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Autor Thema: ... und wieder so eine Nacht...  (Gelesen 40421 mal)

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Gypsy

  • Gast
... und wieder so eine Nacht...
« am: 25 September 2008, 13:00:08 »

...wieder zu lange aufgeblieben
aus Angst vor der Dunkelheit

alle Lichter angelassen
nur langsam ausgemacht, eins nach dem andern
langsam vorgetastet
zum Schluss eine Kerze angezündet, damit es nicht ganz dunkel wird

...endlich eingeschlafen...

und schon eine Stunde später - wieder wach
da war irgendwas, ein Geräusch
Schritte?
ein seltsames Klopfen in der Wand
Kerze ist aus - warum?

Angst!!!!!
Liege unter der Decke, bewege mich nicht
Es ist viel zu warm
Kann mich nicht bewegen
Starre auf die Tür, die ich im Dunkel kaum erkennen kann
Hat sich da was bewegt?

Sekunden vergehen, Minuten, Stunden? Ich weiß es nicht
liege unbeweglich
schließlich vertraue ich der Stille,
schalte das Licht ein
warte wieder...
nichts zu hören...
Aber es dauert,
bis ich das Licht wieder ausmachen, wieder schlafen kann.


So geht das, Nacht für Nacht.
Immer wieder, immer schlimmer.
Ich kann nicht mehr.
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Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #1 am: 25 September 2008, 16:31:32 »

Dabei weiß ich doch, da ist nichts, niemand...

nur die Schatten aus der Vergangenheit,
die durch das Haus schleichen
deren Schritte auf der Treppe knarren
die leise die Tür aufschieben.......

Dann stehen sie plötzlich im Raum,
starren mich an
ich möchte schreien, weglaufen
und bleibe stumm.
Kann nicht mal die Bettdecke über den Kopf ziehen
Liege nur stumm da und starre zurück

Woher kommt ihr, was wollt ihr von mir?
Hab euch längst vergessen
- ihr existiert nicht mehr, nicht wirklich.
Wenn ich ihnen das nur sagen könnte.

Habe jetzt schon Angst,
dass die Angst wieder kommt



Drück dich auch mal vorsichtig
und danke dir.... dass du immer ein liebes Wort für mich übrig hast

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InaDiva

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  • Beiträge: 20.060
  • Alone in the dark!
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #2 am: 25 September 2008, 16:43:42 »

Hallo Gypsy,

Was Du beschreibst, kenne ich teilweise, aber nicht in so einem Ausmaß.
Ich stelle mir das total heftig und nervenaufreibend vor, das ist doch auf
Dauer einfach total anstrengend. Jede Nacht Angst, man hält die Dunkel-
heit nicht aus, und auch die Stille macht einem Angst, weil sie jederzeit
von einem kleinen Gräusch gestört werden könnte...

Ich denke, dass man sich dieser Angst stellen muss, immer und immer wieder!
Denn dann wird man sehen, dass nichts passiert und dass die Angst völlig
unbegründet ist. Man darf die Gegenwart nicht so sehr mit der Vergangheit
in Verbindung bringen! Das Vergangene...ist vergangen, beendet, zu Ende.
Die Gegenwart ist jetzt da, ganz klar - und völlig anders als das Vergange.
Vielleicht wird einem das klar, wenn man sich der Angst stellt. Eben nicht
immer wieder das Licht anmachen und gucken, ob da nicht doch was war..
Ja ich weiß, dass das nicht einfach ist und dass es wahnsinnig belastend ist.
Aber anders wüsste ich nicht, wie man diese Angst überwinden kann...

Also wenn Du weißt, woher genau diese Angst kommt, musst Du dieses
Ereignis / diese Erinnerung verarbeiten... und das geht nur mit Konfrontation!



Viele Grüße!
*Kraft schick*
Ina
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„I couldn't sleep and wouldn't sleep when love came and told me I shouldn't sleep“

Mond

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #3 am: 25 September 2008, 17:07:15 »

...

liegen bleiben...nicht aufstehen...
einfach liegen bleiben.

Licht auslassen.
Nicht wieder anmachen.

Aushalten - immer wieder aushalten.

Eine andere chance haben wir nicht - um
diese Nächte rum zu kriegen.

Erinnerungen - schlechte Gefühle...
sie werden immer wieder kommen...

wenn wir danach handeln..was wir fühlen.

wir müssen es durchbrechen...

Aushalten - liegen bleiben - licht auslassen -
und versuchen einzuschlafen...

Es ist schwer..verdammt schwer...ich weiß...

es wird abschwächen..irgendwann..wenn wir
gegen das Gefühl handeln..wir werden irgendwann
nicht mehr wach werden..irgendwann..ich glaube dran..
versuche es...

bleib liegen....versuche es.



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Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #4 am: 25 September 2008, 17:14:00 »

Hey Ina,

ja, es ist wahnsinnig anstrengend. Hab schon gelesen, dass Du auch extreme Schlaf-Probleme hast... ich schlaf ja wenigstens ein, irgendwann jedenfalls, aber halt immer nur kurz, dann wach ich auf, lieg lange wach mit dieser Sch... Angst, schlaf wieder ein bisschen... Es ist einfach Mist.

Kann nur schlafen, wenn ich nicht alleine bin.

Woher es kommt... ich kann es nicht genau einordnen. Ich denke es hängt irgendwie mit meinem Ex zusammen, der in verschiedenen Dingen sehr brutal war... aber das ganze ist 10 Jahre her. Ich hab so viel durch, hatte jahrelang schlimme Alpträume... aber vor ungefähr 4 Jahren habe ich damit abgeschlossen. Ich hasse ihn nichtmal mehr dafür, auch mich selbst nicht mehr (nicht mehr so sehr). Es ist vorbei. Abgehakt.

Aber dieses Angst-Gefühl... das kenne ich eben aus einer ganz bestimmten Situation. Damals war er auf den Balkon hochgeklettert (wohnte damals noch bei meinen Eltern und hatte ein Zimmer im 1. Stock) und hat versucht in mein Zimmer reinzukommen. Ich hatte so eine Panik, hab meine Eltern geweckt mitten in der Nacht, aber natürlich war er längst weg bis sie draußen waren. Ich war mir nicht sicher, ob er es wirklich war, aber ich hab es geahnt. Am nächsten Tag hat er es mir erzählt, dass er das war, und dass er mich umbringt, wenn ich es irgendjemand sage, und wenn ich ihn das nächste Mal nicht reinlasse. Damals lag ich jede Nacht wach, hab mit Panik auf jedes kleine Geräusch geachtet... Bis ich endlich begriffen hab, was für ein armseliger XXXXXXX er war. Ich war so verdammt naiv.

Oh verdammt, ich will das nicht mehr. Das ist mein Zuhause, da hat ER nichts zu suchen. Ja, ich sollte mich dem stellen. Einfach liegen bleiben, versuchen ruhig zu bleiben, abwarten... mir immer wieder sagen, dass da nichts ist. ich bin nur langsam so völlig gerädert... muss ja jeden Morgen wieder im Büro sitzen und mich konzentrieren...
Ich will das nicht, nicht jetzt.... nicht noch mehr....

Hab auch Angst davor Medis zu nehmen, weil ich ja weiß, dass ich dann meistens noch intensiv träume... und der ganze Mist dann vielleicht noch schlimmer (realer) wird...

Ach Ina...
ich wünsch uns beiden mal eine Nacht ganz tiefes und ruhiges Durchschlafen... wär das schön...
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Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #5 am: 25 September 2008, 17:21:36 »

Mond, auch dir vielen Dank...

ja, irgendwann wird es, was auch immer es ist, aufgeben...
wenn es merkt, dass es keine Macht mehr über micht hat

das wünsch ich mir so sehr.....

wie geht das noch gleich, wenn man im Wald einem Bär begegnet?
Hinlegen, tot stellen... irgendwann verliert er das Interesse

hab so lange überlebt...
jetzt werde ich nicht aufgeben,
nein, nicht jetzt, so kurz vor dem Ziel

und irgendwann werd ich hier ganz stolz reinschreiben...
dass ich es sogar ohne mein Einschlafbierchen geschafft hab
dass ich nicht aufgewacht bin
dass das Licht ausgeblieben ist
obwohl ich alleine war.

was für ein schöner Traum.
Wenn ich doch nur schlafen könnte, um ihn zu träumen.
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Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #6 am: 26 September 2008, 08:45:54 »

Na also...

hatte eine halbwegs ruhige Nacht.
Nur zweimal aufgewacht, und relativ schnell wieder eingeschlafen.

Die letzte Stunde hab ich's sogar geschafft, mich mit dem Rücken zur Tür zu legen :)
So langsam tut mir nämlich schon alles weh, weil ich immer auf der gleichen Seite liege...
so dass ich die Tür im Auge behalten kann...

Ok, ich gebs zu...
das ganze hat nur mit zwei Beruhigungsbierchen geklappt
Aber immerhin ein Anfang.
Und jetzt kommen ja erstmal wieder zwei Nächte, in denen ich nicht alleine schlafen muss.

Was ich gerade am überlegen bin...
es sind ja jetzt nur noch 4 Wochen, bis ich mit meinem Freund wieder "richtig" zusammenwohne

sollte ich besser versuchen, das bis dahin noch in den Griff zu kriegen, so dass ich auch alleine gut schlafen kann?

oder einfach nur versuchen die Zeit irgendwie zu überstehen, bis ich Nachts sowieso nicht mehr alleine bin?

Was meint ihr?

Ich würd es ja lieber hinbekommen... will nicht abhängig sein, von jemand, ohne den ich nicht schlafen kann... schiebe auch nicht gerne Probleme vor mir her... aber ich weiß nicht, ob ich im Moment stark genug bin, und wie ich das hinbekommen soll...
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Mond

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #7 am: 27 September 2008, 01:17:47 »

Hallo Gypsy,

erstmal freue ich mich für dich - das die Nacht schon besser geklappt hat.

Und deine Frage am Ende..ich denke - du hast sie dir schon selbst beantwortet.

Natürlich wäre es besser, das du die 4 Wochen noch nutzt - um zu versuchen alleine in Ruhe schlafen zu können - und vor allen Dingen ohne die Beruhigungsbierchen...denn sonst hast du bald das nächste Problem.

Es war richtig gut..das du dich gegen deinen normalen Ablauf..mit dem Rücken zur Tür gelegt hast - ein  großer Schritt und du kannst da wirklich stolz auf dich sein.
Selbst wenn es nicht geklappt hätte - du hast es aber versucht und alleine das zählt.
Und wie du siehst..du hast es geschafft :-)

Genauso musst du weitermachen - immer öfter mit dem Rücken zur tür legen..das du sie mal nicht sehen kannst.
Vielleicht sogar schon wenn du dich hinlegst..für einen kurzen Moment..dann suchst du dir wieder eine sichere position aus..um einzuschlafen.

Jeden abend bleibst du einfach ein bisschen länger mit dem Rücken zur Tür liegen..immer länger..
Und lass immer ein kleines licht an - wenn du dann wach wirst..siehst du sofort wo du bist..und das keiner da ist...
Es gibt Sicherheit.

Falls du gar nicht auf was Beruhigendes verzichten kannst - dann geh mal in die Apotheke - es gibt zahlreiche Tee´s die man trinken kann - die beruhigend wirken.
z.b. mit Johanniskraut....oder Melissentee ist auch sehr gut.
Aber erwähne dort auch - falls du Medis nimmst.
Man kann dich dort dann beraten, was du nehmen kannst.

Weiter so...immer weiter...und schreib hier rein..ich würde gerne mitverfolgen - wie es so klappt.

Einen lieben Gruß
Mond
Gespeichert

Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #8 am: 29 September 2008, 17:37:11 »

Hallo Mond,

danke, hab mich über Deine Antwort gefreut :)

Ja, ich will es auf die Reihe bekommen, will endlich ein "ganz normales" Leben... es wird doch mal Zeit, oder?

Ich versuch zur Zeit, diese ganze Sache zu hinterfragen, ganz sachlich und nüchtern darüber nachzudenken, auch offen darüber zu reden... um dieser Angst ihre Macht zu nehmen... und es ist schon seltsam...
Mein Freund meinte z.B., ich solle doch die Schlafzimmertür abschließen. Das komische ist, da hätte ich noch viel mehr Angst. Seltsam, oder? Allein schon, wenn die Tür zu ist, dass ich nicht sehen kann, was dahinter passiert, kann ich gar nicht schlafen. Aber nur, wenn ich weiß, dass ich alleine im Haus bin (also z.B. in einem Hotel hab ich das Problem nicht).

Wenn ich mir überlege, was passieren könnte... kein Mensch bricht bei mir ein um was zu klauen, wenn er vorher mal einen Blick durchs Fenster wirft. Allein schon daran, dass ich fast keine Möbel habe, sieht man ja, dass da nix zu holen ist. Und ein durchgeknallter Serienkiller, der mich ermorden will... ok, ich hab keine Angst zu sterben.
Ich hab Angst, dass jemand wegen mir kommt. Da war neulich ein Typ von der Telekom da wegen dem Anschluss, der noch ewig mit mir quatschen wollte (5 min oder so - kam mir ewig vor, ich hasse sowas, wenn ich alleine bin)... der hat an dem Abend noch dreimal angerufen, weil er angeblich irgendwas vergessen hat... Oder wenn ich die Straße lang gehe und ein Auto neben mir plötzlich langsamer fährt oder hupt... sowas macht mir Angst.

Aber das ist ja auch irgendwie Unsinn. Auch wenn sowas hin und wieder (eher selten) passiert, kommt mich deswegen noch lange niemand nachts "besuchen"...

Nur, wenn ich dem irgendwie logisch beikommen würde, dann könnt ich ja einfach die Tür abschließen und mich etwas sicherer fühlen als vorher.

Das versteh ich noch nicht ganz. Wieso ich mehr Angst habe, wenn die Schlafzimmertür zu / abgeschlossen ist. Ich glaub, ich würd mich morgens gar nicht raus trauen. Würd so lang da drin bleiben, bis mein Freund nach mir sucht, weil ich nicht mehr ans Telefon geh :)

Der Tip mit den Tees ist sehr gut. Hab mir jetzt auch so ein Beruhigungs-Duftöl für die Duftlampe gekauft... da ist dann gleichzeitig noch ein Teelicht an, das hilft vielleicht auch.

Und dann werd ich dieses fiese "Gespenst" in seine Einzelteile zerlegen... so lang bis es froh ist, dass es mich in Ruhe lassen kann, wenn in 4 Wochen mein Schatz wieder bei mir wohnt... So, hoffentlich erinnere ich mich heut nacht noch an diese Kampfansage...

Liebe Grüße

Gypsy
Gespeichert

Mond

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #9 am: 29 September 2008, 22:46:48 »

Liebe Gypsy,

ich habe mir grade nochmal alles durchgelesen - habe aber nichts darüber gefunden, ob du in Therapie bist - wegen deiner Angstzustände.

Hast du es mal deinem Arzt erzählt?
Ich denke - das du dies mal machen solltest und auch gemeinsam mit einem Therapeuthen nach den Gründen dafür suchen solltest.

Zum einschließen - mache es nicht - jedenfalls nicht ohne dies vorher mal therapeutisch abgesprochen zu haben.

Ich weiß - du hast geschrieben - das du es zur Zeit nicht könntest und da bin ich auch froh drüber.
Denn wenn du einmal im "einschließen" drin bist - kommst du da nicht so schnell mehr raus.

Warum und Wesshalb..möchte ich jetzt gar nicht groß ausführen - weil ich sonst das Gegenteil erreichen könnte.

Alles was du beschrieben hast - sind klare Ängste - die irgendwo herkommen. In den ersten Beiträgen hast du ja schon ein wenig erzählt und ich denke - das es bestimmt auch noch damit zu tun hat.
Darum sollest du auch unbedingt das alles mal aufarbeiten.
Du schreibst zwar - du hättest damit abgeschlossen - schreibst aber ziemlich direkt und klar darüber.

Versuche weiter - gegen Dein Gefühl zu handeln - liegen zu bleiben - nicht aufzustehen und dich auch mal mit dem Rücken
zur Tür zu legen.
Aushalten...immer wieder - das wird die Angst immer mehr abschwächen.
Es ist ein langer Prozess - der viel Kraft bedeutet -
aber du hast den Willen - das "fiese Gespenst in seine Einzelteile zerlegen" zu wollen.

Fange damit an - aber langsam.

Überwinde den Punkt - so zu handeln wie immer - wenn die angst kommt.

Das Beruhigungsduftöl hört sich gut an.
Ich wollte mir sowas auch schon längst mal kaufen. Ich glaube man bekommt das auch in der Apotheke?
Also die richtigen meine ich...die auch wirken.

Ich würde mich freuen - wenn du weiter erzählst..wie deine Nächte so sind....
Auch ich habe nachts große Ängste und muss mich jede Nacht überwinden - mich hinzulegen.
Es kommen auch Nächte - wo es nicht klappt.
Alles was ich dir schreibe - mache ich auch - Überwinden - gegen das Gefühl handeln...immer wieder Aushalten.

Es interessiert mich - wie es bei dir klappt.
Das Duftöl...werde ich ausprobieren und schreib dir dann..wie ich damit klar komme :-)

Einen lieben Gruß
Mond



Gespeichert

Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #10 am: 30 September 2008, 09:28:37 »

Liebe Mond,

nein, momentan bin ich nicht in Therapie deswegen. Das Problem ist, dass ich innerhalb der letzten 2 Jahre dreimal umgezogen bin, jedesmal über ziemlich weite Entfernungen, so dass das einfach keinen Sinn gehabt hätte. Im dritten Umzug stecke ich ja gerade noch mittendrin. Deswegen hab ich auch gerade keinen Hausarzt oder sowas. Ist bisschen schwierig.

Mir fehlt einfach die Zeit im Moment. Ich arbeite sehr viel (neuer Job, Probezeit usw.), fahre jedes Wochenende 500 km, um den ganzen Umzug geregelt zu bekommen... Ich denke, dass vielleicht auch dieser Stress die ganze Situation noch verschlimmert.

Bis vor zwei Jahren war ich noch in Therapie. Aber damals war die Sache mit der Angst noch eines der geringsten Probleme. Da war es erstmal wichtig, überhaupt am Leben zu bleiben.
Aber so langsam... je mehr ich darüber nachdenke und mich damit beschäftige... denke ich, dass ich die Sache auch nach dem Umzug nicht "ignorieren" werde. Auch wenn mein Freund dann da ist und ich wieder schlafen kann. Ich denke, dass ich das auf jeden Fall angehen werde. Ich will einfach wieder normal leben können (naja, was heißt da "wieder" - eher mal anfangen, normal zu leben...)

Nein, einschließen werde ich mich nicht. Ich weiß, wohin das führt, und es wäre das letzte was im Moment passieren darf. Im Moment überwinde ich mich, jeden Morgen, vor die Tür zu gehen. Weil ich so froh bin, dass ich endlich eine Arbeit gefunden hab, mit der es mir gut geht. Wenn ich mich einschließe... dann komm ich vielleicht wirklich nicht mehr raus... und dann setz ich das alles aufs Spiel.

Wegen dem Duftöl würde ich Dir tatsächlich eine Apotheke empfehlen, auch wenn es da ein bisschen teurer ist. Achte darauf, dass Du was bekommst, was wirklich ätherische Öle enthält, keine synthetischen Duftstoffe.

Ja, auch bei mir gibt es die Nächte, wo ich es gar nicht schaffe mich auch nur hinzulegen. Zum Glück nur, wenn ich am nächsten Tag nicht arbeiten muss... aber dann kommt es schon öfters vor...

Weißt Du, was bei Dir die Ursachen sind? Nur, wenn Du erzählen willst...

Zur Zeit wach ich immer so gegen 5 Uhr auf, bin dann müde aber es geht mir eigentlich gut, meistens geh ich dann aufs Klo, trinke kurz was, und schlafe dann auch ganz gut wieder ein, nur mit wenig Angst, so dass es zum aushalten ist... Aber wenn dann 1 Stunde später der Wecker klingelt, bin ich total kaputt... Das ist irgendwie echt blöd. Das ist die einzige Stunde, wo ich wirklich gut schlafe... und dann geht es mir total schlecht hinterher. Hilft auch nix, ne Stunde später ins Bett zu gehen, oder einfach um 5 schon aufzustehen. Wenn ich das mache, bin ich auch total fertig.

So, das ist jetzt ziemlich viel und ziemlich wirr geworden... bin einfach wahnsinnig übermüdet...

Auch Dir einen lieben Gruß und ganz viel Kraft...
und bis bald, hoffe ich :)

Gypsy
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Mond

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #11 am: 30 September 2008, 12:26:25 »

LIebe Gypsy,

die Probleme mit dem schlafen werden sich wohl erst richtig auflösen - wenn man anfängt was gegen die Ursache zu tun.
Aber ich lese bei dir - das du es vorhast und ich finde es gut - das du es in Angriff nehmen möchtest - auch wenn dein Freund dann bei dir ist.

Mein Thera sagte zu mir - je mehr ich tagsüber wieder mache - umso besser werden die Nächte.

Meine Ursachen liegen teilweise sehr lange zurück..wurden vor nicht so langer Zeit wieder hervorgeholt.. und ende letzten Jahres durch einen Klinikaufenthalt so richtig rausgekramt.
Bis zu dem Zeitpunkt habe ich es "verdrängt" für mich behalten was so passiert ist. Es war nur meins..und ging keinem was an.
18 Jahre nur schweigen...
Vor 4 Jahren das erste mal..wo ich wohl nicht mehr "konnte" und ich bekam einen ganz fiesen Kopfschmerz verbunden mit einem täglichen Dauerkopfschmerz...ausgelöst durch eben eine Person -der das verdrängte wieder ans Tageslicht holte.
All das weiß ich aber erst seit meiner ambulanten Therapie..weil ich die Kopfschmerzen nicht damit in verbindung gebracht habe.

Die Klinik hat mir das "Genick" gebrochen...mir vieles klar gemacht - und mich dann einfach entlassen ohne weitere hilfe - die ich mir erst selbst suchen musste.
Angst - Panik - alles kam dazu.
Nochmehr einschließen - bis ich gar nicht mehr das Haus verlassen habe.
Zum Glück habe ich dann nach 4 Wochen einen Thera gefunden, der mich nun nach langen 10 Monaten soweit hat - das ich vieles gelernt habe. Wenn ich so weiter mache..wie im Moment kann auch die bereits begonnene Traumatherapie weitergehen - aber dafür muss ich noch en bisschen was tun - raus aus der Isolation  -und lernen mit bestimmten Gefühlen umzugehen bzw. das erlernte umzusetzen.

Im Grunde das..was ich z.b dir hier schreibe...oder auch im Thread der isolation.

Mit Ängsten umgehen - wie man die Angst wegbekommt - wenn eine Attacke da ist.
Dinge - die nicht da sind - z.b. Hände die einen Berühren - Schatten - usw...damit umzugehen.

Und wenn man sich darauf einlässt und vertrauen hat - dann kann es tatsächlich klappen - auch wenn immer wieder Rückschläge kommen.

Darum ist es auch wichtig..das du immer weiter machst..immer wieder..und nicht aufgibst.
Unser Wille - wieder normal leben zu können - ist ganz wichtig. Ohne dem geht es nicht.

Wir alleine müssen es machen. Die Therapie kann uns nur unterstützen - aber alles andere müssen wir alleine machen.
Aber ich bin mir sicher - es lohnt sich.

*muss jetzt aufhören*

Einen lieben Gruß
Mond




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Gypsy

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #12 am: 30 September 2008, 13:51:29 »

Liebe Mond...

das eine hab ich gelernt, damals in der Thera... dass ich die Dinge in Angriff nehmen muss und nicht vor mir herschieben darf, bis der Berg so groß ist, dass alles über mir zusammenbricht.
Auch ich hab lange alles für mich behalten, seit es passiert ist, 6 Jahre lang mit keinem ein Wort darüber gesprochen... niemand wusste es. Auch heute weiß es im "realen Leben" nur mein Freund und die Therapeutin, bei der ich damals war.
Hätte ich nicht meinem Freund damals erklären müssen, warum ich bin, wie ich bin... er hätte sich sonst nicht auf mich eingelassen - wir kannten uns vom Sehen und gemeinsamen Bekannten schon ein paar Jahre, bevor wir zusammen kamen - naja, was er von mir bis dahin miterlebt hatte, war alles nur extrem, keine Basis für eine Beziehung... da hab ich zum ersten Mal drüber geredet, weil ich gespürt hab, das er was besonderes ist, weil ich wollte, dass er mich wirklich kennenlernen darf.
Hat mir erstmal auch nicht gut getan, ein halbes Jahr später bin ich richtig zusammengebrochen... und für mich stand schon fest, dass ich sterben würde... nur ihm zuliebe hab ich den einen (letzten) Versuch mit der Thera gestartet.

Zum Thema Isolation - da schreib ich Dir noch was in deinen Thread... das ist auch so eins von meinen Themen, was ich mittlerweile ganz gut im Griff habe - soll heißen: ich geh zur Arbeit, ich hab meistens was zum essen im Haus usw. Ich schreib dir noch dazu, aber sei mir nicht böse, wenn es noch ein bisschen dauert...

Dinge die nicht da sind: ich erinner mich an eine furchtbare Situation auch nachts, da hat mir jemand so mit dem Finger an die Schulter getippt, bin davon aufgewacht... Ich hab es gespürt dass jemand hinter mir stand... in diesen Momenten ist die Panik so schlimm, dass ich mich nicht bewegen kann und keinen Ton rausbringe... Das hat sich die ganze Nacht immer wiederholt, ich lag 8 Stunden da, bewegungslos, bis mein Freund, der die ganze Zeit neben mir geschlafen hat, aufgewacht ist und das Licht angeschaltet hat.

So schlimm war es zum Glück nur einmal, und das ist jetzt auch schon ein paar Jahre her.

Und ich will es wirklich, dieses "normale" Leben. Mittlerweile (hat lang genug gedauert) bin ich auch der Meinung, dass ich es auch verdient habe, mal glücklich zu sein. Ich meine, so wirklich ganz innendrin glücklich. Diese innere Ruhe und Zufriedenheit, die ich das letzte Mal irgendwann als Kind gespürt habe.

Wir haben doch genug schlimmes erlebt, dass wir uns dieses Gefühl erst recht verdient haben, meinst Du nicht auch? Und ich glaube, es ist eine tolle Belohnung dafür, stark zu sein und immer wieder aufzustehen, egal wieviele Rückschläge noch kommen.

Könnt ich doch nur immer so denken *seufz*

Ganz liebe Grüße

Gypsy
Gespeichert

Mond

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #13 am: 30 September 2008, 13:59:11 »

Hallo Gypsy,

Du hast geschrieben:" Dinge die nicht da sind: ich erinner mich an eine furchtbare Situation auch nachts, da hat mir jemand so mit dem Finger an die Schulter getippt, bin davon aufgewacht... Ich hab es gespürt dass jemand hinter mir stand... in diesen Momenten ist die Panik so schlimm, dass ich mich nicht bewegen"

Ich ergänze das noch: ....die Bettdecke bewegt sich...obwohl ich ruhig da liege...das eindrücken der Matratze, hinter mir...ein Arm der sich um mich legen will...ein druck an meinem Rücken...da liegt jemand."

..................Meine Nächte.....................

Die Angst ähnelt sich....und es ist grade ein komisches Gefühl..das wieder jemand hier ist - der ebenfalls das fühlt...was eigendlich gar nicht da ist.

Später schreib ich mehr...ich denk ein bisschen drüber nach.

Lieben Gruß
Mond
Gespeichert

Fee

  • Gast
Re: ... und wieder so eine Nacht...
« Antwort #14 am: 30 September 2008, 20:54:14 »

Liebe Gypsi ,

auch ich verbringe meine Nächte voller Angst und verstehe Dich deshalb total . Wenn es nicht " nur "

das schwere Einschlafen wäre , aber dann noch die ständigen Albträume . Man wird , ohne daß man sich

wehren könnte , von ihnen überfallen und anschließend weiterschlafen , klappt fast nie . Ja , der Kopf weiß ,

daß dies von der Vergangenheit herrührt , aber die Angst kommt trotzdem. Vor jedem schlafen gehen müssen .

Darum bin ich auch schon immer ein Nachtmensch , habe deshalb viele Jahre Dauernachtwache im Krhs.

gemacht . Was aber auch sehr gruselig war.Alleine mit 31 Patienten , die mich ständig erschreckt haben, da

 häufig mal plötzlich jemand vor mir stand.Aber besser als nachts einschlafen zu müssen,war es auf

alle Fälle.Da mir bisher selber nichts dagegen geholfen hat , bin ich zwar ratlos ,aber ich wünsche Dir wirk -

lich , daß es bald aufhört .


L.G. Fee
« Letzte Änderung: 30 September 2008, 21:58:08 von Fee »
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