kurzen Beschreibung Deines Vaters.
Da mußte ich sofort an die Beziehung zu seiner Mutter denken.
Natürlich können wir darüber auch weiter per PN`s schreiben.

L.G. Fee
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Fee

  • Gast
Frühkindliche Störungen
« Antwort #9 am: 04 März 2011, 23:30:10 »

Frühe Schädigung, große Wirkung – Aspekte der Bindungsforschung
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(3) "Wir sind Erinnerung" – Gehirn und Bewußtsein

http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=7054&key=standard_document_23939300


... auch insgesamt eine interessante (Hör)Seite.
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Epines

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #10 am: 05 März 2011, 01:10:23 »

***Eventuell Trigger***

Hallo liebe Fee

Ja ein Buch würde ich auch gerne schreiben, aber meine Mutter würde mich vermutlich wegen Verleumdung anzeigen :-)

**Darf ich fragen,ob Du etwas über die "Mutterqualitäten" Deiner Oma weißt ?**

Mein Vater war das Lieblingskind meiner Großmutter, er bekam alles und tyrannisierte sie extrem.  Wenn ich so nachdenke erinnere ich mich an die Geschichten die erzählt wurden. Mein Vater verhielt sich wie man den klassischen Psychopathen beschreibt. Als Kind schon die Haustiere gequält, mit dem Luftgewehr auf Tauben geschossen, was er übrigens bis zu seinem Tod mit 46 regelmässig tat. Wenn meine Großmutter nicht machte was er verlangte, hat er solange Sachen demoliert bis sie nachgegeben hatte.

Er schlief als Kleinkind im Bett mit seinem 15 Jahre älteren Bruder...der ebenfalls brutal und völlig gefühllos war und sich auch an seinen Schwestern vergangen hatte.

Meine Großmutter war mit ihren Mädchen streng, die beiden Söhne hatten jedoch das Sagen und sie war sehr gläubig, fast schon fanatisch. Eines der Mädchen ist magersüchtig, eines hat auch einen religiösen Wahn und ist sehr über gewichtig, eines hat sich mit 14 das Leben genommen und eines ist scheinbar normal. Mein Großvater soll ein guter Mann gewesen sein.

Es handelt sich um eine klassische Inzestfamilie, denn mein Onkel hat sich auch an seinen Kindern vergriffen und mein Vater vermutlich auch an meinen Cousinen und Cousins. Das mit meinen Cousin ist erst im letzten Jahr bekannt geworden. Inwiefern die beiden Brüder ihre Kinder austauschten, weiss ich leider noch nicht, da mein Cousin nun zum ersten Mal darüber geredet hat.
Ich hatte  als Kind bei meiner Großmutter panische Angst vor meinem Onkel, weil er mich immer brutal packte und mir drohte mich aus dem Fenster zu werfen, er hielt mich auch mehrmals aus dem Fenster und lachte und sagte, dass er mich nun fallen lassen würde...ich habe aber keine konkreten Erinnerungen  an mehr.

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Fee

  • Gast
Frühkindliche Störungen
« Antwort #11 am: 05 März 2011, 07:07:57 »

na ich danke,liebe epines,

das reicht ja wohl auch vollkommem.

ich mußte beim lesen die ganze zeit an "meinen" thyrannenthread und meine "familie" denken.

scheinbar bestätigt sich mal wieder,ein zuviel an "erziehung",ist genauso schädlich,wie ein zu wenig.und noch zig andere faktoren,
kommen ja auch noch hinzu.

... man,ich hätte da echt ,so ca. 1. 000 000 fragen zu.

aber trotz allem fortschritts,gehen auch bei diesem thema,die wissenschaftlicher und andere,oft sogar in entgegengesetzte richtungen.leider gibt es aus diesem grund auch zig verschiedene ansätze zu traumatherapien.

*kopf qualm*
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Sintram

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #12 am: 05 März 2011, 10:14:45 »

Auf jede Frage gibt es tausend Antworten, und jede Antwort wirft tausend Fragen auf.

Eins ist -meines Wissens- jedoch fraglos nachgewiesen, nämlich dass Psychophaten einen "Dachschaden" haben.
Ihr Gefühlszentrum ist entweder minimal ausgeprägt oder gar nicht vorhanden.
Gründe und Ursachen befinden sich noch im Untersuchungsstadium.

Die bräuchten ein neues Hirn.
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Fee

  • Gast
Frühkindliche Störungen
« Antwort #13 am: 05 März 2011, 10:52:37 »

... Psychopathen ... "Dachschaden" u.v.m. (Diagnosen),sind für mich nur Bezeichnungen,um den Dingen einen Namen zu geben.

Genauso wie Psychose,Depression,Persönlichkeitsstörung ...
alles Bezeichnungen,für "krankhafte" Zustände sind.

Aber wäre es nicht eher "krank",wenn manche Menschen,bei ihren  vorangegangenen "chaotischen" (Kindheits)Erlebnissen noch völlig "gesund" erscheinen würden ?

So ist man/ich/andere ständig gezwungen,gegen "scheinbare" Krankheiten ankämpfen zu müssen,statt Unterstützung darin zu bekommem,wie man trotz der oder dieser Störung i.wie noch damit trotzdem klar kommt im Leben.

Man kann doch von einem alten,geschundenen,kraftlosen,ängstlich gewordenen Ackergaul nicht verlangen,daß er,durch ein paar Pillchen und drängende Worte,zu einem frohgemuten Turnierpferd wird.

... selbst wenn er sich noch so sehr anstrengt,das wird ihm nicht gelingen.Und seine Trainerin ( Psychotherapeutin ;) ,wird zwangsläufig immer nur unzufrieden mit ihm sein.

L.G. Fee
« Letzte Änderung: 05 März 2011, 11:05:00 von Fee »
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Epines

  • Gast
Re:Frühkindliche Störungen
« Antwort #14 am: 05 März 2011, 13:45:32 »


@Sintram
Die Gründe und Ursachen sind längst bekannt, es sind einerseits eine gewisse Veranlagung, andererseits  traumatisch prägende Erlebnisse in der Kindheit.

Ich bin froh nicht so sein zu müssen, lieber zu viel fühlen, als gar nichts...

Viele Psychiater und Psychologen sind der Meinung, dass Psychopathie keine Krankheit , sondern eine ursprüngliche Überlebensstrategie ist mit der die Evolution manche Menschen ausgestattet hat. Sie sind sehr risikofreudig und skrupellos. Spontane Aggressivität war damals wohl überlebens- notwendig.

Sie sind darum auch in vielen Chefetagen zu finden, da sie ohne Skrupel den Gewinn einer Firma auf Kosten der Angestellten optimieren. Viele Firmen suchen sogar nach solchen Eigenschaften in ihrem Anforderungsprofil...

Robert Hare einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet beschreibt es so: "Es ist ein Individuum das ein mangelndes Einfühlungsvermögen ausweist, dem jegliches  Mitgefühl abgeht, es kümmert sich nicht um anderen, ist sehr  impulsiv . Ihn zeichnet der Größenwahn aus der wichtigste Mensch der Welt zu sein,  emotionale oder soziale Verbindungen zu anderen Menschen sind ihm gänzlich unwichtig. Es handelt sich  tatsächlich Menschen ohne Gewissen die andere für ihre Zwecke gebrauchen und missbrauchen.
P. sind ausgesprochen schwer zu erkennen, besitzen einen oberflächlichen Charme, sie verstehen es ausgezeichnet sich bei anderen ein zu schmeicheln, sehen anderen besonders viel in die Augen und beugen sich vertraulich zu ihnen vor. Erschleichen so Vertrauen, dass sie dann schamlos für ihre eigenen Interessen ausnutzen."


Die meisten Leute glauben, dass alle andere ihre Gefühle und Überzeugungen teilen, und dass man sie andernfalls sofort erkennt, so als ob sie Psychopath  auf der Stirn stehen hätten. Aber so ist es eben nicht, jeder kann hereingelegt werden. Ich kann eine Lied davon singen, wurde früher oft rein gelegt, obwohl ich ihre Tricks gut kenne.

Wer keine Angst hat fürchtet auch keine Strafe...
Tatsächlich besitzen 2/3 aller verurteilten Straftäter hohe psychopathische und narzisstische  Anteile (Robert Hare, Joachim Bauer).

Hier eine Interessante Doku :http://quantumfuture.net/gn/zeichen/psychopathie/psychopath1.html

Laut Hare sind jedoch nur gerade 1-2% Psychopathen und nicht wie im Artikel beschrieben 6%, was mir sympathischer ist.

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