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Autor Thema: Kinder psychisch kranker Eltern  (Gelesen 9311 mal)

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Epines

  • Gast
Kinder psychisch kranker Eltern
« am: 27 April 2011, 16:52:04 »

Kinder psychisch kranker Eltern: Risikoforschung – Resilienz- und Bewältigungsforschung – Vulnerabilitätsforschung

Die Risikoforschung bestätigt, was schon jeder ahnt: Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, sind in vielfältiger Weise davon betroffen und stehen unter erhöhtem Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Zahlreiche Untersuchungen schätzen, dass das kindliche Störungsrisiko um den Faktor zwei bis drei gegenüber einer gesunden Vergleichsgruppe erhöht ist. Auch das bekannte Drei-Drittel-Ergebnis kommt hier offenbar zum Tragen: ein Drittel der untersuchten Kinder weisen keinerlei Beeinträchtigungen auf, ein weiteres Drittel lediglich vorübergehende Auffälligkeiten, beim restlichen Drittel zeigen sich fortdauernde seelische Störungen. Die Kinderpsychiater konnten zeigen, dass ein Drittel der Kinder in stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung mindestens einen psychisch kranken Elternteil haben.

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/bb/05lenz_kinder.html

In meinem Fall 5 Kinder, 4 Jungens und ich. Nr.1 BPS (Drogenabhängig), Nr.2 ich BPS (Arbeitssucht), Nr.3 Suizid, Nr.4 BPS, Nr.5 Alkoholiker SPS. Bei mir waren beide Elternteile schwer psychisch krank, wobei ich mit meinem Vater nur 2 Jahre leben musste. Ich könnte nun auch noch die psychischen Erkrankungen meiner Cousins und Cousinen anführen, aber damit verschone ich euch nun :-).

Wichtig ist es zu erkennen, dass dieses Risiko für unsere Kinder besteht um sie frühestmöglich zu betreuen, resp. in bestehende Therapien mit einzubeziehen. Es zu verleugnen wäre ein abrutschen in die Verhaltensweisen der eigenen Eltern.

@Deja
Ich möchte vorweg nehmen, dass es mir mit diesem Beitrag keinesfalls darum geht Kritik an Müttern mit Borderline, oder sonstigen psychischen Erkrankungen zu üben, sondern ausschließlich darum den Blick auf die Risiken zu schärfen, um rechtzeitig Unterstützungsmöglichkeiten für die betroffenen Kinder zu schaffen.
Persönlich hätte ich mir eine Vertrauensperson gewünscht mit der ich über alles hätte reden können und die mir erklärt hätte, was mit meiner Mutter los ist und wie ich ihr begegnen soll.

Epines
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WeirdLife

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Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #1 am: 27 April 2011, 18:45:57 »

Sehr wichtiges und interessantes Thema! Werde direkt mal reinschauen :)
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I decided not to give up today. After all, it sure would have been a waste surviving all that other bullshit for nothing.

dejavu

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #2 am: 28 April 2011, 17:04:57 »

Eigentlich möchte ich schreien. Eigentlich möchte so soviel. Aber leider interessiert niemanden, was ich will. So what! Thats life!
Meine Eltern sind beide psych krank, die Eltern meiner Eltern ebenfalls, keine Ahnung wie weit das zurückgeht.
Unterstützung, Möglichkeiten etc. hab ich meine Meinung in monds Thread dargelegt.

Es geht immer um Mütter mit Borderline. Niemand wird so bombardiert und als Sündenbock mißbraucht, wie Mütter- im günstigsten Fall für die anderen noch alleinerziehend- mit Borderline. Ich gehe noch weiter und sage, du hättest genauso gut schreiben können, daß du keinesfalls Kritik an schwer depressiven Müttern etc äußern möchtest. Du wählst- sicher unbewußt auf jeden Fall sogar- Borderline. Weil du eine Betroffene bist und Betroffene haben keine objektive Sichtweise mehr.
Zeig mir Artikel über bipolare Mütter, Mütter, die saufen, Mütter, die selbst magersüchtig sind, psychotische oder zB schizophrene Mütter, Mütter, die sich ein Leben lang operieren lassen, weil sie hypochondrisch sind, was eine anerkannte Diagnose ist und nicht dafür steht, daß man sich Krankheiten einbildet sondern, daß man wirkliche Schmerzen verspürt, es dafür aber keine organ. Ursache gibt.
Meine Eltern wahren jeden Schein nach außen. Die, die die verbalen Schläge von jeder Seite bekommt, bin ich. Meine Eltern sind anerkannt. Ich bin die mißratene Tochter. Sie haben auf meine Kosten gelebt.

Meine Freundin holt sich Rat und Tat bei mir. Hat sich aber auf meine Kosten auch schon derbe geäußert.Hält sie allerdings nicht davon ab, mich immer wieder einzubeziehen auch was ihr Eheleben angeht. Ihr Kind vegetiert verzweifelt vor sich hin und sie macht noch ein drittes. Eine ehemalige Kollegin hat 3 Kinder, 1 abgeschoben, 2 läßt sie abends allein für ihr Vergnügen. Eine andere ehemalige Kollegin hat einen suizidalen Sohn.
Alle diese Mütter sind gesund und führen ein normales Leben.

Manche Betroffene wählen ein Leben ohne Kinder, weil sie keinesfalls etwas von diesen schlimmen Dingen weitergeben wollen.

Ich hab diese ätzende Diagnose und ich gebe mein Bestes. Da wir ein sehr gutes Verhältnis haben, was ich damals in dem Alter niemals hätte haben können zu meiner Mutter, denke ich, ich mach ne Menge gut und richtig. Dazu gehört auch u.a. eine von mir freiwillig angestoßene, weil für mich als notwendig erachtet, ambulante Therapie für meinen Sohn. Die andere Freundin hat BL und hat Probleme mit ihrem Sohn 4Jahre, ist aber ebenfalls mit ihm in Behandlung.
Wir machen also beide alles, was machbar ist für unsere Kinder.

Jetzt kann man vllt ansatzweise nachvollziehen, warum ich manchmal nur noch schreien möchte.



 
« Letzte Änderung: 28 April 2011, 17:07:29 von dejavu »
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Epines

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #3 am: 28 April 2011, 20:47:05 »

@ Deja

Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
http://www.amazon.de/Gewaltfreie-Kommunikation-Eine-Sprache-Lebens/dp/3873874547

Kurzbeschreibung
 Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als "gewalttätig", dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid - bei uns selbst oder bei anderen. Die Gewaltfreie Kommunikation hilft uns bei der Umgestaltung unseres sprachlichen Ausdrucks und unserer Art zuzuhören. Aus gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen werden bewußte Antworten. Wir werden angeregt, uns ehrlich und klar auszudrücken und gleichzeitig anderen Menschen unsere respektvolle Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn wir die Gewaltfreie Kommunikation in unseren Interaktionen anwenden, ob mit uns selbst, mit einem anderen Menschen oder in einer Gruppe, kommen wir an eine Tür, die auf allen Ebenen der Kommunikation, in allen Altersklassen und in den unterschiedlichsten Situationen im Beruf, im Privatleben und auf dem politischen Parkett erfolgreich geöffnet werden kann.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist die verlorene Sprache der Menschheit, die Sprache eines Volkes, das rücksichtsvoll miteinander umgeht und die Sehnsucht hat, in Balance mit sich selbst und anderen zu leben. Mit Geschichten, Erlebnissen und beispielhaften Gesprächen macht Marshall Rosenberg in seinem Buch alltägliche Lösungen für komplexe Kommunikationsprobleme anschaulich.

Wenn uns jemand mit Worten angreift, neigen wir dazu, uns zu verteidigen und zurückzuschlagen. Das so entstehende Wortgefecht bringt meistens keine Seite ihrem Ziel näher, sondern belastet oder zerstört sogar die Beziehung der Gesprächspartner, die plötzlich zu Gesprächsgegnern geworden sind. Bei der gewaltfreien Kommunikation (GFK) verzichtet man auf Angriffe und konzentriert sich auf die Gefühle und Bedürfnisse, die den oft unbedachten Äußerungen zu Grunde liegen.
 In jedem Gespräch sollen vier Komponenten, nämlich Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten klar ausgesprochen und verstanden werden. Dabei ist es wichtig, Beobachtungen nicht mit Bewertungen zu vermischen, in Kontakt zu den Gefühlen zu kommen, Bedürfnisse zu erkennen und Bitten mit treffenden Worten zu äußern. Die Beispiele des Autors zur Veranschaulichung seiner Methode wirken sehr überzeugend und stammen aus unterschiedlichen Gebieten, wie Politik, Wirtschaft, Schulen, Familien und Paarbeziehungen. Dieses Buch bietet eine gut verständliche Darstellung der GFK (Zeichnungen, Beispiele, Übungen) und beeindruckt durch hohe Effizienz und warmherzige Menschlichkeit.

LG Epines
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Fee

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #4 am: 28 April 2011, 21:41:46 »

Liebe Epines,

erstmal Dankeschön,dass Du diesen Thread eröffnet hast.

Ja,auch meine Eltern,waren psychisch krank.Und als wenn man als Kind noch nicht genug Grausamkeiten dadurch erfahren muss,kommt noch oft hinzu,dass keiner einem hilft.

Obwohl das Jugendamt,Kindergärten,Kinderheime,Schulen,Bekannte,
Kliniken,Ärzte,Bekannte,Nachbarn,uvm. wussten dass meine Mutter
schizophren war,hat man mich 15 J. lang ihren "Gestörtheiten" ausgesetzt.Und obwohl mir meine Mutter oft deutlich sichtbare,
schwere Verletzungen zugefügt hat,hat mir nie jemand geholfen.
Auch das Jugendamt ,bei welchem ich 3 x vorsprach,nicht.Erst als ich 15 J. alt war,bekam ich einen Vormund und konnte eine eigene Whg. beziehen.

***Persönlich hätte ich mir eine Vertrauensperson gewünscht mit der ich über alles hätte reden können und die mir erklärt hätte, was mit meiner Mutter los ist und wie ich ihr begegnen soll.***

... ich hätte das auch dringend gebraucht,aber selbst meine Oma,war nur um die Aufdeckung allen Übels in unserer "Familie" besorgt.


Natürlich ging das nicht spurlos an mir vorüber.Trotzdem (oder gerade deswegen) habe ich später mit sehr vielen Kindern und Jugendlichen gearbeitet,deren Eltern auch psych. krank waren und die als Folge der "Geschehnisse",betreffend ihrer psych. kranken Eltern,in der Kinder - u. Jugendpsychiatrie waren.

PAUSE


L.G. Fee


... achso,auch sehr schön zu lesen (betreffend gewaltfreie Kommunikation) und mit sehr süssen Bildern:

Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt: Vier Schritte zu einer einfühlsamen Kommunikation: Amazon.de: Serena Rust, Stefan Stutz: Bücher.
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Fee

  • Gast
Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #5 am: 29 April 2011, 15:48:18 »

Hallo Ihr,

zu diesem Thema (oder bei jedem Thema vllt. sogar),empfinde ich (vor allem) die Resilenzstatistiken,als "ungenau" bzw. "unangemessen".

Weil doch niemals 2 oder mehr Menschen das Selbe erlebt haben können,sondern höchstens ungefähr das Gleiche.Sogar bei Zwillingskindern ,in der selben Familie,kommt es zu verschiedenen Erlebnissen.Und auch psychisch kranke Eltern,"belasten" ihre,im selben Haushalt lebenden,Kinder unterschiedlich.

Oftmals wird sogar "nur" ein Kind von mehreren Kindern,mit den Folgen konfrontiert,oft das ältere/älteste.

Selbst 2 Einzelkinder,die scheinbar das gleiche Schicksal hatten,
hatten nie das Selbe.Da ist es doch ganz normal,dass sie auch unterschiedlich oder auch gar nicht "gestört" daraus hervor gehen.

Was können da Resilenzstatistiken ausdrücken ?

Vllt. lese ich diese aber auch mit "Wolfsempfindungen".

L.G. Fee
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Fee

  • Gast
Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #6 am: 29 April 2011, 16:40:41 »

Sorry,liebes Koalabärchen,

dass Du Dir nun extra die Mühe gemacht hast,denn Dein Posting,meinte ich gar nicht.Hätte mein letztes Posting mit

***Kinder psychisch kranker Eltern: Risikoforschung – Resilienz- und Bewältigungsforschung – Vulnerabilitätsforschung***


***http://www.psychosoziale-gesundheit.net/bb/05lenz_kinder.html***


kennzeichnen sollen.

War aber trotzdem schön Dich zu lesen ;)

L.G. Fee
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chanell

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #7 am: 29 April 2011, 18:04:04 »

beim lesen eurer beiträge habe ich tief geweint
denn ich bin auch mit gewald aufgewachsen und mir half auch
kein mensch -in gegenteil alle schauten hin aber kein mensch half mir
ich war der gewald ausgeliefert und alleine

ich musste mit ansehen wie mein bruder mit 15 jahren von den erzeuger verprügelt wurde dieser mensch (ich kann einfach nicht mein vater sagen)
wie gesagt dieser mensch hat sein eigenen sohn wie ein erwachsenen
verprügelt-ich schrie aber mein bruder wurde weiter verprügelt
wenn ich darüber hier berichte fange ich an zu triggern

mein bruder und ich waren leichte opfer denn wir konnten uns nicht wehren wie auch-wir waren noch kleine kinder
die schläge die wir bekamen fingen an da war ich 6jahre und mein bruder 8jahre -ich vermute das die schläge die wir bekamen schon viel eher anfingen:(
was ist aus mein bruder geworden?das könnt ihr euch schon denken gerne würde es es hier schreiben aber mein triggern ist in moment schlimm-sorry:(

ich habe erfahren das ich unter dieser misshandlung einen borderliner entwickelt habe :(ich vermute das mein bruder auch davon betroffen ist:(
ich bin durch die erziehung erkrankt

es gab einmaal ein ereigniss da hat eine mutter ihr kind verhauen auf der strasse:(
ich war so entsetzt und bin dazwischen gegangen ich habe auch die polizei informiert -sicherlich wird ihr jetzt denken wieso ich dazwischen gegangen bin ?
ich bin dazwischen gegangen weil das kind schon geblutet hat:(
mir liefen die tränen -als die polizei kam haben sie das kind gleich mitgenommen
da die polizei meine daten aufnahm da ich zeugin war und falls noch fragen sein sollten an mich
nach einer woche habe ich mich bei der polizei gemeldet und angefragt was aus den kind geworden ist?der polizist sagte das er mir keine auskunft geben darf-ich habe solange nachgefragt bis der nette polizist sagte -er sagte nur pflegeeltern und lächelte
auch bedankte er sich das ich hilfe geleistet habe -mir war der dank von den polizisten nicht wichtig-für mich war nur wichtig das dem kind geholfen wurde

gewald an kindern ist sehr schlimm und ich würde immer dazwischen gehen-auch wenn jugendliche verhauen werden würde ich dazwischen gehen und schutz leisten
ich empfinde gewald sehr abscheulich:(

es sollte für kinder mehr getan werden damit diese kinder gesund aufwachsen können:

lieben gruss
von chanell
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Epines

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #8 am: 01 Mai 2011, 15:37:12 »

@Fee
Unglaublich, was man als Kind manchmal auf sich nehmen muss und dann nicht einmal gehört wird. Es war bestimmt nicht leicht beim Jugendamt vor zu sprechen, haben sie dir denn geglaubt?

Ich arbeitete ein paar Jahre nebenberuflich an einer Anlaufstelle für vergw*** Frauen. Eines Nachts rief ein 17 jähriges Mädchen an und war völlig verzweifelt, 2 Männer hatten sie vom Fahrrad gerissen und sich an ihr vergangen, dies war einige Wochen her und sie konnte nicht mehr, wollte sich umbringen. Sie hatte panische Angst es ihrer "schwer psychisch kranken Mutter" zu sagen, da diese selber viele Probleme hatte, außerdem hatte sie Angst, dass die Mutter es dann überall herum erzählen würde. Wir suchten nach Lösungen und nach mehreren Gesprächen willigte sie ein, dass ich sie in eine Krisenintervention bringen durfte, es war am 23 Dezember. Ich suchte mir zur Unterstützung einen Jugend-Psychiater an ihrem Wohnort und er erkannte sofort die dramatische Situation und schrieb eine Überweisung.
Da sie noch minderjährig war musste natürlich die Mutter informiert werden, auch wenn sie durch die Überweisung keine Einsprache Möglichkeit hatte. Weil die Kleine dies nicht konnte, habe ich es übernommen.

Als ich es der Mutter, die mir relativ gefasst vor kam erklärte, fragte sie mich allen Ernstes, ob das überhaupt stimmen würde, da R. sehr gerne und oft lüge...
Ich sagte ihr gerade heraus, dass ich an ihrer Stelle R. diese Frage niemals stellen würde!
Danach  bat ich sie dann noch es niemandem zu erzählen, denn wenn es jemand erzählen dürfe dann nur R. selbst.
Als R. dann mit ihrem Gepäck kam, war sie so erleichtert, dass die Mutter alles wusste und hing sich ihr um den Hals. Die Mutter blieb stocksteif stehen, nahm das Mädchen weder in den Arm, noch gab es irgendeine mitfühlende Reaktion.

Auf dem Nachhauseweg musste ich stundenlang weinen, weil mich diese Mutter so an die Gefühlskälte von meiner erinnert hatte.

Später ist dann genau eingetroffen wovor R. am meisten Angst hatte, die Mutter hat es überall herum erzählt, um sich wichtig zu machen und um bedauert zu werden. R. ist  leider in die Drogensucht abgerutscht, hat ihre Lehrstelle als Krankenschwester verloren. Inzwischen  hat sie sich aber wieder gefangen, sie war ein Jahr in einer Einrichtung für Bordies und macht nun eine Ausbildung. Dies ist  4 Jahre her, wir sind immer noch in Kontakt und treffen uns einmal im Jahr.
Alle 4 Kinder dieser Mutter sind psychisch krank...

Am schlimmsten fand ich als Kind, dass ich immer alleine, auf mich gestellt war. Ich musste als Kind schon sein wie ein Erwachsener, kümmernd, verantwortlich, allwissend, stark, vorausschauend. Ich schmiss den Haushalt, kochte oft, arbeitete schon mit 10 außer Haus und wurde dennoch immer als faul beschimpft. Egal was ich tat, es war nie genug und ich war zweifelhaft bemüht den Ansprüchen die an mich gestellt wurden Folge zu leisten, natürlich erfolglos.

Als ich mit mit 5 zu meinen Eltern kam, war ich mit einem Schlag erwachsen, ich spielte auch nicht mehr, sondern vergrub mich mehr und mehr in meine Bücherwelt.

Meine Großmutter war die einzige Bezugsperson in meinem Leben, aber sie wohnte 2 Autostunden entfernt und meine Mutter wollte mit Absicht kein Telefon, so dass ich sie nie anrufen konnte, wenn ich in der Wohnung eingesperrt war. Ich war aber in allen Schulferien bei ihr, ich lebte nur in diesen Wochen,  es war jedoch jedes mal wenn sie mich wieder abholten ein erneutes Sterben, ein zurück in die Hölle. Vermutlich habe ich genau dadurch die Kraft geschöpft nicht aufzugeben.

Ich erzählte ihr niemals wie schlecht es mir ging, ich wollte nicht, dass sie leiden musste deswegen, dass man mich ihr weggenommen hatte, war schon schwer genug für sie und für mich natürlich auch.

Um die Kinder von psychisch kranken Eltern zu erfassen, müssen diese erstens bekannt sein und zweitens auch mitmachen, denn nur das Beste für ein Kind zu wollen reicht da nicht, dies wollte meine Mutter ja auch... Handlungsbedarf ist auf jeden Fall gegeben.

LG Epines
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Fee

  • Gast
Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #9 am: 02 Mai 2011, 19:31:31 »

liebe epines und natürlich auch du gerade :)


ACHTUNG TRIGGERGEFAHR !



*



*



*


***haben sie dir denn geglaubt?***

soweit kam ich beim ersten versuch gar nicht erst.

beim zweiten war ich mal wieder weggelaufen und das jugendamt
wurde von der polizei informiert,welche mich nachts um 1.00 uhr,
heulend und blutend (kopfplatzwunde,nasenbluten,arm ausgekugelt,
und mehr),auf der strasse aufgriff.

sie sperrten mich in eine zelle,fuhren mich dann ins krhs.,das jugendamt brachte mich,nach dem gipsen,nähen,usw. zu meiner
"mutter" nach hause zurück,diese erzählte ihnen grimmsmärchen,sie gingen,meine mutter verbrannte zur strafe zigaretten auf mir und ging schlafen ...

... schlaf jetzt und hör auf zu jammern,sonst gebe ich dir einen grund dazu.


beim dritten jugendamtkontakt bekam ich einen vormund und zog zu meinem 18 jährigem freund ... mit 15 j. ... auch toll ... aber besser als alles vorher .


l.g. fee
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Fee

  • Gast
Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #10 am: 02 Mai 2011, 21:12:24 »

... hab`noch was vergessen:

Ich finde,wenn psychisch kranke Elternteile,in einer Klinik behandelt werden,sollte auch immer an deren Kinder gedacht werden.Sofern es bekannt ist.

Und "auffällige" Kinder,in Kinderkliniken,Schulen,oder sonstwo,
müssten sowieso (mehr) "Hilfe" bekommen.Aber viele gucken lieber weg.

Was ich auch unhaltbar finde ist.Da wird manchmal ein Kind berechtigt aus einer Familie genommen und niemand fragt nach deren zu Hause verbliebenen Geschwistern.Oder z.B. 2 werden weggenommem und 3 neue werden geboren und weiter geht die Tortour dann für diese Kinder.

Das habe ich selber so in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erlebt,als ich dort arbeitete.

Aber bei mir stand kurz nach der Geburt meines Sohnes sofort das Jugendamt vor der Tür,als Prinz Dennis in seinem diamantbesetztem,
vergoldetem Kinderbettchen,nach einer Kaviarmahlzeit,mit goldenem Löffelchen,wohlig schlief.

... die hätte ich beide ,damals noch fit,beinahe gekillt.
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Epines

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #11 am: 02 Mai 2011, 21:56:18 »

Hallo liebe Fee

Ja das ist echt heftig! Wahnsinnig traurig  was du alles erleben musstest, ich hoffe es geht dir bald besser und du kannst es endlich hinter dir lassen! Ich weiss wie schwer  Verletzungen durch Mütter verursacht wiegen und wie unendlich schwer es ist diese zu verheilen, ich selber arbeite beinahe täglich daran.

Die Ignoranz in unserer Gesellschaft ist einfach unglaublich, sich nur nicht einmischen, man könnte ja jemanden unschuldig verdächtigen...und Kinder lügen ja so gerne...

Hast du noch Geschwister?

Meine Mutter hat vorsorglich überall in der Verwandtschaft auch deponiert, dass ich gerne lüge, dagegen kommt man so schwer an, man steht dem ohnmächtig gegenüber.

Grund zum Weinen wurde mir auch oft angeboten, allerdings wenn ich dann weinte, wurde mir verboten zu weinen, es war schwer zu unterdrücken und so schlug sie wieder und wieder zu, so lange bis ich es schaffte keinen Mucks mehr zu machen.

In Österreich gab es einen Fall, wo eine Familie mit schwer psychisch kranken Eltern die beide berentet waren, 19 Kinder hatte, welche in der Wohnung geboren  und durch den Vater selber unterrichtet wurden, also nicht mal zur Schule durfte. Der Vater hatte einen religiösen Wahn und wollte die Kinder nicht dem schädlichen Einfluss von Heiden preis geben. 
Das Jugendamt war ab und an zur Kontrolle da, aber hatte nichts verdächtiges festgestellt und nicht gemerkt, dass mehr als 5 Kinder da waren. Vermutlich kamen sie nie unangemeldet. Die Kinder wurden sadistisch gequält und bekamen auch oft nichts zu essen.  Sie hatten sich sogar organisiert und in einem Garten Gemüse angepflanzt um überhaupt etwas zu haben. Die Familie lebte in einer 3 Zimmerwohnung! Sie durften nicht auf die Toilette ohne vorher zu fragen. Die Nachbarn sollen auch nichts gemerkt haben, da nie mehr als 3 Kinder gleichzeitig raus oder rein durften.

Aufgeflogen ist die Sache, als 3 der Kinder abgehauen sind die schon volljährig waren und das Sorgerecht für die jüngeren Geschwister beantragt hatten. Dies wurde ihnen zugesprochen, außer die Kleinsten, die noch 1-5 Jahre alt waren, die mussten bleiben. Da war es auch genau so wie du es in der Jugendpsychiatrie erlebt hast.

Die Behörden machen oft ihre Arbeit nicht wo sie sollten und an Orten, wo es kaum etwas zu beanstanden gibt sind sie übereifrig und suchen jedes Haar in der Suppe.

In Genf wurde eine psychisch kranke und drogenabhängige Mutter in Untersuchungshaft genommen und obwohl sie einmal sagte, dass sie ein Baby hat, wurde nicht überprüft, ob es diesem gut geht. Es ist in der Wohnung verhungert...

Na ja man könnte wohl die Liste beliebig erweitern und trotzdem würde nichts geändert.

Ein Freund von mir , der in einer Vormundschaftsbehörde arbeitet sagt, dass es viele Kinder in einem Heim wesentlich besser aufgehoben sind, ich denke dass er Recht hat.

Alles Liebe
Epines

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Fee

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #12 am: 03 Mai 2011, 09:21:19 »

Liebe Epines und alle anderen hier lesenden/schreibenden Forumsmitglieder,

gerne beantworte ich "alle" Fragen,die an mich gerichtetet sind,in dem mir für richtig empfindeten Umfang.

Nur ich befürchte,über meine Schwester und mich,hier jetzt wieder zu berichten,könnte den/diesen Thread,aufgrund von Streit zerstören.

Mein letzter Thread (auch) zu diesem Thema,hatte nachdem er lange gut lief,zur Folge,dass sich zwei Mitglieder am Ende (ohne mein Dazutun) entschieden,sich aus dem Forum abzumelden:

http://www.nur-ruhe.de/smf/index.php?topic=64.0

Aber ich bin gerne weiterhin bereit,mich mit friedlich Interessierten,
per PN dazu auszutauschen.

L.G. Fee
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Epines

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #13 am: 03 Mai 2011, 11:37:44 »

Uff....liebe Fee

Nach dem Lesen dieses älteren Threads bin ich nahezu erschlagen und froh, dass in meinem gesamten Umfeld gewaltlose Kommunikation einen hohen Stellenwert einnimmt.

Verbale Rundumschläge sind destruktiv und verhindern eine Weiterentwicklung massiv. Zu beachten gilt, das man sich dadurch immer weiter ins soziale Abseits manövriert und sich dann darüber wundert.

Die Gesellschaft hat sich rückblickend überhaupt niemals weiter entwickelt, es herrscht nach wie vor verbale, körperliche und sexuelle Gewalt und die Kinder, also unsere folgenden Generationen sind genau so betroffen wie wir, unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern es waren.

Verändern würde sich nur etwas, wenn wir unseren Kindern mit dem nötigen Respekt und Achtung begegnen die sie verdienen, jenen Respekt den wir selber gerne gehabt hätten. Dazu benötigen wir allerdings offene und selbst-kritische Einsichten, die wir ihnen zuerst vor-leben müssen.

Um zum Thema zurück zu kommen; meine Mutter hat sich immerzu jegliche Kritik verboten. Sie schimpfte über alle und jeden, nur ihre eigenen Handlungen waren "sacrosanct" und entsprachen angeblich den zeitgenössischen Erziehungsmethoden.

Schuld sind und waren immer die anderen,  die auf ihr herum hackten und ihr Leben zur Hölle machten. Sie nicht so leben ließen wie sie wollte, ihr fortwährend Steine in den Weg legten.  Zuerst ihre ebenfalls psychisch erkrankte Mutter, dann mein psychisch erkrankter Vater und schlussendlich die psychisch erkrankte Tochter...

Sie steckt in der Opferrolle fest und wird da auch nie hinaus finden, weil sie wohlwollende Kritik immerzu als persönlichen Angriff empfindet und sich niemals fragt, ob sie eventuell berechtigt sein könnte.

Eine frustrierte Epines...




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Fee

  • Gast
Re:Kinder psychisch kranker Eltern
« Antwort #14 am: 03 Mai 2011, 12:21:43 »

Oh je Du Arme (Epines),

hast den ganzen Thread nachgelesen ... puh ... ist da wirklich angemessen.Mir war vorhin,in Erinnerung dessen,wie er sich leider entwickelt hat,schon beim Lesen der Überschrift ganz schlecht.

Den "Opfaaa - Status" lehne ich für mich auch entschieden ab.
Wenn ich/wir es laut dessen eigl. Sinn zwar waren,bevorzuge ich trotzdem "Überlebende".

Denn "Opfaaa" sind das  ;)

http://www.stupidedia.org/stupi/Opfer


Opfer sind fix und alle.Aus,Schluss,Ende,aber ich flatter noch !

... hin und wieder schwächeln,erlaube ich mir aber inzwischen.


L.G. Fee


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