Nur Ruhe - Selbsthilfeportal über Depressionen und Selbstmord

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Autor Thema: Bin wieder hier  (Gelesen 6402 mal)

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Tobe

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Bin wieder hier
« am: 19 September 2020, 00:04:16 »

Hallo Ihr Lieben,

wenige von Euch werden sich vielleicht noch an mich erinnern.
Ich war irgendwann 2006 hier her gekommen mit dem Nicknamen "to_be_a_born_loser" und habe hier viel Unterstützung erfahren
und ganz nebenbei auch hier meine Liebe (Demian) gefunden.

Nun bin ich leider wieder hier, weil ich weiß dass ich die auf mich zukommende Zeit nicht alleine bewältigen kann.
Für die, die sich an uns zwei noch erinnern...
Ja wir sind immer noch zusammen ein Paar und wir haben zwischenzeitlich viele schwere Zeiten relativ gut zusammen durchgestanden.

Doch jetzt hat uns eine üble Nachricht überrannt.
Mein Schatz Demian mit dem ich so viele schlechte Zeiten überstanden habe, wird mich leider wohl in absehbarer Zeit verlassen müssen.
Bei ihm wurde ein Tumor festgestellt und die Prognosen sehen nicht gut aus.
Wir müssen diesbezüglich allerdings noch die weiteren Ergebnisse abwarten.

Nun stehen wir Beide da.
Wir haben beide immernoch die Depressionen, die bei uns Beiden schon eine halbe Ewigkeit bestehen.
Dennoch konnten wir uns Beide irgendwie immer unterstützen und so irgendwie doch im "Alltag" zurechtkommen.
Doch die Diagnose verändert nun alles und ich werde vermutlich bald alleine hier sein.

Ich hoffe einfach hier ein wenig Unterstützung zu bekommen.
In der jetzt auf mich zukommende Zeit und vorallem auch in der Zeit danach.
Ich weiß jetzt schon, daß diese Zeit mir alles abverlangen wird und ich leider Unterstützung, Begleitung
und vermutich hier und da auch mal ein wenig Zuspruch benötigen werde.

Ich weiß, daß ist nicht die feine Art, nach Jahren der Abwesenheit hier gleich mit "Forderungen" wieder zu erscheinen.
Es soll aber keine Forderung sein.
Ich weiß nur, daß mir dieses Forum damals sehr geholfen hatte und darauf hoffe ich nun wieder.

Vielleicht ist ja noch jemand hier von Damals und erinnert sich an mich.
Mal schauen.

L.G. Tobe
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claudi

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #1 am: 19 September 2020, 00:13:40 »

Hallo Tobe,

auch wenn der anlass ja ein schrecklicher ist. Ich freue mich dich zu lesen und wieder von dir zu hören.
Ja ich bin ja hier ein kleines urgestein und erinnere mich noch gut an dich.
willkommen zurück!
ich hab keine depressionen mehr aber bin denoch gerne ein teil dieser platform.

lg claudi
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Tobe

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #2 am: 19 September 2020, 00:27:14 »

Hallo Claudi,

ja Dich kenne ich auch noch :-)
Ich freue mich, das es Dir nun besser geht.

Ich hatte leider auch gedacht, daß ich Nur Ruhe nicht mehr wirklich brauche.
Auch da Demian und ich uns gegenseitig so gut unterstützen konnten.
Wir hatten zusammen Strategien erarbeitet, daß wir mit unseren Depressionen besser umgehen und leben können.
Es hat auch recht gut funktioniert. Aber so ganz los geworden sind wir das leider nie.

Viele aus der damaligen Zeit werden wohl nicht mehr hier sein.
Aber ich freue mich über jedes "Gesicht" von Damals.
Es gibt mir irgendwie das Gefühl zuhause zu sein.
Und es wird mir sicherlich helfen diese Zeit zu überstehen.

Es ist aber im Vergleich zu damals sehr ruhig hier geworden.

L.G. Tobe
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Ina

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #3 am: 19 September 2020, 00:37:47 »

 
Hallo Tobe,

auch ich erinnere mich noch gut an Dich und Demian und auch an unser Forumstreffen in Köln 2008. Ich habe sogar noch Fotos davon.

Was für eine schreckliche Nachricht... Es macht mich traurig, das zu lesen – mir fehlen die Worte. Aber ich möchte Dich wissen lassen, dass Du hier herzlich willkommen bist. Ich finde es überhaupt nicht verwerflich, dass Du Dir wieder Hilfe bei uns suchst und auf mentale Unterstützung und Beistand hoffst. Ich wünsche Dir sehr, dass Du Dich bei uns wohlfühlen wirst und wir Dir geben können, was Du brauchst. Ja, es ist ruhiger geworden, dafür aber auch harmonischer. Hier sind viele liebe Seelen unterwegs – Du wirst es sehen. Wir werden Dich begleiten!

Viel Kraft und alles Liebe für Dich und Demian!

Ina
 
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Tobe

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #4 am: 19 September 2020, 01:03:12 »

Ich Danke auch Dir Ina

Ja, das Forumstreffen 2008 in Köln war wirklich schön.
Ein paar Leutchen von Damals sind ja noch hier, so wie auch Du.

Es ist schwer momentan irgendwie einen klaren Gedanken zu fassen.
Es war mir jedoch sofort klar, daß ich dies nicht alleine schaffen kann
und da fiel mir sofort Nur Ruhe wieder ein.

Ich habe all die Jahre immer mal wieder geschaut, wer alles hier noch so herumschwirrt :-)
Es kann ja auch ein gutes Zeichen sein, daß nicht mehr alle von Damals hier sind.
Denen könnte es mittlerweile ja auch besser gehen.

Es ist wirklich so traurig. Auch mir fehelen die Worte.
Morgen, also am Samstag und Sonntag darf er tagsüber nachhause, da dann eh keine Untersuchungen laufen.
Aber er muss über die Nacht im Krankenhaus sein, falls er wieder Atemnot bekommt.

Es wird sehr schwer werden...
Aber ich freue mich sehr, daß ich so herzlich hier wieder aufgenommen werde.

Ich Danke Euch Beiden für die nette Begrüßung

L.G. Tobe
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darksoul86

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #5 am: 19 September 2020, 12:58:55 »

Hallo Tobe.
Herzlich Willkommen.
Bin auch eine Rückkehrerin (war 2016 und 2018 hier, teils noch unter Junehoney) und mir hat das Forum auch sehr geholfen. Insofern kann ich total verstehen, dass es dich zurück zieht und finde es auch gar nicht fordernd, sondern klug, die Dinge zu tun, die du nun dringend brauchst! Und das Forum ist nun mal für Viele eine Stütze.

Es tut mir sehr leid für dich und Demian, dass er so schwer krank ist.... Das ist wirklich furchtbar und unbegreiflich schlimm. Ich kann nur erahnen, wie schlecht es dir damit geht.
Aber zumindest weiß ich, wie es ist, wenn ein nahestehenden schwer erkrankt, weil meine Mutter auch seit Mai die Diagnose Krebs mit Metastasen hat und auch wenn wir nicht das Beste Verhältnis haben, macht es mich sehr betroffen.
Herzliche Grüße und viel Kraft für euch!
Darksoul
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Tobe

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #6 am: 22 September 2020, 00:20:15 »

Hallo Darksoul,

auch dir lieben Danz für die herzliche Begrüßung.
Es tut mir Leid, daß Deine Mutter auch so schwer krank ist.
Ich wünsche Dir ebenfalls viel Kraft. Denn auch wenn das Verhältnis zwischen euch beiden nicht das Beste ist, wird es dennoch schwer sein.
Ich habe vor 10 Jahren schon meinen Vater am Krebs verloren.
Nach nicht mal 2 Jahren verstarb dann meine Mutter und ein halbes Jahr später folgte die Mutter von Demian.
Ich hätte niemals gedacht, daß er ihr sobald folgen könnte. Er ist dafür einfach zu jung.
Versuche das Beste daraus zu machen, für Die Zeit die Euch bleibt.
Man kann es später nicht nachholen.

L.G. Tobe

-------

Heute wurden bei ihm leider mehrere Metastasen gefunden. Gott sei Dank hat er noch keine Schmerzen.
Dies bedeutet jedoch das er sich bereits im fortgeschrittenem Stadium befindet und die Symptome, die er bereits im Juni hatte schon durch Metastasen verursacht wurden. Morgen folgen weitere Untersungen, mit der Suche nach weiteren Metastasen.
D.h. er lief schon eine ganze Weile mit dem eigentlichen Tumor herum. Was sich nicht gerade positiv auf die Prognose auswirkt.
Ich bin täglich einige Stunden am und im Krankenhaus um mit ihm so viel Zeit wie möglich zu verbringen.
Dank dem "Corona" darf man ja nur sehr beschränkt im Krankenhaus besuchen, deshalb verbringen wir die meiste Zeit außerhalb auf dem Gelände.
Es ist jedes mal furchtbar schwer für mich ihn dann zu verlassen und irgendwann nachhause fahren zu müssen.
Diese Woche wollen sie mit der Chemo beginnen. Sofern er sie einigermaßen gut verträgt folgen die weiteren ambulant und er darf dann nachhause.
Wir hoffen beide, daß er bald nachhause darf, auch weil wir nicht wissen, wieviel Zeit uns wirklich bleibt.

Wir sind uns jedenfalls einig, das wir alles versuchen, um ihn ein möglichst langes, aber vor Allem ein Leben mit möglichst langer Lebensqualität zu verschaffen. Ohne eine gewisse Lebensqualität nützt die Länge nichts.
Mir ist bewusst, das diese Zeit sehr kurz sein kann. Aber ich hoffe, das wir wenigsten ein bisschen Glück im Unglück haben und uns vielleicht doch ein bißchen mehr Zeit bleibt.

Ich weiß nicht, wie ich dieses Ganze psychisch verkraften werde.
Wenn ich so abends hier alleine sitze, oder ich auf sein leeres Bett schaue, kommen die Gedanken,...
das wird Deine Zukunft
und dann rollen die Tränen.

L.G. Tobe
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darksoul86

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #7 am: 22 September 2020, 07:29:59 »

Dankeschön, Tobe!

Oh, Mann, das ist wirklich schlimm! Allein dieser ganze Diagnostik Prozess ist einfach furchtbar! Und dann abends nicht zusammen zu sein auch echt unerträglich.
Ich drücke ganz fest die Daumen, dass er bald rauskommt.... Zu Hause habt ihr euch wenigstens.
Und wer weiß..... Der Freund einer Freundin lebt seit 10 Jahren mit vielen Metastasen, macht immer wieder Chemo, aber hat auch noch erstaunlich viel Lebensqualität. Die Medizin kann schon einiges anrichten. Ich wünsche euch sehr, dass die Chemo gut anschlägt!
Viel Kraft!
Herzliche Grüße
Darksoul
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Tobe

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #8 am: 24 Februar 2021, 11:42:47 »

Hallo Ihr Lieben,

es ist nun einige Zeit schon vergangen seit ich mich gemeldet habe.
Es ist viel passiert, aber mir fehlt immer mehr die Kraft um auch nur irgend etwas zu tun.

Ich bin nun seit 28.09.2020 selber krankgeschrieben, da ich der extremen Doppelbelastung nicht mehr standhalten konnte.
Von meiner Krankenkasse wurde ich dann auch schon innerhalb der Lohnfortzahlung belästigt.
Seitdem rufen sie in regelmäßig hier an und da ich nicht mehr abnehme, trudelt kurz danach immer ein Schreiben von denen ein,
ich solle sie zurückrufen.
Vor ca. 3 Wochen kam dann noch ein Schreiben von denen mit dem "Vorschlag" einer stufenweise Wiedereingliederung,
wo ich hätte nach deren Wünschen innerhalb von 2 Wochen antworten sollen.
Als ob ich es aktuell nicht schon schwer genug habe.

Nachdem mein Hausarzt auch schon von der Krankenkasse mit Anfragen belästigt wurde, kam was kommen musste...
Er bat mich, ich solle mich dringend um eine Psychotherapie bemühen.
Nun befinde ich mich seit dem 18.01.2021 tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben in einer Psychotherapie.
Die jenigen hier, die mich noch von damals kennen und sich noch erinnern, können sich vorstellen was für eine Überwindung
mich das gekostet haben wird.
Der erste Termin sollte eigentlich ein Vorstellungstermin sein, also ein "beschnuppern" von beiden Seiten.
Doch wurde der Termin schnell zu einem akuten Auffangen durch den Psychotherapeuten umfunktioniert,
was deutlich 1 Stunde überzog.
Ich bin ihm sehr dankbar dafür und auch das er mich als seine Patientin akut mit aufgenommen hat, obwohl seine Kapazitäten
(Patienten-Anzahl) eigentlich ausgeschöpft sind. Er erkennt Gott sei Dank meine akute Notlage.

Der Zustand von Demian hatte sich zunächst in den ersten Monaten etwas gebessert.
Die erste Chemo (kombiniert aus 2 Zytostatika) bekam er noch im Krankenhaus stationär und am 30.09. 2020 konnte er
schließlich nach Hause entlassen werden.
Kurz darauf bekam er dann noch die "glückliche" Nachricht, das er zusätzlich noch für eine s.g. Immuntherapie geeignet ist.
Dies ist noch eine recht neue Therapiemöglichkeit mit besseren Erfolgen bei der Krebsbehandlung, als eine reine Chemotherapie.
Durch die s.g. Immuntherapie wird das eigene Immunsysthem deutlich angeregt, selbst gegen den Tumor zu kämpfen.
Dies bedeutet aber auch gleichzeitig ein deutlich erhöhtes Risiko, daß das eigene Immunsysthem überreagieren kann
und unter Umständen gegen den eigenen Körper ankämpft. Diese Überreaktion kann ebenfalls tötlich enden.

Seit der Info bekommt er nun alle 3 Wochen ambulant seinen "Cocktail" per Infusion.
Nach 4 Therapien musste allerdings ein Zytostatikum (Chemo) auf Grund extremer Nebenwirkungen abgesezt werden.
Auch weil er die dazu benötigtigte Spritze zur Anregung der Leukozytenbildung nicht mehr ausgehalten hatte.
Er bekam immer 24 Stunden später unerträgliche Schmerzen in seinen Knochen.
Also ging es nun weiter mit dem anderen Zytostatikum und der Immuntherapie.

Erste Kontrollaufnahmen im November/Dezember zeigten dann einen kleine Reduzierung der Metastase im Gehirn und
hinter dem Brustbein. Doch der Lungentumor und die Metastase an der Nebenniere blieben unverändert.

Weihnachten kam es dann zu einer Überreaktion des Immunsysthems.
Ich dachte zuerst er hätte sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Doch dem war nicht so.
Sein Darm, seine Bauchspeicheldrüse sowie die Galle wurden angegriffen und stellten ihren "Dienst" ein.
Nachdem er diese Situation überstanden hatte, ging es wie gewohnt weiter.

Seit einigen Wochen baut er jedoch zunehmend ab und ich befürchte das dies schon Anzeichen sind,
daß dies der Beginn des Endes sein könnte. Kontrollen sollen jedoch erst wieder im April folgen.
Hinzu kommt, daß seine Psyche mittlerweile fast unerträglich für mich wird.
Täglich kommen so Sprüche wie,
"andere machen Home office, ich machen Home dieing"
"das interessiert mich nicht, das werde ich Gott sei dank nicht mehr erleben".
Oder er wird massiv ungerecht zu mir und macht mir Vorwürfe was ich alles nicht mehr schaffe.

Ich weiß nicht wie ich das weiter ertragen kann.
Ich bin selber massiv depressiv, habe keine Hofnung mehr, extreme Zukunftsängste und Verlustängste
und muss mir jeden Tag seine extremen Depressionen ansehen und anhören.
Oft muss ich mir mehrere Stunden am Stück so etwas anhören, bis mir der Kopf regelgecht rauscht
und ihm trotzdem mit letzter Kraft Mut zusrechen und ihn aufbauen.
Dabei würde ich am liebsten selber einfach vom Balkon springen, weil ich nicht mehr kann.

Ich hoffe, daß ich die Psychotherapie nicht schon viel zu spät begonnen habe.
Nach jeder Therapie-Stunde bin ich massiv erschöpft und ich kann kaum nachhause laufen,
da mir die Beine immer wieder wegsacken, als wäre ich extrem betrunken.
Mir geht es richtig beschissen.

L.G. Tobe
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claudi

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #9 am: 24 Februar 2021, 12:45:29 »

Hi tobe

Ich möchte dich wissen lassen das du gelesen wirst

Es ist ja schon mal eine Erleichterung alles aussprechen zu können

Das mit der tera ist super U noch viel mehr das es sofort bei euch gepasst hat

Ich denke du gibst dein bestes und das nochmal über die eigenen Grenzen U befindlichkeiten hinaus
Das hast du schon immer getan
Aber du selber bist ja auch noch da

Das du das erkannt hast und dir Hilfe holen konntest finde ich gut
Den es wird ja nicht einfacher werden

Ganz viel Kraft f die bevorstehende Zeit
Wünscht claudi

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Tobe

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #10 am: 26 Februar 2021, 04:27:11 »

Liebe Claudi,

ich wollte Dir nur Danke sagen für Deine lieben Worte.
Für mehr fehlt mir momentan die Kraft.
Ich vermisse hier eine "Danke-Funktion", würde es einfacher machen.

Liebe Grüße Tobe
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Ina

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Re: Bin wieder hier
« Antwort #11 am: 02 März 2021, 12:34:56 »

 
Liebe Tobe,

Deinen Beitrag vom 24.02. habe ich gerade erst gelesen.
Es tut mir so leid, das alles zu lesen. Deine Verzweiflung und Hilflosigkeit sind spürbar...

Gut, dass Du so schnell einen Therapeuten gefunden hast und er Dich auffängt. Ich denke, je öfter Du bei ihm gewesen bist, desto mehr Vertrauen wirst Du zu ihm aufbauen – und desto mehr Halt wirst Du in der Therapie finden. Diesen Halt brauchst Du im Moment ganz dringend, daher wünsche ich Dir, dass Du Dich wirklich darauf einlassen kannst, auch wenn es die erste Psychotherapie ist und es Dich viel Überwindung kostet.

Wenn der Partner oder ein nahestehender Angehöriger schwer erkrankt, ist die Belastung enorm – für beide Seiten. In den letzten Jahren sind in meinem Umfeld mehrere Personen an Krebs erkrankt und leider auch verstorben (zuletzt meine Mutter im Januar). In jedem dieser Fälle habe ich miterlebt, dass die Angehörigen trotz ihres eigenen Leids enorm viel Kraft aufbringen konnten, um für den Betroffenen da zu sein und ihm zur Seite zu stehen. Wichtig war bei allen, dass sie sich trotz allem auch immer wieder ein bisschen Zeit für sich genommen haben, um selber neue Kraft zu finden, Mut zu entwickeln und weitergehen zu können, ohne daran zu zerbrechen. Du darfst auch Hilfe von anderen annehmen, Tobe. Jeder wird Verständnis dafür haben, wenn Du um Unterstützung bittest und das alles nicht alleine aushalten kannst.

Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du Menschen um Dich hast oder findest, die für DICH da sind und Dir helfen, diese schwere Zeit zu überstehen.

Liebe Grüße
Ina
 
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Re: Bin wieder hier
« Antwort #12 am: 11 März 2021, 05:29:50 »

Auch Dir liebe Ina möchte ich für Deine lieben Worte danken.
Es ist schwer diese Situation zu ertragen.
Mich begleiten täglich Ängste...
die Angst neben ihm zu liegen, aufzuwachen und festzustellen er ist tot
die Angst in leiden zu sehen und nicht helfen zu können
die Angst vor verschlechterten Befunden und wie er darauf reagiert

Dazu kommt auch die Angst meinen Job zu verlieren
die Angst vor dem alleinsein
die Angst vor meinem Therapeuten

Ich hatte zur letzten Stunde eine ausführlichen Fragebogen ausgefüllt und abgegeben.
Da stehen Dinge drin worüber ich nicht sprechen möchte.
Jetzt habe ich Angst davor, daß mein Therapeut dazu Fragen stellt.

Verschärft wird dies durch die lange Wartezeit bis zum nächsten Termin.
Mein Letzter Termin war am 23.02., darauf sollte der nächste Termin am 05.03. sein,
doch dieser wurde abgesagt, da mein Therapeut krank war.
Jetzt muss ich noch bis zum 15.03. warten und die Angst steigt von Tag zu Tag.
Ich habe auch Angst davor das er mich nun ablehnen könnte, weil in diesem Fragebogen
viel mehr steht, als ich zum Beginn geäußert habe.
Sprich, der Fall (ich) bin wesentlich komplizierter, als er anfangs vermutete.

Es ist vorallem schlimm, weil ich befürchte abgelehnt zu werden.
Weil ich dann völlig alleine hier bin.
Ich habe nur den Therapeuten und sonst niemandem mit dem ich sprechen könnte.

Ich merke wie ich schon innerlich Abschied nehme, mich mehr und mehr versuche gefühlsmäßig
von Demian zu lösen, damit es nicht so hart wird, wenn er geht.

L.G. Tobe
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Re: Bin wieder hier
« Antwort #13 am: 11 März 2021, 08:55:55 »

 
Ich habe auch Angst davor das er mich nun ablehnen könnte, weil in diesem Fragebogen
viel mehr steht, als ich zum Beginn geäußert habe.
Sprich, der Fall (ich) bin wesentlich komplizierter, als er anfangs vermutete.

Liebe Tobe,

dass da noch einiges mehr ist, als Du zu Anfang gesagt hast, wird Deinem Therapeuten von vornherein klar gewesen sein. Warum? Weil es wahrscheinlich bei so gut wie jedem neuen Patienten so ist. Ein Mensch ist kein Computer, der nach Eingabe eines kurzen Befehl eine vollständige Liste aller korrekten Antworten oder Möglichkeiten ausgibt. Wir haben Emotionen, können und wollen über manches nicht sofort sprechen und setzen meistens auch Prioritäten, worüber wir gerade sprechen möchten und was uns am wichtigsten erscheint – abhängig davon, was uns in der jeweiligen Stunde am meisten beschäftigt und belastet, aber auch davon, worüber wir überhaupt zu sprechen in der Lage sind. Niemand wird in den ersten paar Stunden all seine Probleme offenlegen können – und das wird auch von keinem Patienten erwartet. Die ersten Therapiestunden, die probatorischen Sitzungen, sind dafür gedacht, herauszufinden, ob Therapeut und Patient hinsichtlich der benötigten Therapieform zusammenpassen und auch, ob die Chemie zwischen den beiden überhaupt stimmt. Er muss sich einen groben Überblick über die Probleme des Patienten verschaffen, um einschätzen zu können, ob er der geeignete "Ansprechpartner" für ihn ist.

Ich glaube, darüber brauchst Du Dir wirklich nicht so viele Gedanken zu machen.


Ich merke wie ich schon innerlich Abschied nehme, mich mehr und mehr versuche gefühlsmäßig
von Demian zu lösen, damit es nicht so hart wird, wenn er geht.

Es entwickelt wahrscheinlich jeder seinen ganz eigenen Weg, um eine solche Situation emotional möglichst "gut" zu verkraften. Das ist völlig in Ordnung so!
Vielleicht kannst Du Demian trotzdem Deine Liebe spüren lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass das jetzt für Euch beide ganz wichtig ist.

Du bist nicht allein, liebe Tobe!
 
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Re: Bin wieder hier
« Antwort #14 am: 18 April 2023, 18:50:43 »

Es ist nun schon wieder sehr lange her, daß ich hier etwas geschrieben habe...
Der Thread darf nun übrigens in den öffentlichen Bereich verschoben werden, da Demian dies ja nun auch nicht mehr lesen kann. Demian ist am 17.08.2021 an seiner Krebserkrankung verstorben.

Seit dem Tod von Demian geht es mir zunehmend schlechter. Obwohl es mir schon während seiner Erkrankung massiv schlecht ging. Je mehr Zeit vergeht, um so mehr fange ich richtig an zu leiden.
Diese Einsamkeit in der ich seit seinem Tod stecke, bzw. mich auch selbst zunehmend darin verkrieche, bringt mich um.

Ich bin momentan nur noch ein Häufchen Elend, habe keine Kraft mehr, habe ständig Ängste, immer wieder Albträume, Flashbacks und Panikattacken. Meine Vergangenheit, holt mich ein und nimmt meine Gedanken mehr und mehr ein. Alles kommt wieder hoch und vermischt sich mit meiner aktuellen Realität.
Die Albträume verändern sich auch, so daß die Täter nun wechseln und manchmal nun auch Menschen aus meinem aktuelleren Leben darin vorkommen. Es fällt mir dann sehr schwer, dies als nicht wahr zu erkennen und dann auch wieder so zu empfinden. Dies verunsichert mich massiv und dies kenne bzw. kannte ich bisher auch nicht. Es quält mich sehr und ich habe keine Kraft mehr damit irgendwie zurecht zu kommen. Ich möchte nur noch, daß das alles einfach aufhört.

Ich kann nachts nicht mehr schlafen und werde von Traurigkeit, Schmerzen im Herzen und Ängsten wach gehalten. Ich schrecke immer wieder wegen jedem kleinsten Geräusch hoch. Oft habe ich “Filmrisse“, wo ich dann merke, daß mir teilweise Stunden einfach fehlen und ich nicht weiß wieso und was in dieser Zeit passiert ist.

Es ist alles so massiv anstrengend geworden und ich schaffe kaum noch etwas zu erledigen, was für andere Menschen vollkommen normal wäre. Sei es hier endlich aufzuräumen, den Müll herauszubringen, auf Post zu reagieren oder auch der eigene Körperpflege regelmäßiger nachzugehen. Ich dusche eigentlich nur noch, bevor ich zu meinem Therapeuten gehe, weil ich ihm das nicht zumuten möchte. Für mich selber tue ich eigentlich nichts mehr. Für mich selber ist mir alles egal geworden.

Auch schaffe ich es immer noch nicht, mich von den persönlichen Sachen von Demian zu trennen. Er wird es aber nicht mehr brauchen und ich werde viele Dinge davon auch nicht verwenden, z.B. auch viele seiner Hilfsmittel, die während seiner Erkrankung angeschafft wurden.
Jetzt am Wochenende habe ich einen kleinen unbedeutenden Anfang gewagt und ein paar Dinge von ihm entsorgt, die er aber auch entsorgt hätte, wenn er noch leben würde. Doch auch dies tat irgendwie weh. Ich schäme mich dafür und ich glaube auch daß dies niemand nachvollziehen kann, daß mir so etwas eigentlich simples einfach weh tut. Es ist irgendwie wie ein loslassen von ihm, doch ich will und kann ihn nicht loslassen. Ich habe dabei das Gefühl ihn immer mehr zu verlieren.
Ich weiß, daß klingt vollkommen schwachsinnig. Denn ich habe ihn ja schon längst verloren.

Auch habe ich es immer noch nicht geschafft das s.g. Bürgergeld zu beantragen, nachdem ich aber schon Ende März aus dem ALG 1 herausgeflogen bin.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter und habe auch keine Kraft mehr irgendetwas zu erledigen.
Vor allem frage ich mich wofür überhaupt noch?
Wofür und für wen soll ich denn noch kämpfen?
Jetzt würden wahrscheinlich einige von euch denken,...
natürlich für Dich, denn Du bist auch etwas wert.

Doch ich fühle mich so wertlos und bedeutungslos auf dieser Welt.
Es würde auch niemandem auffallen, wenn ich plötzlich einfach weg wäre.

Mein Leben bedeutet für mich nur Leid und ich will und kann das einfach nicht mehr ertragen.
Ein längeres Leben für mich, würde auch ein längeres Leiden für mich bedeuten.
Auch bin ich für die Welt nur noch eine Belastung geworden und kann niemanden mehr etwas gutes tun, was mir aber immer sehr wichtig war.

Ich bin nur noch ein psychisches Wrack, was auf kosten des Staates überleben kann und das will ich einfach nicht.

L.G. Tobe
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